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Song des Tages: Dizzy – „Joshua“


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Die digital recht Geheimtipp-sachkundigen Damen- und Herrschaften von plattentests.de meinten letztens, Dizzy klängen, „als würde Julien Baker bei Beach House singen. Oder so.“  Spleenige Chill-out-Melancholie also? Hm… irgendwie bringt das die ersten Songs des jungen Quartetts aus dem kanadischen Oshawa, Ontario ganz gut auf den Punkt. Oder wie der Pressetext nun meint:

https---images.genius.com-d06461e778d0245d049ed5d241240139.1000x1000x1„Jede musikalische Geschichte, die sich um ein paar Freunde aus den kanadischen Suburbs dreht, kann gar nicht schlecht enden: Dizzy sind die drei Brüder Charlie, Alex und Mackenzie Spencer und deren Schulfreundin Katie Munshaw, gemeinsam drehen sie die Coming of Age-Story der Dorfis um, um zu berichten, wie viel Positives sie aus der High School Zeit – traditionell eher als undankbarste Umgebung für Teenager verschrien – mitgenommen haben. ‚Dass ich Musik mache, lag schon immer an meiner emotionalen Überempfindlichkeit gegenüber allem. Wenn du so eng auf so vielen Leuten hockst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis du auf die Leute triffst, die dich genug verstören, um Songs über sie zu schreiben‘, fasst Sängerin Katie zusammen.“

Mit dem feinen „Joshua“ präsentierten Dizzy vor wenigen Tagen einen weiteren Vorboten aus dem am 17. August erscheinenden, von Damian Taylor (Arcade Fire, Björk, The Killers) produzierten Debütalbum „Baby Teeth„. Schenkt man Katie Munshaw Glauben, so ist der Song ihr „Lebewohl an eine Person, die unerwartet aus meinem Leben verschwunden ist“. Und hüllt für knapp vier Minuten fein perlendes E-Gitarren-Picking in Elektro-Beats und eine Stimme wie Stimmung, bei der nicht nur bereits erwähnte Julien Baker, sondern viel eher auch Daughter-Frontsirene Elena Tonra, ähnlich gelagerte Galore-Melancholikerinnen wie Hannah Reid (London Grammar) oder – meinetwegen – auch sich stets juvenil frei fliegende Gesangsvögelchen wie Lorde nicht ganz fern scheinen. Solle man in Auge und Ohr behalten, diese junge Band…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Twin Oaks – „Eighteen Minutes“


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Wer den Schnellschuss im Assoziationsurteil bevorzugt, und lediglich den vorzüglichen Song „Eighteen Minutes“ als Grundlage nimmt, der könnte mutmaßen, dass es sich bei Twin Oaks um Wiedergänger von Daughter handelt. Und würde gar nicht mal so falsch liegen, denn auch die Band aus Upland, Kalifornien macht sich – zumindest in diesem Stück, welches von der im vergangenen Jahr erschienenen „Collapse EP“ stammt – typische Daughter’sche Stilmittel zueigen: die ruhige, melancholische Soundbrise zum Einstieg, bevor GitarreSchlagzeugBass Anlauf nehmen und den Song gegen Ende in einen amtlichen, urplötzlich verebbenden Shoegaze-Klangorkan verwandeln. Und auch der Stimme von Twin-Oaks-Frontfrau Lauren Brown kann man nicht ganz absprechen, wie Elena Tonras sister from another mister zu klingen…

a1013610861_10Auch andere Referenzbands wie London Grammar (der elektronischen Unterfütterung mithilfe von Beats und Loops wegen, welche vor allem das 2015 veröffentlichte Twin-Oaks-Album „White Noise“ auszeichneten) oder Lamb (auch von den Folk-meets-Indietronic-Großtaten der britischen Trip-Hop-Koryphäen sind die Kalifornier nie weit entfernt, während Louise „Lou“ Rhodes als weitere stimmliche Schwester zu Lauren Brown nur allzu nahe liegt) lassen beim Twin Oaks’schen Indie-Dreampop eher melancholische Großstadt-Nebelschwaden denn kalifornische Feelgood-Strandatmosphäre vor dem inneren Auge vorbei ziehen. Dass Twin Oaks, die einst als Duo aus Lauren Brown und Aaron Domingo (Gitarren, Keys, Programming) an den Start gingen, mittlerweile jedoch zur vierköpfigen, um Marilyn Beltran (Schlagzeug) und Aroldo Rios (Bass) erweiterten Band angewachsen sind, bei all diesen Assoziationen und – freilich hilfreichen – Referenzen genug interessante Alleinstellungsmerkmale besitzen, dürfte jedem klar sein, der auch der jüngsten „Living Rooms EP“ (welche die Band via Bandcamp zum wahlweise kostenfreien Download anbietet) eine Chance gibt.

