Schlagwort-Archive: Death Cab For Cutie

Song des Tages: Ben Gibbard – „Filler“


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Ben Gibbard, hauptamtlich Frontmann der Indiepopper von Death Cab For Cutie, nimmt sich einen Song der wegweisenden US-Hardcore-Punk-Band Minor Threat vor – auf dem Klavier!

Gibbard sagt: „Ich habe den Song nur ein Mal bei einer Soloshow in D.C. in 2012 gecovert. Jetzt hatte ich das Gefühl, ihn aufzunehmen und zu teilen. Viel Spaß!“

Der 42-jährige Musiker, der zuletzt auch solo mit dem Teenage-Fanclub-Coveralbum „Bandwagonesque“ auf Neuinterpretationspfaden wandelte (während das bislang jüngste Death Cab For Cutie-Werk „Thank You For Today“ im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde), hat eine ruhige, dreiminütige Piano-Version aus dem eigentlich nur 94 Sekunden langen Minor Threat-Song gemacht, die mit dem Original, anno 1981 auf der EP gleichen Titels erschienen, eigentlich kaum mehr als den Text (aus der Feder des großen Ian MacKaye) gemein hat – der jedoch hat es mit Zeilen wie „You call it religion / You’re full of shit“ auch bei Ben Gibbard immer noch in sich…

 

 

„What happened to you?
You’re not the same
Something in your head
Made a violent change

It’s in your head
It’s in your head
It’s in your head
Filler

You call it religion
You’re full of shit

Was she really worth it?
She cost you your life
You’ll never leave her side
She’s gonna be your wife

You call it romance
You’re full of shit

Your brain is clay
What’s going on? You picked up a bible
And now you’re gone

You call it religion
You’re full of shit
Filler“

 

Rock and Roll.

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Auf ein Neues – „So this is the new year…“


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Natürlich hätte dem voraussehbaren Anlass auch Gisbert zu Knyphausens „Neues Jahr“ ausgezeichnet zu Gesicht gestanden. Aber wenn man(n) schon einmal eine jahrelange Tradition etabliert hat – warum sollte man denn ausgerechnet jetzt (erneut) damit brechen? Denn also: same procedure as every yearDeath Cab For Cuties 15 Lenze junger Jahresanfangseinläutungsevergreen „The New Year“ eröffnet auch im frisch geschlüpften 2019 auf ANEWFRIEND (dieser bescheidene Blog feierte gestern übrigens sein nunmehr 7. digitales Wiegenfest) ganz traditionell die kommenden zwölf musikalischen Monate. Bleibt gesund und ganz ihr selbst – und schaut ab und an mal hier vorbei…

 

 

“So this is the new year
And I don’t feel any different
The clanking of crystal
Explosions off in the distance (in the distance)

So this is the new year
And I have no resolutions
For self assigned penance
For problems with easy solutions

So everybody put your best suit or dress on
Let’s make believe that we are wealthy for just this once
Lighting firecrackers off on the front lawn
As thirty dialogs bleed into one

I wish the world was flat like the old days
Then I could travel just by folding a map
No more airplanes, or speed trains, or freeways
There’d be no distance that could hold us back

There’d be no distance that could hold us back…

So this is the new year…”

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: The Lion and the Wolf – „Symptoms“


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„Es ist nicht leicht, heutzutage für irgendetwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Alles ist voller Müll. Zweifelhafte Jugendliche mit zweifelhaften Inhalten erreichen über YouTube & Co. in wenigen Sekunden hunderttausende Menschen und drehen ihnen Schwachsinn an. Deine Timelines sind täglich voll mit dem nächstem Hype-Act, von dem man zwei Monate nach der Album-Veröffentlichung nie wieder etwas hört. Deine Freunde nehmen ironisch an Quatsch-Veranstaltungen teil, dein Streaming-Account schlägt dir immer nur die Bands vor, die dir eh seit Wochen per targeted-sponsored-Post um die Ohren gehauen werden.“

