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Song des Tages: Ocie Elliott – „I Got You, Honey“


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Der (gar nicht mal so) Harte, die (dafür sehr, sehr) Zarte. Passt das? Hm… nein. Besser macht’s ein Reviewer wohl an anderer Stelle, als er die Songs von Ocie Elliott als „…the aural equivalent of indigo painted skies and the first summer stars“ bezeichnet.

OcieElliott-EPDenn tatsächlich sieht man bei den (unter anderem) fünf meist sparsam instrumentierten Indiefolk-Stücken, die das aus Jon Middleton und Sierra Lundy bestehende Duo aus dem kanadischen Victoria, B.C. im vergangenen Jahr auf ihrer Debüt-EP veröffentlicht hat, laue Sommernächte und ein sternenbehangenes Firmament vor dem inneren Auge vorbei ziehen, sodass Vergleiche mit Folk- und Americana-Künstlern wie Gillian Welch, Simon & Garfunkel, Angus and Julia Stone, The Civil Wars oder meinetwegen auch Mumford and Sons gar nicht mal so fehl am Platze sind…

 

 

 

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Drawing Circles – „Traveler Session“


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Dass melancholisch angehauchter Ambient-Alternative-Postrock (note to self: dieses Genre bitte für sich selbst proklamieren) aus deutschen Gefilden nicht unbedingt piefig daher kommen muss, beweisen Drawing Circles.

Und obwohl deren Historie nur unwesentlich länger ist als die dieses Blogs (seit 2011 machen die drei Bandmitglieder gemeinsam Musik), erschien erst im vergangenen Jahr ihr Debütalbum „Sinister Shores„, welches ANEWFRIEND als „Geheimtipp 2016“ auf dem Schirm hatte.

Und auch live haben die Jungs aus Leipzig und Bonn viel zu bieten, vor allem die raue Stimme von Sänger Vincent Alex sticht durch die vielschichtigen Gitarrensounds hindurch. Nun legen Drawing Circles mit „Traveler Session“ eine durchaus gelungene Live-Session nach.

Die Aufnahmen entstanden in der Utopiastadt in Wuppertal, in einem verlassenen Wartesaal eines alten Bahnhofs, und passen damit hervorragend zu dem „Traveler“-Thema der kleinen Veröffentlichung. Das Beeindruckende an der halbstündigen Session ist, dass es das Trio schafft, alternative Versionen zu ihren Songs zu kreieren und dennoch den aussagekräftigen Ambient-Alternative-Sound der Band einzufangen. Außerdem können sich die Fans (via Facebook: beinahe 2.600 Likes – ein kleiner aber feiner Kreis) freuen, denn unter den sechs Songs, welche im Bewegtbild in stylischen Schwarz-weiß eingefangen wurden, befindet sich auch zuvor unveröffentlichtes Material und ein Cover der australischen Künstlerin Emma Louise…

 

  

Drawing Circles unterwegs im April:
07.04. – Düsseldorf
08.04. – Wuppertal
20.04. – Reichenbach
21.04. – Erfurt
22.04. – Berlin

  

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: The Bear’s Lair


Foto: suessmichael.de / Facebook

Foto: suessmichael.de / Facebook

Wie würde sich wohl eine Jam Session anhören, an der sowohl die kalifornischen Alternative Progrocker von Dredg als auch der tiefenentspannte Folkbastler Fin „Fink“ Greenall oder gar der Sänger der Hannoveraner Artcorewahnsinnigen The Hirsch Effekt teilnehmen würden? Liest sich im Grunde bereits ganz spannend, diese Konstellation, oder? Nicht nur, da zumindest die beiden Erstgenannten hier im Hause ANEWFRIEND freilich höchstgeschätzt sind…

