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Song des Tages: Julien Baker – „Hardline“


Foto: Promo / Alysse Gafkjen

Nach der bereits im vergangenen Oktober veröffentlichten ersten Vorabsingle „Faith Healer“ durfte man durchaus (noch) gespannt(er) sein, wohin es Julien Baker musikalisch auf dem Nachfolger zum 2017er Langspieler „Turn Out The Lights“ so zieht: Der Song entwickelte sich ausgehend von Bakers typisch zerbrechlich perlenden Gitarren zu einem üppigen Bandsound, in dessen Zentrum stets der einmalige Gesang der 25-jährigen Indie-Singer/Songwriterin stand.

Das gilt so ähnlich nun auch für „Hardline“: Sacht schwellen zu Beginn ein paar Orgeltöne und Synthesizer an, dann singt Baker feingliedrig wie eh und je. Nach fünfzig Sekunden wirkt es kurz, als würde der Song nun im Bandsound mit einer Pop-Bassdrum in den Mainstream übertreten. Doch der Titel bewahrt sich seine Indie-DNA, kehrt noch einmal zurück zu nichts als Gitarre und Gesang, schwillt wieder opulent an, beruhigt sich leicht und mündet schließlich in ein tosendes Finale, das manch einen eventuell flüchtig an ihren Beitrag im Touché Amoré-Song „Skyscraper“ erinnern könnte. Klar ist: So groß, so weitschweifig klang Julien Rose Baker noch nie.

Das fast noch tollere dazugehörige Stop-Motion-Video zeigt eine mysteriöse gehörnte Figur und ihren Hund in einer beinahe postapokalyptischen Pappmaché-Welt, die an einer einsamen Tankstelle Benzin stehlen, einen seltsamen Apparat testen, auf einem Kirchendach sitzen – und schließlich im stürmischen Schlussakt den Sound des Songs treffend in Bilder übersetzen. Der Look des Clips geht dabei laut Regisseur Joe Baughman, der mehrere hundert Stunden Arbeit in den liebevoll arrangierten, herzerwärmenden Clip steckte, auf eine Skulptur zurück, die Baker selbst gestaltet hatte. „Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, Gegenstände von meinen Reisen aufzuheben, mit dem vagen Hintergedanken, daraus ein Kunstwerk zu machen“, meint Baker selbst. „Ich habe das alles dann in einer Collage in Form eines Hauses und eines Vans verarbeitet. Das wollte ich irgendwie auf der neuen Platte einbinden und als wir über Ideen für ein Video gebrütet haben, sind wir auf Joe Baughman gekommen.“

„Hardline“ wird auf „Little Oblivions“ zu hören sein, Julien Bakers mit Spannung erwarteten drittem Studioalbum, welches am 26. Februar erscheint. Die vorherige Single „Faith Healer“ hatte die junge Musikerin kürzlich in einer mitreißenden Version auch in der US-Late-Show von Stephen Colbert vorgestellt; zuvor hatte sie bereits die einzelnen Spuren des Tracks für Remixe freigegeben. Noch toller war da eigentlich nur ihr Besuch bei „KEXP at Home“, bei dem sie im Gespräch mit Moderatorin Cheryl Waters nicht nur aus ihrem Leben und vom neuen Album erzählte, sondern auch – mal solo, mal mit Band – Live-Session-Versionen von „Faith Healer“, „Hardline“, dem neuen Stück „Song In E“ sowie einer zu Tränen rührenden Coverversion des Soundgarden-Klassikers „Fell On Black Days“ zum Besten gab…

„A few years ago I started collecting travel ephemera again with a loose idea of making a piece of art with it. I had been touring pretty consistently since 2015 and had been traveling somuch that items like plane tickets and hotel keycards didn’t have much novelty anymore. So I saved all my travel stuff and made a little collage of a house and a van out of it. I wanted to incorporate it into the record and when we were brainstorming ideas for videos we came across Joe Baughman and really liked his work so we reached out with the idea of making a stop-motion video that had similar aesthetic qualities as the house I built did. I don’t know why I have the impulse to write songs or make tiny sculptures out of plane tickets. But here it is anyway: a bunch of things I’ve collected and carried with me that I’ve re-organized into a new shape.“ (Julien Baker)

„Man, even after having spent 600 hours immersed in ‘Hardline’ and having listened to it thousands of times, I am still moved by it. It was a fun and ambitious challenge creating something that could accompany such a compelling song. The style of the set design, inspired by a sculpture that Julien created, was especially fun to work in. I loved sifting through magazines, maps, and newspapers from the 60s and 70s and finding the right colors, shapes, and quotes to cover almost every surface in the video.“ (Joe Baughman)

„Blacked out on a weekday
Still, something that I’m trying to avoid
Start asking for forgiveness in advance
For all the future things I will destroy
That way I can ruin everything
When I do, you don’t get to act surprised
When it finally gets to be too much
I always told you you could leave at any time
Until then I’ll split the difference
Between medicine and poison
Take what I can get away with
While it burns right through my stomach
I’m telling my own fortune
Something I cannot escape
I can see where this is going
But I can’t find the brake

Knocked out on a weekend
Would you hit me this hard if I wеre a boy?
See, I don’t need you to defend mе
‚Cause it’s just the sort of thing that I enjoy
Took the fallout, draw a hard line
When I cross it, it’s the third time
Say my own name in the mirror
And when nobody appears
Say it’s not so cut and dry
Oh, it isn’t black and white
What if it’s all black, baby?
All the time

Oh, all the time…“

Rock and Roll.

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Song des Tages: Julien Baker – „Faith Healer“


Foto: Promo / Alysse Gafkjen

Trotz zwangsweiser Konzertflaute ist das kommende Veröffentlichungsjahr um ein Highlight reicher, denn Julien Baker hat nun offiziell ihr drittes Studioalbum angekündigt. Der Nachfolger zum 2017er Werk „Turn Out The Lights“ soll „Little Oblivions“ heißen und am 26. Februar 2021 erscheinen. Begleitet wird die Ankündigung von einer ersten Single mit dem Titel „Faith Healer“ inklusive dazugehörigem Musikvideo, welches mit religiöser Symbolik und Bild-in-Bild-Sequenzen spielt, während Baker dabei selbst nur auf einem Computerbildschirm zu sehen ist. Der Song selbst kommt ganz im Stile früherer Großtaten daher, ist ebenso kraftvoll wie melancholisch.

Put most simply, I think that ‚Faith Healer‘ is a song about vices, both the obvious and the more insidious ways that they show up in the human experience. I started writing this song two years ago and it began as a very literal examination of addiction. For awhile, I only had the first verse, which is just a really candid confrontation of the cognitive dissonance a person who struggles with substance abuse can feel – the overwhelming evidence that this substance is harming you, and the counterintuitive but very real craving for the relief it provides. When I revisited the song I started thinking about the parallels between the escapism of substance abuse and the other various means of escapism that had occupied a similar, if less easily identifiable, space in my psyche.

There are so many channels and behaviors that we use to placate discomfort unhealthily which exist outside the formal definition of addiction. I (and so many other people) are willing to believe whomever – a political pundit, a preacher, a drug dealer, an energy healer – when they promise healing, and how that willingness, however genuine, might actually impede healing.“

In der offiziellen Pressemitteilung zur Ankündigung erklärt die 25-jährige Indie-Folk-Musikerin, die vor zwei Jahren außerdem als Drittel des Trios boygenius, zu dem außer ihr die Indie-Singer/Songwriterinnen Phoebe Bridgers und Lucy Dacus gehören, für begeisterte Reviews sorgte: „Bei ‚Faith Healer‘ handelt es sich um einen Song über menschliche Laster und die offensichtlichen sowie heimtückischeren Wege, auf die diese in unserem Leben auftauchen.“

Tatsächlich habe Baker bereits vor zwei Jahren mit dem Schreiben des Songs begonnen und dabei vor allem das Thema Sucht untersuchen wollen, sowohl bezogen auf Drogenmissbrauch als auch auf andere Formen der Realitätsflucht. „Eine ganze Weile lang hatte ich nur die erste Strophe, in der es auf sehr direkte Weise um die kognitive Dissonanz ging, die ein Drogenabhängiger häufig empfindet“, erklärt die Musikerin weiter, „das Spannungsfeld zwischen dem überwältigenden Wissen, dass die Droge einen kaputtmacht, sowie dem kontraproduktiven und dennoch sehr realen Verlangen nach der Erleichterung, die sie einem verschafft.“

