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Für die Harten, für die Zarten – Das neue Nine Inch Nails-Album „Hesitation Marks“ im Stream, die Proben als kostenloser Download…


Foto: SPIN

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Mal hin, mal her – aber am Ende war einem doch irgendwie klar, dass Trent Reznor es bei allem Erfolg und aller Anerkennung als Soundtrack-Komponist nie auf Dauer ohne seine Herzensband Nine Inch Nails aushalten würde… Und so wird mit „Hesitation Marks“ am kommenden Freitag das achte Studioalbum der stets wegweisenden US-Industrialrocker in die (bundesdeutschen) Plattenregale wandern.

Auf der Seite des britischen Guardian kann man das neuste Werk von Reznor & Co. nun bereits in Gänze im Stream hören, weiter unten bekommen Gelegenheitshörer kurze 90-Sekunden-Eindrücke der 14 neuen Stücke. Erster Eindruck: Freunde des mittlerweile 24 (!) Jahre jungen Debüts „Pretty Hate Machine“ kommen dabei ebenso auf ihre Kosten wie jene der letzten Klangästhetik- fingerübungen (wie dem Mammutwerk „Ghosts I-IV“ von 2008). Der noch immer visionäre Frontmann setzt einmal mehr klare klangliche Maßstäbe (und bietet das Album für Sound- fetischisten etwa in einer „Audiophile Mastered Version“ an), kontert eingängige, beinahe poppige Strukturen mit Soundloops, harten Riffs und atmosphärischen Endlosschleifen. „Hesitation Marks“ ist also keinesfalls eine Neuerfindung des Nine Inch Nails-Bandrads, und kann im Vergleich zu ewigen Großtaten wie „The Downward Spiral“ oder – gerade – „The Fragile“ eigentlich auch nur verlieren. Aber Freunde der Ranglisten und Einordnungen sind bei Trent Reznor und den Nine Inch Nails eh seit jeher am falschen Platz…

Und: Es kommt sogar noch besser, denn Reznor setzt seine seit einiger Zeit gehegte Freude am Teilen mit Fans und Hörern nun fort und verschenkt einen gut zweistündigen Mitschnitt der Bandproben. Unter den 26 (!) zu hörenden Songs befinden sich ebenso Favoriten und Setlist-Klassiker wie „Hurt“, „March Of The Pigs“, „Head Like A Hole“ oder „The Hand That Feeds“ wie neue Stücke wie „Copy Of A“ oder „Came Back Haunted“ – in bester Soundqualität, selbstverständlich. Wer also schon immer mal ein Ohr in den Proberaum der Band stecken wollte, der sollte zugreifen!

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Hier kann man also für jeweils 90 Sekunden in alle Songs von „Hestitation Marks“ hinein hören…

 

…und sich noch einmal das von Kultregisseur David Lynch – selbstredend höchst weird – in Szene gesetzte Video zu „Came Back Haunted“ zu Gemüte führen:

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Videoneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Nine Inch Nails – Came Back Haunted

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„Came Back Haunted“, der erste Song aus dem am 3. September erscheinenden neunen Nine Inch Nails-Album „Hesitation Marks“ hat nun auch ein amtliches Musikvideo bekommen. Und Regie führte hier kein Geringerer als David Lynch, mit dem NIN-Frontmann Trent Reznor bereits seit den Neunzigern befreundet ist. Kein Wunder also, dass man bei den verstörenden Bildern an selige „Lost Highway“- oder „Twin Peaks“-Zeiten denken muss…

 

 

 

Yeah Yeah Yeahs – Despair

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Einmal ein Musikvideo auf dem des Empire State Building drehen – davon träumen wohl viele Künstler… Für Karen O, Nick Zinner und Brian Chase, unter dem Bandnamen Yeah Yeah Yeahs seit Jahren wohl eine der musikalischen New Yorker Vertonungsinstitutionen, wurde dieser Traum – übrigens als erste Band überhaupt – nun Wirklichkeit. Im Video zu „Despair“, der nächsten Single des aktuellen Albums „Mosquito„, folgt Regisseur Patrick Daughters der Band vom der diskokugelbeschienenen Club über Subwayfahrten bis aufs Dach des Empire State Buildings, wo die Yeah Yeah Yeahs ihrem melancholischen Song den euphorisch betanzten Ausklang geben. Schöne Bilder, schöner Song.

 

 

 

Stars – Hold On When You Get Love And Let Go When You Give It 

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Nicht weniger Lebensfreude dürfte auch der neuste Videobeitrag der kanadischen Indiepopper Stars versprühen. In „Hold On When You Get Love And Let Go When You Give It“, welches vom im vergangenen Oktober erschienenen Album „The North“ stammt, ist eine Menge Dragqueens bei den Vorbereitungen für eine Modenschau zu sehen. I’m easy like Sunday morning…

 

 

 

Dear Reader – Took Them Away

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Südafrika stand ja in den vergangenen Tagen und Wochen mehr als einmal im Fokus der medialen Weltöffentlichkeit – Stichwort: Oscar Pistorius, Stichwort: Nelson Mandela, Stichwort: Staatsbesuch von Barack Obama. Wer mehr über die Geschichte und das Lebensgefühl des Landes am südlichen Ende des afrikanischen Kontinents erfahren möchte, der sollte sich „Rivonia„, das aktuelle Album von Dear Reader, zu Gemüte führen. Darin spürt Frontfrau Cherilyn MacNeil, welche wiederum seit Jahren in Berlin lebt, den Geschichten und Traditionen ihrer südafrikanischen Heimat nach – und das hört und fühlt man auf dem durchaus tollen und faszinierenden Album dann auch, im besten Sinne…

