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„Cut, Copy & Paste“ – Das wohl welterste Büro-Shanty


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Geht doch weg mit euren fetttriefenden Bässen und dick zugeschmierten Synthie-Teppichen, ihr David Guettas da draußen – der Next-Level-Shit von morgen kommt komplett ohne Instrumental aus! Die fünf (nicht mehr ganz so jungen) A-Capella-Buben von Basta legen mit dem Musikvideo zu „Cut, Copy & Paste“ ein so überraschendes Gesamtkunstwerk hin, dass wir hier mindestens vom „Musikvideo des Monats“ reden (jaja, Ironie kann ich). Die Anti-Hymne aufs Büro-Leben bedient sich nicht zufällig der Liedgattung des Shantys. So rudern Millionen von Schreibtisch-Matrosen auf Schiffen aus Glas und Beton Richtung…, ja, äh, wohin eigentlich? Und überhaupt, und obwohl das Ganze so viel mit Rock’n’Roll zu tun hat wie Gesichtspeeling mit Extremsport: Wir sollten alle viel mehr Shantys singen – zumindest, wenn sie so klingen wie dieses mit Textwitz und Ironie gewürzte Stück, und nicht wie ähnlich gelagerte A-Capella-Kapellen wie Santiano oder Wise Guys (allein beim Schreiben der Namen schüttelt’s mich)…

 

(Wer übrigens den Cameo von „heute Show“-Wüterich Gernot Hassknecht sowie das „Monty Python“-Zitat entdeckt, der darf diese gern behalten…)

 

„Textbausteine sind markiert 
Neue Shortcuts definiert 
Das geht so schon jahrelang 
Mit dem Auftragsüberhang 
Tausend Mails im Posteingang 
Also: cut, copy & paste! 

Das Controlling will von mir 
Noch heut‘ das Strategiepapier 
Unsere Arbeit endet nie 
Schmerz im Rücken, Gicht im Knie 
Dann die Erdnussallergie 
Also: cut, copy & paste! 

Eisig weht uns der Wind ins Gesicht 
Warum tut’s die Klimasteuerung nicht? 
Wann werden wir unsere Liebsten wiedersehen? 
Wir um halb fünf, der Praktikant um viertel nach zehn 

Wir kämpfen Seit‘ an Seit‘ zusammen 
Mit dem neuen Prüfprogramm 
Powerpoint-Präsentation 
Der Sales Director drängelt schon 
Ja, wir verdienen unseren Lohn 
Nur mit Cut, copy & paste 

Männer wie wir sind ungezähmt und frei 
Unsere Sehnenscheiden entzündet von der ganzen Klickerei 
Wir stehen zusammen gegen Sturm und Wind 
Solange noch Nespressokapseln in der Teeküche sind 

Ja, unser Ton ist manchmal derb und rauh 
Denn wir fürchten nichts außer Personalabbau 
Männer wie wir fluchen von morgens früh bis spät 
Wo ist verdammt nochmal das Milchaufschäumgerät? 

Lasst uns zur Kantine gehen 
Doch wer soll das überstehen? 
Sie wird unser aller Grab 
Denn heute ist Gemüsetag 
Cut, copy & paste!“

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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Schon klar, „das Büro“ als Arbeitsplatz ist ein Ort, an welchem manch ein Arbeitgeber hohe Dresscode-Forderungen stellt. Mal sind diese Forderungen durchaus berechtigt, mal auch völlig überzogen  – ich als ehemaliger Anzugträger kenne diese leidige tagtägliche Prozedere. Aber mal ehrlich: Wie viele von euch würden der Dame links im Bild raten, sich am nächsten Arbeitstag gefälligst „anständig“ zu kleiden?

Eben.

Nun, die Chefin ebenjener Dame, June J Riva, hat genau das getan. „Mein Boss wollte nicht, dass ich mir meine Haare zum Pferdeschwanz zusammen band. Oder unter einem Tuch versteckte – ‚unprofessionell.‘ Oder mir Köpfchen machte – ‚unprofessionell.‘ Also reichte ich eine Beschwerde gegen sie ein, da auch der Vertrag lediglich aussagte: ‚Kein Dresscode. Erscheine einfach sauber und ordentlich.'“ Wie man sich jedoch vorstellen kann, wollte Rivas Chefin das – gerade anhand der Beschwerde gegen sie – nicht so einfach auf sich sitzen lassen und erwirkte ihrerseits einen neuen Dresscode für die Firma, welcher – nebst den oben genannten *hust* „Verstößen“ – nun auch Strapse, Hüte, Sandalen, tiefe Ausschnitte und – jawohl – „kulturelle Kopfwickel“ zu absoluten Office-No-Gos erklärte. June J Rivas Konter wiederum ließ ebenso wenig lang auf sich warten, denn wie die passionierte Cosplayerin schnell bemerkte, war ihr Hobby nicht unter den Verboten aufgeführt. Und nachdem sie das Verhalten ihrer Chefin der EEOC (Equal Opportunities Employment Commission) gemeldet hatte, machte sie ihren Arbeitsplatz im Büro von nun an Tag für Tag zum nerdigen Laufsteg, welcher ihr selbst auf der „Comic Con“ zu Ehre gereichen würde… Aber seht selbst. Wie der Hashtag ihres Facebook-Eintrags (sowohl dieser als auch die Bilder sind mittlerweile entfernt, aber das Internet vergisst höchst selten etwas) bereits sagt: #NeverPissOffCosplayingScorpios. Die moralische Siegerin in diesem Büro-Innfight dürfte also klar sein.

 

 

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(via boredpanda.com)

 

Rock and Roll.

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