Weise einleitende Worte, die sein deutsches Label Grand Hotel van Cleef da im Vorstellungstext für Tom George wählt. Worte, die man so – oder zumindest so ähnlich – auch hier auf diesem bescheidenen Blog bereits dutzende Male gelesen haben dürfte. Weil sie nur allzu wahr sind…

Andererseits: Wenn sich selbst da kaum ein Alleinstellungsmerkmal ergibt – wo dann, bitte? Immerhin kann einer wie der bärtige Brite, der einst seinen Job schmiss und die heimatliche Abgeschiedenheit der Isle Of Wight verließ, um sein Glück im quirligen London zu suchen, sich nicht eben blank auf seine Abrissbirne schwingen, um seiner Musik zu mehr Publicity zu verhelfen. Und auch (Voll)Bart tragende Akustikgitarren-Troubadoure gibt es im Zweifel wie Sand am Bon-Iver-Strand… Was also macht The Lion and the Wolf aus?

R-9268908-1477685364-7524Nun, der Großteil der Songs der bisherigen beiden Alben „Symptoms“ (2014 noch im Alleingang fertiggestellt und vertrieben) und „The Cardiac Hotel“ (zwei Jahre darauf beim Grand Hotel van Cleef erschienen) überzeugt mit (s)einer fast schon sakralen Schlichtheit, die auf dem Debütalbum kaum mehr benötigt als die bereits erwähnte Akustikgitarre, während sich ab und an mal ein Klavier, eine zweite, weibliche Stimme oder Streicher ins Klangbild schieben – man ist bei so viel fragiler Folk-Melancholie nahe dran, dem Briten einen Gig in der nächsttollsten Kirche zu organisieren…

Und auch die Tatsache, dass sich Tom George beim zweiten Album „The Cardiac Hotel“ etwas Bandunterstützung (bis hin zu Bläsern) gesucht hat, um seinen Stücken ein klein wenig mehr Zug und Indiepop-Appeal zu verleihen, wird an den Vergleichen, welche von allseits beliebten wie unvermeidlichen Singer/Songwriter-Paten wie Bon Iver, William Fitzsimmons oder Elliott Smith bis hin zu Jeff Buckley (hallende E-Gitarren!), Bright Eyes, Get Well Soon (die opulenteren Momente) oder Death Cab For Cutie (das charmant-ungenierte „I Will Follow You Into The Dark“-Ripoff im Song „The Pinching Point“ – es entbehrt kaum einer gewissen Selbstironie, dass George ebenjenes DCfC-Stück bei derselben Live Session auch gleich noch gecovert hat) reichen, wenig ändern. Warum auch? Tom George schreibt Songs, deren Geschichten (etwa die über die Krankheit seines Vaters in „My Father’s Eyes„) sich ebenso wenig aufdrängen wie die Melodien. Man muss schon genau(er) hinhören, sich Zeit nehmen und sich auf Georges Stücke einlassen. Wer genau das jedoch tut, wird belohnt. Dafür stehen wohl auch die Indie-Damen und Herren vom Grand Hotel van Cleef mit ihrem guten Label-Namen…

 

Das Debütalbum von The Lion and the Wolf findet man via Bandcamp im Stream sowie – auf Wunsch – als „Name your price“-Download fürs heimische Abspielgerät:

 

Und das neuste, vor wenigen Tagen veröffentlichte Stück von The Lion and the Wolf hat sich die weiter oben geäußerte Kopfkino-Idee vom Kirchen-Gastspiel wohl zu Herzen genommen und – mit etwas sakralem Hall und viel Gospel-Feeling in der Hinterhand – festgestellt: „The Church Never Sleeps“…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Death Cab For Cutie – „The New Year“


