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Klassiker des Tages: Straylight Run – „Existentialism On Prom Night“


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Erinnert sich noch jemand an Straylight Run? Bereits über eine Dekade ist es her, da galt die vierköpfige Band als eines der heißesten Eisen im Feuer des Indie-Emorocks – damals, 2004. Und wenn ich jetzt noch erwähne, dass anno dazumal noch nicht einmal studiVZ existierte, Facebook lediglich als Frühgeburt unter Mark Zuckerbergs (noch) klammen Informatiker-Fingerchen und Myspace oder illegale mp3-Tauschbörsen wie Napster gerade der heißeste Scheiß im noch spärlich bevölkerten Word Wide Web waren, dann sprießen dem Einen oder der Anderen sicherlich ein paar graue Härchen mehr, oder?

71Y+lyxSKiL._SX355_.jpgVor ein paar Tagen jedenfalls feierte Straylight Runs selbstbetiteltes Debütalbum 14. Veröffentlichungsgeburtstag. Darauf zauberten John Nolan und Shaun Cooper (seinerzeit frisch bei der Emorock-Vorzeige-Kapelle Taking Back Sunday ausgestiegen) sowie Nolans Schwester Michelle und Schlagzeuger Will Noon elf mal rockige, mal pianolastig-balladeske Gänsehaut-Hymnen aus den juvenilen Ärmeln, die genau in den musikalischen Zeitgeist irgendwo zwischen My Chemical Romance, Death Cab For Cutie, Jimmy Eat World, Hawthorne Heights oder der Counting Crows passten – Pop für Emo-Kids quasi, jedoch ohne peinlichen Kajal-Anstrich. Wie plattentests.de seinerzeit urteilte: „In einer gerechten Welt würden sämtliche Teenager die Platte kaufen und für die nächsten Jahre ihre schmerzende Adoleszenz mit der Musik von Straylight Run untermalen.“ Und selbst spiegel.de war „die Revolution der Niedlichen“ seinerzeit ein paar Zeilen wert.

Im Rückspiegel scheint es daher umso betrüblicher, dass Straylight Run keine längere Zukunft beschieden war. Nach dem drei Jahre darauf, 2007, erschienenen Nachfolger „The Needles The Space„, der sich noch ein ganzes stückweit mehr dem Pop zuwandte, sowie ein paar weiteren Mini-Alben-Lebenszeichen (zuletzt 2009 die „About Time EP„) wendeten sich John Nolan und Shaun Cooper wieder ihrer „alten Liebe“ Taking Back Sunday zu, während Michelle StreetCred-konform Dropkick Murphys-Bassist Jeff DaRosa heiratete (und daher heute dessen Nachnamen trägt) und etwas später beim Band-Projekt Destry (zu welchem zeitweise einmal mehr Shaun Cooper sowie Sam Means von The Format gehörten) letzte Indiefolk-Lebenszeichen sendete. Heute zeugt zwar noch ein Myspace-Profil auf seltsam nostalgisch-verstaubte Weise von einigen wenigen großen, ewig tollen Song-Versprechen [neben „Existentialism On Prom Night“ oder „Your Name Here (Sunrise Highway)“ sei auf jeden Fall noch das sich in Gigantomanie gegen Kriegslust wund stampfende „Hands In The Sky (Big Shot)“ von der feinen „Prepare To Be Wrong EP“ ans Hörerherz gelegt] des Quartetts aus dem US-amerikanischen Baldwin, New York. Straylight Run selbst sind jedoch längst nie wirklich aufgeblühte Emorock-Historie…

 

 

„When the sun came up
We were sleeping in
Sunk inside our blankets
Sprawled across the bed
And we were dreaming

There are moments when
When I know it ends
The world revolves around us
And we’re keeping it
Keep it all going
This delicate balance
Vulnerable, all-knowing

Sing like you think no one’s listening
You would kill for this
Just a little bit
Just a little bit
You would

Sing like you think no one’s listening
You would kill for this
Just a little bit
Just a little bit
You would, you would

Sing me something soft
Sad and delicate
Or loud and out of key
Sing me anything
We’re glad for what we’ve got
Done with what we’ve lost
Our whole lives laid out
Right in front of us

Sing like you think no one’s listening
You would kill for this
Just a little bit
Just a little bit
You would

Sing like you think no one’s listening
You would kill for this
Just a little bit
Just a little bit
You would, you would

Sing me something soft
Sad and delicate
Or loud and out of key
Sing me anything“

 

Rock and Roll.