Bei einer zweiten Betrachtung des Songs habe sich ihr jedoch eben auch eine breitere Deutung des Eskapismus-Begriffs eröffnet. „Es gibt so viele verschiedene Kanäle und Verhaltensweisen, die wir benutzen, um unser Unbehagen auf ungesunde Weise nach Außen zu tragen“, so Baker, „sowohl ich als auch viele andere Menschen sind dazu bereit, die Heilversprechen von Politikexpert*innen, Prediger*innen, Drogendealer*innen oder Energieheiler*innen ohne große Widerrede für bare Münze zu nehmen, und ziehen gar nicht in Erwägung, dass diese unsere wahre Heilung womöglich sogar behindern könnten.“

„Little Oblivions“ entstand wiederum in Bakers Heimatstadt Memphis, Tennessee. Behilflich waren ihr dabei der Tontechniker Calvin Lauber sowie der zweifache Grammy-Gewinner Craig Silvey (The National, Florence and the Machine, Arcade Fire), der für das Abmischen der zwölf Songs zuständig war. Während Baker sich auf früheren Veröffentlichungen noch vornehmlich auf Gitarre und Klavier als Begleitinstrumente beschränkt hatte, habe sie nun die Klangpalette mit Bass, Schlagzeug, Synthesizer, Banjo und Mandoline deutlich verbreitert. Dabei habe sie die Instrumente zur Begleitung ihrer nach wie vor sehr persönlichen Lyrics überwiegend selbst eingespielt. Neuer Bandsound hin oder her – inhaltlich macht Baker auch auf dem kommenden Werk das, was sie am besten kann: intensive, beinahe schon sakrale Introspektion, angereichert um Reflektionen auf das Zurückgeworfensein auf sich selbst in einer unsicheren, manchmal dramatischen Zeit.

(Die Albumankündigung wird außerdem von einem längeren, jedoch durch und durch lesenswertem Essay des Dichters, Essayisten und Kulturkritikers Hanif Abdurraqib begleitet, welches ihr weiter unten findet…)

„If you are lucky enough to have a future where the present anxieties of distance become romantic memories, I hope there are people who turn this album over in their hands years from now and remember the world it tumbled into. A world that, in whatever future moment exists, will likely be defined by the work people undertook and the fights people continued to show up for. But it will also be a world defined by how many of us exist on the other side of distance. 

In the moment, here is a new Julien Baker album that arrives as a world comes to newly understand its relationship with touch, with distance. At the time of this writing, I shouldn’t want to run into the arms of anyone I love and miss, and yet I do. In an era of hands pressed on the glass of windows, or screen doors. An era of hands reaching back. An era where touch became an illusion. If we have been unlucky enough, our own lifetimes have prepared us for the ever-growing tapestry of aches. 

To wrestle with the interior of one’s self has become a side effect of the times, and will remain a side effect of whatever times emerge from these. The first time I ever heard Julien Baker, I wanted to know how an artist could survive such relentless and rigorous self-examination. I have been lonely, I have been alone, and I have been isolated. There are musicians who know the nuances between the three. What whispers in through the cracks of a person’s time alone. Julien Baker is one of those artists. A writer who examines their own mess, not in a search for answers, but sometimes just for a way out. A lighthouse to some newer, bigger mess. 

It is hard to put into words what this feels like. Little Oblivions is an album that steps into that feeling and expands it. Sonically, from the opening swells of sound on ‚Hardline‘ rattling the chest, loving but persistent jabs to the way ‚Relative Fiction‘ spills into ‚Crying Wolf,‘ which feels like speeding down a warm highway that quickly turns into a sparse landscape, drowning in a hard rain. Lyrically, too, of course. There are writers who might attempt to bang at the doors of their listeners, shouting their particular anguish of the hour. And there are undoubtedly times when I have needed that to get from one sunrise to the next. But there are also writers who show up assuming anyone listening already knows what it is to crawl themselves back from one heartbreak, or to shout into an enduring darkness and hear only an echo. Little Oblivions is an album that details the crawling, details the shouting. An album that doesn’t offer repair, or forgiveness. Sometimes, though, a chance to revel in the life that is never guaranteed. Yes, the life that grows and grows and is never promised. How lucky to still be living, even in our own mess.

The grand project of Julien Baker, as I have always projected it onto myself, is the central question of what someone does with the many calamities of a life they didn’t ask for, but want to make the most out of. I have long been done with the idea of hope in such a brutal and unforgiving world, but I’d like to think that this music drags me closer to the old idea I once clung to. But these are songs of survival, and songs of reimagining a better self, and what is that if not hope? Hope that on the other side of our wreckage – self-fashioned or otherwise – there might be a door. And through the opening of that door, a tree spilling its shade over something we love. A bench and upon it, a jacket that once belonged to someone we’d buried. Birds who ask us to be an audience to their singing. A small and generous corner of the earth that has not yet burned down or disappeared. I can be convinced of this kind of hope, even as I fight against it. To hear someone wrestling with and still thankful for the circumstances of a life that might reveal some brilliance if any of us just stick around long enough.