(Leider wurde Twin Oaks – gerade im deutschsprachigen Teil des weltweiten Netzes – bislang zu wenig Beachtung geschenkt. Wer mehr zur Band und ihren Ursprüngen wissen mag, der findet hier ein interessantes Interview aus dem Jahr 2016…)

 

 

„Eighteen minutes ago, I was standing in a dark room
Eighteen minutes ago, I was searching for a face I knew
And my hands, they shake
And my mind, it quits
As I look into the sea of overbearing dreams

Eighteen minutes ago, I was searching for something real
Eighteen minutes ago, I was wanting somewhere to feel
And my hands, they shake
And my mind, it quits
As I look into me, I’ll keep searching
Even if it kills me…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Wilsen – „Final“


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Wenn Daughter, das seitens dieses bescheidenen Blogs höchst geschätzte Londoner Trauerweidenrock-Trio, einem eine andere Band ans Hörerherz legt, dann darf (und sollte) man gern das ein oder andere Ohr riskieren. Gerade, wenn es sich bei dieser anderen Band um Wilsen handelt.

Dass ebenjene Band, Wilsen, ausgerechnet von Elena Tonra und Co. wärmstens empfohlen wird, liegt dabei, bei kurzer Google-Suche und näherem Hinhören, geradezu auf der Hand, schließlich spielten Frontfrau Tamsin Wilson und ihre beiden Bandkumpane Drew Arndt und Johnny Simon kürzlich während einiger US-Shows im Vorprogramm von Daughter und bringen nebst identischer Bandkonstellation (Frontdame mit traurigem Blick und kaum mehr Fröhlichkeit, dafür umso mehr Herzwärme in der Stimme) auch viele der anderen Daughter-Trademarks mit: Songs irgendwo im Dickicht zwischen Indierock, Folktronica und Postrock, die ebenso Ruhe wie Unruhe auf schweren Füßen mit sich herum schleppen. Was auf dem 2014 erschienenen Debütalbum „Sirens“ und der im selben Jahr hinterher geschobenen „Magnolia EP“ noch reduzierter daher kam (auch das war ja in den Daughter-Anfangstagen ähnlich), trägt auf Album Nummer zwei, „I Go Missing In My Sleep„, welches am 28. April erscheinen wird und dessen Songs – laut eigener Aussage – „in einem winzigen Apartment“ im heimatlichen Brooklyn entstanden, „kurz vor Morgengrauen, wenn es zu großen Teilen noch still in New York City ist“, nun experimentellere Früchte (wobei der Fokus wohl noch immer auf reduziertem Folk liegt).

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Man höre nur das tolle „Final“ mit Zeilen wie „There is no reason and no rhyme / For those we love and those we bid goodbye“ oder „I wouldn’t dare try / See I know not of life and even less of loss“. Daughter-Faktor? Definitiv vorhanden.

 

Mehr Hörproben vom neuen Album der New Yorker Band gefällig? Gibt es mit „Garden“, „Centipede“ oder „Heavy Steps“ hier:

  

Rock and Roll.

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Der Jahresrückblick – Teil 1


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Dem regelmäßigen Besucher von ANEWFRIEND mag eventuell nicht entgangen sein, dass es in den letzten zwölf Monaten – gerade im Vergleich zu den Vorjahren – recht wenige „Alben der Woche“ gab. Doch keine Angst, natürlich – und auch das dürfte wohl aufgefallen sein – habe ich nicht plötzlich aufgehört, (neue) Musik wie ein nach Tönen verrückter Schwamm in mich aufzusaugen. Nein, 2016 ließ mir einfach, bei all den Nebenschauplätzen im Privaten und Beruflichen, zu wenig Raum und Energie, um mich hier in längeren Artikeln mit all den tollen, (für mich) neuen Alben und Künstlern zu beschäftigen. Stattdessen wurde so manches Werk – ob nun verdient oder nicht – im Zuge des ein oder anderen „Song des Tages“ *hust* „abgefrühstückt“.

Auch werden im diesjährigen Jahresrückblick Besprechungen zu meinen persönlichen „Filmen des Jahres“ und „Serien des Jahres“ fehlen. Und obwohl ich auch da das ein oder andere in Erinnerung bleibende Beispiel erwähnen könnte (etwa „Money Monster„, „Eye In The Sky„, „The Lobster“ oder „Miss Peregrine’s Home For Peculiar Children“ bei den Filmen sowie die Dauerkandidaten „The Walking Dead“ oder „Shameless“ bei den Serien, da jedoch auch die tolle britische Sci-Fi-Miniserie „Black Mirror„), fehlt mir in diesen letzten Tagen von 2016 einfach die Energie, um hier länger darauf einzugehen… Ich hoffe, ihr versteht das.

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Zeichnung: Oli Hilbring / Facebook

Doch zurück zur Königsdisziplin, den „Alben des Jahres“ von und auf ANEWFRIEND! Oder: zum Musikjahr insgesamt. War grässlich, oder? Klar, auch in den vergangen zwölf Monaten erschienen so einige tolle Alben von neuen wie bewährten Künstlern, aber was hat sich diese kleine Schlampe namens „2016“ für eine Mühe gegeben, nicht wenige unserer Lieblingskünstler nur ja nicht mit ins neue Jahr (aka. 2017) zu lassen? David Bowie, Prince, Leonard Cohen – alle drei Jahrhundertgenies und Musiker von Weltformat, die zwar nicht zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere unfehlbar waren (welcher Künstler ist das schon?), aber irgendwie immer da waren, immer verlässlich Neues und absolut Eigenständiges ablieferten. Außerdem für immer verstummt: Keith Emerson, Greg Lake, Alan Vega, Sharon Jones, Merle Haggard, Glenn Frey, Manfred Krug, Walter Scheel, Hans-Dietrich Genscher, Guido Westerwelle, Fidel Castro, Bud Spencer, Götz George, Muhammad Ali, Roger Cicero, Peter Lustig, Roger Willemsen, Miriam Pielhau, Achim Mentzel, Alan Rickman, Anton Yelchin, und jetzt auch noch George Michael – um nur einige Wenige zu erwähnen. Ohne sie wird diese Welt keine andere sein („The show must go on“, um es mit Freddie Mercury zu sagen), jedoch eine weitaus weniger bunte. Ein Scheißjahr, was die Verluste für Kultur und Zeitgeschehen betrifft…

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(gefunden bei Facebook)

Hoffen wir also, dass sich 2017 milder zeigt als die vergangenen zwölf Monate. Denn wie unausstehlich wäre eine Welt, in der wir nur zwischen Helene Fischer, Frei.Wild und den sowieso unkaputtbaren Rolling Stones wählen könnten? Eben. Bleibt alles anders…

 

  

conor-oberst-ruminations1.  Conor Oberst – Ruminations

Wie ich bereits vor einigen Wochen schrieb: „‚Ruminations‘ ist ein großes, ernsthaftes Werk, an dem man sich kaum satt hören möchte. […] So gut, so nah, so ergreifend war Conor Oberst schon lange, lange Zeit nicht. Vielleicht sogar: noch nie.“ Dem habe ich auch heute kaum etwas hinzuzufügen, außer der erneuten Bitte, diesem grandiosen Singer/Songwriter-Werk euer Ohr zu leihen. Mit dieser Rückkehr zu alter Größe habe ich bei Conor Oberst – ganz ehrlich zugegeben – nicht gerechnet (jedoch immer gehofft). Umso schöner, dass dieser Mann – immerhin einer meiner Allzeit-Lieblingskünstler – es trotzdem geschafft hat, mich nach Jahren noch einmal komplett aus den musikalischen Socken zu hauen.

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will-varley2.  Will Varley – Postcards From Ursa Minor

Und auch auf dem Silber-Platz hohe Singer/Songwriter-Kunst – nur diesmal nicht aus dem US-amerikanischen Omaha, Nebraska, sondern aus good ol‘ England. Und obwohl „Postcards From Ursa Minor“ bereits im Oktober 2015 erschien, hat mich Will Varleys drittes Album wie kaum ein anderes durchs komplette Jahr 2016 getragen, denn auch zwischen Januar und Dezember brachte kein anderer Akustikgitarrenbarde einen derartigen – geglückten – Spagat zwischen intim angelegter Nachtmelancholie („The Man Who Fell To Earth“) und absolut hintersinniger Witznummer („Talking Cat Blues“) zustande, dessen Spektrum mal eben so ziemlich jedes menschliche Gefühl in Nylonsaiten gießt. Unterhaltsam, großartig, bewegend, lustig, traurig, niederschmetternd, hoffnungsvoll – durch jede Regung wird der Hörer in den 50 Minuten von „Postcards…“ gezogen. Und kaum jemals war all das schöner anzuhören. Da konnte der Nachfolger ja nur gegen anstinken (und tat das auch, wie weiter unten zu lesen ist)…

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julien-baker3.  Julien Baker – Sprained Ankle

Ebenfalls eigentlich im Oktober 2015 erschienen, ist das Debüt der 21-jährigen Musikerin aus Memphis, Tennessee meine persönliche Entdeckung des Jahres, dessen lediglich neun Songs tief ins von Melancholie getränkte Fleisch schneiden. PJ Harvey meets Elliott Smith, gepaart mit jugendlicher Naivität. Bewegend, ehrlich.