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Tradition, Tradition! – Das UK-Label Big Scary Monsters verschenkt (s)einen Label-Sampler


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Weil Traditionen etwas Schönes sind – und freilich auch irgendwann, irgendwie verpflichten -, verschenkt das britische Indie-Label Big Scary Monsters auch in diesem Jahr – wie bereits 2018 und in den Jahren zuvor – (s)einen satte 23 Auszüge aus dem diesjährigen Veröffentlichungskatalog starken Label-Sampler mit einer bunten Auswahl querbeet durch sein aktuelles Künstlerangebot und Release-Oeuvre irgendwo zwischen Indie- und Punkrock, Emo, Post-Hardcore oder Mathrock.

Mit dabei sind 2019 Bands und Künstler wie The Get Up Kids, Orchards, American Football, Proper., Cultdreams, Great Grandpa, And So I Watch You From Afar, Nervus, Pedro The Lion oder Jamie Lenman (also auch der ein oder andere Name, von dem in diesem Jahr auf ANEWFRIEND zu lesen war). Wohl bekomm’s!

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Greet Death – „You’re Gonna Hate What You’ve Done“


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„Long days leave me weak and strange…“

Jahreszeiten wie Herbst und Winter können einem mit ihren immer kürzer werdenden trüben Tagen und ihrem nasskalten Sauwetter schon mächtig aufs Gemüt schlagen, keine Frage. Wohl dem, der alledem wenigstens den passenden Soundtrack entgegen setzen kann. Seit drei Dekaden da die nahezu perfekte Wahl: „Disintergration“ von The Cure. Und wer Robert Smith und seinen Düsterjungs doch einmal eine Pause gönnen mag, für den hat ANEWFRIEND einen (noch) echten Geheimtipp in petto: Great Death.

„Here comes the sun
Here comes the shit again
I don’t get off
I just get broken
Here comes the dark
To cut me open and
Collect my heart
And crush it slowly…“

a1955014042_16Relativ schnell wird offensichtlich, dass das Trio aus Flint, Michigan sich wohl einen regelrechten Spaß daraus macht, seine Hörer mit allerlei falschen Finten an der Vorurteilsnase herum zu führen, denn nicht ohne Grund benannten Logan Gaval, Sam Boyhtari und Jim Versluis ihr 2017 erschienenes Debütwerk „Dixieland„. Doch höre da: ebenjenes hatte so viel mit New Orleans-Jazz und Ragtime am musikalischen Hut wie Great Death – Bandname hin (diesen haben die drei wohl einem Stück der Post-Rock-Größen Explosions In The Sky entliehen), Bilder vorm geistigen Auge her – mit sinistrem skandinavischem Black Metal. Vielmehr vermengt das junge Dreiergespann aus der ehemaligen „Vehicle City“ der US of A in seinen Songs Musikstile wie Sadcore, Shoegaze, Grunge, Emo, Sludge, Doom, Indie Rock, Post Hardcore oder Americana (was ja an sich bereits ein feines Wagnis darstellen dürfte) zu einem faszinierenden, meist ausladenden Ganzen. Und was Great Death mit ihrem Debütwerk vor zwei Jahren bereits ein paar wohlwollende Szene-Kopfnicker einbrachte, dürfte sich nun, mit dem kürzlich veröffentlichten zweiten Album „New Hell“ (allein der Titel sowie das dazugehörige Coverartwork – noch so ein paar herrliche, potentiell falsche Finten!), zu einem späten Kandidaten für alle „Album des Jahres“-Listen entwickeln…

„I think I might go for a swim
Under the lake, where the cold lives
And shiver while the factory flames
Dance like specters by the highway…“

a1499276749_16Denn die neun Songs des neuen Langspielers machen nicht nur genau dort weiter, wo viele der Stücke von „Dixieland“ Versprechungen auf Großes hinterlegten, sie übertreffen sie teilweise sogar. Man nehme etwa „Do You Feel Nothing?“ oder „Entertainment„, welche tönen wie die besten Momente vergangener Smashing Punpkins-Großtaten oder der letzten beiden Pianos Become The Teeth-Werke „Keep You“ und „Wait For Love“ (und wer weiß, wie sehr gerade ich diese mittlerweile ins schwermütige Herzchen geschlossen habe, dürfte erahnen, dass ich da nicht leichtfertig Komplimente wie dieses verteile). Oder „Let It Die„, das sich mit einer Akustischen bewaffnet einen melancholischen Moment wie weiland Mark Kozelek und seine seligen Red House Pointers gönnt. Oder Songs wie „Strange Days“ und „Strain„, die das Wechselspiel aus Laut und Leise, Indie Rock-, Shoegaze- und Doom Metal-Passagen mit am besten auf den Punkt bringen. Zweifellos das größte Highlight auf „New Hell“ dürfte jedoch der kathartische Neunminüter „You’re Gonna Hate What You’ve Done“ sein, bei dem sich Logan Gaval und Sam Boyhtari die Gesangscredits teilen (Marke: Brian Molko meets Morrissey), während sich der Song so langsam aber sicher von einer schwermütigen Sadcore-Nummer in einen wahren Rock-Rausch steigert, welcher selbst vor einem ausladenden Gitarrensolo nicht Halt macht.

„Embracing the final glimpse of a blood-red moon
Well, lately I’ve been treating with the devil in blue
Well, maybe if he cuts me loose I’ll get my days in hell back too
Maybe I’ll keep dreaming if I’m dreaming of you…“

Obwohl „New Hell“, Great Deaths so unerwartet wie unverhofft grandios mit schwerem Herzen daher rockender zweiter Albumstreich, stellenweise recht introspektiv und keineswegs leichter Tobak ist, wurde schöner länger nicht mehr in aschfahl schimmernden Herbstdepressionsgewässern gebadet. Sollte man gehört haben! 🖤

 

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Mildura


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Mal ein wirklich echter Geheimtipp scheinen Mildura zu sein. Anders als man als findiger Geografie-Geek zunächst vermuten könnte, kommt die vierköpfige Band jedoch nicht aus dem Örtchen nordöstlich von Adelaide, Australien, sondern aus Claremont, Kalifornien. Und auch dort scheint bislang kaum Wind vom dezent melancholischen Indie-Emorock bekommen zu haben, den Kelley, Nick, TJ und Evan bisher auf der 2016er EP „With Change“ sowie auf dem im September erschienenen selbstbetitelten Debüt-Longplayer auf die Musikwelt losgelassen haben – schnöde 318 monthly listeners auf Spotify und kaum Views auf den wenigen Videos bei YouTube sprechen (noch) eine deutliche Sprache… ANEWFRIEND meint: Freunde der Get Up Kids, der Lemonheads oder etwa Saves The Day sollten hier mal ein Öhrchen riskieren, denn auch wenn Mildura mit ihren Songs keine Kontinente bewegen mögen, hat dieser tagträumerisch schöne und leicht melancholische Sonnenschein-und-Roadtrip-Emorock eine deutlich größere Aufmerksamkeit verdient.

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Proper. – „Bragging Rights“ (feat. Willow Hawks)


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Wahrscheinlich fällt eine spontane Namensänderung leichter, wenn einen sowieso kaum ein Schein kennt, denn aus Great Wight, die 2017 mit ihrem Debütalbum „The Suburbs Have Ruined My Life“ in kleinerem Rahmen auf sich aufmerksam machten, wurden unlängst Proper. Und den neuen Bandnamen nutzt Frontmann Erik Garlington bereits als ersten ebenso bissigen wie wertvollen Seitenhieb auf befremdliche Äußerungen, wie schön (engl. „proper“) er doch spräche: „You talk real proper.“ – so als würde seine Hautfarbe zwangsläufig Handeln oder Reden auf irgendeine Weise beeinflussen.

Und so spielen Herkunft und Hautfarbe entsprechend wichtige Rollen im Sound des Trios aus Brooklyn, zu dem neben Garlington noch seine Mitstreiter Elijah ‚Eli‘ Watson (Schlagzeug) und Natasha Johnson (Bass) zählen, ebenso Familie, Perspektivlosigkeiten und sexuelle Identität. Garlingtons Ausbruch aus dem engstirnigen US-Bible Belt mitten hinein ins vielfältige Leben im großen New York City als junger Erwachsener, von der Kreativität eines Kanye West oder Max Bemis (Say Anything) inspiriert, bilden das Rückgrat für den Proper.-Albumneustart „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“.

