Schlagwort-Archive: Fernsehen

Zitat des Tages


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/gefunden bei Facebook)

 

(Bernhard-Viktor Christoph-Carl „Vicco“ von Bülow, bekannt als Loriot, 1923-2011, einer der vielseitigsten deutschen Humoristen)

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

An Zitaten wie diesen merkt man wieder, wie sehr die klugen, humorvoll-kritischen Kommentare von Roger Willemsen fehlen…

 

Rock and Roll.

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Der Simpsons-„Couch Gag“ als IKEA-Bauanleitung


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Die Simpsons? Klar, kennt jeder. Und wer in seinem TV-Leben auch nur zwei der bislang 596 Folgen der gelben Cartoon-Familie aus Springfield gesehen hat, der wird wissen, dass sich die Macher bereits beim Vorspann Einiges einfallen lassen. So hat etwa jede Folge ihren eigenen „Couch Gag“ und Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie passiert jedes Mal etwas anderes, wenn sie versuchen, ihren Allerwertesten auf der heimischen Couch und vor dem Fernseher zu platzieren…

Fans allen Alters hat die US-amerikanische TV-Serie von Erfinder Matt Groening in den 27 Jahren, in denen sie nun schon läuft, freilich genug gefunden. Einer von ihnen scheint der polnische Künstler Michael Socha zu sein. Dieser hat sich den bekannten „Couch Gag“ vorgenommen und perfekt in IKEA-Manier umkrempelt. (Und: Hey, ist das schwedische Einrichtungshaus nicht ebenfalls mehrheitlich gelb und ebenfalls altersfrei weltweit erfolgreich?)

 

(via Dressed Like Machines)

 

Und für alle jene, die sie nicht (alle) kennen sollten, hier mal zwei Zusammenstellungen der „Couch Gags“ der Simpsons-Staffeln 1 bis 20…

 

Rock and Roll.

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Böhmermann’s back! – #verafake und der Sand im Getriebe der Bloßstellerindustrie


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Mensch, Böhmermann! Der Bremer Jung‘ entwickelt sich so langsam aber sicher zu einem der verdientesten Kandidaten der „Person des Jahres“ (freilich im positiven Sinn)…

Und eigentlich hatte ich vor einigen Tagen vorgehabt, ein, zwei Worte zu dieser – mindestens unterhaltsamen – „Novo Magazin Khasan“ betitelten, liebevoll nachgeahmten Hommage, die sich da ein medienaffiner Fanboy ausgedacht hat, zu verlieren, während Jan Böhmermann und sein „Neo Magazin Royale“ eine selbstverordnete mehrwöchige (Zwangs)Pause eingelegt haben – Sie erinnern sich wohl: „Schmähkritik„, Böhmi vs. Recep Tayyip Erdoğan, Anzeige aus der Türkei, eine scheinbar überforderte Bundeskanzlerin und eine drohende, an Lächerlichkeit kaum zu überbietende Staatskrise, ausgelöst von einem forschen Moderator einer immer besser werdenden Show auf einem öffentlich-rechtlichen Spartensender… Kam ich zeitlich nicht dazu, kann ich hiermit auch vergessen (den Link zur einmaligen Episode von „Novo Magazin Khasan“ lasse ich trotzdem da), denn Böhmermann und seine „Neo Magazin Royale“-Mannschaft haben sich am vergangenen Donnerstag mit einem medialen Paukenschlag zurückgemeldet. Klar, einfach so konnte er – einem veritablen Gast wie Gregor Gysi zum Trotz – nach all dem „Ziegenficker“-Bohei irgendwie nicht weitermachen. Aber mit seiner neusten Aktion hat Böhmi wohl sogar sich selbst noch einmal überboten…

Denn unter dem Hashtag #verafake hat Jan Böhmermann nun die nächste subversive Aktion ausgeheckt, im Geheimen geplant und erfolgreich durchgeführt. Um die an Menschenverachtung grenzende Bloßstellung von *hust* Individuen mit überschaubarem Intellekt in der RTL-Sendung „Schwiegertochter gesucht“ aufzuzeigen, hat das Team von „Neo Magazin Royale“ zwei Schauspieler engagiert, die als debile Vater-Sohn-Kombi für die voyeuristische Verkupplungsshow angemeldet wurden. Das Casting-Team von „Schwiegertochter gesucht“ schien vom 21-jährigen Duisburger Robin und seinem Alk vernichtenden Vater begeistert gewesen zu sein und holte die beiden in die Sendung. Und siehe da: Obendrein wurden Simon Steinhorst alias „Robin, der einsame Eisenbahnfreund“ und Andreas Schneiders alias René Schulte sogar (temporär) zum beliebtesten Heiratsanwärter-Team der aktuellen Staffel.

