Schlagwort-Archive: Emo

Song des Tages: Souvenirs – „You Affect Me“


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Es gibt so Bandnamen, die könnten beliebiger kaum sein. „Souvenirs“ etwa. Da gäbe es sowohl eine „Tanzband & Hochzeitsband“ aus München, eine Swing- und Jazzband (ebenfalls aus der bajuwarischen Landeshauptstadt, dass die da mal bloß nicht durcheinander kommen!), ein dänisches Pop-Duo, eine Classic Acoustic Country- und Americana-Band (mit einem „The“ davor), gewohnt Schräges aus den Niederlanden… Und eben Souvenirs aus dem kalifornischen Carpinteria.

41otv0fbcul._ss500Und auch die Einflüsse der seit 2011 bestehenden Band von Sänger und Gitarrist Tim Riley sind beim ersten, spontanen Hineinhören gar nicht mal eben so besonders: Waren die ersten Veröffentlichungen noch von klassischem LoFi-Neunziger-Emo á la Sunny Day Real Estate oder Mineral geprägt, klingen auf dem im Januar 2017 erschienenen aktuellen Album „Posture Of Apology“ mittlerweile Bands wie die frühen Phoenix, Death Cab For Cutie („‘Transatlanticism’ is one of my all time favorite records“, wie Riley selbst zugibt) oder Pedro The Lion, manchmal gar die Editors durch – hoch melodischer Shoegaze-Pop, der leicht tapsend durch Indierock- und Emo-Gefilde schlurft, wenn man so mag.

Ein weiterer Einfluss auf die Songs von „Posture Of Apology“ dürften außerdem AFI gewesen sein, schließlich gilt deren Frontmann Davey Havok nicht nur als ein Förderer von Souvenirs (und nahm die Band als Vorgruppe mit auf Tour), sondern liefert bei einem Stück des Albums („Float„) auch die Gast-Vocals. Tim Riley weiß Folgendes zu erzählen:

„Davey Havok was actually one of my first friends I made when I moved to Los Angeles. We were trying to figure out who what sound cool for the bridge in ‚Float‘ and he came up and we were like ‚duh‘. Dave was so cool about it, I think he just responded with ‚when and where?!?‘ It was done in like 24 hours of asking. We played AFI’s first ‘comeback’ show at the Troubador a few years ago and I guess that put us on their radar for this tour. It’s pretty surreal to tour with a band that we all grew up listening to.“

Insgesamt schmeichelt sich ein Großteil der Songs des Albums gut in die Gehörgänge, tut so gar nicht weh – und passt damit formidabel zum verschlafenen Jahresanfang. Memorable Bandnamen dürfen sich da gern andere ausdenken…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Copeland – „Pope“


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Irgendwann Mitte der Nuller-Jahre waren Copeland – zumindest jenseits des Atlantiks und in den heimischen US of A – so etwas wie eine kleine, feine Institution im emotional voran schreitenden Alternative Rock. Nach dem Split im Jahr 2008 folgte 2014 das Comeback mit dem fünften Studioalbum „Ixora„. Und danach: erneut eine lange Zeit der Funkstille…

41oC3P-W94L._SS500Nun melden sich die zum Trio geschrumpfte Band aus Lakeland, Florida mit einigen neuen Songs zurück, welchen im kommenden Februar das neue Langspielwerk „Blushing“ nachfolgen soll. Eines ebenjener neuen Stücke lautet auf den Namen „Pope“, und lässt erneut die Vermutung zu, dass es sich bei Copeland – und das wäre ja bei einer US-amerikanischen Band gar nicht mal so unüblich – um ein christlich motiviertes Kollektiv handele (dem allerdings hat Frontmann Aaron Marsh bereits vor einiger Zeit mit Erklärungen wie „It’s not our nature to have religious connotations. We are not a ministry band. We have some people in the band that are Christians, but that is not a focus of our band.“ einen Riegel vorgeschoben). Musikalisch lässt „Pope“ mit seinem melancholischen Dreampop-Intro und Schlussteil, welche einen zart ausfransenden Ausflug in postrockige Gefilde klammern, Feines für das kommende Album vermuten…

 

 

Rock and Roll.

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Same procedure as… – Das UK-Label Big Scary Monsters verschenkt (s)einen Label-Sampler


Big Scary Monsters

Weil Traditionen etwas Schönes sind – und freilich auch irgendwann, irgendwie verpflichten -, verschenkt das britische Indie-Label Big Scary Monsters auch in diesem Jahr – wie auch bereits 2017 und in den Jahren zuvor – (s)einen Label-Sampler mit einer bunten Auswahl querbeet durch sein aktuelles Künstlerangebot und Veröffentlichungs-Oeuvre irgendwo zwischen Indie- und Punkrock, Emo, Post-Hardcore oder Mathrock.

Mit dabei sind 2018 Bands wie The Get Up Kids, Tiny Moving Parts, We Were Promised Jetpacks, Cursive, Beach Slang, Yndi Halda, Pedro The Lion oder mewithoutYou. Wohl bekomm’s!

