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Song des Tages: MOLLY – „Weep, Gently Weep“


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Klar, wer von Tirol hört, der hat wohl zuallererst beeindruckende Bergpanoramen, unendliche Weiten und malerische Postkarten-Naturlandschaften vorm geistigen Auge. Und so mag es einem zugleich passend und widersprüchlich vorkommen, dass sich MOLLY mit den Songs ihres Debütalbums „All That Ever Could Have Been“ ebenda recht passabel einfügen…

DMolly-300x300enn in der Tat könnte diese Melange aus Shoegaze (das Elegische), Dream-Pop (die verträumte Ziellosigkeit und der beinahe schon klischeehaft produzierte Klang) und Post-Rock (die kurzen Ausbrüche), die – wie es bereits auf den ersten EPs und Songs wie „Glimpse„, „As Years Go By“ oder „Sun Sun Sun“ der Fall war – einen gleich an eine ganze Heerschar artverwandter Bands wie Galaxie 500, Slowdive, Low, Beachwood Sparks, Dungen, The Besnard Lakes, M83 oder Sigur Rós (schon allein wegen der Falsettstimme des Sängers!) denken lässt, gut als musikalische Untermalung einer Wanderung durch oder eines Flugs über die Alpen dienen. Soundscapes par excellence. Damit wird das aus Innsbruck stammende Duo aus Lars Andersson (Gesang, Gitarre) und Phillip Dornauer (Schlagzeug, Bass, Synthesizer) logischerweise keine Welten bewegen, lädt allerdings mit seinen Songs, die irgendwo in der Ferne Themen wie die Krisen des Erwachsenwerdens, Vergänglichkeit und Zeit erahnen lassen, zur schönsten Tagträumerei ein…

 

 

Das im Juni erschiene Debütalbum „All That Ever Could Have Been“ gibt es via Bandcamp im Stream:

 

Rock and Roll.

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Von Shoegazer-Langsamkeit und digitaler Schnelllebigkeit – My Bloody Valentine kehren mit „m b v“ zurück…


My Bloody Valentine

Und plötzlich ging’s ganz schnell… Am 25. Dezember 2012 kam via Facebook unvermittelt die Meldung „On 21-12-12 we finished mastering the new album!“, dann gab der Frontmann bei einem vor wenigen Tagen stattgefunden Konzert in London von sich, dass das neue Album „in zwei oder drei Tagen“ erscheinen werde,  was schließlich in der gestrigen Facebook-Meldung „We are preparing to go live with the new album/website this evening. We will make an announcement as soon as its up.“ gipfelte. Klar, so ungewöhnlich sind solche Vorgehensweisen im Grunde nicht, schließlich nutzen auch andere Musiker das Internet zur direkten Distribution ihrer neusten Klangergüsse. Nur: hier handelt es sich um keine geringere Band als My Bloody Valentine, die Säulenheiligen der wahlweise als ‚Dream Pop‘, ‚Noise Pop‘ oder ‚Shoegazing Alternative Rock‘ mit ins Leben gerufenen Musikrichtung(en). Und die irische Band wies bis heute, seit ihrer Gründung im Jahr 1983, gerade einmal zwei (!) Alben in ihrer Diskographie auf. Klar, zwischen 1993 und 2007 lag das Quartett um Frontmann Kevin Shields quasi auf Eis. Nichtsdestotrotz ist es umso höher zu bewerten, dass My Bloody Valentine, nach einigen voran gegangenen Konzerten in den letzten Jahren, jetzt noch – mir nichts, dir nichts – tatsächlich mit einem Nachfolger zum 1991 (!) erschienenen Shoegaze-Meilenstein „Loveless“ mit der Tür ins digitale Haus fallen.

Auf ihrer Webseite kann man „m b v“ wahlweise als 180-Gramm-Vinyl, CD (beides soll um den 22. Februar herum verschickt werden) und/oder digitalen Download (dieser ist sofort erhältlich) direkt von der Band beziehen – eine fanfreundliche Aktion, die man jedoch gleichsam als provokant erhobenen Mittelfinger in Richtung der dröge vor sich dahinsiechenden Plattenindustrie werten kann.

Wer sich das dritte Werk von My Bloody Valentine, welches sich mit den Jahren zum “ ‚Chinese Democracy‘ der Shoegazer“ entwickelte, vorab zu Gemüte führen mag, hat dazu auf der Youtube-Seite der Band Gelegenheit.

Und während sich alle – Musikindustrie, Musikpresse, Blogger, Fans… – an diesem Sonntagmorgen noch verschlafen bis verwundert die Augen reiben, während Hornbrillen tragende Musiknerds sich noch immer darüber die Köpfe zerbrechen, ob nun „Loveless“ oder das 1988 erschiene Debüt „Isn’t Anything“ das bisher beste Album der Band sei, machen My Bloody Valentine nach über 20 Jahren nun endlich wieder mit neuen „Songs“ (obwohl diese Bezeichnung die vorliegenden neun Stücke höchst unzulänglich beschreibt) von sich Reden. Schöner die Gitarren nie flirrten…

m b v

My Bloody Valentine – „m b v“

01. She Found Now
02. Only Tomorrow
03. Who Sees You
04. Is This And Yes
05. If A Am
06. New You
07. In Another Way
08. Nothing Is
09. Wonder 2

 

Rock and Roll.

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