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Klassiker des Tages: Kilians – „Fight The Start“


kilians

In den späten 2000er Jahren ging das ungefähr so: Kilians aufgelegt, die Leute wippen und kopfnicken emsig bis gedankenverloren mit und es dauert gefühlsgestoppte 20 Sekunden bis jemand fragt, ob dies denn die Strokes sind. Es wird freundlich verneint. Oh, dann bestimmt britisch! Die Arctic Monkeys etwa? Erneut: leider nein, leider nicht – und das Interesse der Unkundigen wächst. Klingen wie… hmm… wer ist denn das? Die Kilians. Ahja. Nie gehört. Und weißt du was das Witzige ist? Die kommen aus dem Ruhrpott. Es folgen: Reaktionen irgendwo im Spannungsfeld zwischen blankem Entsetzen, Überraschung und Neid. Wie kriegen es fünf milchgesichtige Bubis aus Dinslaken hin, so unglaublich hippe, ja: tight rockende Indie-Mucke zu machen? Ein arschcooles Geheimnis. Jedoch eins, welches nicht lange hält. Und schnell auch einen R-5235481-1418831076-5137gewissen Thees Uhlmann auf den Plan ruft, der Frontmann Simon Den Hartog und Co. nicht nur mit auf Tour nimmt, sondern weniger später sogar managt und zu seinem Label Grand Hotel Van Cleef holt. Im Jahr 2013 machen die Kilians jedoch nach drei Alben, deren Tanzflächenfüller-Indierock-Dissen-Hitdichte internationaler Güteklasse vom urbanen New York City-Garagenrock der Duftmarke Strokes (nicht umsonst klang Den Hartogs Gesangsorgan ähnlich wie jenes von Strokes-Stimme Julian Casablancas) bis hin zu groß angelegten Roadmovie-Balladen oder Brit-Rock-Melancholien reichte, Schluss. Wegen zeitlicher Probleme. Wie schnöde. Und wahnsinnig schade für die deutsche Indie-Rock-Landschaft.  Ob die Kilians nach sechs Comeback-Shows, die Simon Den Hartog (Gesang, Gitarre), Dominic Lorberg (Gitarre), Gordian Scholz (Bass), Arne Schult (Gitarre) und Michael Schürmann (Schlagzeug) anno 2017 anlässlich des zehnten Geburtstages ihres auch heute noch fein anzuhörenden Debütalbums „Kill The Kilians“ gaben, irgendwann und eines Tages noch einmal zusammenfinden werden? Die Zeit wird’s zeigen…

 

R-1567812-1523610956-5410Immer noch einer der besten der nicht eben wenigen tollen Songs vom Debüt der Ruhrpott-Provinz-Strokes, der Oasis aus Dinslaken, der Arktischen Affen von Thees Uhlmanns Gnaden ist „Fight The Start“. Das weiß auch – Fun Fact! Fun Fact! – Pandamasken-Pop-Rapper Cro, der das Lied 2011 für seinen Song „Einmal um die Welt“ sampelte. Dass dieser wiederum ein bundesdeutscher Top-Ten-Hit (und in Österreich gar ein Nummer-eins-Hit) wurde? Tja, so isses halt manchmal…

 

 

Rock and Roll.

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Literal Video – Wenn Songtexte dem Video angepasst werden


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Schonmal etwas von „literal video clips“ gehört? Nope? Natürlich hilft Wikipedia auch da weiter:

„Die Bezeichnung Literal Video Clip (kurz ‚Literal Video‘ oder ‚Literal‘, engl. für: ‚im Wortsinn‘) steht für eine noch recht junge künstlerische Ausdrucksform aus dem Bereich der Video-Bearbeitung. Dabei werden vor allem Musikvideos in ihrem Lied-Text so umgestaltet, dass ihr neuer Text in der Systematik und im Auftreten zwar durchaus noch ans Original angelehnt ist, die Inhalte jedoch sehr nahe die Bild-Inhalte des zugehörigen Videos wiedergeben.“

Heißt im Klartext: Endlich passen Musik und Text mal zueinander! Endlich muss der braun gegrillte Plastikmuckirapadonis  kleinlaut eingestehen, dass Benz und BMW lediglich zur Kompensation (s)eines recht mageren Hoseninhalts dienen und all die dancenden Bitches ohne seine „Fuffies“ nie zum Videodreh erschienen wären! (Grandios daher: die „Literal Video“-Bearbeitung von Bushidos „Sonnenbank Flavour“.)

Neustes Beispiel in dieser Reihe ist das *hust* Remake von Cros „Easy“. Kaum zu glauben, dass dieser Song, mit dem sich der Aalener Pandamasken-Weichspülrapper vom kostenlosen Download-Mixtape erst in die Charts und schon bald in die Smartphone-Playlists tausender Teenies katapultierte, bereits fünf Jahre zurück liegt… (Dass 2014 bereits eine Autobiografie und 2016 ein Kino-Biopic, in dem Carlo Waibel alias Cro gleich mal sich selbst spielt, folgten, ist natürlich lachhaft, folgt jedoch den gängigen Marktmechanismen: melk‘ die Kuh gefälligst, solange sie Milch gibt!)

 

 

Rock and Roll.

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