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Natürlich hätte dem voraussehbaren Anlass auch Gisbert zu Knyphausens „Neues Jahr“ ausgezeichnet zu Gesicht gestanden. Aber wenn man(n) schon einmal eine jahrelange Tradition etabliert hat – warum sollte man denn ausgerechnet jetzt damit brechen? Denn also: same procedure as every yearDeath Cab For Cuties beinahe zwölf Lenze junger Jahresanfangseinläutungsevergreen „The New Year“ eröffnet auch im frisch geschlüpften 2016 auf ANEWFRIEND ganz traditionell die kommenden zwölf musikalischen Monate. Bleibt gesund und ganz ihr selbst – und schaut ab und an mal hier vorbei…

 

 

 

“So this is the new year
And I don’t feel any different
The clanking of crystal
Explosions off in the distance (in the distance)

So this is the new year
And I have no resolutions
For self assigned penance
For problems with easy solutions

So everybody put your best suit or dress on
Let’s make believe that we are wealthy for just this once
Lighting firecrackers off on the front lawn
As thirty dialogs bleed into one

I wish the world was flat like the old days
Then I could travel just by folding a map
No more airplanes, or speed trains, or freeways
There’d be no distance that could hold us back

There’d be no distance that could hold us back…

So this is the new year…”

 

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Death Cab For Cutie – Kintsugi (2015)

death-cab-for-cutie-kintsugi-album-cover-2015-erschienen bei Atlantic/Warner-

Merke: Kintsugi ist eine traditionelle japanische Reperaturmethodik für zerbrochenes Porzellan und Keramik. Mit einem speziellen Lack werden die einzelnen Scherben und Bruchstücke wieder zusammengefügt, verlorengegangene Teile durch eine Kittmasse ersetzt, in die Gold-, Silber- oder Platinpulver eingearbeitet sind. Makel werden hervorgehoben, anstatt sie zu verstecken oder zu übertünchen, und machen das Ganze nur umso besonderer.

Klar könnte man im ersten Moment den Eindruck bekommen, dass Frontmann Ben Gibbard und seine Mitstreiter von Death Cab For Cutie daran interessiert wären, dem geneigten Hörer die eigenen Fremdwortkenntnisse, die sie sich eventuell im Internet oder auf einer ihrer unzähligen Touren der fast schon zwanzigjährigen Bandgeschichte angeeignet haben, unter die Nase zu reiben, oder dem Fan augenzwinkernd den neusten Zungenbrecher als Titel ihres nunmehr achten Studioalbums präsentieren. So weit, so falsch.

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Denn vor allem im Leben von Benjamin Gibbard dürfte sich in den letzten Jahren so Vieles angefühlt haben wie ein trauriger Spaziergang über einen Haufen bunter Scherben. Da wäre zum einen das Ende seiner Ehe mit dem schauspielernden und singenden „Indie-It-Girl“ Zooey Deschanel im November 2011 – wenige Sommer lang galten beide als das Traumpaar des US-Indierocks, plötzlich war es aus. Und wäre der private Katzenjammer nicht schon genug für den einerseits stillen, jedoch stets kreativ umtriebigen und politisch engagierten 38-Jährigen, stand im vergangenen August, mitten im Entstehungsprozess des neuen Albums seiner (Haupt-)Band, die nächste Hiobsbotschaft ins Haus: Chris Walla, seit den Anfangstagen von Death Cab For Cutie in den Neunzigern Hauptgitarrist, musikalischer Kompass und Albumproduzent in Personalunion, verkündete, dass er die Band verlassen werde, um sich fortan voll aufs Produzieren anderer Künstler sowie eigener Projekte zu konzentrieren. Meint: Ausgerechnet der Mann, mit dem Gibbard 17 Jahre lang allerlei Evergreens wie „Title And Registration“, „Soul Meets Body“, „A Movie Script Ending“ oder „I Will Possess Your Heart“ (die Liste könnte beliebig lang fortgesetzt werden) unters Hörervolk brachte, sollte nun nicht länger Teil von Death Cab For Cutie sein. Ob Gibbard, Nick Harmer (Bass) und Jason McGerr (Schlagzeug) das Ganze auch als Trio wuppen können?

