Schlagwort-Archive: Felix Kummer

Zitat des Tages


65308390_10157888013964869_608918567483604992_o

(gefunden bei Facebook / das komplette SPIEGEL-Interview gibt’s hier)

 

Felix Kummer und seine Band Kraftklub mögen nicht jedermanns Sache sein (meine zum Beispiel sind sie nicht, bin aber wohl auch leicht über Zielgruppen-Alter), die politische Haltung des Chemnitzer Musikers, Baujahr 1989, ist jedoch in jedem Fall unterstützenswert. Denn einerseits vertreten Kummer und seine Klaftklubber diese klar und deutlich, zum anderen engagiert sich das recht erfolgreiche Punk-Pop-Indie-Rap-Irgendwas-Quintett auch immer wieder: So initiierte die Band am 3. September 2018 als Protest gegen die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz ein Openair-Konzert unter dem Motto „Wir sind mehr“ vor schätzungsweise 65.000 (meist jungen) Besuchern und konnte auch andere musikalische Größen fürs Line-up gewinnen: neben ihnen spielten dort auch unter anderem Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z., Marteria und Casper. Props also für so viel ehrliche klare Kante von Felix Kummer, der kürzlich mit der Solo-Single „9010“ seiner sächsischen Heimatstadt einmal mehr die Ehre erwies.  👍

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Opas schauen Musik: KRAFTKLUB


Kraftklub-2017

Insgesamt und in Albumform kann ich eher wenig mit Kraftklub anfangen. Ehrlich, ich hab’s probiert, oft genug. Ist wohl einfach so.

Trotzdem muss man Felix „Brummer“ Kummer, Till „Brummer“ Kummer, Steffen „Israel“ Tidde, Karl Schumann und Max Marschk Einiges zugute halten:

  1. Die Band hat – zumindest auf Bühnenbrettern – ordentliche Entertainerqualitäten. Das haben die fünf nicht zuletzt bei der diesjährigen Ausgabe von „Rock and Ring“ bewiesen, wo sie als „Latenight-Special“ auftraten (ein Videomitschnitt der Show geisterte zwar in den letzten Tagen durchs weltweite Netz, wurde jedoch – bis auf eine Performance des Songs „Fenster“ – leider wieder entfernt…).
  2. Die Band hat Chemnitz (oder, in Hipster-Deutsch: Karl-Marx-Stadt) wieder zurück (?) in die oberen Chartregionen der bundesdeutschen Musikszene gehievt: jedes ihrer bislang drei Album sicherte sich den ersten Platz der Albumcharts. Was wiederum dazu geführt hat, dass ein Kultursender wie arte die Berliner *hust* „Rüpelrapcombo“ K.I.Z. in die beschauliche sächsische 250.000-Einwohner-Stadt einlud, um eine durchaus amüsante Ausgabe von „Durch die Nacht mit“ zu drehen…
  3. Die Band hat bereits 2013 selbst ein ansehnliches Festival aus dem Boden gestampft: das „Kosmonaut Festival“ findet seitdem alljährlich am Stausee Oberrabenstein unweit von der heimischen Fanbase Chemnitz statt, und hatte mit Künstlern wie Frittenbude, Casper, Bosse, AnnenMayKantereit, Fettes Brot, Materia, den Beatsteaks, Thees Uhlmann, den Fantastischen Vier, Haftbefehl, K.I.Z. (was sich wohl auch aus Punkt 2 ergab), Turbostaat, Prinz Pi, Olli Schulz, Boy oder Alligatoah bereits fast das komplette Who-is-Who der bundesdeutschen Musikszene zu Gast.
  4. Die Band mag zwar im Gros auf durchweg tanzbare Indiediskogutelaunestampfer setzen, traut sich jedoch ab und an auch etwas. Etwa auf dem aktuellen, jüngst erschienenen dritten Album „Keine Nacht für Niemand“ (jaja, schon der Albumtitel fängt mit einer nur eben halb witzigen Hommage an Ton Steine Scherben an): so ist der zuerst vorgeschobene Song „Dein Lied“ eine zwar böse, jedoch unterhaltsame Abrechnung mit der Ex, die Frontmann Felix Brummer gleich mal eben – Rap-Cred wollen auch gesammelt sein – als „verdammte Hure“ bezeichnet – unterstützt von einem Piano und einer Armada aus Streichern. Und auch die erste offizielle Singleauskopplung „Fenster“ lässt sich durchaus hören, hat diese doch als bittersüße Abrechnung mit all den verschworbelt-hasserfüllten Paranoiker-Gedankenwelten all der sogenannten „Wutbürger“ und „Verschwörungstheoretiker“ einen recht ernsthaften Hintergrund, welcher zum Nachdenken anregt. Plus: das gut versteckte Bonusfeature vom potentiell besten bundesdeutschen Freizeit-Musikarzt (aus Bärlin! auuuus Bärlin!) gegen Ende des Songs.

 

Komplett ernst nehmen kann ich Kraftklub trotzdem nicht. Liegt es daran, dass ich mich mit Ü30 knapp außerhalb der potentiellen Zielgruppe befinde? Liegt es daran, dass ich einen Teil der Band noch kenne, als diese als schulpflichtige Dreikäsehochs durch den elterlichen Chemnitzer Musikclub „Atomino“ hüpften? (Zur Erklärung: Die Eltern von Felix und Till Kummer, Jan und Ina Kummer, spielten zu DDR-Zeiten in der *hust* „kultigen“ Elektropop-Band AG. Geige. Der Vater, Jan Kummer, ist heute Leiter des „Atominos“, welches gerade in Chemnitz auch 2017 noch einen ausgezeichneten Ruf als schmissige Indie-Disse und Konzertlocation besitzt.) Liegt es daran, dass mich durchgängig auf Tanzbarkeit und Hurra geklöppelte Indiediskostampfer generell schnell kalt lassen? Oder: bin ich auch einfach zu alt?!?

tumblr_ln1b9hXOBp1qe1bq5

Und: wenn ich mich schon „zu alt“ für die Musik und das Gehabe von Kraftklub fühle, wie fühlen sich dann erst die grauhaarigen Semester?

Diese Frage beantwortet der YouTube-Kanal „Digster OnFleek“ in der neusten Ausgabe der Reihe „Opas scheuen Musik“, in welcher sie älteren rüstigen Herrschaften, die sich oftmals bereits erfolgreich für die Dritten, für Gehhilfen und Zivildiensthelfer qualifiziert haben, die „Musik der Jugend“ vorsetzen. Und dieses Mal eben Kraftklub. Aber schaut am besten selbst…

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: