Schlagwort-Archive: Cover

Song des Tages: Kyle Gass – „Vaccinated“


Das Warten auf die Corona-Impfung lässt sich durchaus sinnvoll nutzen. Als Kyle Gass, neben Jack Jack die andere Hälfte des US-Comedy-Rock-Duos Tenacious D, unlängst seinen Impftermin bekam, wusste er gar nicht wohin mit all der Nervosität – und dichtete spontan den 43 Lenze jungen Ramones-Punkrock-Gassenhauer „I Wanna Be Sedated“ in die augenzwinkernde 84-Sekunden-Parodie „Vaccinated“ um. Der Ernst der Lage ist ihm dennoch bewusst: „Die Welt zu impfen ist die schwierige, aber notwendige Herausforderung unserer Zeit“, und etwas humoriger – und ganz im Stil von Tenacious D – fügt der 60-jährige Künstler hinzu: „Darum habe ich diese wichtige Hymne für die ganze Menschheit geschrieben. Viel Spaß beim ‚geimpft‘ werden.“

Stellt sich nun nur die Frage, wie viele Ramones-Song-Parodien zur Zeitüberbrückung geschrieben werden müssten, wenn der anvisierte Impftermin noch ein paar Monate entfernt liegt…

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Norah Jones – „Black Hole Sun“ (live)


Foto: Promo / Vivian Wang

Norah Jones juckt es derzeit mächtig in den Fingern. Nachdem die US-Musikerin wegen der Corona-Pandemie über ein Jahr lang keine Konzerte vor Live-Publikum geben konnte, brennt auch sie förmlich darauf, endlich wieder auf Tournee gehen zu können. Sie wartet nur noch auf ihre zweite Impfdosis und grünes Licht für die Konzertbranche. “Ganz gleich, ob wir nun Musiker oder Fans sind, wir alle vermissen das gemeinsame Erlebnis von Live-Musik”, sagt die neunfache Grammy-Gewinnerin, die vergangenes Jahr für ein Duett mit Mavis Staples ihre nunmehr 17. Nominierung erhielt. “Ich werde auf meiner Facebook-Seite jede Woche auf ein andere Wohltätigkeitsorganisation hinweisen, um den Leuten Respekt zu zollen, die unermüdlich hinter den Kulissen der Live-Musikindustrie gearbeitet haben und deren Jobs auf Eis gelegt wurden. Ich kann es kaum erwarten, wieder mit ihnen allen zusammen zu sein.” Fans von Live-Musik geht es natürlich kaum anders.

Ein bisschen werden sie sich aber voraussichtlich doch noch gedulden müssen. Da kommt ein exzellent aufgenommenes Live-Album der 42-Jährigen, bei der sich Pop-Gelehrte wie Kritiker – mehr als zwanzig Jahre im Musikgeschäft, so einige Nummer-Eins-Alben, zig Auszeichnungen und etwa 35 Millionen verkaufte Tonträger hin oder her – noch immer streiten, ob das einstige Wunderkind nun Jazz, Pop, Soul oder „Adult-Music“ (was böse Zungen wohl gern mit „Fahrstuhlmusik“ übersetzen würden) macht, gerade recht. Auf „‘Til We Meet Again“ – ganz nebenbei tatsächlich das erste wirkliche Live-Album der vielseitigen Pianistin, Sängerin und Gelegenheitsschauspielerin – gibt es so nicht nur einige ihrer größten Hits zu hören, sondern auch eine ebenso überraschende wie bewegende Coverversion von Soundgardens “Black Hole Sun“ (welche vor einiger Zeit aus gegebenem Anlass bereits Platz auf ANEWFRIEND fand).

Die erzwungene Auszeit im vergangenen Jahr nutzte Norah Jones, die obendrein noch einen recht berühmten Vater hat, um sich durch Mitschnitte ihrer Konzerte der zurückliegenden acht Jahre zu hören. Besonders angetan war sie von einigen Aufnahmen, die im Dezember 2019 – also kurz vor Beginn der Corona-Pandemie – bei Auftritten in Südamerika entstanden waren. “Es war einfach ein tolles Gefühl, vor allem, weil wir keinen Zugang zu Live-Musik hatten und nicht auftreten konnten”, verriet sie „grammy.com“ unlängst in einem Interview. “Deshalb wollte ich die Aufnahmen rausbringen.” Mit den Musikern ihrer Band durchkämmte die New Yorkerin dann ihre Konzertarchive nach Aufnahmen, die sie mit ähnlichen Besetzungen gemacht hatte, um wirklich die besten Versionen der gespielten Songs herauszufiltern. Das Ergebnis präsentiert sie nun auf der Zusammenstellung “‘Til We Meet Again”, die bei einer Laufzeit von fast 76 Minuten vierzehn Songs und einen wunderbaren Querschnitt durch Norah Jones‘ bisherige Karriere enthält, darunter offensichtliche Hits wie “Don’t Know Why”, “Sunrise” oder “Flipside” sowie Titel aus ihrer 2018/19 veröffentlichten Singles-Serie.

Die eine Hälfte der Aufnahmen stammt von besagter Südamerika-Tournee, die Norah Jones, Bassist Jesse Murphy und Schlagzeuger Brian Blade unter anderem nach Rio de Janeiro, São Paulo und Buenos Aires geführt hatte. In Rio präsentierte das Trio als Gäste zwei bestens bekannte brasilianische Musiker – den Perkussionisten Marcelo Costa (Mariza, Maria Bethânia, Michael Bublé) und den Flötisten Jorge Continentino (Bebel Gilberto, Milton Nascimento, Brazilian Girls) – sowie ihren alten Songwriting-Partner und Gitarristen Jesse Harris. Harmonisch kombiniert wurden diese sieben Aufnahmen mit sechs weiteren, die Jones im Jahr zuvor mit dem Hammond-Organisten Pete Remm, Bassist Chris Thomas und wiederum Brian Blade am Schlagzeug in den USA, Frankreich und Italien gemacht hatte.

Den krönenden Abschluss bildet die wahrlich unter die Haut gehende Solodarbietung von Soundgardens “Black Hole Sun”. Norah Jones‘ von Herzen kommende (und genau dahin gehende) Hommage an Chris Cornell wurde am 23. Mai 2017 im Fox Theatre in Detroit aufgenommen – nur fünf Tage nach dem Tod des Soundgarden-Frontmanns, der am 17. Mai 2017 am selben Ort sein letztes Konzert mit der Band gegeben hatte. Vor ihrem Auftritt hatte Norah Jones in ihrer Garderobe den ganzen Tag über an dem Arrangement des Songs herumgefeilt. “Ich war ein bisschen nervös”, gibt sie zu. “Aber ich dachte: ‘Ich werde ihm meinen Respekt erweisen und diesen Song von ihm spielen.’” Das Publikum stand vor lauter Begeisterung kopf, als es die Nummer nach dem Klavier-Intro endlich erkannte. “Es war wahrscheinlich einer der schönsten Live-Momente, die ich je erlebt habe”, erinnert Jones sich. “Ich weiß nicht, ob sein Geist im Raum war oder was auch immer, aber er hat mich auf eine Art durch diesen Song getragen, wie ich es mir nie hätte vorstellen können.” Ergreifend. Gelungen. Soulful.

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: King Hannah – „State Trooper“


Dass das Liverpooler Duo, bestehend aus Hannah Merrick und Craig Whittle, eine echte Indie-Newcomer-Offenbarung darstellt, hat es bereits mit der vor nicht allzu langer Zeit auf ANEWFRIEND vorgestellten Single „Crème Brûlée“ und der anschließenden Debüt-EP „Tell Me Your Mind And I’ll Tell You Mine“ bewiesen. Nun trauen sich King Hannah mit ihrer neuen Single gleich an Rock-Ikone Bruce Springsteen heran. Und wie superb ist denn diese Cover-Fassung von „State Trooper“ bitte gelungen! Merrick und Whittle überführen Springsteens auf dem düster-reduzierten Boss’schen Album-Klassiker „Nebraska“ anno 1982 veröffentlichten Song in eine bedrohlich flirrende Indie-Rock-meets-Dream-Pop-Großtat mit dynamischer Aufbaustruktur und einem vorzüglichen Gitarren-Schlagzeug-Feuerwerk à la Neil Youngs Crazy Horse (noch so eine Rock-Legende, auf deren Pfaden sie hier wandeln). Eine feine Version, an der man sich gar nicht satthören mag…

„We have always loved the Bruce Springsteen album ‚Nebraska‘, how sparse and raw it sounds, and how it is effectively a live demo recording. We wanted to keep that live-feel when covering ‚State Trooper‘ and so we tracked the song live in our little home studio. We tried to do justice to the atmosphere of the original when arranging the track, with rumbling tom-heavy drums, warm creamy guitars and intimate slap-back vocals.“

(King Hannah über „State Trooper“)

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Racoon Racoon & The Duke Of Norfolk – „The Only Living Boy In New York“


Wenn es einen Song von Simon & Garfunkel gibt, der vor allem im vergangenen Jahr für den von einer Pandemie ins Wanken gebrachten Alltag im eigentlich nie stillstehenden, wuseligen New York City geeignet schien (und daher wohl auch seinen Platz in nicht wenigen Playlists fand), dann ist es „The Only Living Boy In New York„. Dabei ist seine Entstehungsgeschichte eine ganz andere: Das Stück wurde von Paul Simon geschrieben, als sich Art Garkunkel im Jahr 1969 inmitten der Arbeiten am finalen Simon & Garfunkel-Album „Bridge Over Troubled Water“ aus dem Staub machte, um in Mexiko an den Dreharbeiten zum Antikriegsfilm „Catch-22“ teilzunehmen – und den verdutzten Duo-Partner allein in NYC zurück zu lassen. So drückt der Song Simons damaliges Gefühlsspektrum irgendwo zwischen Enttäuschung, Einsamkeit und Freiheit aus, aber auch die Erkenntnis, dass ihre kreative Partnerschaft möglicherweise vorbei sein könnte und beide nun ihr eigenes Ding machen (Kenner des legendären Folk-Duos wissen außerdem, dass mit jenem „Tom“, von dem Paul Simon im Stück singt, sehr wohl Art Garfunkel gemeint ist, schließlich traten die beiden in ihrer Anfangszeit noch als „Tom and Jerry“ auf). Und obwohl sich nicht jede Zeile zu einhundert Prozent in die heutige Zeit übertragen lassen mag, eignete sich das Stück in eigenartig-wundervoller Weise durchaus dazu, (s)einen kleinen Teil zum Corona-beeinflussten Soundtrack aller New Yorker im Jahr 2020 beizutragen – in Momenten, in denen sich diese im Lockdown befanden oder die gespenstisch leeren Straßen ihres Viertels betraten.

Wohl auch deshalb haben Racoon Racoon ebenjenen Song wiederentdeckt. Das französische Chamber-Folk-Duo, welches sich bereits vor knapp drei Jahren den Simon & Garfunkel-Evergreen schlechthin vornahm, eröffnet seine Version zwar A Cappella mit der einsamen Stimme von Sängerin Léa anstelle der begleitenden Gitarre des Originals, verfolgt aber einen ganz ähnlichen mehrspurigen Ansatz für den Hintergrundgesang wie Paul Simon vor etwa 50 Jahren. Klar, das Tempo der Coverversion ist merklich getragener, aber ähnlich wie beim Original variiert das Arrangement hier von reduziert bis üppig. Racoon Racoon, welche beim Song Unterstützung von US-Singer/Songwriter Adam „The Duke Of Norfolk“ Howard erhalten, hüpfen jedoch lieber zwischen spärlich und ausladend hin und her, anstatt sich wie in der Version von Simon & Garfunkel eine Klimax aufzubauen. Heraus kommt eine ebenso hübsche wie unverwechselbare Variante eines Songs, der als Oldie but Goldie zwar bereits ein halbes Jahrhundert auf dem musikalischen Buckel haben mag, aber dennoch noch immer wie gemacht scheint für ein New York City in Pandemiezeiten…

„Tom, get your plane right on time
I know your part’ll go fine
Fly down to Mexico
Doh-n-doh-de-doh-n-doh
And here I am
The only living boy in New York

I get the news I need on the weather report
Oh, I can gather all the news I need on the weather report
Hey, I’ve got nothing to do today
But smile, de-doh-n-doh-de-doh
And here I am
The only living boy in New York

Half of the time we’re gone
But we don’t know where
And we don’t know where

(Here I am)

Half of the time we’re gone
But we don’t know where
And we don’t know where

Tom, get your plane right on time
I know that you’ve been eager to fly now
Hey, let your honesty shine, shine, shine now
Doh-n-doh-de-doh-n-doh
Like it shines on me (Here I am)
The only living boy in New York
The only living boy in New York

(Here I am)

(Here I am)“

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Sarah Jarosz – „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“


Die Songs von U2 zeichnen sich, vor allem ab den mittleren Achtzigern, durch ihre Wall of Sound aus, mit ihren unverblümt auf die großen Stadien und Arenen abzielenden, alles und jede(n) umarmenden Melodien und den zahlreichen Gitarrenspuren von The Edge, die dem Ganzen am Ende eine geradezu unverwechselbare Signatur verleihen. Für das 1987 erschienene, verdientermaßen hochgelobte Album „The Joshua Tree“ fügte die irische Rockband dieser Mixtur eine großzügige Kelle voll US-amerikanischer Roots-Musik hinzu. „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ fängt diese Fusion wohl so gut ein wie kein anderer Song, den U2 zu dieser Zeit geschrieben haben – mit The Edges akustischer Visitenkarte, der klingelnden, dengelnden Gitarre, Bonos fast schon pastoralem, vom Gospel inspiriertem Gesang und dem Hintergrundgesang, der passenderweise einen Kirchenchor imitiert. Eine Slide-Gitarre am Ende verleiht dem irischen Vierergespann einen unverkennbar amerikanischen Sound. Larger than life.

Für ihre Variante des Evergreens entschied sich US-Folk-Sängerin Sarah Jarosz dazu, „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ als Folksong zu behandeln. Sicher, auch ihr Gitarrenspiel mag an den primären Rhythmusgitarrenpart von The Edge erinnern – manchmal tönt es gar wie eine Mandoline – aber da enden die Ähnlichkeiten im Arrangement wohl bereits. Es gibt nur Jarosz und ihre Gitarre, sonst nichts. Ihr Gesang ist weniger erhaben, schon gar nicht pastoral, ein bisschen gedämpfter als Bonos Originalvorlage. Es gibt keinen Backing-Chor und keine Overdubs. Jarosz‘ Stimme ist rein und ihr Gitarrenspiel klingt fast knöchern, nackt und – ja – simpel, obwohl es dem von The Edge sehr ähnlich ist.

Das Ergebnis ist ein Song, der sich anfühlt wie ein altes amerikanisches Traditional oder ein Gospelsong ohne Chor. Und da sollte man auch mal eine kleine Lanze für Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen jr. brechen: Bei allem, was bei ihnen manches Mal leicht gestelzt tönen mag, bei aller plötzlichen Besessenheit von Americana und dem übergroßen US-Sound-Outfit, wendete die Band vorab viel Zeit dafür auf, die Musik zu verstehen, bevor sie sie in ihren eigenen Sound integrierte. Das Solo-Akustik-Cover der dreifachen Grammy-Preisträgerin Jarosz von „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ unterstreicht nun lediglich, wie gut U2 damals, vor über dreißig Jahren, ihre Arbeit tatsächlich gemacht haben. Ohne das ganze Getöse der Originalaufnahme klingt der Song unter den Händen von Sarah Jarosz, als sei er so alt wie die US of A selbst, vielleicht sogar noch älter. Eine schöne, auf geradezu liebevolle Art und Weise großartige Hommage an einen großartigen, immergrünen Song. Simple as life.