a3578554858_16Zu den wichtigsten Stücken des im Juli erschienenen Longplayers zählt „Fucking Disgusting“. Garlington vermisste ein pansexuelles, inkludierendes Liebeslied und beschloss daher, selbst eins zu schreiben. Das herrlich unruhige Arrangement mit brodelnden Indie-Gitarren, geradezu vorwitzigen Afropunk-Vibes und ein paar Zeilen aus ABBAs „Dancing Queen“ bringt den schrägen Wahnsinn der Band denn ähnlich schnell auf den Punkt wie etwa „A$AP Rocky Type Beat“, das gar mit wilden Hardcore-Punk-Schlaggzeugsalven endet. Grungig-schroffer Uptempo-Rock, punkige Referenzen, Noise-Pop der Duftmarke Dinosaur Jr, kleinere Breaks und wütende Pogo-Tändeleien treffen auf die wortreichen (Selbst)Zweifel eines urbanen Twentysomethings. Mag sich zunächst seltsam lesen, brennt sich jedoch mit dem ein oder anderen wilden Haken als Umweg im Kleinhirn ein – so man denn offen in die Songs hinein lauscht.

Ohnehin scheinen Erwartungshaltungen für Proper. hörbar überbewertet, und so steuert das Trio nicht selten ebenso bewusst wie erfolgreich gegen diese an. „Toby“, einer Figur aus „The Office“ gewidmet, gibt sich herrlich launisch mit einem Hauch von emo’eskem Post-Hardcore und einer Salsa-Note in der Bridge, während die Breaks abermals herrlich tanzbar ausfallen und – mit etwas Fantasie freilich – an die Isländer von Retro Stefson erinnern. Die frontale Hymne „Curtain’s Down! Throw In The Towel“ liefert ein Mission Statement zu schrammeligem Rock, während das semi-balladeske „Trill Recognize Trill“ zu reduzierten Klängen die sexuelle Identität des jungen Sängers unter die Lupe nimmt, und wenig später in „Dekalb Ave“ gelungen fortgesetzt. Auch die Energieleistung „IDFWA (Art School)“ und der Instant-Ohrwurm „Bragging Right“, bei dem Garlington stimmliche Unterstützung von Willow Hawks (The Sonder Bombs) erhält, sollten nicht unerwähnt bleiben.

properNarrativ und musikalisch höchst unorthodox, häuten sich Proper. auf „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“, dessen Titel von einem Wonder Years-Song inspiriert wurde, gleich mehrfach. Im Prinzip wirkt die gesamte Platte wie ein einziger Stream of Consciousness, der (s)eine Dreiviertelstunde weder ein festes Thema noch die eine vorgeprägte stilistische Schiene kennt. Erik Garlington, der stimmlich glatt aus jüngerer Bruder von Bloc Party-Frontmann Kele Okereke durchgehen könnte, wechselt dabei nahezu fließend zwischen Vergangenheit und Gegenwart, nimmt durchzechte Nächte ebenso mit wie sozialkritische Abhandlungen oder einen ungeschönten Blick auf seine Rolle in einem ihm nicht immer freundlich gesinnten Land. Hochgradig spannende Auswüchse, angenehm schroffe und verquere Präsentation und ein steter Hauch des Unerwarteten um die Nase – proper amazeballs, Neustart gelungen.

 

 

„I worked way too hard for this
Told  myself I was outgoing, ‚til I believed it
Asked  friends to be my biggest critics
For the motivation I needed not to quit

I don’t want to watch the bees die or smash my hips on tables
But  I always act so frantic and it just comes off as unstable
What’s  the difference? Lack of reference If I pour it all out at once
But it’s the difference in the distance
Yeah  yeah, you can just put it in the trunk (worked too hard for)
Put it in the trunk (worked too hard for)

Won’t take my shirt off for you, but don’t tell anybody
I’m about to break the rules, but don’t tell anybody
Rockstar? – N o, I’m a modern fool, but don’t tell anybody
Wanna take off the shoes?

I always knew school wasn’t for me
Sorry mom and dad, I don’t need to take a year off to think
I’m already a fuck up, so what’s one more thing?
I just can’t spend my life wondering what I could’ve been
I have to work twice as hard to get half of what my white counterparts get – so I’ll apply it to what I want
Can’t do a 9-5 or join the military industrial complex
Because for every guy that tried to fuck me and put my dreams down, and the bands in it for themselves and a free round
There’s could be someone that looks just like me
That needs to hear they’re not alone, or at least they don’t have to be
It might takes years, it might not happen at all
Could end with a mid-life crisis in a bathroom stall
You can save every reason, it’s too big a risk
I’ve already heard it and I know that it’s worth it

I’m no longer confused, but don’t tell anybody
I’m about to break the rules, but don’t tell anybody
I got something better than school, but don’t tell anybody
They want me to get a safe job, just like everybody
They ain’t walked in my shoes, I’m just not everybody

