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Song des Tages: Petrol Girls – „Sister“


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Das aus englischen Bristol stammende (und in London gegründete) Hardcore-Punk-Quartett Petrol Girls, von dem ja bereits im vergangenen Jahr etwas ausführlicher hier bei ANEWFRIEND die Schreibe war,  hat mit „Sister“ einen neuen Song in Bild und Ton herausgebracht.

sisterDas erfreulicherweise nicht nur wild um sich schlagende, sondern zwischen dezenten Spoken-Word- sowie Gesangs- und ausdrucksvoll von Frontfrau Ren Aldridge skandierten Passagen pendelnde Stück fokussiert sich – und das mag bei der Band, die sonst dem Sexismus in ihrem nach Außen hin ach so tolerant und progressiv auftretenden, schlussendlich doch noch recht männerdominierten Hardcore-Punk-Genre sowie der tumben Gesellschaft als solcher den lautstarken Kampf angesagt hat – auf die Bedeutung von schwesterlichen Verbindungen und Freundschaften, über die Sängerin Ren Aldridge schon länger etwas schreiben wollte. Gemeint seien damit nicht nur die Beziehungen zu ihren beiden jüngeren Schwestern, sondern auch zu einigen wichtigen Freundinnen und auch der verstorbenen Familienhündin Skye, die sie alle ihre Schwestern nennt: „All diese Beziehungen haben mich so viel gelehrt. Sie haben mir den Weg gewiesen, sich um mich gesorgt, mich zum Lachen gebracht, bis ich weinen musste und mich letztendlich in eine bessere Version von mir selbst verwandelt.“ Weiterhin denke sie, dass die heutige Gesellschaft einen Schwerpunkt auf sexuelle Beziehungen legen würde, obwohl diese Art von schwesterlicher Verbundenheit viel wichtiger sei.

Im dazugehörigen fünfminütigen Musikvideo lassen Petrol Girls – wie schon beim großartigen „Touch Me Again“ – erneut andere für sich sprechen: Es kommen Menschen zu Wort, die ihre persönliche Bedeutung des Wortes beschreiben.

„Sister“ erscheint am 14. September auf der neuen EP „The Future Is Dark“ (welche wiederum nach einem Virginia-Woolf-Zitat betitelt wurde). Den ebenfalls darauf enthaltenen Song „Survivor“ hatten Petrol Girls schon Anfang des Jahres – inklusive Musikvideo – veröffentlicht.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sean Christopher – „A Thousand Hues“


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Neues vom britischen Singer/Songwriter-Newcomer Sean Christopher, den ANEWFRIEND bereits im vergangenen Oktober kurz vorstellte.

Wie bereits im formidablen Stück „Paper Plane Pilot“ hat sich Christopher auch für den nächsten Vorboten seines am 11. Mai erscheinenden Debütalbums „Yonder“ von der großen weiten Welt da draußen inspirieren lassen und erzählt in „A Thousand Hues“ von Liebe und Tragik gleichermaßen:

“I read a story a few years ago about a Japanese man who lost his wife during the Tsunami back in 2011. He could not find her on land and decided to take diving lessons to search the sea. I was really moved by it and ‘A Thousand Hues’ was written soon after.”

Wunderschön, oder? Ob der Akustikgitarrenklampfer da, wie ich meine, ähnlich klingt wie Coldplay-Frontmann Chris Martin zu seligen „Parachutes“-Zeiten, oder, wie an anderer Stelle gemutmaßt, eher nach Peter Gabriel oder dem jungen Sting? Völlig egal.

 

(Wer möchte, der findet den Song hier bei YouTube…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sean Christopher – „Paper Plane Pilot“


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Dass das Thema „Flüchtlingskrise“ nicht immer so ernst wie etwa im Song und Video zu M.I.A.s „Borders“ oder so auf Teufel-komm-raus referenziell ironisch wie bei der Fatoni & Dexter-Kollabo „32 Grad“ angepackt werden muss, beweist der aus der kleinen italienischen 2.600-Seelen-Gemeinde Villanova D’Albenga stammende Singer/Songwriter Sean Christopher mit dem Song „Paper Plane Pilot“ sowie dem dazugehörigen Musikvideo.

Der mittlerweile im englischen Bristol lebende Newcomer schrieb das Stück, nachdem er einen Freund in Südfrankreich besuchte. Laut Christopher geht es in „Paper Plane Pilot” – der Song ist nach den bereits 2013 erschienenen „Everything“ und „Wasteland„, welche im positivsten Sinne an Coldplay zu „Parachutes“-Zeiten erinnern, eines der ersten musikalischen Lebenszeichen des Musikers – darum, sich frei zu fühlen, ohne sich jederzeit der rasanten Umgebung bewusst zu sein, in der wir gerade leben, sowie um eine gewisse Nostalgie hinsichtlich der Weltanschauung eines Kindes.

Und genau darum geht es auch im dazugehörigen Musikvideo, welches das wohl aktuell „schönste” Musikvideo über die Flüchtlingskrise ist (wenn man das so ausdrücken darf). Liebevoll gestaltet, befasst sich der dreieinhalbminütige Clip mit der Flüchtlingsthematik und dem Freiheitsgedanken aus der Sicht eines Kindes, ohne jedoch kitschig zu werden.

Das Musikvideo zeigt einen Jungen aus Pappmaché, der in einem Flüchtlingscamp lebt (welches freilich durch ein von Erwachsenen erdachtes Konzept begrenzt ist). Freiheit findet er, zwischen all diesen Zäunen, nur in seiner Fantasie und Offenheit für die Welt. Also versucht der Junge, mit seinem Papierflugzeug dem Alltag zu entfliehen – bis er schließlich mit einem anderen Kind am Meer spielen kann. Sean Christopher„I see ‚Paper Plane Pilot‘ as an ode to youth. What connects us as human beings, is our imagination. Children seem to understand that better than we do. Let’s tell the story of a child who lives in a refugee camp, limited by a concept of grown ups, finding freedom in his imagination and openness to the world”.

 

Hier gibt es das Musikvideo zu „Paper Plane Pilot“ zu sehen…

 

…sowie den Song noch einmal in einer Live-Session-Variante:

 

Rock and Roll.

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„Hard Believer Sessions EP“ – Fink sagen ‚Dankeschön‘ für ein erfolgreiches Jahr 2014


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In wenigen Tagen geht auch für Fink ein recht erfolgreiches Jahr 2014 zu Ende. Die dreiköpfige englische Band um den ehemaligen Elektro-DJ Fin Greenall, der vor einigen Jahren seine Liebe zur Akustikgitarre entdeckte und von da an Turntables und Mischpulte zur Seite stellte, veröffentlichte im Juli ihr fünftes Studioalbum „Hard Believer“ und ging danach auf Tournee, um neue wie alte Songs (das erste echte Fink-Album „Biscuits for Breakfast“ erschien vor acht Jahren) live vorzustellen.

Als kleines Dankeschön an alle Freunde und Fans verschenken Fink auf ihrer Homepage nun die vier Songs starke „Hard Believer Sessions EP“, welche – laut der Band – „some of the best sessions Fink played in support of their album Hard Believer in 2014“ mit Beiträgen von KCRW (Los Angeles), Le Mouv (Paris), 2Metre (Amsterdam) und Flux FM (Berlin) enthält.

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Hier kann man sich die Musikvideos zu „Looking Too Closely“ und „Shakespeare“ – beide stammen vom aktuellen Album „Hard Believer“ – anschauen:

(oder alternativ hier und hier via Vimeo…)

 

Rock and Roll.

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Gravenhurst sind nicht mehr – Nick Talbot ist tot.


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Endlos lange Spaziergänge durch Madrid. Der Soundtrack zum tollen Jürgen Vogel-und-Daniel Brühl-Zusammenspiel in „Ein Freund von mir„. Eine hervorragend zusammengestellte Retrospektive, gefunden auf einer Website, die es schon längst nicht mehr gibt. Die scheinbar schönste Art der Entdeckung der Langsamkeit. All das sind Dinge und Erinnerungen, die mir bei der Musik von Gravenhurst sofort wieder durch die Synapsen schießen…

Und irgendwie mutet all das wie eine reichlich makabre Promotion-Meldung zur vor wenigen Tagen veröffentlichten Raritätensammlung „Offerings: Lost Songs 2000 – 2004“ an, doch – sollte nicht irgendjemand all die offiziellen Meldungen dies- und jenseits im Internet Lügen strafen – es ist wahr, leider. Am gestrigen 4. Dezember ist Gravenhurst-Frontmann Nick Talbot im Alter von 37 Jahren verstorben.

 

Warp Records, bei dem zwischen 2004 (die „Black Holes In The Sand EP„) und 2012 (das letzte Album „The Ghost In Daylight„) ein Großteil der Veröffentlichungen der Band aus dem englischen Bristol erschien, veröffentlichte folgende Meldung:

„We are shocked and saddened to share the news that Nick Talbot aka Gravenhurst has passed away aged 37. An immensely talented singer-songwriter, multi-instrumentalist, record producer and journalist, he will be hugely missed. Nick’s family and friends request privacy at this difficult time.“

Talbots Managerin Michelle Hilborne gab folgendes Statement heraus:

„I am utterly devastated to confirm that Nick Talbot, also known under the performing name Gravenhurst, has passed away aged 37. The finest, most extraordinary and inspirational songwriter, singer and performer, and a remarkable producer and journalist, Nick’s work has deeply affected so many people all over the world. Outstandingly intelligent, compassionate, fascinating and witty, Nick was the dearest friend and his absence brings indescribable sorrow.“

 

Gravenhurst sind nicht mehr. Ein kühl-grauer Freitagmorgen ist ein wenig grauer als nötig. Uns allen bleibt die Musik – Talbots hellzartes Stimmgewand, das sich aus Fingerpicking von Nick Drake’scher Couleur und dem ein oder anderen Kraut-Elektro-Hirngespinst eine Decke webt, bevor das unscheinbare Männchen in den von Nebel durchzogenen Wäldern verschwindet. Und nie, nie wieder auftauchen wird…

 

 

„And you will never understand the lengths I go to light your way…“

 

Rock and Roll.

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Eine Empfehlung des Hauses: das erste Fink-Livealbum „Wheels Turn Beneath My Feet“ (+ Tourankündigung)


Ein einsamer Mann und seine Akustikgitarre – bereits tausendfach in Fußgängerzonen, auf Konzertbühnen und aus Lautsprechern gehört. Bei Fin Greenall aka. Fink hat es dennoch etwas für sich. Der aus dem englischen Bristol stammende Songwriter (unter anderem auch für und mit John Legend und Amy Winehouse), Gitarrist, Produzent und DJ bringt dieser Tage – nach fünf Studioalben (das letzte, „Perfect Darkness„, erschien 2011) – nun in Form von „Wheels Turn Beneath My Feet“ das erste Dokument seiner Live-Begabung auf den Markt.

Die Platte enthält dreizehn während seiner letzten Tour – welche ihn und seine Band auf über 20.000 Meilen in 14 Länder führte – in europäischen Städten wie London, Amsterdam, Kopenhagen, Paris, Wien, Prag und Lyon aufgenommene Songs (unter anderem auch den Mini-Hit „This Is The Thing“) und beweist auf wunderbare Weise, dass Finks Stimme auch ohne jegliche Studiospielereien nichts an Intensität einbüsst und es, abgesehen von dezenter Begleitung und einigen energetischeren Augenblicken dann und wann, eben oft nichts anderes braucht um große Momente zu erzeugen als: einen einsamen Mann und seine Akustikgitarre.

Hier die Tracklist von „Wheels Turn Beneath My Feet“:

1.  Biscuits (live from Amager Bio, Copenhagen)
2.  Perfect Darkness (live from Union Chapel, London)
3.  Fear Is Like Fire (live from Koko, London)
4.  Yesterday Was Hard On All Of Us (live from Paradiso, Amsterdam)
5.  Blueberry Pancakes (live from WUK, Vienna)
6.  Trouble’s What You’re In (live from Union Chapel, London)
7.  Berlin Sunrise (live from La Cigale, Paris)
8.  Warm Shadow (live from Epicerie Moderne, Lyon)
9.  Honesty (live from La Cigale, Paris)
10. Wheels (live from Paradiso, Amsterdam)
11. This Is The Thing (live from Paradiso, Amsterdam)
12. Sort Of Revolution (live from La Cigale, Paris)
13. Pretty Little Thing (live from Meetfactory, Prague)

 

Hier das live in London aufgenommene „Fear Is Like Fire“…

 

…das offizielle Video zu „This Is The Thing“…

 

…das offizielle Video zu „Sort Of Revolution“…

 

…sowie noch einige weitere Höreindrücke:

 

Wer den Mann und seiner Band gern selbst einmal live erleben möchte, der hat im November an folgenden Tagen und Orten Gelegenheit dazu:

Samstag, Nov 10 // Komplex 457, Zürich
Sonntag, Nov 11 // Muffathale, München
Dienstag, Nov 13 // Arena, Wien
Mittwoch, Nov 14 // Theaterfabrik, Leipzig
Donnerstag, Nov 15 // Klubu Stodoła, Warschau
Samstag, Nov 17 // Astra, Berlin
Sonntag, Nov 18 // Übel & Gefährlich, Hamburg

(den kompletten Tourneeplan gibt’s hier)

 

Rock and Roll.

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