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Auf dem Radar: Mappe Of


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It’s the song, not the singer.

Okay, okay, fair enough – im Song der Rolling Stones war es anno 1965 genau anders herum. Doch viel weiter hinter seiner Musik verstecken als in Fall von Mappe Of könnte man(n) sich kaum….

Natürlich ist es kein Staatsgeheimnis, dass sich hinter dem Pseudonym der aus dem kanadischen Whitby, Ontario stammende Singer/Songwriter Tom Meikle verbirgt. Jedoch taucht sein Name weder auf der Website seines musikalischen Babys noch in irgendwelchen Presseinfos auf. Viel lieber lässt der Mann die Musik des im Juli erschienenen Mappe Of-Debütwerks „Northern Star, A Perfect Stone“ ganz für sich sprechen. Und das reicht vollkommen aus.

coverBeim ersten Hördurchgang durch die zehn Songs (davon drei Instrumentals) haben wohl die meisten vor allem einen assoziativen Namen im Hinterkopf: Bon Iver (deren Frontmann Justin Vernon ja eine ganz ähnliche Art und Weise hat, hinter seine musikalischen Ergüsse zu treten). Klar: bedächtiges, folkloristisches Akustikgitarren-Fingerpicking á la Americana, nicht selten mächtig Hall oder Autotune auf der hohen Stimme, ab und an dezente elektronische Experimente – der Vergleich liegt nah (während andere, wie die Fleet Foxes oder die Soloaktivitäten von Radiohead-Frontmann Thom Yorke, nur einen Steinchenwurf entfernt hocken). Hier und da kommen auch, nebst Synthesizern, Streichern, Bläsern, E-Gitarren oder einem Banjo, ungewöhnlichere Instrumente wie eine Autoharp oder eine Kalimba zum Einsatz, während in der Percussion-Zone gern alles, nur eben kein traditionelles Schlagzeug zum Einsatz kommen darf. „Ethereal avant-folk“ nennt es der ambitionierte Musiker selbst.

Auch rein textlich hat „A Northern Star, A Perfect Stone“ Einiges zu bieten. Mal singt Meikle, der einst Journalismus studierte, dann eine Zeit lang als Straßenmusikant durch Australien zog und aktuell auch Teil der kanadischen Artrocker Common Age ist, mit ätherischer Stimme von einem psychisch gestörten Jungen, der das familiäre Heim in Brand steckt (“Carbon Scores and Smoke”), mal von einem Landstreicher in Australien, der vor langer, langer Zeit alle Kontakte zu seiner Familie abgebrochen hat, mal, wie in „Unfound“, von einem alten Mann, dem die Alzheimer-Erkrankung jegliche Möglichkeit genommen hat, sich noch an seine Liebsten zu erinnern. Meikle erzählt singend Geschichten über all jene, die eben nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, und davon, dass ebenjenes Leben es manchmal nicht gut meint mit all denen, die ohnehin bereits vom Schicksal gebeutelt scheinen, während einen die Musik in sonische Tagträume hüllt.

 

“I’d like the music to be grounded in reality while simultaneously feel like it’s from somewhere else … I want to create a setting in which you can lose yourself. The ideal record for me is one where you can lie back on your bed, listen to the thing front to back and be taken somewhere.” (Tom Meikle)

 

Via Bandcamp kann man „A Northern Star, A Perfect Stone“ in Gänze hören…

 

…sich hier einen Großteil der Songs des Debütalbums in der von CBC MUSIC mitgeschnittenen „First Play Live“Session-Varinate anhören…

 

…während man hier die zwar deutlich reduzierten, jedoch durchaus gelungenen Mappe Of-Versionen von „Dead Letter And The Infinite Yes“ (im Original von den kanadischen Indierockern Wintersleep) sowie „Pleasure“ (das Original findet sich auf dem neuen Feist-Album gleichen Namens) findet:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Emily Haines & The Soft Skeleton – „Fatal Gift“


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Die schönste weibliche Stimme der kanadischen Indierock-Landschaft? Gehört Emily Haines (sorry, Feist!).

Über diese (meine) Meinung lässt sich freilich – wie über alles – trefflich streiten. Schöneres jedoch als das, was die mittlerweile 43-jährige Musikerin seit den späten Neunzigern zuerst solo, später auch beim Kollektiv Broken Social Scene (welche im Juli mit „Hug Of Thunder“ übrigens ihr erstes Album seit sieben Jahren in die örtlichen und digitalen Plattenläden stellen) und ihrer Hauptband Metric oder wiederum solo (Emily Haines & The Soft Skeleton) zustande gebracht hat, darf man lange suchen.

Okay, fair enough: das letzte, 2015 erschienene Metric-Werk „Pagans In Vegas“ war in seiner synthetischen Synthie-Nichtigkeit streckenweise echt übel und rauschte bestenfalls einfach durch die Gehörgänge, ohne dass der ein oder andere Song hängengeblieben wäre.

ec8f9ad245f6e62b383f0e29e8d32631Jetzt jedoch meldet sich Emily Haines mit ihrer Begleitband The Soft Skeleton auf Solopfaden zurück und hat für den 15. September das neue Album „Choir Of The Mind“ (das erste seit „Knives Don’t Have Your Back“ von 2006) angekündigt. Besser noch: mit „Fatal Gift“ lässt die umtriebige, im indischen Neu-Dehli (!) geborene und im kanadischen Ontario aufgewachsene Musikerin, die wie der Großteil ihrer musikalischen Kolchose mittlerweile in Toronto beheimatet ist, bereits einen ersten Song hören.

Nun werden Metric-Fascinados bestimmt aufhorchen: Moment, „Fatal Gift“… „The Fatal Gift“… da war doch was? Richtig, der Song war 2014 ursprünglich als B-Seite von Haines‘  Stammband erschienen, wurde nun jedoch neu arrangiert. Alles beginnt mit dezenter Klavierbegleitung und steigert sich mit Loops, Drum-Patterns und treibenden Gitarren innerhalb von knapp fünf Minuten unaufhörlich. Im Text stellt Haines währenddessen existenzielle Fragen um Besitz: „How much do I own you?“ – kennt man bereits von „Knives Don’t Have Your Back“, welches ebenfalls voller Melancholie und nicht gerade fröhlich daher torkelte. Das dazugehörige, von Justin Broadbent inszenierte Musikvideo zeigt die Sängerin nachts auf dem Weg durch eine Stadt ein mysteriöses Ziel verfolgen – ein kleines Highlight für sich, das sich durch seine fragmentierte, non-lineare Erzählweise in mehreren Kapiteln auszeichnet.

 

 

Rock and Roll.

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Neues Feist-Video zu „The Bad In Each Other“


Von Feist ist man ja nicht erst seit ihrem epischen Kurzfilm-Video zu „The Water“ (bei welchem übrigens Kevin Drew von Broken Social Scene Regie führte) hohe Videokunst gewohnt. Kommt ein neues Video von Starbucks‘ wohl liebster Kanadierin, so kann man nicht nur von einem Genuss für die Ohren, sondern auch für die Augen ausgehen. Ihr neustes, wieder durchaus cineastisch geratenes Filmchen zur zweiten Singleauskopplung „The Bad in Each Other“ (vom letztjährigen Album „Metals“) stellt da, gedreht vom dänischen Regisseur Martin De Thurah (u.a. bereits Videos für James Blake oder Fever Ray) in Mexiko, keine Ausnahme dar…

 

 

Rock and Roll.

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