If I put it into words would you hear me out? (worked too hard for)
If I put it into words would you hear me out?
If I put it into words would you hear me out? (worked too hard for)
Hear me out, oh-oh“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Future Teens – „Frequent Crier“


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„Happy new year, you get the same old me
I don’t have the resolution to change a thing
January won’t be different than the last
Except of course I’m torn between two homes
I’m more sick than ever of talking on the phone
My dog won’t live through this winter
No one’s ever stayed that long

Come on over, want you to see my room
I’ll have it this whole weekend, about as long as I’ll have you
I can’t remember feeling not so far away
I’ve been carrying more baggage each time I board the plane
I was never good at packing, all my bags are overweight
And this flight keeps getting longer
But the distance stays the same
And I’m just calling to tell you that I am not OK…“

(„Happy New Year„)

 

a3513277556_16.jpgDurchaus harter Tearjerker-Tobak, mit welchem Future Teens ihr neues, zweites Album „Breakup Season“ eröffnen. Und daher passender Stoff – gleichsam für die nächste kitschig-durchschaubare Hollywood’sche Grown-Up-Drama-Komödie der Marke „American Pie“ wie das x-te Werk von vier Trauer tragenden Emo-Studenten. Eigentlich…

Denn Future Teens gehen das Drumherum etwas anders an. Obwohl keiner der zehn neuen Songs sein lyrisches Herz allzu leicht in der Brust durch den College-Alltag trägt, verpacken Amy Hoffman und Daniel Radin (jeweils Gitarre und Gesang), Maya Mortman (Bass) sowie Colby Blauvelt (Schlagzeug) jede der tränenreich-ehrlichen Zeilen – und das ist eben das Janusköpfig-großartige – in noch tollere, noch himmelhöher jubilierende Melodien. Man höre etwa die Vorab-Single „Emotional Bachelor„. Oder den feinen Instant-Ohrwurm „Frequent Crier“: auch da liefern Amy Hoffman und Daniel Radin, die den Gesang unter sich ausmachen, eine ganze Aufzählungsarmada an Stellen, an denen frisch getrennt gerade die wunden Äuglein mit Nass benetzt werden – nur dazu eben flott-memorablen Indierock inklusive eines Gitarrensolos, welches selbst Dinosaur Jr.-Kautz J. Mascis ein würdigendes Nicken abringen würde. Geil.

So machen die 33 Albumminuten des Nachfolgers zum 2017er Debütwerk „Hard Feelings“ (da lässt bereits der Titel ganz ähnliche textliche Präferenzen erahnen) in der Tat auch all jenen mächtig Laune, die ihren Alltag längst jenseits der herzschmerzenden Zwanziger verbringen. „Bummer Pop“ nennt die aus Boston, Massachusetts stammende Band, welche einst 2014 als angedachte Eintagsfliege für eine 4. Juli-Barbecue-Party zusammenfand, das. Und liefert den wohl schönsten Herzensbrecher-Indierock in der Tradition von Klassikern wie etwa Weezers „Pinkerton“, den man in diesem Herbst finden wird. It’s breakup season, y’all!

 

 

„You made my mom a scarf
Just like the one you made for me
It’s just like you to keep us warm
Even after I up and leave

I can’t remember when I last slept in my own bed
And I’m paying up for it in way more ways than rent

Catch me crying in the shower (how’s your day been?)
Crying in a traffic jam (how was your drive?)
Crying in the break room hoping no one else comes in

I bet your friends are thrilled
They don’t have to hear you go on
About another girl who’s great
But Boston’s still too damn far away
I know mine are over it
They’ve been rolling their eyes since
We nearly kissed in Ilana’s backyard
So I mailed you a book and a birthday card

Now I’m crying in the shower (how’s your day been?)
Crying in a traffic jam (how was your drive?)
Crying in the break room hoping no one else comes in
Crying into my fridge (are you eating?)
Crying at my own birthday (are you happier yet?)
Crying over every picture of your cat you send

Crying into my plate
At a Mexican place in Maine
Cause you won’t let me pay you back for a vacation I didn’t take
And it’s been two years to the day

Sick of crying in the shower
Crying in a traffic jam
Crying in the bathroom when you asked me how’ve I’ve been
Crying into my fridge
Crying cause I’m leaving again
Crying when you told me I would still be your best friend – and I can’t do this again“

 

Rock and Roll.

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