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Song des Tages: Sorority Noise – „No Halo“


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Foto: Pat Nolan / Promo

„No Halo“, der in im wahrsten Sinne todtraurige Opener des aktuellen Albums der aus dem US-amerikanischen Connecticut stammenden Emo-Punks Sorority Noise, dreht sich um einen Freund, der sich das Leben genommen hat, sowie die Themen Verlust, Depressionen und die eigenen Suizidgedanken. Im intensiven Musikvideo werden diese nicht eben erbaulichen Themen sehr passend, sehr eindrücklich symbolisch dargestellt: tanzende Menschen in Selbsthilfegruppen, unkontrollierte Autofahrer, ein weinendes Pärchen beim Liebesakt oder überlaufende Waschbecken. Menschen in den unterschiedlichsten Situationen: im Krankenhaus, auf einer Beerdigung, in der Kneipe – irgendwie im Leben, irgendwie am Ende.

Sorority-Noise-Youre-Not-As-As-You-Think-1489510263-640x640Das Leid all dieser Menschen und ihr offensichtlicher Wunsch, all ihre Verzweiflung herauszuschreien, wird dabei vom starken und erschreckend real erscheinenden Video von Regisseur Kyle Thrash, dem bittersüß-depressiven Emo-Rock von Sorority Noise und Zeilen wie „God called you to fulfill a vacancy / I tried to see why it wasn’t me“ untermalt. Das Gefühl, am eigenen Leben und Alltagstrott zu ersticken, vermittelt einem all das auf eindrucksvolle Weise.

„You’re not as… as what? Happy, jealous, sad, lucky, fucked up?“

Sorority Noises aktuelles, drittes Album „You’re Not As _______ As You Think“ – rein musikalisches vor allem Indierock mit Anklängen an den guten alten Neunziger-Jahre-Emo, ein wenig windschiefem Slacker-Pop und mitreißendem Post-Rock – ist im März beim Indie-Label „Big Scary Monsters“ erschienen. Die Platte liefert eine zehnteilige emotionale Achterbahnfahrt, während der Frontmann Cameron Boucher ebenso intensiv wie offen Einblicke in seine Gefühlswelt gibt – die Band selbst bezeichnet all das als „emotionalen Bulldozer“. Dass dort nicht alles eitel Sonnenschein ist und Boucher auf dem Werk vor allem lauthals über Ängste, Depressionen, den Tod und die Kämpfe gegen die eigenen Dämonen singt, ist eben (s)eine Art, mit den Schattenseiten des Lebens ins Reine zu kommen. Und irgendwann lässt wohl hoffentlich jeder Schmerz nach…

 

(alternativ gibt’s das Musikvideo hier bei Vimeo)

 

„This last week
I slept 8 hours total, I barely sleep
Maybe that’s why I’ve been weak
The same things that plague you still plaguing me
God called you to fulfill a vacancy
I tried to see why it wasn’t me

So I didn’t show up to your funeral
But I showed up to your house
And I didn’t move a muscle
I was quiet as a mouse
And I swore I saw you in there
But I was looking at myself

I’m placing bets against myself
And honestly I’m a mess
With the car engulfed in flames
I am a wreck
Things I should have said through call or text
I’ve just really been so busy and I regret

Cause if there’s no rest for the wicked
I’m as evil as it gets
Thing I should have said

So I didn’t show up to your funeral
But I showed up to your house
And I didn’t move a muscle
I was quiet as a mouse
And I swore I saw you in there
But I was looking at myself

So when you show up to my funeral
Will you be wearing white or black?
And I know the voice is in you
It’s the energy I lack
So if there’s a race to heaven
I will surely come in last
And if there’s a race to heaven
I will always come in last“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Daphne Lee Martin – „Lover I Don’t Have To Love“


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Vor beinahe 15 Jahren machte ein Song namens „Lover I Don’t Have To Love“ einen damals – mit 22 Jahren – noch recht jungen Mann namens Conor Oberst samt seiner Hauptband Bright Eyes und dem unter anderen von ihm selbst gegründeten Label „Saddle Creek“ auch über die Grenzen von Omaha, Nebraska aus bekannt. Das Stück wurde zum Mini-Hit für all die einsamen Seelen in den Indie-Disko dies- wie jenseits des Atlantiks und sprach den von Liebespein geplagten Adoleszenten mit Zeilen wie „I want a lover I don’t have to love / I want a girl who’s too sad to give a fuck“ oder „I want a lover I don’t have to love / I want a boy who’s so drunk he doesn’t talk“ aus tiefstem Herzen. Das dazugehörige Album „LIFTED or The Story is in the Soil, Keep Your Ear to the Ground“ – Nummer vier der Bright Eyes – etablierte Obersts Namen völlig zu recht im musikalischen Indie-Kosmos, aus dem er bis heute nicht mehr weg zu denken ist.

daphkarrieUnd auch heute noch gilt: Wer sich daran wagt, diesen nahezu perfekten Song zu covern, der sollte es tunlichst vermeiden, ihn einfach nur schnöde – in bester Youtube-Schülerbandmanier – nachzuspielen und ihm gefälligst eine ähnlich eigene Note verleihen, wie es anno 2005 etwa die holländische Indie-Band Bettie Seevert geschafft hat (hier nachzuhören).  Diesen Ratschlag hat wohl auch Daphne Lee Martin beherzigt. Und obwohl ihre Version des Bright-Eyes-Klassikers alles andere als rund und gut durchgemischt fürs Radio-Airplay klingt, hauchen die Musikerin aus New London, Connecticut, die nebenbei mit ihrem Mann noch einen eigenen Vinyl(!)-Plattenladen namens „The Telegraph“ betreibt und deren Musik sich wohl irgendwo zwischen Southern-Roots-Rock, Alt.Country, Americana und Singer/Songwritertum anzusiedeln ist, und ihre Band dem Stück massig spontan gefühlte Seele ein. Frei nach dem Motto: Lieber vier Minuten echtes Leben als zwei Minuten Schönglanz – den Pop überlassen wir lieber Taylor Swift und Co.

 

„I’ve never been too technical with music theory terms when asking for what I want from my band, because it’s more about feeling than execution. This song ranges through so much emotion: it growls, it weeps, it doesn’t give a fuck, it is a bottomless hole, it is lazy and fierce, delicate and cruel. It smells like bad decisions. And though I still loathe the sound of my own voice, this song is just perfect.“

 

 

Rock and Roll.

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