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Jay-Z, Bruce Springsteen, Led Zeppelin & Co. – die Mär vom „schwierigen zweiten Album“ in der Statistik


second album

Es ist wahrlich eine unendliche Geschichte: Nach dem großen Erfolg mit dem Debütalbum erweisen sich die Aufnahmen für den Nachfolger als wochenlanger, schließlich der Öffentlichkeit verschwiegener Krampf. Dann kommt die LP auf den Markt und es passiert, was passieren musste: die gerade erst gewonnene Fangemeinde ist massiv enttäuscht und Kritiker drohen – gewohnt kritisch – mit Liebesentzug.

Okay, Fans diskutieren bis heute mit großer Leidenschaft, ob nun „Definitely Maybe“ oder „(What’s The Story) Morning Glory?“ die bessere Oasis-Platte ist – und, glaubt man der Kritik, so haben es Coldplay geschafft, mit „A Rush Of Blood To The Head“ ein wesentlich besseres Album als noch den Erstling „Parachutes“ vorzulegen. Aber dass es so etwas wie ein „Difficult Second Album Syndrome“ gibt, würden die wenigsten bestreiten wollen – zu viele offensichtliche Beispiele hierfür haben sich in den letzten Jahrzehnten angesammelt…

Statistikfreaks haben sich die Mühe gemacht und Bewertungen verschiedener Musikmagazine für das erste und zweite Album in einer Studie miteinander verglichen. Dabei erhielten sie tatsächlich die Gewissheit, dass die schwierige zweite Platte keineswegs ein Mythos ist.

Achtzig (mehr oder minder) bekannte Longplayer von populären Künstlern und Bands wurden hierfür miteinander verglichen – und im Fall von The Jimi Hendrix Experience, Bruce Springsteen, Pearl Jam, Bon Iver oder Lynyrd Skynyrd ließen sich kaum Veränderungen ablesen. Bands wie die Talking Heads, Run DMC oder Beastie Boys und Künstler wie Madonna oder Kanye West schafften mit ihrem Zweitwerk sogar eine Steigerung ihres „Ergebnisses“.

Für mehr als 27 Künstler konnten die Autoren der Studie allerdings nachweisen, dass ihre zweite LP deutlich schlechter bewertet wurde als das Debütalbum, darunter The Who, Guns ‚N Roses, The Strokes und vor allem Jay-Z. Bei einem (Meta-)Bewertungsspektrum von 100 Punkten erhält dessen Albumdebüt „Reasonable Doubt“ noch die volle 100er-Punktzahl, während „In My Lifetime Vol. 1“ auf den vergleichsweise erschütternden Wert von gerade einmal 63 Punkten kommt… Ein Fest für streitwillige Musikfreunde und Statistikfreaks!

Hier gibt’s die Auswertung.

 

Rock and Roll.

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