Zumindest „Kintsugi“ wird auf diese Frage (noch) keine Antwort liefern können, denn zumindest als Gitarrist und Klangsucher war Walla noch am Großteil der elf neuen Stücke der Band aus dem US-amerikanischen Bellingham beteiligt. Trotzdem macht sich an vielen Ecken und Enden des Nachfolgers zum 2001 erschienenen siebten Werk „Codes And Keys“ eine merkwürdige Abschiedsstimmung breit, für die bereits die gemächlich ins Feld schleichende, aber bald schon pulsierende Eröffnungsnummer „No Room In Frame“ mit den ersten Worten „I don’t know where to begin / There’s too many things that I can’t remember“ den Grundstein legt. Rein klanglich nehmen Death Cab das ein oder andere Synthie-Experiment des Albumvorgängers mit ins Hier und Jetzt (etwa zu hören in der gelungenen Single „Black Sun“, in „The Ghosts Of Beverly Drive“ oder „Everything’s A Ceiling“), allerdings bewegen sich Gibbard und Co. im Gros erfreulicherweise wieder ein Stückweit mehr hin zum Indiepoprock von deutlich gelungeneren Werken wie „Plans“ oder „Narrow Stairs“. Klar, erstes und oberstes Erkennungsmerkmal der Band bleibt weiterhin das honigsamtene Gesangsorgan ihres Frontmanns, der er versteht, selbst traurig-schöne Zeilen wie „There is fear in the eyes of your father / And there is ‚yours‘ and there is ‚mine'“ („Black Sun“) strahlen zu lassen. Dazwischen gibt’s so ziemlich alles, wofür man Death Cab bereits in der Vergangenheit lieben konnte: die ein oder andere Uptempo-Nummer („The Ghosts Of Beverly Drive“), kleine Akustiknummern („Hold No Guns“), die freilich nie und nimmer einem Bandklassiker wie „I Will Follow You Into The Dark“ das qualitative Wasser reichen können, tollen Indiepop, der hängen bleibt („Little Wanderer“, das vom unsteten Leben in einer Fernbeziehung berichtet) sowie das ein oder andere gewagte Experiment – so flirtet „Good Help (Is Hard To Find)“ tatsächlich gut viereinhalb Minuten lang mit dem Disco-Funk. Mit dem Pianorausschmiss „Binary Sea“ ist nach einer Dreiviertelstunde alles schon wieder vorbei.

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Was also wird „Kintsugi“ am Ende in der Bandbiografie von Death Cab For Cutie darstellen? Nun zunächst einmal ist es das erste Werk, für das sich die zum Trio geschrumpfte Band mit Rich Costey (u.a. Muse, Audioslave, Interpol) einen Produzenten von Außerhalb ins Studio holte, da Chris Walla wohl für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung stand. Und erfreulicherweise bleibt doch die ein oder andere Nummer mehr hängen als noch beim Vorgänger „Codes And Keys“ oder Ben Gibbards 2012 erschienenem Solodebüt „Former Lives„. Klar, an Alben wie „Transatlanticism“ oder „Plans„, selbst an „Narrow Stairs„, reicht „Kintsugi“ in Gänze nicht heran. Der Hausfreund der Band, welche einst, zu seligen „O.C. California“-Zeiten die Liebste der Serienfigur Seth Cohen war, bekommt mit Gibbards inngewandter Herzschmerz-Lyrik und allerlei feinen Indiepoprock-Melodien all das, was er sucht. Und auch, wenn „Kintsugi“ im Grunde erneut ein Album ohne Death Cab’sche Totalausfälle ist, wird sich erst mit dem kommenden Weg zeigen, wie die bandinternen Weichen für die Zukunft gestellt sind…

 

 

Hier gibt’s das Musikvideo zur Single „Black Sun“…

 

sowie mit der Eröffnungsnummer „No Room In Frame“, „The Ghosts Of Beverly Drive“ und „Little Wanderer“ noch weitere Hörbeispiele aus dem achten Death Cab-Album:

 

Rock and Roll.

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