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Dass der Kölner Privatsender mit den drei Buchstaben nie für Qualitätsfernsehen mit intellektuellem Mehrwert stand, dürfte für niemanden neu sein. Dass RTL – spätestens seit den Neunzigern – offensiv seinen Teil zur kollektiven Volksverdummung beiträgt und all jene nur allzu gern verarscht, die ebendas bereitwillig mit sich tun lassen, auch nicht. Und irgendwie schlagen Böhmermann, dessen Hass auf Privatfernsehen und dessen Mechanismen hinlänglich bekannt sein dürfte, und sein Team den Privatsender mit seinen eigenen Waffen, denn war es nicht unlängst RTL, dass den 73-jährigen Enthüllungsmann Günter Wallraff zu sich ins Boot holte, um unter dem Titel „Team Wallraff – Reporter undercover“  Missstände in Burgerbratereien oder Krankenhäusern aufzudecken? Also drehen Böhmi und Co. den Spieß um, betreiben den unglaublichen Aufwand, in Duisburg eine Wohnung anzumieten, diese komplett spleenig mit Sammelobjekten von „Schildkrötenfan Robin“ und allerlei leeren Bierflaschen von Vater Schulte einzurichten und die beiden fiktiv-übertriebenen Charaktere dann bei „Schwiegertochter gesucht“ anzumelden. Dass das Team von Moderatorin Vera Int-Veen dem von „Neo Magazin Royale“ – die sich hier, in Anlehnung an Wallraff, schelmisch augenzwinkernd „Team Royaleraff“ nennen – auf den Leim geht, ist irgendwie bezeichnend, geht es RTL doch um nichts anderes, als Menschen für möglichst kleines Geld und maximale Profite bloß zu stellen. Bloßsteller stellen Bloßsteller bloß – genial. Dass all die ad-hoc-Reaktionen seitens RTL lediglich halbherzig ausfielen, ist nur umso bezeichnender.

Jan Böhmermann und sein „Neo Magazin Royale“ werden mit dieser geradezu unglaublich guten Enthüllungsaktion, mit der die Show eine Rückkehr mit Ausrufezeichen feiert, freilich kaum die Welt verändern. Aber sie zeigen immer und immer wieder – ob nun mit früheren Aktionen wie dem „Be deutsch!„-Rammstein-Karaoke oder jüngst der Erdogan-„Schmähkritik“ – auf, in welch perverse Richtung sich diese Welt – auch abseits der Medien – entwickelt. Nein, dadurch werden keine Kriege gestoppt, Hungersnöte in Luft aufgelöst oder Blinde wieder sehend gemacht. Aber überraschende Aktion wie diese sollten jeden zum Nachdenken anregen – und sei es nur über die eigenen Fernsehgewohnheiten. Oder, im besten Fall auch: mit Niveau unterhalten. Und das kann aktuell niemand besser als Jan Böhmermann. Basta.

 

Mit #verafake wird klar, wie sehr Böhmermann und sein „Neo Magazin Royale“ in den letzten Wochen gefehlt haben, aber jetzt sind sie ja glücklicherweise wieder zurück – hier könnt ihr die Aktion sehen:

 

Rock and Roll.

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„Löwenzahn“-Welterklärer in Latzhosen – Peter Lustig ist tot.


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Wäre der Anlass kein so trauriger, man könnte fast den Wortwitz geisseln und titeln: Schluss mit lustig.

Oder eben: Lustig, mit kapitalem „L“. Um den „Stern“ zu zitieren: „Deutschland trauert um ‚Löwenzahn‘-Legende Peter Lustig. Der Mann mit der Latzhose und der Nickelbrille, der Kompliziertes verständlich machen konnte, hat Generationen geprägt.“ Klar, Sätze wie diese fallen nicht eben selten und geradezu reflexartig, wenn in Online- wie Printmedien dieser Tage vom Tod einer prominenten Person berichtet wird. In den sozialen Medien hat die halbe Userschaft eine digitale Träne im Knopfloch (beziehungsweise in den Fugen der Tastatur). Ehrerbietung wohin man schaut.