Nun sind bei The Bear’s Lair weder Dredg noch Fink mit von der Partie. Das macht jedoch rein gar nichts, denn trotzdem klingt in so einigen Momenten der sechs Stücke der selbstbetitelten Debüt-EP, welche die oft als Duo auftretende und (auf Konserve) von einem Bassisten und Schlagzeuger komplettierte Band aus dem beschaulichen Regensburg im Januar im „name your price“-Prinzip via Bandcamp veröffentlichte, ein klein wenig vom Dredg’schen Pathos-Drängen an, während in ruhigeren Momenten der größtenteils unverstärkt dargebotenen Songs eben Fink, die Surferjungs von Incubus oder Folker wie Scott Matthews nicht ganz fernab liegen. „Acoustic Jazz-Pop“ nennt die Band das selbst, und führt „Serge Gainsbourg, Simon & Garfunkel, Scott Walker, Fink, Scott Matthews, Desmond Myers, Radiohead, Bodi Bill and many more“ als Einflüsse ins Feld. Dass Nils Wittrock, seines Zeichens Frontmann von The Hirsch Effekt, bei seinem Gastspiel (beim Song „Bear Tales“) dann tatsächlich die Klappe hält und stattdessen das Akkordeon bedient, sagt wohl bereits Einiges über das Ergebnis. Denn das kann sich durchaus hören lassen und macht Lust auf mehr – wenn denn irgendwann alle Bandteile heil aus dem Himalaya zurück finden…

The Bear’s Lair sind…

Tim Bleil – Gesang
Tobias Walter – Gitarre
Johannes Molz – Bass, Synthies, Backgroundgesang
Matthias Bodensteiner – Schlagzeug

 

Hier gibt die Debüt-EP der Band im Stream und zum Download im „name your price“-Prinzip…

 

…und hier noch zwei audiovisuelle Impressionen inmitten von bayrischer Landschaft und Natur:

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Videoneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Pearl Jam – Mind Your Manners

Mind Your Manners

Blitze, Bomben, Umweltkatastrophen – auch das Musikvideo zur neuen Pearl Jam-Single „Mind Your Manners“ ruft Erinnerungen an den bereits 15 Jahre alten Song „Do The Evolution“ wach. Doch anders als damals hat die Band ihren strikten Medienboykott mittlerweile ad acta gelegt und auf ihre eigene Art Frieden mit Musikindustrie und -journalie geschlossen. Leise und meinungsarm sind Eddie Vedder & Co. deshalb keineswegs. Und falls „Mind Your Manners“ auch nur im Entferntesten die Richtung des kommenden, am 11. Oktober erscheinenden neuen Albums „Lightning Bolt“ vorgeben sollte, dann darf man sich auf einige Rockbretter gefasst machen…

 

 

 

Thees Uhlmann – Am 7. März

Thees Uhlmann

Alle Freunde des ehemaligen Tomte-Frontmanns Thees Uhlmann müssen nicht bis Oktober auf neue Songs warten – das zweite, simple „#2“ betitelte Soloalbum erscheint bereits in der kommenden Woche. Nach „Die Bomben meiner Stadt“ kann man nun mit „Am 7. März“ das nächste Stück des neuen Albums hören, und bekommt in dem dazugehörigen Video Einiges an zeitgeschichtlichen Schnappschüssen, in die sich Thees Uhlmann selbst hinein(ver)setzt, um die Ohren geworfen… Amüsant und höchst sympathisch.

 

 

 

Slut – Next Big Thing

Slut #3

Ob „Alienation„, das siebente Album der Bayern von Slut, das „nächste große Ding“ wird, darf berechtigtermaßen bezweifelt werden, denn bei aller Qualität ist die Band noch immer zu sperrig und fordernd für den Mainstream. Dafür hat „Next Big Thing“, die erste Singleauskopplung des aktuellen Albums, nun ein amtliches Musikvideo bekommen, bei welchem Sönke Held Regie führte, und das man sich mit all seinen zu „Alienation“ passenden Rottönen und nervösen Schnitten schon im Vorfeld so vorgestellt haben dürfte…

 

 

 

Frightened Rabbit – Radio Silence

Frightened Rabbit

Neues von ANEWFRIENDs Lieblingsschotten Frightened Rabbit, bei denen man sich mittlerweile und zu recht fragen darf, ob und wann die Band eigentlich schläft… Album, Tour – und bei all dem kommen Scott Hutchison & Co. immer noch dazu, neue Songs aufzunehmen. Hier gibt’s nun „Radio Silence“ für die Ohren (Studioversion) sowie für’s Auge (die Akustikversion von Frontmann Hutchison höchstselbst). Der Song, welcher denen des aktuellen Albums „Pedestrian Verse“ in Punkto Druck und Hymnus in nichts nachsteht, ist Teil der am 10. September erscheinenden neuen EP, welche unter anderem zwei weitere neue Songs enthalten wird…

 

 

 

The Gaslight Anthem – Every Word Handwritten (Kurzfilm)

Every Word Handwritten...