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Emma Elisabeth – „I’ll Be Your Mirror“


Manchmal braucht es eben ein wenig Hilfe von „oben“. So wurde Emma Elisabeths Version des Velvet Underground-Klassikers „I’ll Be Your Mirror“ für die Werbekampagne eines PC-Herstellers verwendet, was wiederum ihr Label dazu bewog, im Mai 2020 endlich ihr dazugehöriges Album „Cover Stories“ (digital) zu veröffentlichen…

Endlich? In der Tat, denn selbiges nahm die 37-jährige schwedische Musikerin, die bereits seit einiger Zeit in Berlin wohnt, dort vornehmlich im Hintergrund an Filmmusik oder als Songwriterin für andere Künstler ihre Brötchen erarbeitet und 2013 unter ihrem alten Künstlernamen Betty Dittrich – kaum zu glauben, aber wahr – am deutschen Eurovision-Song-Contest-Vorentscheid teilnahm, bereits vor gut vier Jahren nahezu komplett im DIY-Alleingang in ihrem Heimstudio auf. „Das ganze Album wurde in meinem Wohnzimmer aufgenommen und durch ein Portastudio festgehalten. Ich liebe die Schwankungen und Geräusche des Kassettenrekorders. Es fühlt sich an wie eine Zeitkapsel“, erklärt Emma Elisabeth. Zwar veröffentlichte die Wahl-Hauptstädterin, der die Liebe zu den Tönen als Kind zweier Musiker-Eltern quasi in die Wiege gelegt wurde, die zwölf Songs starke Cover-Sammlung bereits 2016 unter ihrem damaligen Künstlernamen (und damit drei Jahre vor ihrem eigentlichen Debütalbum „Melancholic Milkshake„), jedoch ging das Release anno dazumal – aus welchen Gründen auch immer – im Getöse unter…

Neben The Velvet Undergrounds „I’ll Be Your Mirror“, welches sich doch recht nah am Original bewegt, nahm sich Emma Elisabeth auch weiterer Stücke an – und beweist ein ums andere Mal ein gutes Händchen. So ist etwa „Stop Me If You’ve Heard This One Before“ (The Smiths) nicht nur der Opener dieses Albums, sondern auch eine leicht provokant-augenzwinkernde erste Hörempfehlung. Oder ihre LoFi-Version des Black Sabbath-Evergreens „Paranoid“ – trefflicher wurde dieser Song selten entschleunigt, um alles Zehrende und Flehende darin ans Tageslicht zu befördern. Auch toll: die Variante des Steppenwolf-Gassenhauers „Born To Be Wild“ mit ihrem unheimlichen Gesang und umgekehrten Fuzz-Gitarrensoli. Black Rebel Motorcycles Clubs „Howl“ bewahrt seinen düsteren Charme durch Elisabeths samtige Stimme, die zeitweise an Chelsea Wolfe sowie mit ihrem dunklen Mystizismus an den Grunge der Neunziger erinnert. Und sonst so? Allerlei weitere Anzeichen eines erlesenen Musikgeschmacks mit „Play With Fire“ (Rolling Stones), „Don’t Think Twice It’s Alright“ (Bob Dylan), „Satellite Of Love“ (Lou Reed), „Love Enchanted“ (Daniel Johnston), „The Chain“ (Fleetwood Mac), „Only Happy When It Rains“ (Garbage) oder dem fulminanten Abschluss mit einer exquisiten Version des durch „Almost Famous“ zu neuen Ehren gelangten Elton John-Klassikers „Tiny Dancer“. Beinahe bekommt man ein Gefühl dafür, wie ein Album klingen würde, das Penny Lane, welche Kate Hudson in ebenjenem Film verkörpert, aufgenommen hätte. Wie würde denn ein Film aussehen, den man quasi aus Emma Elisabeths Musik schneidern würde? „Vielleicht wie ein Neunzigerjahre-Road-Trip-Western mit Bill Murray und Drew Barrymore in den Hauptrollen, unter der Regie von Jim Jarmusch…“

Und der Name des Albums? „Eine Zeit lang habe ich überlegt, es ‚Songs By Dirty Old Men‘ zu nennen, weil fast alle Songs von Kerlen komponiert wurden. Ich denke darüber nach, ein weiteres Album aufzunehmen, das weibliche Songwriterinnen umfasst. Vielleicht wird das ein zukünftiges Projekt von mir werden“, so Elisabeth. Auch wenn dieser Titel sicherlich für zusätzliche Publicity gesorgt hätte, wird „Cover Stories“ der Sammlung voll von in reduziertem Gewand neu interpretierter Lieblingslieder ebenso gerecht. 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: