Schlagwort-Archive: Every Word Handwritten

Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Videoneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Pearl Jam – Mind Your Manners

Mind Your Manners

Blitze, Bomben, Umweltkatastrophen – auch das Musikvideo zur neuen Pearl Jam-Single „Mind Your Manners“ ruft Erinnerungen an den bereits 15 Jahre alten Song „Do The Evolution“ wach. Doch anders als damals hat die Band ihren strikten Medienboykott mittlerweile ad acta gelegt und auf ihre eigene Art Frieden mit Musikindustrie und -journalie geschlossen. Leise und meinungsarm sind Eddie Vedder & Co. deshalb keineswegs. Und falls „Mind Your Manners“ auch nur im Entferntesten die Richtung des kommenden, am 11. Oktober erscheinenden neuen Albums „Lightning Bolt“ vorgeben sollte, dann darf man sich auf einige Rockbretter gefasst machen…

 

 

 

Thees Uhlmann – Am 7. März

Thees Uhlmann

Alle Freunde des ehemaligen Tomte-Frontmanns Thees Uhlmann müssen nicht bis Oktober auf neue Songs warten – das zweite, simple „#2“ betitelte Soloalbum erscheint bereits in der kommenden Woche. Nach „Die Bomben meiner Stadt“ kann man nun mit „Am 7. März“ das nächste Stück des neuen Albums hören, und bekommt in dem dazugehörigen Video Einiges an zeitgeschichtlichen Schnappschüssen, in die sich Thees Uhlmann selbst hinein(ver)setzt, um die Ohren geworfen… Amüsant und höchst sympathisch.

 

 

 

Slut – Next Big Thing

Slut #3

Ob „Alienation„, das siebente Album der Bayern von Slut, das „nächste große Ding“ wird, darf berechtigtermaßen bezweifelt werden, denn bei aller Qualität ist die Band noch immer zu sperrig und fordernd für den Mainstream. Dafür hat „Next Big Thing“, die erste Singleauskopplung des aktuellen Albums, nun ein amtliches Musikvideo bekommen, bei welchem Sönke Held Regie führte, und das man sich mit all seinen zu „Alienation“ passenden Rottönen und nervösen Schnitten schon im Vorfeld so vorgestellt haben dürfte…

 

 

 

Frightened Rabbit – Radio Silence

Frightened Rabbit

Neues von ANEWFRIENDs Lieblingsschotten Frightened Rabbit, bei denen man sich mittlerweile und zu recht fragen darf, ob und wann die Band eigentlich schläft… Album, Tour – und bei all dem kommen Scott Hutchison & Co. immer noch dazu, neue Songs aufzunehmen. Hier gibt’s nun „Radio Silence“ für die Ohren (Studioversion) sowie für’s Auge (die Akustikversion von Frontmann Hutchison höchstselbst). Der Song, welcher denen des aktuellen Albums „Pedestrian Verse“ in Punkto Druck und Hymnus in nichts nachsteht, ist Teil der am 10. September erscheinenden neuen EP, welche unter anderem zwei weitere neue Songs enthalten wird…

 

 

 

The Gaslight Anthem – Every Word Handwritten (Kurzfilm)

Every Word Handwritten...

Über den 15-minütigen Kurzfilm von Regisseur Kevin Slack, welches sich thematisch nah am letzten The Gaslight Anthem-Album „Handritten“ hält und eine Vinylplatte von Generation zu Generation begleitet, berichtete ANEWFRIEND bereits im Februar. Während die Band selbst momentan am Nachfolger zu „Handwritten“ arbeitet, kann man sich hier nun den Kurzfilm, zu dem Gitarrist Alex Rosamilia den Score lieferte, in voller Länge anschauen…

 

 

Rock and Roll.

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Liebe und Geschichten in jeder Rille – der Kurzfilm aus dem The Gaslight Anthem-Lager: „Every Word Handwritten“


Every Word Handwritten...

Eines steht fest: wir leben in schnelllebigen Zeiten. Alles muss immer größer, praktischer, effektiver, besser, höher, schneller, weiter sein. Wir führen – zumindest in den Industrienationen – den Darwinismus ad absurdum und passen unsere Umwelt uns an. Gibt’s nicht? Klappt nicht? Was nicht passt, wird passend gemacht! Und wieso sollte es mit der Musik anders sein? Musste man sich früher noch zu Hausmusikabenden zusammen setzen, wenn man Musik hören wollte, so lässt heute beinahe jeder seinen eigenen kleinen Tagessoundtrack auf dem Weg zur oder von der Arbeit, beim Putzen, Joggen, Schlafen, Lesen und wasweißichfürgelegenheiten durch die Gehörgänge rauschen. Musste man früher noch Stunde um Stunde vor dem Tapedeck verbringen, wenn man den neusten „heißen Scheiß“ an Radiotiteln auf Magnetbändern in den Walkman bringen wollte – und beim Mitschneiden im Radio alles sekundengenau abpassen (und hoffen, hoffen, hoffen, dass dieser dämliche Moderator den Titel auch gottverdammtnochmal ausspielt und nicht wieder irgendwelche beschissenen Verkehrsmeldungen über die beste Stelle rasseln lässt!) -, so kann man sich heutzutage bei Bedarf einfach die komplette Diskographie eines Künstlers innerhalb weniger Minuten auf die heimische Festplatte saugen. Und, all ihr Kiddies da draußen: was wisst ihr denn heute noch über die Unwägbarkeiten, die Tücken, die psychologischen Fallstricke der Zusammenstellung des – nahezu! – perfekten Mixtapes? Hm? Darüber, den idealen Anfang und den vielsagensten Abschluss zu finden und den Hörer (zu meiner Zeit und in eurem Alter meist: die Angebetete) während der gesamten Zeitspanne – bei Kassetten meist 60 oder 90 Minuten, später die Standard-CD-Länge von 80 Minuten – bei Laune zu halten, bestenfalls gar (für sich) zu begeistern? Wann habt er zuletzt vor einem Platten- oder CD-Regal gestanden und versucht, den Besitzer dieser „Kostbarkeiten“ anhand des Musikgeschmacks psychologisch einzuschätzen? Wann habt ihr eure Finger zuletzt fachkundig durch die Neuerscheinungen in einem Musikfachgeschäft wandern lassen? (Ja, es gibt in der Tat ein Leben außerhalb des iTunes Stores!) Wann habt ihr zuletzt eine Vinylplatte in euren Händen gehalten – gar: eine gekauft? Oder lediglich eine CD? Also? Hm? Hm?!? HM?!? Und nein: das ist kein Kulturpessimismus. Nennt es bitte verklärte Kulturromantik…

Vinyl Love

The Gaslight Anthem-Schlagzeuger Ben Horowitz sieht das ähnlich: „Ich habe mich in Musik verliebt, als es noch keine Musik gab,“ wie er kürzlich gegenüber der US-amerikanischen Ausgabe des Rolling Stone zu Protokoll gab. „Und als sich die gesamte Musikindustrie veränderte, war ich immer noch verliebt. Es ist schon interessant, ein Musikfan zu sein und diese Veränderungen selbst mitzumachen.“ Und so ist es umso logischer, das er und seine Band dieser Langzeitliebe nun in größerem Maße Tribut zollen: im 15-minütigen Kurzfilm „Every Word Handwritten“ wird der Weg einer Vinylsingle durch die Jahrzehnte gezeigt, wie sie die Leben von Menschen, ja von ganzen Generationen in entscheidenden Momenten verändert, und selbst nur äußerlich Schaden nimmt – Vinyl, du schwarzes Gold, du musikalischer Hort für die Ewigkeit. Und auch der Titel des Film kommt nicht von ungefähr: die Idee kam Horowitz, als es darum ging, Themenbereiche für das Video zum Titelsong des gleichnamigen, im vergangenen Juli erschienenen Gaslight Anthem-Albums „Handwritten“ zu sammeln. Nachdem sich der Schlagzeuger das Okay seiner Bandkumpels eingeholt hatte, setzte er sich mit Regisseur Kevin Slack, der vorher unter anderem bereits das Video zu „Here Comes My Man“ mit verantwortete, in Kontakt und begann mit der Arbeit. Herausgekommen sind 15 sehenswerte Minuten, für deren Score sich TGA-Gitarrist  Alex Rosamilia und Wes Kleinknecht, ein weiterer Freund der Band, verantwortlich zeichnen, und deren Optik wohl allen, die mit den bisherigen Videos von The Gaslight Anthem vertraut sind, ebenfalls zusagen dürfte…

„Ich kann mir ein Leben ohne Vinyl nicht vorstellen. Ein Leben, in dem ich durch mein Wohnzimmer gehe, ohne meine Platten zu sehen.“ Ja, Ben Horowitz ist einer dieser Kulturtraditionalisten, die ihr immer so süffisant belächelt, während ihr euch auf euren iPods und iPhones durch Tage um Tage Musik clickwheeled und scrolled, Kinder. Nichts für ungut, sehr verehrte jüngere Generation, denn auch ich liebe meinen iPod! Aber: viel zu viele von euch werden wohl einen guten Teil eben jener Magie, die die Musik eigentlich stets umgeben sollte, wohl leider nie kennenlernen…

The Gaslight Anthem

Der Kurzfilm „Every Word Handwritten“ kann hier (über den Internetauftritt des US-amerikanischen Rolling Stone) begutachtet werden…

…und hier gibt’s noch einmal die bisherigen Zusammenarbeiten von The Gaslight Anthem mit Regisseur Kevin Slack: das Video zu „I’da Called You Woody, Joe“ (vom 2007 erschienenen Debüt „Sink Or Swim„)…

 

…den Clip zu „Handwritten“ (quasi der Kurzfilm im gestrafften Videoformat)…

 

und das aktuelle Video zu „Here Comes My Man“:

 

Als kleinen Bonus gibt’s hier noch The Gaslight Anthems Version des Animals-Klassikers „House Of The Rising Sun“, die die Band bei einer Session der „Billboard Candid Cover“-Reihe einspielte:

 

Rock and Roll.

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