Über den 15-minütigen Kurzfilm von Regisseur Kevin Slack, welches sich thematisch nah am letzten The Gaslight Anthem-Album „Handritten“ hält und eine Vinylplatte von Generation zu Generation begleitet, berichtete ANEWFRIEND bereits im Februar. Während die Band selbst momentan am Nachfolger zu „Handwritten“ arbeitet, kann man sich hier nun den Kurzfilm, zu dem Gitarrist Alex Rosamilia den Score lieferte, in voller Länge anschauen…

 

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Louise Distras


Louise Distras #1

Man führe sich einmal folgendes – natürlich rein fiktives – Verwandtschaftsverhältnis vor Aug‘ und Ohr: Uneheliche Tochter des ewig guten Punkgewissens Patti Smith und Billy Bragg, dem stets mit einer Gitarre bewaffneten Sozialmahner Englands, Nichte von The Clash-Ikone Joe Strummer, Schwester vom kumpeligen Punkrock-Sympathikus Frank Turner. Dabei klingt sie wie Ex-Distillers-Röhre Brody Dalle, bevor diese sich entschloss, das tägliche Rotz-und-Blut-Rock’n’Roll-Leben gegen jenes gemeinsame mit Queens Of The Stone Age-Frontmann Josh Homme zu tauschen und fortan die Kinder zu hüten. Oder wahlweise wie Courtney Love (auf eine gute Art und Weise!). Ganz klar: Louise Distras ist ein Kind der Neunziger!

Foto: Mike Distras

Foto: Mike Distras

Dabei ist die Mittzwanzigerin aus dem englischen Wakefield ebenso mit Nirvana wie mit üblichen musikalischen Verdächtigen jener Zeit – man denke nur an selige „Nu Metal“-Tage á la Korn oder Deftones zurück – aufgewachsen, und entdeckte danach, Album für Album, Bands wie Hole, Screaming Trees, Butthole Surfers, Mudhoney, Pearl Jam, Alice In Chains, Silverchair, Black Flag, die Sex Pistols oder The Clash für sich. Distras war angefixt! Bald schon schrieb sie eigene Stücke über ihr Leben und ihre Alltagsbeobachtungen, über Recht und Unrecht, über persönliche Gefühle und soziale Missstände. Im Alter von 14 Jahren spielte sie ihre erste Show, schloss sich mal hier, mal da diversen Bands an, zog mit 22 Jahren nach London und entschloss sich dort, fortan im Alleingang aufzutreten. Für ihren weiteren Weg machte sie sich die Vorzüge des weltweiten Netzes zunutze und veröffentlichte 2011 zwei erste Solo-EPs mit Demos im Internet. Und die blieben keineswegs unbemerkt! Doch das beständig steigende Interesse an ihrer Person und jedem neuen Stück dürfte wohl keineswegs nur in der puren Qualität von Songs wie „The Hand You Hold“ begründet liegen, sondern auch und vor allem, dass Louise Distras seit 2010 nicht müde wird, sich in Großbritannien und dem europäischen Festland einen Namen als junge Künstlerin „zum Anfassen“ zu machen – als eine, die gleichsam Herz und Hirn auf jede noch so winzige und verrauchte Kellerclubbühne bringt. Als eine, die eben nicht den schnellen Aufzug hinauf zu den Einweg-Verwertungsmechanismen der großen Plattenfirmen nehmen möchte. Dass England eben solche Künstlerinnen fernab von Castingeinerlei á la „X Factor“ bitter nötig hat, zeigte in der Vergangenheit bereits das gesteigerte Interesse an Musikerinnen wie Kate Nash. Und auch Louise Distras verdiente sich bereits Lob von Tageszeitungen wie dem Guardian, während das ein oder andere erste Stück auf BBC Radio 1 landesweit gespielt wurde. Dabei steht ihre erste kleine Sternstunde noch vor der Tür: Das gemeinsam mit Produzent Steve Whale (Ex-The Business) in den Londoner Perry Vale Studios aufgenommene Debütalbum „Songs From The Factory Floor“ erscheint am 30. September.

