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Zweieinhalb Minuten Youtube, Millionen gerührt – ein obdachlose Klavierspieler wird zum viralen Youtube-Hit


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Neben tapsigen Hunden, naseweisen Katzen, putzigen Babies oder tumben US-Rednecks entwickeln sich wohl am ehesten anrührende Geschichten zu viralen Youtube-Klickhits. Daran hat sich seit dem Siegeszug des weltweiten Netzes höchstens geändert, dass Bilder nicht mehr Tage, sondern nur noch Sekunden brauchen, um sich von Rio de Janeiro bis Novosibirsk zu verbreiten. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben – Menschen lieben einfach voyeuristische, vor Pathos triefende Schlüssellochszenen, die sie für Momente aus ihrer eigenen Tristesse heraus holen.

Eine dieser „Szenen“, die sich jüngst zum viralen Klickhit gemaustert haben, zeigt einen Obdachlosen, der sich vor einigen Tagen an ein öffentliches Piano in Sarasota, Florida setzte, um ein paar Takte zu klimpern… Obwohl: klimpern? Vielmehr legt der Herr, Donald Gould, eine amtlich zu Herzen gehende, exzellente Covervariante der 38 Lenze jungen Styx-Schmonzette „Come Sail Away“ in die schwarzen und weißen Tasten. In Smartphone-Zeiten bleiben solche Momente freilich kaum undokumentiert, und schon bald ist der vormals namenlose 51-jährige Umherziehende eine respektable Internet-Persönlichkeit, dem diese zweieinhalb Minuten Youtube-Fame immerhin Berichterstattungen in Nachrichtensendungen, ein – offenbar gern angenommenes – Makeover und eine wahre Flut hilfsbereiter Spender eingebracht haben (neben bislang über 12 Millionen Klicks).

Mein erster Gedanke, als ich auf dieses Video stieß, mag zwar kaum pathetischer als der der meisten Youtube-Klicker erscheinen, trifft jedoch – zumindest für mich – den Moment ganz gut: Zumeist kann man Menschen, die einem Tag für Tag begegnen, zwar in die Augen, jedoch selten ins Herz schauen…

 

 

 

 

Rock and Roll.

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