Julien, how good it is to hear you again. And now, in all of our anguish and all of our glory. I miss the way the outside world reflected myself back to me. Now, I make mirrors out of the walls. I am so thankful for a better noise than the howling of my own shadows. Julien, you have done it again. You expert magician. You mirror-maker. Thank you for letting us once again watch you maneuver through all of your pleasant and unpleasant self-renderings. If there is a future, there will be people in it who might not remember how this album came at a time when so many hungered for a chance to put themselves back together. When the imagination of a person, a city, a country, was expanding. When, despite all of that, in the quiet moments, there were people who still wanted to be held by someone they maybe couldn’t touch. Thank you, Julien, for this comfort. This glass box through which a person might better be able to see a use for their own grief. This kingdom of small shards of sunlight, stumbling their way in to disrupt the darkness.

Hanif Abdurraqib

Rock and Roll.

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„Live at Red Rocks Unpaused“ – Phoebe Bridgers und Band spielen „Punisher“ in kompletter Länge


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Für alle, die – ebenso wie ich – aktuell gar nicht genug von Phoebe Bridgers‚ fulminant-besonderem Album „Punisher“ bekommen können, gibt’s nun Nachschub in fast schon unerwartbarer Form, denn die US-amerikanische Indie-Singer/Songwriterin und ihre Band bekamen im Rahmen der „Red Rocks Unpaused„-Reihe die Gelegenheit, in dieser doch so eigenartigen Zeit eine Live-Show vor besonderer Kulisse zu spielen: dem Red Rocks-Amphitheater in der Nähe von Morrison, Colorado.

How Red Rocks’ virtual festival is trying to replicate a live concert

Und anstatt ihrem (natürlich lediglich digital anwesenden) Publikum „nur“ eine schnöde zusammengewürfelte Stunde voller Songs aus ihren bislang zwei Alben zu bieten, spielten Phoebe Bridgers und Band – neben Fan-Favoriten wie „Motion Sickness“, „Scott Street“ (vom Debüt „Stranger In The Alps“) sowie „Me & My Dog“ (von der boygenius-EP) – mal eben „Punisher“ in Gänze und am Stück! So bekommt man 2020 unverhofft doch die Möglichkeit, sich von der heimischen Couch aus einen Eindruck davon zu machen, wie „Garden Song“, „Kyoto“, „Chinese Satellite“ oder – vor allem – der krönende Album-Abschluss „I Know The End“ auf Bühnenbrettern klingen…

(Das komplette Konzert kann man sich via Vimeo in gewünschter Bild-Qualität zwischen SD 240p und HD 1080p auch für den Offline-Genuss laden, während man hier die Show im mp3-Format fürs heimische Abspielgerät findet…)

 

(oder via YouTube)

 

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Phoebe Bridgers – Punisher (2020)

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Klingen hier nun Traumschlossgebilde an – oder sind’s eher Albtraumnachtmähre? So ganz deutlich wird auf Anhieb nicht, in welchen Sphären sich Phoebe Bridgers eigentlich bewegt. Für eine klassische Singer/Songwriterin ist ihr Sound zu ungewöhnlich, für gängigen Pop sind ihre Songs zu tiefsinnig. „Indie“ mag das, was sie macht, gewiss auf seine Weise sein, dabei aber auch sanft und zugänglich. Und „emo“ ist ihre Haltung ganz bestimmt, aber nicht auf die übliche „ach-wie-schwer-ist-das-Leben-doch“ Art. Denn Phoebe Bridgers jammert nicht, sie säuselt, haucht und klagt, liebkost und umarmt einen dabei. Und lässt dann plötzlich wieder den ihr eigenen, gerne auch mal düsteren-geekigen Humor aufblitzen.