Louise Distras #2

Was man in Zukunft von Louise Distras erwarten darf? Vor allem wohl eine Musikerin, die „den Mund aufmacht“, markigen Worten wie „never let the hand you hold, hold you down“ (aus dem nicht zufällig am 8. März 2012, dem internationalen Weltfrauentag, veröffentlichten Song „The Hand You Hold“) auch Taten folgen lässt. Denn unter Distras‘ vermeintlich harter, von den typischen Punkrock-Tattoos überzogener Haut, schlägt ein Herz, dass nicht anders kann, als für Ideale zu kämpfen. Und so schlägt sich die wahlweise als „weiblicher Joe Strummer des 21. Jahrhunderts“ (Shattered Glass Media) oder als „neues Gesicht des Akustikpunk im UK“ (Street Sounds Magazine) bezeichnete Künstlerin Nacht für Nacht in Vans oder auf Sofas in den Backstagebereichen kleiner Clubs um die Ohren. Und will am Ende doch nur eins: Spielen. Für sich, für andere, für „DIY“-Ideale. Und um damit die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Klingt altmodisch? Ist es auch! Doch solange dabei tolle Songs und hehre Absichten herauskommen, sind Patti Smith, Joe Strummer, Frank Turner, Brody Dalle oder Courtney Love sicher stolz auf sie. Und Billy Bragg? Mit dem durfte sich Louise Distras sogar schon eine Bühne teilen…

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Hier gibt’s die 4-Track-EP „Shades Of Hate“ auf die Ohren, welche ihr euch auf Louise Distras‘ Homepage auch – im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse – aktuell (noch) herunterladen könnt – natürlich punkrockig kostenlos…

 

Wer’s visuell mag, bekommt hier die Videos zu den Songs „The Hand You Hold“…

(Wer muss hier noch an die Distillers denken? Egal, verdammter Hit, das Ganze! Und einer von ANEWFRIENDs Songs des Jahres…)

 

…dem bereits zwei Jahre alten Kleinstadt-Abgesang „Blue On Black“…

 

…und dem Anfang 2013 veröffentlichten, gemeinsam mit Oi!-Punk-Ikone Jenny Woo eingesungenen Stück „Stand Strong Together“:

 

Rock and Roll.

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Neues Frightened Rabbit-Video zu „State Hospital“ + EP-Ankündigung


Die kürzlich auf ANEWFRIEND vorgestellten Frightened Rabbit haben mit „State Hospital“ einen ersten Song aus ihrer am 24. September erscheinenden EP gleichen Namens in Bild- und Tonform veröffentlicht.

 

Mein Urteil: der Song ist – mal wieder – großartig. Scott Hutchisons Stimme! Dieser schottische Akzent! Diese Gitarrenklimax! Die Band beschreibt  das dazugehörige Video als “a series of violent, painful flashbacks”, ich sage: der Herbst kann kommen! Und während das Video einen recht tristen Eindruck vermittelt, singt Hutchinson am Ende: „All is not lost.“ Alles beim Alten bei den Glaswegians also – der Ton bleibt rau, doch ein wenig Trost haben die Jungs immer im Detail parat.

Die EP wird fünf Songs enthalten, die – aus welchen Gründen auch immer – auf dem 2013 erscheinenden vierten (und noch unbetitelten) Album keinen Platz gefunden haben.

Das Trackliste der „State Hospital“ EP:
1. State Hospital
2. Boxing Night
3. Home From War
4. Off
5. Wedding Gloves

 

 

 

Rock and Roll.

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