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daughter-not-to-disappear4.  Daughter – Not To Disappear

Ach, Elena Tonra muss eigentlich nur die Lippen bewegen, und schon hat sie mich. Dass die zehn neuen Stücke des zweiten Daughter-Albums auch das klangliche Spektrum der dreiköpfigen Band aus London um Songs mit dezent elektronischer Grundlage oder Klangkathedralen von Sigur Rós’scher Größe erweitern, ist dabei natürlich nicht von Nachteil. Aber, hey: Melancholie nimmt eben keine Gefangenen.

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summering5.  Summering – Summering

Dass diese kanadische Band noch immer (scheinbar) keine Sau kennt, ist – gelinde gesagt – eine riesige Sauerei. Ich verspreche: Wer die älteren Alben von Wintersleep mag und mochte, wird auch mit dem selbstbetitelten Debüt von Summering (ebenfalls im Oktober 2015 erschienen, ebenfalls erst 2016 bei mir angekommen) glücklich süchtig. Noch dazu gibt’s das Ganze als „Name your price“ via Bandcamp zum Download. Ausreden gibt’s also keine!

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frightened-rabbit-painting-of-a-panic-attack6.  Frightened Rabbit – Painting Of A Panic Attack

Dass Scott Hutchison und seine Lads von Frightened Rabbit nach drei Jahren ein neues Album veröffentlichen und dieses es dann nicht ANEWFRIENDs Top 3 des Musikjahres schafft (immerhin war der Vorgänger „Pedestrian Verse“ anno 2013 mit Abstand und Ansage mein „Album des Jahres„), dürfte eigentlich schon als Schlappe für die fünf Schotten gelten. Aber keine Angst, trotz der Tatsache, dass sich auf „Painting Of A Panic Attack“ weniger Songs befinden, die das Hörerherz sofort einkassieren und nicht mehr hergeben (oder war’s umgekehrt?), ist auch das mittlerweile fünfte Studioalbum des stets eigenwilligen schottischen Quintetts kein schlechtes.

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the-hotelier7.  The Hotelier – Goodness

Zig Mal gehört, und noch immer kann ich „Goodness“, das dritte Album von The Hotelier nicht so ganz einordnen. Ist das noch Indierock oder schon Naturstudie? Ist das noch Emo oder längst zu erwachsen dafür? Sind das noch eigenständige Songs oder ein 45-minütiges Konzeptalbum? Steht die Band aus dem US-amerikanische Worcester, Massachusetts nun die großen Band New oder doch eher den seligen Sunny Day Real Estate näher? Fragen, Fragen, Fragen – aber sind die spannendsten Alben nicht immer jene, die man eben nicht auf Anhieb versteht? Was „Dealer“ von Foxing im vergangenen Jahr war, ist dieses Album 2016 für mich gewesen: ein faszinierendes Kuriosum mit Repeat-Garantie. Und die acht Naturnudisten vom Cover machen meine Verwirrung nur noch runder…

 

tigeryouth8.  Tigeryouth – Tigeryouth

Tilman Benning ist ein korrekter Typ, der vor allem 2016 mit seiner Akustischen und (s)einer dezent zerschossenen Tom-Waits-Reibeisenstimme im Gepäck kreuz und quer durch die Bundesrepublik (und manchmal sogar darüber hinaus) gereist ist, um den Punks, Pennern und Penunzeneigentümern in all den kleinen Clubs und AJZs die Songs seines neusten, selbstbetitelten Albums näher zu bringen, welche Tigeryouth-Benning als torkelnden Troubadour mit Hang zum Geschehen am Tresen und dem Herzen nah an Leben und Scheitern präsentieren – opulenter manchmal gar, als noch auf dem 2014 erschienenen Debüt „Leere Gläser“.

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tiger-lou9.  Tiger Lou – The Wound Dresser

