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Das Album der Woche


Eddie Vedder – Earthling (2022)

-erschienen bei Republic/Universal-

Eine besondere Qualität Eddie Vedders liegt darin, sich als einer der größten, beständigsten Rockstars seiner Generation genau diesem Label immer wieder entziehen zu können. So finden sowohl er selbst als auch seine Stammband Pearl Jam ihren festen Platz in einer Genealogie, die einen Highway von den großen Vorbildern Neil Young und Tom Petty vorbei an kleinen Clubs und Motels bis zum nächsten Stadion baut. Gewaltige Arenen füllen zu können und bei aller Kredibilität dabei dennoch nie wirklich den Anschein des Ausverkaufs zu erwecken – ein Spagat, der nicht vielen gelingt und bei Vedder vielleicht (auch) auf die jahrelange Surf-Erfahrung zurückgeht. Und auch sein unbeugsamer politischer Aktivismus scheint seit jeher eher einer unverbrüchlichen Prinzipientreue zu entstammen und wenig mit der pflichtschuldigen Scheinheiligkeit mancher Kollegen ähnlichen Kalibers zu tun zu haben. „Earthling„, sein erstes echtes Soloalbum seit zehn Jahren – den schönen Soundtrack zu „Flag Day“ von 2021 nicht mitgerechnet – trägt also in vielerlei Hinsicht einen klugen Titel für eine Songsammlung, die munter und geerdet durch die Welt hüpft, sich aber dennoch des längst erworbenen Legendenstatus‘ bewusst ist. Ein kurzer Blick auf die Kollaborateure genügt: Stevie Wonder, Elton John, Ringo Starr – Vedder scheut sich zu Recht nicht mehr, als weiser alter Mann der Popgeschichte aufzutreten.

Seine Stammband setzt auf „Earthling“ ebenfalls auf Erfahrung. Neben dem Grammy-prämierten Starproduzenten Andrew Watt (Ozzy Osbourne, Justin Bieber, Miley Cyrus), für den sich mit der Arbeit mit Vedder ein Kindheitstraum erfüllt (schließlich trennen die beiden stolze 26 Lenze Altersunterschied) und der wohl auch für das kommende Pearl Jam-Album den Platz hinter den Reglern einnehmen wird, rekrutiert Vedder mit Chad Smith und Josh Klinghoffer seine Mitstreiter aus dem Dunstkreis von Red Hot Chili Peppers: zwei der Gründe, warum „Earthling“ die Ukulele dieses Mal im Jutesack lässt und deutlich rockiger und variabler als die bisher eher zurückhaltenden, lagerfeuerromantischen Soloausflüge Vedders gerät. Aber hören wir mal, Stück für Stück, genauer hinein…

Foto: Promo / Danny Clinch

„Invincible“: „Earthling“ beginnt auf recht ungewöhnliche Weise: mit Synthesizer-Tönen, durch welche sich alsbald eine Akustische und Eddie Vedders Stimme Bahn brechen. Er verwendet hier das phonetische Alphabet – eine durchaus hintersinnige Taktik, mithilfe derer er gleich zum Anfang ein paar ausgewählte popkulturelle Wortspiele in den Song einbringt:

„Can you hear? / Are we clear? / Cleared for lift off, takeoff / For making reverberations / Are we affirmative? / No negatory / Come in, come in / Radio, what’s your story? / Are you Oscar Kilo? / Will you Wilco? / Are you ready for a bit of, a bit of echo victor?“

Die erwähnten „Wilco“ sind eine weitere Band, die das phonetische Alphabet verwendete, als sie 2001 ihr wegweisendes viertes Album „Yankee Hotel Foxtrot“ benannten. Der „Oscar Kilo“-Verweis könnte auf verschiedene Weise betrachtet werden, etwa als Anspielung auf Radioheads monumentales drittes Album „OK Computer“ – oder Vedder könnte den Hörer einfach fragen, ob es ihm gut geht, während der „Echo Victor“-Verweis einfach seine Initialen darstellt. Alles in allem eine durchaus ungewöhnliche wie unterhaltsame Art, das Album zu eröffnen, die zudem eine Lockerheit signalisiert, welche bei den meisten von Vedders Soloarbeiten bisher fehlte. Musikalisch verzichtet „Invincible“ auf Pearl Jams oft geradlinigen Rock-Ansatz zugunsten eines Sounds, der auch auf Paul Simons „Graceland“, Peter Gabriels „So“ (zwei Platten, die 1986, fünf Jahre vor dem Pearl Jam-Debüt „Ten“, erschienen) oder den Alben der späten Talking Heads-Ära nicht groß aufgefallen wäre. Die Gesangsmelodie gerät in der Strophe manchmal etwas unbeholfen, da viele Worte auf engstem Raum untergebracht sind, kommt aber im Refrain mit dem in zwei verschiedenen Oktaven gesungenen „i-i-i-i-invincible, when we love“ voll zur Geltung. Die Produktion ist vor allem von den 1980er Jahren beeinflusst, mit Gated-Reverb-Schlagzeug, hallgetränktem Gesang und Keyboards, die durchweg die Richtung vorgeben. Akustik- und E-Gitarren wechseln sich ab und sorgen für subtile Texturen, wollen dem Rest jedoch nie die Show stehlen. Bei so viel Abwechslung hätte der Mix leicht zu einem Durcheinander werden können, aber jedem Instrument und jeder Stimme wird von Produzent Andrew Watt genug Raum zum Atmen gegeben – in vielerlei Hinsicht ein erstes Ausrufezeichen.

„Power Of Right“: War die Eröffnungsnummer noch recht weit vom gewohnten Pearl Jam-Sound entfernt, so ist schon das zweite Stück mit angezogenem Tempo wieder sehr nah am musikalischen Kosmos von Vedders Stammband angesiedelt. Elemente von Andrew Watts schlankem Produktionsstil (etwa Handclaps, anhaltende Gitarrenhooks oder leichte Gesangsbearbeitung) schimmern durch die Verzerrung hindurch und erinnern einen an die (für manchen Hörer eventuell zu) gut polierten klanglichen Qualitäten des Albums. Während sich Vedders vorherige Soloalben „Into The Wild“ (2007) und „Ukulele Songs“ (2011) oftmals wie isolierte One-Man-Show-Projekte anfühlten, die sich voll und ganz auf akustische Instrumente konzentrierten, ist „Earthling“ deutlich kollaborativer, vielfältiger – und repräsentiert in dieser Hinsicht wohl eher die wahre Essenz seines Schöpfers. Musikalisch reiht sich der Song neben Pearl Jam-Stücke wie „Superblood Wolf Moon“, „Never Destination“ oder „The Fixer“ ein. Nahe der Eineinhalb-Minuten-Marke gibt es einen Breakdown, bei dem Gitarren und Keyboard in den Hintergrund treten und nur eine brummende Basslinie sowie Chad Smiths beharrlicher Beat übrig bleiben, während Vedder „Knocking, knocking the door with his centrifugal force / Couldn’t take the first step / Rocking back and forth“ singt. Für eine Band, die im Grunde ad hoc im Studio zusammengestellt wurde, ist das Niveau der zu hörenden Musikalität durchaus beeindruckend – andererseits bekommt Vedder natürlich hier Unterstützung von gut eingespielten Vollprofis. Ab der Drei-Minuten-Marke bis zum Ende des Songs lässt Josh Klinghoffer ein Gitarrensolo vom Stapel, in welches Vedder „Heed the power, equal power / Share the power, feel the power / Fight the power, be the power / Feed the power, be the power of light“ singt. Die Punk-Rock-Stimmung der Strophe bildet einen angenehmen Kontrast zum traditionelleren Pop-Rock-Refrain, und das Gitarrenriff trägt dazu bei, dass sich der Song sicherlich in mehr als nur ein paar Köpfen festsetzen wird.

„Long Way“: Die erste Singleauskopplung von „Earthling“ ist deutlich hörbar eine Hommage an einen von Vedders größten wie langjährigsten Einflüssen, den 2017 verstorbenen Tom Petty, und wird passend dazu von dem langjährigen Heartbreakers-Mitglied Benmont Tench an der Hammond-B3-Orgel sowie Vedders Tochter Harper als Backgroundsängerin begleitet. „Long Way“ besitzt dabei durchaus luftig-leichte Qualitäten, die an einige der besten Stücke von Pettys „Full Moon Fever“ oder Bruce Springsteens „Tunnel Of Love“ denken lassen. Nach etwas mehr als zwei Minuten setzt Watt zu einem inspirierten Gitarrensolo an, das sauber beginnt und sich zu einem Höhepunkt des Songs entwickelt, sobald er ein Overdrive-Pedal einsetzt. Nach selbigem Solo bietet das Stück einen feinen Breakdown mitsamt Klavier, Bass und Gesang auf, der reichlich Platz für einen dramatischen Aufbau bis zum Refrain bietet, bei etwa dreieinhalb Minuten gibt es zudem eine Bridge mit geschmackvollen Drum-Fills und einer aufsteigenden Orgellinie. Überhaupt: Tenchs Orgel und die Rhythmusgruppe um Smith am Schlagzeug sowie Watt am Bass bilden ein starkes musikalisches Fundament, auf dem Vedder den Song aufbauen kann. Dem Frontmann wird von seinen Mitmusikern viel Spielraum gelassen, und glücklicherweise wird die eingängige, durchaus radiotaugliche Melodie nicht durch das Gewicht von tausend Worten erdrückt. Stattdessen funktioniert die Formel, es einfach zu halten, hier nahezu perfekt, vor allem während des Refrains, in dem Vedder Zeilen wie „She took the long way / On the freeway…“ singt. Keep it simple – hat schon beim großen, seligen Tom Petty oftmals recht gut funktioniert.

„Brother The Cloud“: Das vierte Stück ist mit seinem emotionalen Text und dem Bass von Chris Chaney von Jane’s Addiction, der unlängst mit Vedder und dem Rest seiner neu gegründeten Begleitband auf Tour war, eines der klaren Highlights auf „Earthling“. Der Song befasst sich eingehend mit dem Thema Verlust und Trauer, etwas, das Vedder nur zu gut kennt: Pearl Jam entstanden einst aus den Ruinen von Mother Love Bone, deren Frontmann Andy Wood 1990 an einer Überdosis Heroin starb. Zudem markiert das Jahr 2000 einen der zugleich tragischsten wie wichtigsten Punkte in der Geschichte von Pearl Jam, als sich beim Roskilde-Festival ein Unglück ereignete, bei welchem neun Fans während dem Auftritt der Band auf tragische Weise ums Leben kamen. Pearl Jam widmeten ihnen und der Trauer nachhingehend den Song „Love Boat Captain„, in welchem Vedder wortgewaltig feststellte dass sie “lost nine friends we’ll never know”. Zudem mussten sich die Musikwelt als Ganzes und Eddie Vedder persönlich bereits – und in nicht wenigen Fällen zu früh – von vielen Größen innerhalb wie außerhalb der Musikszene von Seattle verabschieden. Kurt Cobain. Layne Staley. Scott Weiland. Und natürlich: Chris Cornell. Bedeutete Cobains Tod im Jahr 1994 vor allem einen der ersten Sargnägel ins Erdmöbel der Grunge-Rock-Welle, so war der Tod des ehemaligen Soundgarden- und Audioslave-Frontmanns im Jahr 2017 ein besonders schwerer Schlag für Vedder, der bei seiner Ankunft in Seattle in den frühen Neunzigern von Cornell höchstselbst unterstützt und in die hiesige Musikszene eingeführt wurde und mit ihm ein Duett auf beim Temple Of The Dog-Evergreen „Hunger Strike“ singen durfte – ein Song, ohne den es Pearl Jam wohl nie gegeben hätte. Wie viele andere Songschreiber auch überlässt Vedder seine Texte oft der Interpretation des Hörers, dennoch ist es nur schwerlich vorstellbar, dass er Cornell nicht im Kopf hatte, als er Zeilen wie diese schrieb:

„There’s no previous reference / For this level of pain / I can’t feign indifference / Can’t look away / The years, they go by / The hurt, I still hide / If I look okay, it’s just the outside / There’s no previous reference/ For this level of pain / Oh, I can hear him sing…“

Zudem verlor Vedder auch seinen Halbbruder Chris vor einigen Jahren bei einem Kletterunfall. Wie so oft bei Songs aus der Feder von Vedder (sic!), welche Musik gewordene Nachrufe darstellen (und davon gibt es mittlerweile nicht eben wenige), kann man auch hier die recht unmittelbare emotionale Bandbreite aus Liebe, Schmerz und Wut in seiner Stimme hören. Musikalisch beginnt „Brother The Cloud“ mit einem sauberen Gitarrenriff und einer ruhigen Strophe, welche in einen großen Refrain ausbricht, der The Whos Pete Townshend stolz machen würde. Die Bridge führt eine kraftvolle Stakkato-Gitarrenlinie ins Feld, während der Bass die Gesangslinie nachahmt, was den Wechsel vom folgenden Instrumentallauf durch das Riff der Strophe und dann zurück in den Refrain noch intensiver macht. Während des Outros bleibt die Band auf dem Gaspedal. Chaney und Smith gehen voran, während Watt und Klinghoffer ihre Riffs über den knurrenden Bässen austauschen. Im besten Sinne Pearl Jam’eske Gänsehaut.

„Fallout Today“: Bei „Fallout Today“ übernimmt zunächst eine Akustikgitarre das Kommando des Mid-Tempo-Songs, was das Getöse des Vorgängers etwas reduziert und Vedders Gesang ’n‘ Text hervorhebt, ohne jedoch das Bandgefühl oder den mitgenommenen Schwung zu opfern. Kenner des musikalischen Schaffens des 57-jährigen wissen ja ohnehin längst: Leicht balladeskes Pathos liegt Vedder, schließlich ist auch der Pearl Jam’sche Katalog voll von Songs wie „Daughter“, „Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town“, „Around The Bend“, Low Light“ oder „Just Breathe“ (um nur mal ein paar zu nennen), und seine Fähigkeit, seine Emotionen durch Text und Melodie effektiv zu kommunizieren, wird typischerweise erhöht, wenn die Lautstärke der Band hinter ihm um ein paar Dezibel sinkt. Zudem weist „Fallout Today“ noch eine weitere Ähnlichkeit mit „Daughter“ und „Elderly Woman…“ auf, denn wie die beiden Pearl Jam’schen Live-und-Fan-Favoriten auch handelt dieser Song von einer weiblichen Figur, wie etwa jene Zeilen der ersten Strophe beweisen: „Oh, multiplied the questions in her mind / Oh, trying to subtract the great divide / Feeling drowned in her perceptions / Reaching out in all directions / No escape“. Musikalisch wird die Akustische alsbald von Klavier, Orgel, Bass und Schlagzeug sowie einem lebhaften E-Gitarren-Solo flankiert. Watt und Klinghoffer unterstützen den Gesang in den entscheidenden Momenten, einschließlich des Refrains, in dem ihre höheren Lagen und Harmonien die perfekte Ergänzung zu Vedders Bariton darstellen.

„For the fallout today was just a test of strength / Oh, don’t leave it alone, dare carry it on your own / Don’t make light of the weight, you’ll fortify thе chains / And don’t beg for forgiveness / Wе all need to share and shake the pain…“

„The Dark“: Klar, bislang wurden Beschreibungen wie „fröhlich“ oder „überschwänglich“ recht selten mit den Songs von Pearl Jam (oder eben Vedders Solowerk) in Verbindung gebracht, aber zu schreiben, dass „The Dark“ etwas anderes wäre als knapp vier Minuten unverfälschte musikalische Glückseligkeit, wäre tatsächlich eine glatte Lüge. May we call it Altersmilde. Der Song ist zu gleichen Teilen New Wave, Power Pop, Synth Pop und Classic Rock und zeigt Vedder in seiner melodischsten Form, feine Hooklines inklusive. Mag das Stück auch noch so ungewohnt tönen, so stellt es gerade bei einem Typen wie Eddie Vedder, dessen bisheriges musikalisches Oeuvre normalerweise eher ein Plus an heiligem Ernst aufweist, eine willkommene Abwechslung dar, wenn einer wie er einen Abstecher nach Fun Town unternimmt. So beginnt der Song mit einem tanzbaren Schlagzeugbeat von Smith, dem Watts Bass kurz darauf folgt, während Klinghoffers ansteckende Synthie-Linie und die Gitarren nur ein paar Sekunden später in den Mix einsteigen. Und auch der Text des Songs passt mit Zeilen wie „Let me lift you out of the dark“ zur aufmunternden Stimmung der Musik. Neuerungen hin oder her – auch hier setzt sich eine andere Tradition fort, schließlich bewiesen viele der besten Songs von Pearl Jam (man denke etwa an „Release“) und Vedder (zum Beispiel „Rise“) eine aufbauende, geradezu heilende Qualität.

„The Haves“: Die zweite nahezu waschechte Ballade von „Earthing“ kommt mitsamt einer Melodie daher, die seltsamerweise – zumindest im ersten Moment – wie eine verlangsamte Version des 1993er Crash Test Dummies-Hits „Mmm Mmm Mmm Mmm“ klingt. Glücklicherweise setzt kurz nach dem Intro Vedders Stimme ein, um weitere Ähnlichkeiten zwischen den beiden Songs schnell, schnell zu zerstreuen. „When you wake up / It might just be / The first of many blows that you’ll receive…“ – in „The Haves“ veranschaulicht Vedder, dass bedingungslose Liebe für andere und emotionale Werte wichtiger sind als aller materieller Reichtum. Er konzentriert sich darauf, dass diejenigen, die viel haben, oft dazu neigen, nur noch mehr zu wollen und nie wirklich zufrieden mit dem Staus Quo sind, während diejenigen, die zwar nur wenig besitzen, dafür jedoch Liebe im Herzen tragen und ihr Glück eher im immateriellen Miteinander finden, während jene Liebe sie selbst scheinbar unüberwindbare Hindernisse überwinden lässt. Mag sich hippie’esk lesen, aber auch ein anderer Großer sang schließlich einst: „You may say I’m a dreamer / But I’m not the only one“. Die Instrumentierung zu diesem Musik gewordenen Marie Kondō-Vortrag beginnt – einfach genug – mit Akustikgitarre und Klavier, im Laufe des Songs füllen Bass, Schlagzeug, Cello und Geige das musikalische Kontor auf und lassen ein ums andere Mal an Beatle’eskes denken. Zudem erinnert auch die Akkordfolge in der Strophe an jene Beatles, sodass man beinahe meinen könnte, dass „The Haves“ nur drei Türen neben dem McCartney-Klassiker „Here, There, And Everywhere“ (von „Revolver“) residiert.

„Good And Evil“: Danach ist’s erst einmal genug mit der Heimeligkeit, das Tempo nimmt mit „Good And Evil“ dankenswerterweise wieder zu. Ein fast fernöstlich tönendes Intro führt kurz auf die falsche Fährte, muss jedoch schnell einem Punk-Rock-Angriff mit verzerrten Gitarren und düsterem Text weichen:

„Oh, when you look in the mirror / Oh, tell me, what do you see? / An older woman showering in victims‘ blood? Or have yourself you deceived? / Do your rich accommodations / Numb you to what you believe Oh, for the love of a gun / You’re like a bullet aimed to deceive…“

Der härtere Vibe von „Good And Evil“ fällt in die Kategorie derjenigen Songs, die all jene ansprechen dürften, die eine Verbindung zwischen „Earthling“ und Pearl Jams aggressiverem, härterem Material suchen – etwas, das Vedders bisherigem Solomaterial bisher merklich abging. Der Text erzählt die Geschichte einer reichen Frau, die Waffen liebt und auf einer Safari mit ihrer „armseligen Entschuldigung von einem Mann“ einen Elefanten erschießt – kaum verwunderlich, dass Vedder den beiden „Tod“ und „Hölle“ auf den Leib wünscht…

„Rose Of Jericho“: „Rose Of Jericho“ ist ein weiterer Punk-Rock-Kracher, der damit beginnt, dass Chad Smith „one, two!“ einzählend samt Schlagwerk los stampft, bevor sich ihm der Rest der Band anschließt. Die Gitarren schmettern in der Strophe ein selig-kantiges Powerchord-Riff, während zwischen den ersten beiden Strophen eine kurze, aber wirkungsvolle Leadlinie auftaucht. Klinghoffer fügt ein paar geschmackvolle Keyboard-Töne hinzu, um den Sound des Refrains aufzupeppen, in welchem Vedder singt:

„The winds, they blow / Spread the seeds, the rose of Jericho / Forests fall / By hands of man like dominoes / Touch and go / Two outta three, Rochambeau / The rock you throw / Can’t beat the rose of Jericho / Can’t beat the rose of Jericho / Can’t drown the rose of Jericho / Can’t beat the rose of Jericho / Can’t kill the rose of Jericho / The lesson here is Econo, yeah…“

Kurz vor der Zwei-Minuten-Marke gibt es einen Breakdown, bei dem nur das Schlagzeug und Vedders Gesang übrig bleiben, bevor Watt und Klinghoffer für den Outro-Jam wieder einsteigen. „Rose Of Jericho“ gießt etwas mehr Öl in das Feuer, das „Good And Evil“ entfacht hat – wäre das hier nicht Vedders neustes Soloalbum, sondern die aktuelle Pearl Jam-Platte, der Song wäre ein formidabler Opener gewesen. So findet er eben auf Platz neun von „Earthling“ seinen Platz – auch gut.

„Try“: Apropos Live-im-Studio-Take-Einzähler – „Try“ verbindet ein Riff im Stile von Social Distortion und ein euphorisches „one, two, three, four!”  mit dem bemerkenswerten Mundharmonika-Spiel des einzigartig-großen Stevie Wonder. Vedder nutzt das Stück als Gelegenheit, um erneut seine verspielte, unbeschwerte Seite zu zeigen. Als langjähriger Motown-Fan, der oft Bands wie die Jackson 5 als frühen Einfluss anführt (etwas, was man bislang eher selten heraushörte), lässt sich Vedder diese seltene Gelegenheit nicht entgehen, sowohl zu schunkeln als auch zu rocken. Der vielleicht verblüffendste Aspekt von „Try“ ist, dass selbst viele Hörer*innen feststellen werden, dass tatsächlich kaum jemand sonst die Mundharmonika so spielt (oder jemals gespielt hat) wie Stevie Wonder. Sein tonaler Anschlag ist sofort erkennbar und die Freude, die aus dem Instrument strömt, ist ebenso unbestreitbar wie unaufhaltsam. Sein Mundharmonikaspiel verleiht dem Song definitiv eine ganz neue Dimension und bringt ihn an Orte, an die er ohne seine Anwesenheit wohl kaum gelangt wäre. Eine kurze, luftige Nummer, die aber dennoch ausreichend Raum für ein Solo von Wonder und Smiths frenetisches Schlagzeugspiel bietet (zudem ist Vedders andere Tochter Olivia hier im Backgroundgesang zu hören).

„Picture“: Nach dem Dreifach-Punk-Rock-Hoch aus „Good And Evil“, „Rose Of Jericho“ und „Try“ holt sich „Earthling“ mit Elton John einen weiteren prominenten Gast ins Studio. Im Gegensatz zu den drei vorangegangenen Songs lässt „Picture“ jedoch eher an Johns recht unverkennbaren Pop-Rock-Stil denken als an den markdurchdringenden Haudrauf-Sound von Kapellen wie The Clash. Seltsamerweise passt das Duett zwischen Vedder und John jedoch dennoch in den größeren Kontext von „Earthling“ und seinen mal mehr, mal weniger einfühlsamen, wohlmöglich Pandemie-bedingten „Wir stecken da gemeinsam drin“-Lektionen. Einige altgediente Pearl Jam-Fans, die noch immer verzweifelt auf der Suche nach dem juvenilen, all pissed, all angered Eddie (etwa anno 1993) sein sollten, werden bei diesem Song (vermutlich bei einigen anderen dieses Albums ebenso) mehr als eine Augenbraue hochziehen. Dann jedoch haben sie vergessen, dass sowohl Pearl Jam als auch Vedder ihre Karrieren aufrechterhalten und am Leben erhalten haben, indem sie die Dinge auf ihre eigene Art und Weise gemacht haben – einschließlich der Tatsache, dass sie sich weder vom derzeitig vorherrschenden Massengeschmack noch von Trends oder Fans die Richtung ihrer Musik diktieren ließen und nie dem hinterherliefen, was eben trendy ist, um mehr Alben zu verkaufen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf erscheint es beinahe egal, ob „Picture“ ins eigene Gusto passt oder nicht, denn es lässt sich nicht leugnen, dass alle, die an der Entstehung des Songs beteiligt waren, eine Menge Spaß dabei hatten. Ein recht typisch in Elton Johns Honky-Tonk-Stil musizierendes Saloon-Klavier, eine Orgel, akustische Gitarren und die Rhythmusgruppe füllen den größten Teil des instrumentalen Raums (der auch Platz famos-ekstatisches Pianosolo lässt), während elektrische Gitarren an bestimmten Stellen kommen und gehen. Im Refrain singen John und Vedder universale Banalitäten wie „Picture of love, we were a picture of love / The measure of our years so deep and wide / Picture of hope, we were a picture of hope / Standing close together side-by-side, yeah“ (wohlmöglich war also Johns Textlieferant Bernie Taupin gerade im Urlaub), während die Band hilft, jenes Bild von Liebe und Hoffnung in Echtzeit zu malen. Alles in allem kein Meilenstein, macht hört jedoch den Spaß, den alle bei der Nummer hatten, deutlich heraus.

„Mrs. Mills“: Das vorletzte Stück von „Earthling“, „Mrs. Mills“, ist dem Klavier im Keller der altehrwürdigen Abbey Road Studios gewidmet, das nicht nur von Paul McCartney für den Beatles-Hit „Lady Madonna“, sondern auch danach, im Laufe der Jahre, von zahllosen anderen namhaften Musikern benutzt wurde (darunter übrigens von den beiden vorherigen Album-Gästen Elton John und Stevie Wonder). Überhaupt wird Eddie Vedder den von ihm verehrten Beatles wohl selten näher kommen als hier, besitzt der Song doch tatsächlich die Qualität der „Sgt. Pepper’s“-Ära. Das mag nicht nur an der Melodie liegen, sondern auch am Orchester, das Vedder und seine Bandkollegen begleitet – und am Schlagzeugspiel eines gewissen Ringo Starr, der schließlich bestens wissen sollte, wie man „wie die Beatles klingt“. Abgesehen von der Geschichte eines berühmten Abbey Road-Klaviers erzählt der Text auch die Geschichte von einer scheinbar fiktiven, recht promiskuitiven weiblichen Figur:

„Mrs. Mills waits in the dark for the red light to go on / And the curtains will be drawn so none could see / All the townsfolk, they don’t know what the men do down below / In the shadows of a disco neon glow…“

Die Orchestrierung und Ringos Schlagzeugspiel auf „Mrs. Mills“ fügen der ohnehin bereits durchaus vielseitigen, beeindruckenden Klanglandschaft von „Earthling“ ein weiteres einzigartiges musikalisches Element hinzu, während Vedder sein gesangliches und lyrisches Können zur Schau stellen darf. Ein ungewöhnlicher Song – und gerade deshalb ein umso erfreulicheres Highlight.

„On My Way“: Der Abschluss von „Earthling“ ist eine faszinierende Klangcollage, bei der sich auch für Eddie Vedder persönlich ein Kreis schleißt, schließlich stammt die aufgenommene Stimme, die da den Satz „I’ll be on my way…“ in einem Sinatra-ähnlichen Stil singt, von Vedders verstorbenem leiblichen Vater Edward Louis Serverson Jr. (richtig, der „real daddy“ aus „Alive„), während alsbald die Stimme des Sohns mit Fetzen aus den Refrains von „Long Way“, „The Haves“ und „Invincible“ einsetzt. Die Musik des Stücks ist eindringlich und etwas experimentell, stört aber nie das außergewöhnliche, halb dies-, halb jenseitige Familienduett. Und auch ein weiterer Kreis schließt sich mit diesem letzten Song, den Vedder als kurze Hommage an seinen Vater, den er zeitlebens stets als entfremdet wahrnahm, anlegt, nun, schließlich diente das angespannte, quasi nie wirklich vorhandene Verhältnis der beiden, damals, vor gut drei Jahrzehnten, auch als Inspiration für „Release“, das seinerzeit auch Pearl Jams wegweisendes Debütalbum „Ten“ beendete.

Eddie Vedders drittes Soloalbum ist eine Chronik der menschlichen Erfahrung und versucht, die Kluft der Unterschiede zu überbrücken, welche viele Menschen zwischen sich und anderen wahrnehmen. Keineswegs verwunderlich, schließlich wurden die Songs während der Corona-Pandemie und der großen sozialen und politischen Umwälzungen der letzten Jahre geschrieben und aufgenommen und sind in ihren besten Momenten eine aufrüttelnde Erfahrung, die genau zur richtigen Zeit kommt.

Ebenso erfreulich ist, dass Produzent Andrew Watt, über dessen Produktionsstil sich – so viel Ehrlichkeit sei erlaubt – sicherlich streiten lässt, hörbar neuen Enthusiasmus in Vedder geweckt. „Earthling“ ist auf lange Strecken kompromisslos, laut und optimistisch. Trotz des ein oder anderen kleineren Fehlgriffs stecken die Dynamik und Spielfreude von Edward Louis Severson III und seinen diversen All-Stars letztlich immer wieder an. Mit seiner astreinen Begleitband im Rücken hämmert Vedder uns allen noch mal in die Köpfe, was wir immer schon wissen sollten: Der Last Man Standing der alten Garde des Grunge-meets-Alternative-Rocks zeigt der nahenden 60 zum Trotz herzlich wenig Altersschwäche. Eine Statue muss man dieser lebenden Legende hingegen noch nicht bauen – sie würde wohl ohnehin davonlaufen.

Wer mehr über die Hintergründe zu „Earthling“ erfahren mag, dem sei das gut halbstündige Interview empfohlen, zu dem Eddie Vedder kürzlich von einer anderen lebenden Legende eingeladen wurde: Bruce Springsteen.

Rock and Roll.

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Song des Tages: Red Hot Chili Peppers – „Black Summer“


Foto: Promo / Clara Balzary

Nach einigen kleinen Andeutungen hat die Funk-Rock-Institution Red Hot Chili Peppers ihre neue Single „Black Summer“ enthüllt – endlich, möchte man meinen, schließlich ist der Opener nicht nur die erste Auskopplung aus dem ebenfalls heute angekündigten neuen Album „Unlimited Love„, sondern auch der erste gemeinsame Song mit Gitarrist und Co-Sänger John Frusciante seit immerhin 16 Jahren.

Wie die Band auf ihrem zwölften Studioalbum von Frusciante, der nach mehrjähriger Pause, während derer er von Josh Klinghoffer ersetzt wurde, 2019 wieder zurück zu den Chili Peppers gefunden hatte, profitiert, deutet der neue Song bereits an: ordentlich Drive, Rhythmik, Laut-Leise-Dynamik und das ein oder andere komplexe Solo – auf „Black Summer“ erinnert die Band mit ihrem alten Gitarristen wieder an Erfolgsalben wie „Californication“ (1999) oder „By The Way“ (2002) – wenn auch etwas gediegener. Auf „Unlimited Love“ kehrt übrigens auch Rick Rubin (Beastie Boys, Slayer, Johnny Cash) zurück, der – ausgenommen „The Getaway“ (2016) – alle Alben seit dem 1991er Durchbruchswerk „Blood Sugar Sex Magik“ produzierte. 

Mit dieser ersten – auch visuell – ausufernden Auskopplung unterstreicht die Band aus Los Angeles auch ihre eigenen Ambitionen für die dazugehörige kommende Platte: „Unser einziges Ziel ist es, uns in der Musik zu verlieren“, erklärten die Red Hot Chili Peppers in ihrem offiziellen Statement. „Wir (John, Anthony, Chad und Flea) haben gemeinsam und einzeln Tausende von Stunden damit verbracht, unser Handwerk zu verfeinern und füreinander da zu sein, um das beste Album zu machen, das wir machen konnten. Unsere Antennen waren auf den göttlichen Kosmos ausgerichtet, und wir waren einfach so verdammt dankbar für die Gelegenheit, zusammen in einem Raum zu sein und wieder einmal zu versuchen, besser zu werden. Tage, Wochen und Monate verbrachten wir damit, einander zuzuhören, zu komponieren, frei zu jammen und die Früchte dieser Jams mit großer Sorgfalt und Absicht zu arrangieren. Die Klänge, Rhythmen, Schwingungen, Worte und Melodien haben uns in ihren Bann gezogen.“ 

Weiterhin soll laut Rückkehrer Frusciante das Album von Leuten wie „Johnny ‚Guitar‘ Watson, The Kinks, The New York Dolls, Richard Barrett“ und weiteren inspiriert sein. „Das Gefühl des mühelosen Spaßes, den wir hatten, wenn wir Songs von anderen Leuten spielten, blieb uns die ganze Zeit über erhalten, als wir es schrieben. Für mich repräsentiert diese Platte unsere Liebe zueinander und unser Vertrauen ineinander“, führte der 51-jährige Saitenschwinger aus.

Der Nachfolger von „The Getaway“ wird ganze 17 Songs enthalten und am 1. April erscheinen. Im kommenden Sommer gehen die vier Kalifornier mit der neuen Platte dann – hoffentlich – auch auf Tour. Dafür kommen Anthony Kiedis, Flea, John Frusciante und Chad Smith für zwei Termine nach Deutschland.

Rock and Roll.

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Vor zwanzig Jahren…


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Gemälde: Chad Patterson

Californication„, das siebente Studiowerk der Red Hot Chili Peppers, erschien – auf den Tag genau – gestern vor zwanzig Jahren (also am 7. Juni 1999). Mir kommt’s wie eine gefühlte Ewigkeit vor, und trotzdem verbinde ich viel Inniges, massig Prägendes mit diesem Meisterwerk von Langspieler. Hier die Worte, welche mir spontan – und in einem fixen Facebook-Post – in die Tastatur flossen:

Alter, 20 Jahre… Zwanzig. ZWANZIG! Eine ganze Adoleszenz ist das her!
Damals an Tag 1 nach dem Schulbesuch im lokalen Expert-Elektrofachmarkt – sächsische Provinz zwar, aber den hatten wir zumindest! – käuflich erstanden, berauscht durch die Comeback-Vorabsingle „Scar Tissue“ – und seitdem ohne Umschweife immer wieder neu in John Frusciantes Gitarrenspiel verliebt. „Califonication“ bleibt auch zwei Dekaden nach Erscheinen ein formvollendetes, mit etlichen feinen Details versehenes – und doch recht pures, mit wenig Effekten versehenes – Meisterwerk mit Melodien für gleich etliche Trips ins  Nirwana. Von „Around The World“ bis „Road Trippin‘“ – all killer, (almost) no filler. Wie schade ist’s daher, dass Frusciante von Bord der MS Chili Pepper gegangen ist, die Gitarre, deren Saiten er wie kein anderer mit Seele zu füttern vermag, beiseite gestellt hat – und sich nun verqueren elektronischen Experimenten stellt. (Eine Schande! Ein Frevel! Als hätte Leonardo Da Vinci sich irgendwann als Stuhl-Designer für IKEA beworben!) Ohne ihn – und mit seinem früheren Adlatus John Klinghoffer an der Gitarre – mögen die Chili-Schoten um Anthony Kiedis, Flea und Chad Smith zwar noch ähnliche Musik zustande bringen – aber irgendwie ist’s nix Halbes, nix Ganzes mehr, denn ein Unikum wie Frusciante ersetzt nicht mal der talentierteste Saitenberserker (oder -schamane)…
*hach* Zwanzig Jahre, zwei Dekaden! Kaum zu glauben. Mit einer nostalgischen Träne im AUX-Eingang, und noch immer voll der Bewunderung, wieviel Zauber doch einer knappen Stunde Rockmusik innezuwohnen vermag (sowie wohl noch zig weiteren Anekdoten, die ich hierzu erzählen könnte) verbleibe ich…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Foo Fighters – „The Pretender“ (live at the Acropolis)


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Dass die Foo Fighters – allen doch recht mauen Studioalben der letzten Jahre zum Trotz (zuletzt erschien im September das mittlerweile neunte Studiowerk „Concrete And Gold„) – noch immer eine der besten Live-Bands des Planeten sind, dürfte außer Frage stehen.

Für die Serie „Landmarks Live In Concert„, die Superstars zeigt, die in und an historischen Monumenten Konzerte geben, hat die Band um Rampensau Dave Grohl im vergangenen Juli im griechischen Athen einen Auftritt vor der altehrwürdigen Akropolis gespielt. Mit dem Video zu „The Pretender“ (vom 2007er Album „Echoes, Silence, Patience & Grace„) gibt es jetzt einen ersten Appetithappen.

Die mittlerweile zum Evergreen mutierte Rock-Hymne der US-Band bekommt beim Konzert vor der über 2.500 Jahre alten Akropolis ab Minute 2:38 einen – vielleicht improvisierten – Rock’n’Roll-Mittelteil spendiert – inklusive einem Solo von Gitarrist Chris Shiflett. Am Ende erreicht der eigentlich knapp viereinhalb Minuten lange Song so fast die doppelte Länge…

Dave Grohl selbst kommentierte den Auftritt vor ungewöhnlicher Kulisse wie folgt: „Wir haben ein paar verrückte Sachen in den vergangenen zwanzig Jahren gemacht, aber ich glaube, das hier könnte das Verrückteste sein, was die Foo Fighters je mit veranstaltet haben.“ Ähnlich äußerte sich auch Produzent und Regisseur Daniel E Catulla III: „Logistisch war das die größte Unternehmung und Produktion, die ich je gestemmt habe. Es hat fast ein Jahr an Planung gedauert, hunderte Crewmitglieder beansprucht, musste mit der griechischen Regierung koordiniert werden – und mit der Band natürlich.“

Am 10. November soll das ganze Konzert der Foo Fighters beziehungsweise die ganze Episode aus der Doku-Serie „Landmarks Live In Concert“, welche von Red Hot Chili Peppers-Schlagzeuger Chad Smith präsentiert wird, beim Sender PBS ausgestrahlt werden.

 

 

 

Rock and Roll.

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