„Not ones to boast or anything, but we’ve put out some absolutely brilliant records this year. You may have noticed. But if not, worry not… here’s a track off every release, so you can catch up on anything you missed. There’s a little something on here whatever your tastes, so get involved!“

 

…oder wahlweise über den Webstore.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Toy Cars – „Erie“


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Toy Cars aus Asbury Park, New Jersey machen Indie Rock, welcher mal straight durchs Dach zu huschen scheint, mal eine Ecke vorher Emo-lastig bibbernd zu Boden sinkt. So weit, so normal – schließlich sind sie damit (und in bester Gesellschaft von Bands wie etwa Tiny Moving Parts oder Moose Blood) kaum allein auf weiter Flur.

a0005384546_16Die Krux: Die größte Stärke des Vierers um Matteo Debenedetti (Gesang, Gitarre), Matt Caponegro (Gitarre), Chris Beninato (Bass) und Mike Linardi (Schlagzeug) ist auch gleichsam ihre größte Schwäche. Denn so schnell alle zwölf Songs des im Januar erschienenen Debütalbums „Paint Brain“ – mit maximal dreieinhalb Minuten – zum Punkt kommen, so wenig bleibt am Ende von ihnen hängen. Natürlich, straight gerockt bekommen’s Toy Cars auf die Kette, doch leider klinkt sich ein guter Teil der Stücke bereits längst vor dem Punkt, an dem es spannend werden könnte, aus. Da kann The-Gaslight-Anthem-Bassist Alex Levine noch so sehr als (lokaler) „musikalischer Mentor“ der Band fungieren und das heimatliche Asbury Park noch so große – jedoch kaum hilfreiche – Assoziationen an den jungen Bruce Springsteen vors geistige Auge rufen – Matteo Debenedettis Stimme ist leider kaum solch ein akustisches Ereignis wie die von Gaslight-Anthem-Fronter Brian Fallon oder dem „Boss“, und um Packend-poppiges im Drei-Minuten-Format hinzubekommen, sollte man nicht nur die Chuzpe, sondern auch die Qualität der Ramones haben. Eventuell lösen Toy Cars diese Versprechen ja auf Album Nummer zwei ein…

Die positivsten Ausnahmen: Der mit 3:29 Minuten längste (!) Albumsong „Cobwebs„, welcher gen Ende mit einem kurzen Ausflug in postrockige Gefilde sowie einer knappen Screamo-Einlage zu überzeugen weiß. Und das reduzierte „Erie“, bei dem Matteo Debenedetti gesanglich von PRIM-Frontfrau Jenna Murphy unterstützt wird.

 

 

„You’ve got iron lungs

And I’ve got paper bones

We’re weightless, at last

As we’re making our way home

And all that I have is luck inside my head

Throw me to the wolves, it’s your best bet

A notion that I can’t shake

Whatever feels the worst is right

All that I have is luck inside my head

Throw me to the wolves, it’s your best bet

You say that it’s better than it’s ever been

But, for every rise, there’s a descent…“

 

Rock and Roll.

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Klassiker des Tages: The Used – „A Box Full Of Sharp Objects“


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Auch wenn zugegebenermaßen spätestens nach dem dritten, 2007 erschienenen Album „Lies For The Liars“ die Hit-Luft bei den Emo-Rockern aus dem US-amerikanischen Orem, Utah raus war und sich einem beim YouTubenden Stöbern durch das ein oder andere (nun auch schon etwas zurückliegende) Musikvideo ein wenig die Fremdschamesröte ins selbst bereits etwas ältere gewordene Gesicht treibt: Das selbstbetitelte Debütwerk von The Used, welches in deutschen Landen vor exakt 15 Jahren – ja, so lang ist’s nun schon wieder her! – veröffentlicht wurde, ist auch heute noch über die meisten Zweifel erhaben…

The_Used_(album)Natürlich mag man selbst nicht mehr der gleiche Mensch sein, der anno 2003 wie der letzte überlebende Emo-Berserker selbstvergessen das seitengescheitelt-lange Haupthaar über die Tanzflächen der Kleinstadt-Indie-Disko geschüttelt hat.

Natürlich kommt einem bei Frontmann Bert McCracken auch immer die damals aktuelle Beziehung zu Ozzys Tochter Kelly Osbourne in den Sinn – ohne diese Liaison (und die On/Off-Auftritte in der damals populären MTV-Reality-Reihe „The Osbournes„) wären die Karrieren von McCracken und seiner Band wohl nie ins Rollen geraten…

Natürlich ist das, was The Used seitdem musikalisch so auf die alternativ rockenden Beine gestellt haben, zwar unter irgendwo zwischen „schon okay“ und „am Rande zur Kenntnis genommen“ einzuordnen (zuletzt war dies im vergangenen Jahr und dem mittlerweile siebenten Studiowerk „The Canyon“ der Fall), an den juvenilen Übermut, den anno 2003 ewig tolle Songs wie „A Box Full Of Sharp Objects“ (der Brecher), „The Taste Of Ink“ (der hymnische Hit) oder „On My Own“ (die Ballade) versprüht haben, kommen Bert McCracken und seine drei Thirtysomething-Bandkumpane jedoch kaum mehr heran.

Natürlich macht das nichts, denn uns bleiben tausend Erinnerungen – und ein noch immer großartiges Debütalbum für alle „Nachfahren der Genration X“ (plattentests.de).

 

 

„it’s our time to shine through the down
glorified by what is ours
we’ve fallen in love..
we fall in love..
it was the best idea i ever had

today i fell and felt better
just knowing this matters,
i just feel stronger.. and sharper!
i found a box of sharp objects, what a beautiful thing

today i fell and felt better
just knowing this matters,
i just feel stronger.. and sharper!
i found a box of sharp objects, what a beautiful thing

today i fell and felt better
just knowing this matters,
i just feel stronger.. and sharper!
i found a box of sharp objects, what a beautiful thing

do you want a song of glory?
well i’m fucking screaming at you

it’s our time to shine through the down
glorified by what is ours
we’ve fallen in love..
we fall in love..
it was the best idea i ever had

today i fell, it felt better
just knowing this matters,
i just feel stronger.. and sharper!
i found a box of sharp objects, what a beautiful thing…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Fall Out Boy – „I Don’t Care“


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Fair enough, es gibt sicherlich vielerlei Gründe, Fall Out Boy scheiße zu finden. Also: so richtig scheiße. Wegen ihrer Musik etwa. So bewegt sich das Poppunk-Quartett aus  Wilmette, Illinois seit seiner Rückkehr aus einer längeren Bandpause im Jahr 2013 kontinuierlich in Mainstream-Electropop-Gefilde, die ihren Songs lediglich eines verleihen: Belanglosigkeit. Oder wegen der Klatschspalten-Aufritte von Bassist Pete Wentz, der um 2006 herum Pop-Sternchen Ashlee Simpson (ja, die kleine Schwester von Jessica) datete und somit irgendwie – ob nun gewollt oder nicht – zum Gesicht der Band mutierte. Oder den feisten Emo-College-Rock-Look der Anfangstage, welcher – etwa eineinhalb Dekaden später – kaum besser gealtert sein dürfte als MySpace, StudiVZ und Co. Ja, man darf Fall Out Boy ungeniert scheiße finden…

Andererseits darf man – zumindest ist es bei mir so – auch ebenso ungeniert zugeben, dass zumindest die ersten vier Alben von Patrick Stump, Pete Wentz, Joe Trohman und Andy Hurley über den ein oder anderen richtig guten und nicht selten verdammt clever komponierten Popsong verfügen und vor allem „From Under The Cork Tree“ und „Infinity On High“ auch zwölf beziehungsweise zehn Jahre nach Erscheinen als Alben noch über die meisten Zweifel erhaben sind – was der Band, welche zumeist in den selben kajalnen Emopop-Topf wie My Chemical Romance oder Panic! At The Disco geschmissen wird, in ebenjenem eine gewisse Ausnahmestellung verleiht. Dass mich Patrick Stumps ebenso prägnante wie tolle Stimme immer wieder kriegt? Dass Pete Wentz‘ Texte – zumindest auf den Alben bis zum 2008 erschienene „Folie à Deux“ – richtig gut sind? Gebe ich gern zu. Emo hin oder her – ein guter Popsong ist ein guter Popsong ist ein guter Popsong. Wenn man denn so will, sind Fall Out Boy eines meiner musikalischen Guilty Pleasures

 

Ganz vorn dabei im Rennen um den wohl eingängigsten und besten Fall Out Boy-Ohrwurm ist definitiv „I Don’t Care“ (vom Album „Folie à Deux“). Hier als Musikvideo zu sehen…

 

…und in der Akustik-Version zu hören:

 

„Say my name, and his in the same breath
I dare you to say they taste the same
Let the leaves fall off in the summer
And let December glow in flames

Erase myself and let go
Start it over again in Mexico
These friends, they don’t love you
They just love the hotel suites, now

I don’t care what you think
As long as it’s about me
The best of us can find happiness in misery
I don’t care what you think
As long as it’s about me
The best of us can find happiness in misery

Oh, take a chance, let your body get a tolerance
I’m not a chance, but a heat wave in your pants
Pull a breath like another cigarette
Pawn shop heart trading up, said no

I’m the oracle in my chest
Let the guitar scream like a fascist
Sweat it out, shut your mouth
Free love on the streets, but
In the alley it ain’t that cheap now

I don’t care what you think
As long as it’s about me
The best of us can find happiness in misery
I don’t care what you think
As long as it’s about me
The best of us can find happiness in misery

Said-a, I don’t care just a-what you think
As long as it’s about me, you said-a
I don’t care just what you think
As long as it’s about me, you said-a
I don’t care (I don’t care)
You said I don’t care (I don’t care)
Said I don’t care, I don’t care
I don’t care (I don’t care), I said-a, I don’t care

I don’t care what you think
As long as it’s about me
The best of us can find happiness in misery
I don’t care what you think
As long as it’s about me
The best of us can find happiness in misery“

 

Rock and Roll.

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