Fakt ist jedoch: Peter Fritz Willi Lustig, 1937 in Breslau zur Welt gekommen, hat mit seiner Sendung „Löwenzahn„, die eigentlich – also vor 1981 – „Pusteblume“ hieß und seit 1979 im ZDF zu sehen war, tatsächlich ganze Generationen – zuerst in West, seit der Wiedervereinigung auch im Osten Deutschlands – geprägt. Er war, wie der „Spiegel“ schreibt, „für die jungen Zuschauer“ wirklich „so etwas wie der etwas schrullige Onkel, der mit endloser Geduld die rätselhaften Phänomene um uns herum entschlüsselte“. Einer, der im selbst ausgebauten Eisenbahnwagen im Grünen lebte, um den jüngeren Generationen behutsam jahrzehntelang die große, kleine Welt zu erklären. Wer’s böse meinte, durfte in dem Satzhosenträger und seiner sprechenden, piepsenden Wanduhr gern einen „Öko“ im Glanze der vor allem damals aufkommenden „Grünen“-Bewegung sehen (ja damals, als Politiker wie Joschka Fischer oder Claudia Roth noch nicht zum Establishment gehörten) und den tumben Nachbarn Paschulke gern als nervigen Spießer.

Fakt ist auch, dass Peter Lustig auch ein lebendes Stück Zeitgeschichte war. So war er seinerzeit, am 26. Juni 1963, als gelernter Rundfunkmechaniker und studierter Elektrotechniker verantwortlich für den Ton der Filmaufnahme von John F. Kennedys Rede „Ich bin ein Berliner!“ vor dem Berliner Rathaus Schöneberg (mehr dazu in diesem „Spiegel“-Interview von 2015). Seine Karriere im Fernsehen startete er in der anderen großen Welterklär-Kindersendung, der „Sendung mit der Maus“, in Einspielern mit dem Titel „Peter und Atze“, in denen er zusammen mit dem Robotervogel Atze Technik erklärte. Außerdem war er gar nicht mal so „öko“ wie sein Fernseh-Alter-ego, hasste laut eigener Aussage sogar Müsli (jedoch keine Kinder, wie mancherorts behauptet wird), während er sich andererseits, vor allem in den Achtzigern, mit spirituellen Ideen wie die der indischen Osho-/Bhagwan-Bewegung beschäftigte. Und noch einer anderer „Fun Fact“ gefällig? So war Lustig einige Jahre in zweiter Ehe mit Elfie Donnelly verheiratet, die als Autorin unter anderem Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen einige ihrer prägendsten „Hex, Hex“- und „Töröö“-Sätze auf die kinderfreundlichen Leiber schrieb und mit der er einen gemeinsamen Sohn, Momme Pavi, hatte. Ja, Peter Lustig hat so einige Spuren in wahrscheinlich unser aller Leben hinterlassen… (Und sogar der kinderfernsehaffine „Rolling Stone“ hat heute „10 Fakten, die Sie nicht über Peter Lustig wussten“ parat.)

Gestern, am 23. Februar, starb Lustig im Alter von 78 Jahren im Kreise seiner Familie in nordfriesischen Bohmstedt an Krebs (Wieder der verdammte Krebs! Wieder einer, der immer da gewesen zu sein schien, weg!) . Das Zepter von „Löwenzahn“ hatte der stets freundlich in die Kamera lächelnde Latzhosen-und-Nickelbrillenmann und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande bereits vor gut zehn Jahren an seinen jüngeren Kollegen Guido Hammesfahr übergeben. Doch wann immer man – gestern wie heute – diese Titelmelodie hört und sich einen Löwenzahn langsam aber zielstrebig seinen zeichentrickenen Weg durch des Asphalt bohren sieht, wird man an Peter Lustig denken. „Didelitit-Didelde-di!“

Und welch‘ schöneren Schlusssatz könnte es geben als jenen, mit denen der Mann seine kleinen und großen Zuschauer nach Draußen bewegen wollte, um die Welt, die er ihnen gerade noch etwas näher gebracht und verständlicher gemacht hatte, zu entdecken: „Jetzt kommt ja eh nichts mehr, also abschalten.“

Löwenzahn

 

 

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(Rudolf „Rudi Carrell“ Wijbrand Kesselaar, 1934-2006, niederländischer Showmaster und Entertainer)

 

Rock and Roll.

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