Schlagwort-Archive: China

Vernetzt? Vernetzt…


Shiyang he, ein Designer der unter anderem auch im chinesischen Peking ansässigen Werbeagentur Ogilvy & Mather, hat im Auftrag des Shenyang Center For Psychological Research eine Reihe von Werbeaufnahmen konzipiert, die zeigen sollen, welche Auswirkungen die nicht seltene 24/7-Smartphone-Benutzung auf zwischenmenschliche (Nicht)Verhältnisse haben kann.

Und anstatt hier allzu gekünstelt daher zu stelzen, macht es der Designer lieber gleich direkt, bildet Vater, Mutter und Kind in alltäglichen Situationen ab – nur eben getrennt durch ein gigantisches, flimmerndes Smartphone, das jegliche Interaktion und Kommunikation untereinander von vornherein verhindert. Klar: Wer weiß, vielleicht Whatsappen oder Facetimen oder iMessagen oder Facebooken Vati, Mutti und Sohnemann/Töchterchen ja gerade miteinander und senden sich lieber Knutsch-Smileys zu, anstatt eine echte Berührung einfach einmal zuzulassen?

Stirbt die Konversation also so langsam aber sicher komplett aus? Das wohl kaum. Trotzdem sollte Shiyang hes Fotoreihe in unserer schönen neuen Netzwelt, in der eine Minute ohne Netzempfang gleich potentiell tausend verpasste Interaktionen bedeuten mag, dabei ebenso zum Nachdenken anregen wie der Spruch „The more you connect, the less you connect“, denn schließlich kann wohl kaum einer, der gerade diese Zeilen liest, von sich behaupten, nicht – und sei es nur im Ansatz – zur „Generation Internet“ zu gehören…

 

anti-smartphone-ads-shiyang-he-beijing-china-8 anti-smartphone-ads-shiyang-he-beijing-china-7anti-smartphone-ads-shiyang-he-beijing-china-4(gefunden auf boredpanda.com)

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


The Art of War

 

„He who knows when he can fight and when he cannot, will be victorious.“

(Sun Tzu, um 544 v. Chr. – 496 v. Chr., chinesischer General, Militärstratege und Philosoph,

aus: „The Art of War“ / „Die Kunst des Krieges„)

 

Rock and Roll.

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Der Tanz des Regimekritikers… Oppan Ai Weiwei Style!


Wohl kaum einer versteht den Text, und doch marschiert „Gangnam Style„, der K-Pop-Song des südkoreanischen „Rappers“ Psy, Rekorde brechend um den Erdball: das bisher beliebteste Video in der Geschichte Youtubes (sprich: die meisten „Like“-Klicks), zahlreiche Nummer Eins-Plazierungen, sogar Video-Nominierungen (wie etwa bei den kommenden MTV Europe Music Awards 2012) hat der Song, der ursprünglich eine möglichst lächerliche Parodie des protzigen und verschwenderischen Lebensstils der Bewohner des Stadtteils Gangnam in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul darstellen sollte, bereits eingeheimst. Fünfhundertdreißig (!) Millionen Klicks sprechen für sich. Und doch nur für den Moment…

Nun ist sogar der chinesische Künstler Ai Weiwei auf den „Gangnam Style“-Zug aufgesprungen und präsentiert seine Video-Parodie: bekleidet mit pinkem Shirt und schwarzem Sakko tanzen er sowie seine Angestellten, Kollegen und Freunde ausgelassen in einem Innenhof ihre Version des Tanzes, welche sie passend dadaistisch „Gras-Sumpf-Pferd“ nennen. Zwischendrin werden immer wieder kurze Szenen des Originalvideos hineingeschnitten, und gegen Ende lässt sich Ai Weiwei sogar in Handschellen legen. – Das war wohl zu viel des Guten für die chinesische Regierung und ihren berühmt-berüchtigten Zensurdrang, denn bereits binnen kürzester Zeit war der Clip innerhalb Chinas gesperrt und ist nun für Ai Weiweis Landsleute nur noch in kommentierten Ausschnitten verfügbar… Da der 55-jährige Künstler für Peking beileibe kein Unbekannter ist – er ist als Regierungskritiker bekannt, wegen Pornographie und Steuerhinterziehung angeklagt (wobei in einem Land wie China in diesem Fall wohl mit einem anderen Maß gemessen wird) und wurde 80 Tage an einem unbekannten Ort festgehalten – darf man davon ausgehen, dass seine „Gangnam Style“-Version mehr Gesellschaftskritik mit politischem Hintergrund als Tribut an den Zeitgeist darstellen soll. Lustig anzuschauen ist’s allemal.

Glücklicherweise darf ich aus einem weit freieren Teil der Welt schreiben, deshalb gibt’s hier Ai Weiweis Video:

 

Und der regimekritische Chinese ist keinesfalls der einzige, der sich dieser Tage im Glanz der amüsanten popkulturellen Eintagsfliege sonnt, wie man anhand dieses Videos, das den UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bei einem Treffen mit dem für den globalen Hit verantwortlichen Künstler Psy zeigt…

 

Als meinen eigenen Tribut an den Zeitgeist habe ich hier für die zwei Menschen auf der Welt, denen das Original – mutmaßlich – noch fremd sein dürfte, das Video. Und als ganz besonderen Service: die deutsche Übersetzung des Textes als Untertitel!

„Oppan Gangnam Style!“

 

Rock and Roll.

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