Tiger Lou sind zurück, acht lange Jahre nach dem letzten Album „A Partial Print“. Und obwohl „The Wound Dresser“ manchmal zu viel von allem will (und freilich auch all die kreative Energie der langen Auszeit kanalisieren muss) und am Ende zu selten wirklich große Songs dabei herausspringen (die vorab veröffentlichten Stücke „Homecoming #2“ und „California Hauling“ einmal ausgenommen), haben Frontmann Rasmus Kellerman und seine nicht mehr ganz so blutjungen Kumpels freilich immer ’nen festen Fleck für sich reserviert, der „The Wound Dresser“ in diesem Jahr eine Ecke in den Jahren-Top-Ten sichert…


 
touche-amore-stage-four10. Touché Amoré – Stage Four

Ein großes, ein lautes, ein wütendes Album ist Jeremy Bolm, seines Zeichens Stimme und somit Frontschreihals von Touché Amoré, da gelungen. Ein musikalischer Abschiedsbrief an seine Ende 2014 an Krebs verstorbene Mutter. Die Band steht damit – sowohl, was das Musikalische als auch, was das Lyrische betrifft – in einer Reihe mit persönlichen Herzwärmern wie La Dispute oder Pianos Become The Teeth, deren letzte Alben in den vergangenen Jahren lauthals in mein Hörerherz gepoltert sind. Und obwohl mir das auf Dauer eine Spur zu – ich geb’s offen zu – heavy ist, hat das im September erschienene vierte Album der Post-Hardcore-Band aus Los Angeles, „Stage Four“, auch mich bewegt und innerlich aufgewühlt. Ja klar, Touché Amoré lassen dem Indierock etwas mehr Raum als noch auf den Vorgängern, richten manch ein Stück geradezu spartanisch ein (was den Texten nur noch mehr Gewicht verleiht), haben mit dem abschließenden „Skyscraper“ gar ein Gänsehaut-Duett mit Julien Baker (ja richtig, der jungen Dame vom Bronzeplatz) an Bord. Vergleiche mit The National verbieten sich trotzdem. Alle in allem: Wer Screamo-Schreihälsen und laut polternden Gitarren nicht komplett abgeneigt ist, den können diese elf Songs gar nicht kalt lassen. Isso.

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…und auf den weiteren Plätzen:

Savages – Adore Life

Kevin Devine – Instigator

Die Höchste Eisenbahn – Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

 

  

Geheimtipp 2016:

drawing-circlesDrawing Circles – Sinister Shores

Alternativer, melancholischer Ambient könnte man das Ganze nennen, was das Trio aus Bonn das auf dem Erstling „Sinister Shores“ (deutsch, in etwa: unheilvolle Ufer) da fabriziert. Dabei flüstert und schreit Sänger Vincent, er singt und presst sich seine Gefühle von der leidwunden Seele, mal still und in sich gekehrt, dann wieder mit sich fast überschlagender Stimme und rauchig-laut anklagend. Mit Worten unterlegte Postrock-Schlummermusik aus deutschen Gefilden und auf (fast) internationalem Niveau? Ist genommen.


 
Enttäuschungen 2016:

wintersleep-the-great-detachment-500x500Wintersleep – The Great Detachment

Drei verdammt großartige Alben haben Wintersleep bis zum 2007 erschienenen „Welcome To The Night Sky“ hinbekommen. Mittlerweile jedoch – und auch diese Serie hält nun schon drei Werke an – lassen mich die Alben der Band aus dem kanadischen  Halifax, Nova Scotia von Mal zu Mal mehr kalt. Daran ändert leider auch das neue „The Great Detachment“ nichts. Hoffen wir, dass Paul Murphy und Co. den Hebel irgendwann wieder in die andere Richtung umlegen können…

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wvlplargeWill Varley – Kingsdown Sundown

„These are the most honest songs I’ve ever written and they represent new ground for me creatively. They may not be radio friendly, or even ‚friendly‘ at all, but I’ve been wanting to make a record like this for a long time.“ Stimmt, die elf Stücke von „Kingsdown Sundown“ sind – gerade mit den Vorgängern verglichen – ein recht radikaler Schritt des britischen Singer/Songwriters hin zu mehr Trostlosigkeit und zur düsteren Seite der Melancholie – Radiofreundlichkeit hört sich logischerweise anders an. Radikal nicht der Musik selbst wegen, denn auch die Vorgänger kamen oft als Wanderbarden-Nummern ganz auf der Akustischen aus. Vielmehr sind die Themen, die Varley anstimmt, die einer Zeit, die wenig Licht ins Dunkel lässt. Auf den vorangegangenen Werken – gerade dem großen „Postcards From Ursa Minor“ (siehe Platz 2 ) – wurde den dunklen Thematiken noch zumeist eine Prise Ironie entgegengestellt. Da diese hier fast gänzlich fehlt, legt sich einem „Kingsdown Sundown“ schnell aufs Gemüt. Repeat? Gern, aber wohl dosiert…

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radiohead-coverRadiohead – A Moon Shaped Pool

Die unfehlbaren Radiohead. Die Meister, wenn es darum geht, den dunklen Zeiten von Technologiewahn und Kapitalismus den entsprechenden Soundtrack zu liefern. Klar, ich liebe die Alben von „OK Computer“ über „Kid A“, „Amnesiac“ bis zu „In Rainbows“ aus so vielen Gründen (die wichtigsten, logischerweise: die Songs sind einfach großartig, die Werke wirken als Ganzes intensiv nach). Das größte Plus von Thom Yorke und Co. ist freilich, dass ihrem Konzept noch niemand so ganz auf die Schliche gekommen ist und sie durch so einige kluge Schachzüge der Vergangenheit mittlerweile absolute kreative Narrenfreiheit besitzen – und diese nutzen sie auch auf „A Moon Shaped Pool“, Studioalbum Nummer neun seit 1993, genüsslich aus. Das Ergebnis ist stiller, intimer als noch das vor fünf Jahren erschienene „The King Of Limbs“, das vor technoiden Experimenten ganz wirr war. Die elf zumeist neuen Stücke (einzig das abschließende „True Love Waits“ kennen Fans bereits längst als Live-Version) baden oft knietief in den Orchesterarrangements von Jonny Greenwood, hat doch der sonst als Gitarrist tätige Tausendsassa durch so einige Soundtrack-Arbeiten längst sein Faible für raumfüllende Musik entdeckt. Hinten hinaus hockt natürlich dann Chefgreiner Thom Yorke und verbreitet seine finsteren Gedanken zur Welt als solche und verarbeitet obendrein noch die „total einvernehmliche“ Trennung von Lebenspartnerin Rachel Owen, mit der er 23 Jahre liiert war und zwei gemeinsame Kinder hat (zum verdammten 2016 passt dann wieder, dass Owen vor wenigen Tagen im Alter von 48 Jahren starb). Ist alles nicht wirklich schlecht anzuhören, lässt mich jedoch ebenso kalt wie die Stimmung, welche Radiohead wohl stets im Sinn haben… Schade.

 
Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Daughter – Not To Disappear (2016)

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-erschienen bei 4AD/Beggars/Indigo-

Herzschlagfinale, die Erste: „Dry your smoke-stung eyes / So you can see the light / Staring at the sky / Watching stars collide“ – die letzten Minuten und Sätze des vor drei Jahren erschienenen Daughter-Debüts „If You Leave“ hatten es in sich. Wabernde Klänge, große Emotionen, eine Stimme, die einem ganz, ganz nahe ans Herz reichte, dieses erst beinahe zum Bersten und dann wieder zum Stillstand brachte. Heart skips a beat. Als sich der Soundnebel des Abschlussstückes „Shallows“ dann so langsam gelegt hatte, waren die Reaktionen nicht selten unisono: man wollte mehr. Mehr. Mehr. Mehr.

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Fotos: Promo / Sonny Malhotra

Und die Vermittlung ebendiesen Gefühls kommt bereits einer Leistung gleich, immerhin machen es Daughter dem Hörer nicht ganz einfach. Denn in der Tat muss der (oder die), der (oder die) tiefer in die Stücke des Londoner Trios eintauchen möchte, eine gehörige Prise endherbstlicher Melancholie in den Herzkammern mit sich herum schleppen. Für all jene, die lieber zu einheitsbreiigen DJs wie Avicii oder Skrillex ihr eigenes Happy-Go-Lucky zelebrieren, wären wohl schon drei Minuten der Daughter’schen vertonten Schwermut zu viel und die Mixtur aus in sich gekehrtem Folk, dezent angebrachtem Post-Rock, scheuem Shoegaze und gefächerten Elektronik-Experimenten nur schwer zu ertragen. Nein, einen Soundtrack fürs vergnügte nihilistische Wochenend-Partyvolk werden Elena Tonra (Gesang, Gitarre), Igor Haefeli (Gitarre) und Remi Aguilella (Schlagzeug) wohl nie liefern.
ffd0e860d82fa4132fde4dfe0665584aDas beweisen die drei nun auch auf ihrem neusten Werk „Not To Disappear„. Als verräterischen Beweis hierfür muss man noch nicht einmal eines der zehn Stücke hören, es reicht ein Blick aufs Cover, für das die Band ein Gemälde der britischen Künstlerin Sarah Shaw auswählte: Nachhimmel, einsame Straßen, von irgendwoher Lichter, die vor dem mutmaßlich benommenen Auge langsam verschwimmen. Es deutet sich an: Tonra und ihre Mannen haben wieder eine Dreiviertelstunde Schwermut im Gepäck.
Passend zum Artwork präsentiert sich da bereits Song Nummer eins, „New Ways“: „Washed out brain / I have a dirty mind / Oh, I need, I need new ways / To waste my time“ – zu schleppend elektronischen Beats schält sich Tora aus den Tiefen irgendeines gottverlassenen Clubs und in die Nacht. „I’ve been trying to stay out / But there’s something in you / I can’t be without / I just need it here / I’m trying to get out / Find a subtle way out / Not to cross myself out / Not to disappear“ – den anderen wollen, ihn vermissen, sich selbst nicht verloren gehen – es sind wieder die ganz großen Herzeleid-Themen, die Daughter bereits in den ersten Minuten anschneiden, bevor das Stück von geradezu sägenden Gitarren seinerseits ins Nachtdunkel geschnitten wird. Ähnlich gestaltet sich auch das darauf folgende „Numbers“, in dem Daughter kühlen Beats Gitarrenakkorde beimischen, zu denen sich alsbald Aguilellas Schlagzeug gesellt, während auch hier der Text erneut Skepsis an einer aufkeimenden Liebe offenbart: „Take the worst situations / Make a worse situation / Follow me home, pretend you / Found somebody to mend you / I feel numb / I feel numb in this kingdom /…/ You better, you better, you better / You better make me / Me better, me better / You better make me better“. Und überhaupt: die Texte. Klar war Vorsteherin Elena Tonra, die anfangs Daughter allein als scheues Folk-Projekt ins Leben rief, bevor 2010 der Schweizer Haefeli und der Franzose Aguilella dazustießen, auch auf den vorhergehenden Veröffentlichungen (das bereits erwähnte Debüt von 2013, dazu drei 2010 beziehungsweise 2011 veröffentlichte EPs sowie die „4AD Sessions EP“ von 2014) nicht als Sonnenscheinchen von Welt bekannt. Dementsprechend setzt sich auf „Not To Disappear“ das höchst melancholische Gefühl fort, das bereits „If You Leave“ zu vermitteln im Stande war. Das umspannende Sujet diesmal: Einsamkeit in all seinen Formen und Nuancen. Sei dies nun dieses mulmige Gefühl zwischen zwei Menschen in einer Beziehung, die sich irgendwann einmal kennengelernt haben, und am Ende doch irgendwo Fremde geblieben sind, während die Liebe längst Klingelstreiche an einer anderen Haustür spielt („How“, „Numbers“, „To Belong“…), oder, wie etwa im vorab veröffentlichten „Doing The Right Thing“ oder in „Mothers“, das einsame Gefühl, welches einen an Alzheimer erkrankten Menschen befällt – besonders herzzerreißend, wenn man weiß, dass Tonra hier aus der Perspektive ihrer Großmutter singt („Then I’ll lose my children / Then I’ll lose my love / Then I’ll sit in silence / Let the picture soak / Out of televisions / Float across the room“ – „Doing The Right Thing“). Neu sind vor allem die direkteren Worte, die die 26-Jährige zum Beispiel im tollen „Alone / With You“ wählt: „I hate living with you / I should get a dog or something / I hate walking with you / Talking to myself is boring conversation / You and I were once friends / Now you’re only an acquaintance“. Doch was zunächst wirkt wie die „Ich hasse dies, ich mag jenes nicht“-Abrechnung mit dem (Ex-)Freund, ist bei genauerem Hinhören die Abrechnung mit ihrem Alter Ego – ein cleverer lyrischer Kniff. Ebenfalls bissig zeigt sich etwa das atemlose „No Care“ mit pumpendem Schlagzeug, bei welchem sich (noch) elektronischere Remix-Neubearbeitungen geradezu aufdrängen, während anderswo, in „To Belong“, bereits die Resignation die Füße hochlegt („Don’t you think we’ll be better off / Without temptation to regress, to fake tenderness / Waiting to see someone we won’t know for long / In cities we’ll only leave /…/ I don’t want to belong“). Hin und hergerissen ist auch der große siebenminütige Quasi-Abschluss „Fossa“, der mal zu ebenso lieblich wie simpel-ehrlichen Zeilen wie „I don’t know you now / But I’m lying here, somehow“ oder „I don’t owe you much / But I miss you so / I’m missing you“ tendiert, mal zum offenen Bekenntnis „I feel alone“ (die Einsamkeit, da ist sie wieder), bevor alles von sich aufbäumenden Gitarren ins Aus gespielt wird (ein hervorragender Abschluss, denn nicht ohne Grund wählt die Band aktuell diesen Song als beendenden Rausschmeißer ihrer Konzerte). Dass Daughter darauf noch das reduziert gehaltene „Made Of Stone“ folgen lassen, mögen wohl nur sie selbst verstehen – immerhin bringt jedoch genau dieses Stück das Album mit der weltweise-versöhnlichen Zeile „You’ll find love, kid, it exists“ zu Ende.

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Während das Trio rein textlich noch immer zur Fraktion der winterlichen Stubenhocker zählen dürfte, hat sich – wohl auch bedingt durch die Tournee zu „If You Leave“ – musikalisch Einiges seit dem Debüt getan. Denn anders als noch auf dem Erstling gehen Daughter auf den zehn neuen Stücken, welches in London entstanden sind und gemeinsam mit Produzent Nicolas Vernhes (Animal Collective, Deerhunter, The War On Drugs) in Brooklyn, New York aufgenommen wurden, deutlich mehr Experimente ein, deren Gesamtergebnis gleichsam breitwandiger und gewohnt fragil klingt. Auf „Not To Disappear“ schaffen Elena Tora und Co. eine winterlich kalte Klanglandschaft, die gleichzeitig beängstigend und einladend wirkt. Präzise Gitarren, verwaschene Synthies, ein wuchtiges Schlagzeug – sie schichten Sounds und Klänge aufeinander und verpacken die Intimität der Texte in einen voluminösen Sound, der Elena Tonras Stimme diesmal mit weniger Hall klarer als noch auf „If You Leave“ in den Vordergrund stellt. Wer einen anderen Vergleich mag: war „If You Leave“ ein Landschaftsbildnis, so ist „Not To Disappear“ der Soundtrack zu den einsamen Nachtstunden in der Großstadt. Das mag einerseits an artverwandte Bands wie The xx erinnern, gleichzeitig aber auch – und das darf man gern als Kompliment verstehen – an ebenfalls mit Emotionen jonglierende Größen wie Sigur Rós. Intensiv bleibt „Not To Disappear“ dabei zu jeder Minute, das zweite Herzschlagfinale wählt jeder selbst.

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Zur filmischen Untermalung des Albums haben sich Daughter mit den britischen Filmemachern Iain Forsyth und Jane Pollard zusammengetan, die man bereits vom großartigen Nick-Cave-Porträt „20,000 Days On Earth“ kennen dürfte. Gemeinsam entstand eine Musikvideo-Trilogie, welche die Stücke „Doing The Right Thing“, „Numbers“ und „How“ verbindet:

 

Hier wiederum kann man sich den Auftritt der Band bei diesjährigen „BBC 6 Music Festival“ ansehen, bei welchem Daughter freilich auch einige Songs von „Not To Disappear“ zum Besten gaben:

Setlist: 
How 
Tomorrow 
Numbers 
Doing the Right Thing 
Smother 
Youth 
New Ways 
Fossa

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Daughter – „Doing The Right Thing“


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Fast drei Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „If You Leave„, welches es damals unter ANEWFRIENDs liebste  Platten des Jahres 2013 schaffte, kehrt das Londoner Trio Daughter, bestehend aus Sängerin Elena Tonra, Gitarrist Igor Haefeli und Schlagzeuger Remi Aguilella, mit der Ankündigung zurück, am 15. Januar 2016 ihr neues Album „Not To Disappear“ zu veröffentlichen. Und damit nicht genug – schon jetzt gibt es den ersten Song „Doing The Right Thing“ inklusive Video für Auge und Ohr.

Daughter wählten dabei einen neuen Ansatz für ihre (kommenden) Musikvideos und luden die britischen Filmemacher Iain Forsyth und Jane Pollard (bekannt vor allem für ihr filmisches Nick-Cave-Porträt „20,000 Days On Earth“) ein, drei Kurzfilme für das neue Album zu entwickeln. Als Autor konnte man Stuart Evers gewinnen, der die drei Geschichten „Dress“, „Window“ und „5,040“, basierend auf drei neuen Songs, verfasste. Die Videos sollen diese Geschichten interpretieren.

„Doing The Right Thing“ (beruhend auf der Geschichte „Dress“) ist somit Teil eins der visuellen Daughter-Trilogie. Das Musikvideo dreht sich in berührenden Bildern um die Themen Demenz und die damit verbundenen lähmende Auswirkungen auf Familien. Und auch die dazugehörige Musik ist nicht anders als das, was der geneigte Hörer bislang von Daughter gewöhnt sein dürfte: bis aufs nackte Klangfleisch reduzierte Melancholie, geradezu passend zum Herbst – und keinen Deut schlechter als die zahlreichen Glanzlichter von „If You Leave“. Das erste Highlight für 2016 zeichnet sich also bereits jetzt deutlich ab…

 

(alternativ gibt’s das Musikvideo hier auf clipfish.de…)

 

 

Hier die Tracklist zu Daughters kommendem Album „Not To Disappear“:

bb-851.  New Ways
2.  Numbers
3.  Doing The Right Thing
4.  How
5.  Mothers
6.  Alone / With You
7.  No Care
8.  To Belong
9.  Fossa
10. Made Of Stone

 

 

Rock and Roll.

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