Zu „Took Them Away“, laut MacNeil der Schlüsselsong auf „Rivonia“, lässt sich seit wenigen nun auch ein Musikvideo im weltweiten Netz finden. Regisseur Rob Savage wird dazu wie folgt zitiert: “The video tells the story of a young girl who misinterprets something she sees and inadvertently causes tragedy to ensue. We wanted the visuals to have a theatrical quality, taking place in a black void representing her over-dramatized view of the events, almost as though the action was taking place on an empty stage.”

 

 

 

Rock and Roll.

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Flimmerstunde – Teil 15


Who Killed Marilyn? (2011)

Geplagt von einer Schreibblockade kehrt der erfolgreiche französische Krimiautor David Rousseau (Jean-Paul Rouve) in die alte Heimat inmitten der schneeverwehten Einöde zurück, denn (s)ein wohlhabender Onkel ist gestorben. Aus der reichen Erbschaft wird jedoch nichts, mehr als ein ausgestopfter Bernhardiner ist für ihn nicht drin, und so will er gleich wieder abreisen. Dann erfährt er jedoch, dass die lokale Berühmtheit Candice Lecoeur (Sophie Quinton) tot aufgefunden wurde und wittert inspirierenden Stoff für einen neuen Roman. Also bezieht er ein Zimmer im Hotel „Zur Schneeflocke“ in Candice‘ Heimatkaff Mouthe, in welchem ständig Strom und Heizung ausfallen und ihm die junge Empfangsdame trotz der kalten Jahreszeit in verrucht schwarzen, knappen Kleidern hinterher schmachtet. Rousseau hat jedoch nur Augen für Candice, denn die eiligst beendeten Ermittlungen zum Fall mit dem Abschluss „Selbstmord“ scheinen ihm doch ein wenig fadenscheinig. Und schon bald merkt er, der bei seinen Nachforschungen auf eine Mauer aus provinzieller Sensationslust, Gutgläubigkeit und Ablehnung stößt, dass beinahe jeder der nicht einmal 1000 Dorfbewohner, der mit der jungen, attraktiven Frau zu tun hatte, ein Motiv für den (möglichen) Mord zu haben scheint. Mit einer Mischung aus Aufdringlichkeit und Beharrlichkeit dringt er anhand von Candice Tagebüchern und der Mithilfe des aufstrebenden jungen Brigadiers Leloup (Guillaume Gouix) immer tiefer in die Lebensgeschichte und seelischen Abgründe der Martine Langevin, so Candice‘ bürgerlicher Name, vor und ergründet, wie das wasserstoffblonde Vamp, das als Gesicht der lokalen Käsemarke und als Fernsehwetterfee schnelle Berühmtheit erlangte und nicht wenigen Männern die Köpfe verdrehte, als wunderschön-steifgefrohrene Leiche in der schneebedeckten Einöde landen konnte. Steckt mehr hinter Candice‘ Marilyn Monroe-Besessenheit als der gemeinsame Geburtstag und die Parallelen in beider Leben? Wer war die in Natura brünette Dorfschönheit wirklich? Und wer trachtet nun auch dem Kriminalautor selbst nach dem Leben?

Who Killed Marilyn?“ (franz. Originaltitel: „Poupoupidou“ – jener Laut, welchem Monroe im Song „I Wanna Be Loved By You“ macht) ist keineswegs die Aufarbeitung des Todes der Hollywood-Ikone (nachdem kürzlich in „My Week With Marilyn“ bereits ihr nicht minder tragisches Dasein beleuchtet wurde), sondern die gelungene französische Antwort auf David Lynchs „Twin Peaks“ und enthält immer wieder eindeutige Verweise Agent Dale Cooper und seine fanatische Jagd nach dem Mörder der verführerischen Laura Palmer – nur wird von Regisseut Gérald Hustache-Mathieu in „Who Killed Marilyn?“ die surreale Dunkelheit durch eine schneehelle französische Lakonie ersetzt, wie sie wohl nur in der Arschkälte des Juragebirges (im Ort Mouthe wurde mit -41 °C im Jahr 1985 die tiefste jemals in Frankreich gemessene Temperatur registriert) unweit der schweizerischen Grenze vorkommt. Gleichzeitig warten die etwa 100 Minuten mit vielen Querverweisen auf das auf ähnlich tragische Weise jäh beendete Leben der Marilyn Monroe auf und lassen den kundigen Zuschauer bis zur Aufklärung (welche am Ende nur mässig überrascht) anhand von Rückblenden selbst auf Spurensuche gehen. Nichtsdestotrotz weiß die ungewöhnliche Kriminalkomödie – auch aufgrund der überzeugenden Hauptdarsteller Jean-Paul Rouve und Sophie Quinton sowie des ausgezeichneten Soundtracks – zu unterhalten und zeigt, dass Frankreich auch in diesem Genre auf internationalem Niveau mitzuspielen versteht.

 

 

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