Schlagwort-Archive: Electro

Song des Tages: Portugal. The Man – „Don’t Look Back In Anger“


Portugal_The_Man_News_Press_Picture_3301_BINARY_465732-992x560

Wer sein neustes Werk „Woodstock“ nennt, der sollte damit rechnen, dass dem Gegenüber dabei auch so einige Assoziationen durch die Hirnrinde schießen – welche im Fall von Portugal. The Man durchaus enttäuscht werden.

Denn so richtig politisch ist das achte Album der US-Indierock-Band nicht. Eher: Hipper Hipster-Electro-Soul-Rockpop, der die Blumen nicht (mehr) im Haar trägt, sondern die bunt beschienene Tanzfläche damit ausschmückt, und die Faust nicht wutentbrannt gen Firmament, sondern freudig tanzend gen Diskokugel reckt. Vielmehr entstammt der Titel des neusten Studiowerkes (dem ersten seit „Evil Friends“ von vor vier Jahren) einer Konversation von Heliumstimmen-Frontmann John Gourley mit dessen Vater, der damals, 1969, beim legendären Musikfestival mit dabei gewesen sein soll.

Und diejenigen, die die Karriere von Alaskas Finest seit den Anfängen vor über zehn Jahren (das Debüt „Waiter: ‚You Vultures!‘“ erschien 2006) stetig mitverfolgen, dürften wissen, dass gerade Portugal. The Man eine Band sind, die sich stetigem Wandel unterwirft. Da werden sowohl munter Bandmitglieder getauscht wie die musikalische Ausrichtung – vom zackigen, Pirouetten schlagenden Frickelrock á la The Mars Volta über verqueren Lagerfeuer-Folk bis hin zu von Danger Mouse produziertem psychedelischem Soul-Pop war bereits alles drin in der tönenden Wundertüte aus Wasilla, Alaska.

portugal-the-man-woodstock-main_image

Und nun eben: Psych-Electro-Soul (die Eröffnungsnummer „Number One„, welche wiederum mit einem beim „Woodstock“-Festival aufgenommen Sample von Richie Havens beginnt), Autotune und Rapeinlagen („Mr. Lonely“ mit LA-Hip Hopper Fat Lip), Neo-Glam („Live In The Moment“), satte Radio- („Feel It Still„) und Modern-Rock-Hits („Easy Tiger“). Mit der teilweise so schön dreckigen Gitarrenmusik der Anfangstage hat all das nur noch wenig zu tun. Pop-Act (im Kleinen) statt Rock-Combo (mit Indie-Cred). Sonnenbeschienene Nachmittags-Festivalbühne statt miefiger Indie-Club. Das darf man schade oder gar scheiße finden, man kann es aber auch begrüßen. Entscheiden Sie selbst…

 

Um ihr neustes Studioalbum „Woodstock“ ausreichend zu promoten, haben Portugal. The Man kürzlich auch Halt in der niederländischen Radioshow „Ekdom in de Ochtend“ (also: „Ekdom am Morgen“ – mit Moderator Gerard Ekdom, welche auf NPO Radio 2 läuft) gemacht. Dort präsentierte die fünfköpfige Band ihre Covervariante des Oasis-Gassenhauers „Don’t Look Back In Anger“ (welcher durch die Ereignisse in Manchester vor wenigen Wochen wieder aus der Versenkung geholt wurde)…

 

…und eine Akustik-Version den neuen Songs „Feel It Still“:

 

Rock and Roll.

Advertisements
Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Maiday – „Wish You’d Met Me First“


Maiday-Wish-Youd-Met-Me-First

Der kundige Hörer von Popmusik weiß hinlänglich, dass vor allem ein einziges Thema Charts wie Hirne dominiert: die Liebe. Das war gestern so, vorgestern, und wird wohlmöglich für alle Zeit so bleiben – von den Beatles bis hin zu Taylor Swift (und darüber hinaus).

Dementsprechend sind die Bilder, die Rachel Moulden, besser bekannt als Maiday (oder „MΔîDΔY“ – es geht nunmal nix über eine gute Hipster-Stilisierung), da mit ihrer neusten Single „Wish You’d Met Me First“ aus dem musikalischen Hut zaubert, eben keine neusten… *hust* „Hüte“: „What if my love runs a river deeper than hers? / Oh, my timing, my timing is my curse / I wish you’d met me first“ – allerlei Herzschmerz und Enttäuschung, weil ihr Boy eben bereits ein anderes Girl an der Hand spazieren führt, und die kann noch nicht einmal so richtig gehasst werden, da sie „beautiful as fuck“ ist… Ach, Jugend, du bittersüße Zeit. Dazu ein wenig Synthies, knackige Beats (aus der Produzentendose von Jimmy Hogarth und ARRWS) und emphatischer Gesang, den man im vergangenen Jahr derart schmachtvoll etwa von Banks gehört hat – fertig ist der fein in die Gehörgänge schleichende Popsong. Klar betritt die Electro-Singer/Songwriterin aus dem englischen Worcestershire (ja, sie mag nach Eigenauskunft die Soße!), die nun in – logisch – East London beheimatet ist, damit kein musikalisches Neuland. Muss sie ja auch nicht. Passt dreieinhalb Minuten lang auch so…

 

Hier gibt’s die Originalversion von „Wish You’d Met Me First“…

 

…und die sehr gelungene Live-Akustik-Variante (die man sich via Soundcloud auch mit ein, zwei Klicks kostenfrei laden kann):

 

„I wish she was a bitch
Someone I could contend with
Somebody you
Just ended up with
But boy, it’s just my luck
She’s beautiful as fuck
And we’d probably be friends
If we should ever meet
I’d have to pretend
I didn’t love her man

I wish you’d met me first
What if my love runs a river deeper than hers?
Oh, my timing, my timing is my curse
I wish you’d met me first
Oh, I wish you’d met me first

It’s not in my interest
To put you to the test
I’d never mess
With your happiness, no, no
So friends is where we’re at
I have to accept that
And smile when you say her name
And ask you how she is
And hug you when you say
You’re having your first kid

I wish you’d met me first…

Maybe in another existence
We’ll be together
But till then I’ll keep my distance
Cause you belong to her

I wish you’d met me first…“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: