Der Wahlsieg Donald Trumps war vorhersehbar. Glauben Sie nicht? Dann hätte man vor 16 Jahren einfach den „Simpsons“ Glauben schenken sollen, denn bei denen hatte man dieses auf den ersten Blick für unwahrscheinlich befundene historische Ereignis schon viel früher auf unglaublich exakte Weise vorhergesagt…
„Das gab’s schon bei den Simpsons!“ lautet der Titel einer Folge von „South Park“. Damit spielte die rüde Animationsserie darauf an, dass der seit 1989 laufende Zeichentrickdauerbrenner aus der Feder von Matt Groening nicht nur das eigene Genre maßgeblich geprägt, sondern mit geradezu unheimlichem Spürsinn gesellschaftliche, kulturelle und technologische Entwicklungen vorweggenommen hat.
Nun gibt es einen weiteren (traurigen) Fall, in dem die „Simpsons“ die Zukunft vorausgesagt haben. In der Episode „Barts Blick in die Zukunft“ (Bart to the future) aus der 11. Staffel – im März 2000 im US-Fernsehen ausgestrahlt – wird die Zukunft der Gelben im Jahr 2030 angedeutet. Natürlich erwartet Bart auch als Erwachsener ein Leben als ewiger Verlierer. Doch seine Schwester Lisa steigt zur Präsidentin der Vereinigten Staaten auf.
Interessant ist aber, wen sie dabei beerbt – nämlich keinen Geringeren als den Republikaner Donald Trump. Der hatte, so die visionäre Story, das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise geführt und Lisa muss nun die USA mit großem Geschick vor dem Ruin bewahren. Dan Greaney, der Autor der geradezu hellsichtigen Folge, teilte dem „Hollywood Reporter“ vor einigen Monaten in einem Interview mit, dass dies eine „Warnung an Amerika“ gewesen sei. Für ihn passte dies damals schon zu der Prognose, dass Amerika langsam verrückt würde: „It was a warning to America. That just seemed like the logical last stop before hitting bottom. It was pitched because it was consistent with the vision of America going insane.“
„Die Simpsons haben immer schon die Auswüchse der amerikanischen Kultur behandelt. Und Trump ist genau das“, ergänzte Greaney. Völlig abwegig war eine Präsidentschaft Trumps im Jahr 2000 übrigens nicht. Der Milliardär war 1999 in den Kampf um die Präsidentschaftskandidatur eingestiegen und wollte für die Reform Party antreten. Doch zum Zeitpunkt der Ausstrahlung ebenjener „Simpsons“-Episode hatte er seine Kampagne bereits beendet.
Nun wurde Donald Trump, trotz vieler Wahlumfragen, welche die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton beinahe den gesamten Wahlkampfzeitraum über vorn sahen, tatsächlich zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Die größte Satiresendung in der Geschichte des US-amerikanischen Fernsehens wurde also (einmal mehr) von der Realität überholt. Es wollte ja anscheinend niemand auf Matt Groening und Co. hören…
Übrigens: Auch die dreiteilige Sci-Fi-Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ bewies im zweiten Teil, welcher 1989 in den Kinos startete, Einiges an prophetischem Gespür, denn Bösewicht Biff Tannen nahm den heutigen Donald Trump – quasi der welterste Horrorclown im Oval Office – gut vorweg.
Rock and Roll.