Schwer zu glauben, dass die vielerorts – zurecht – hochgelobte „Queen of Indie-Emo“ gerade einmal 26 Jahre jung ist. Als sie vor drei Jahren ihr weit beachtetes Debütalbum „Stranger In The Alps“ veröffentlichte, durfte sie erfahren wie die Industrie versucht, hinter dem Erfolg (und vor allem der unleugbaren kreativen Qualität) einer jungen Künstlerin einen Mann auszumachen, der die eigentlichen Fäden in der Hand hält – chauvinistische Gestrigkeit, ick hör‘ dir trapsen! Anfang 2019 gehörte sie zu einer Reihe von Musikerinnen, die in einem Artikel in der „New York Times“ Alt.Country-Rocker Ryan Adams körperlichen und psychischen Missbrauch vorwarfen. Als „Stranger In The Alps“ erschien, hatte sie sich aus der toxischen Beziehung zu ihrem einstigen Mentor bereits befreit, ihre Erfahrung verarbeitete sie unter anderem in dem Song „Motion Sickness“, der sie einem breiterem Publikum zugänglich machte.

Wer genauer hinschaut, der erkennt schnell: Phoebe Bridgers liebt zwar den kreativen Austausch, braucht jedoch keinen männlichen Strippenzieher im Hintergrund, sie hat ihr Leben und ihre außerordentliche Kreativität höchstselbst in der Hand. Nicht ganz grundlos gehört sie, die einst in einem iPhone-Werbespot in Erscheinung trat (und daraufhin ihre erste Band Sloppy Jane ad acta legte), zu den aktivsten Indie-Künstlerinnen der letzten Jahre, gründete gemeinsam mit Lucy Dacus und Julien Baker – ihres Zeichens zwei weitere, ähnliche talentierte, ähnlich von Feuilleton und Publikum umjubelte Jung-Künstlerinnen – die Supergroup boygenius, veröffentlichte gemeinsam mit Conor Oberst im vergangenen Jahr ein formidables Album unter dem Projektnamen Better Oblivion Community Center, nahm einen gemeinsamen Song mit The National-Grantler Matt Berninger auf, sorgte auf dem jüngsten Werk von The 1975 für etwas Folk-Sensibilität, produzierte das zweite Album des aufstrebenden Singer/Songwriters Christian Lee Hutson (der passenderweise auch in ihrer Begleitband spielt). Und trotzdem bleibt immer noch Raum für mehr – mehr Entwicklung, mehr Kreativität, mehr Freiheit. Ihr neues Album „Punisher“ klingt nun wie der nächste logische Schritt. Aber auch: nach sehr viel Eigensinn, Verweigerung und irgendwie nach einem formvollendeten Befreiungsschlag.

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„What if I told you
I feel like I know you?
But we never met
It’s for the best…“

Dass man sich dem Charme ihrer Songs nur schwer entziehen kann, liegt an Bridgers‘ Ehrlichkeit, dem Mut zur Verletzlichkeit und dem bei ihr wenig vorhandenen Bestreben, sowohl als Frau als auch als Künstlerin in irgendeiner Weise „glatt“ zu sein. Ihre Songs handeln von Liebe, vermitteln aber kein romantisiertes Weltbild. Auch bleibt stets Raum für Widersprüchlichkeit. In „Kyoto“ etwa erzählt sie von dem Gefühl, sich an einem eigentlich perfekten Ort trotzdem falsch zu fühlen. Im zerbrechlichen „Garden Song“ erinnert sich Bridgers kulminierend an ihre Kindheit, die Erlebnisse, die ihr Leben prägten – eine Art Comig-of-Age-Song und traumartiger Dialog mit ihrem vergangenen Ich, quasi: „The doctor put her hands over my liver / She told me my resentment’s getting smaller„, singt sie. Der Groll mag noch lange nicht verheilt sein, aber sie erahnt nun, im Rückspiegel, den Weg zur Ausgeglichenheit. Das wahnsinnig große, für minutenlange Gänsehaut sorgende Titelstück wiederum behandelt Phoebe Bridgers‘ beinahe schon beängstigende Liebe zum Schaffen des 2003 verstorbenen Singer/Songwriters Elliott Smith (so ist ein „Punisher“ jemand, der seinem Idol nachstellt). In „ICU“, welches, ähnlich wie auch „Halloween„, von einer vergangenen Beziehung berichtet, findet sie das vielleicht schönste Bild für das Gefühl, jemandem zu nahe zu stehen: „If you’re a work of art / I am standing too close / I can feel the brush strokes“. Und setzt hinterher: „I hate your mom / I hate it when she opens her mouth / It’s amazing to me / How much you can say / When you don’t know what you’re talking about“ – mal eben Hände hoch, wer sich noch nie ähnlich gefühlt hat.

Bridgers umrundet die stärksten Emotionen, ohne mit einem Dartpfeil auf das das Bulls Eye zielen zu müssen. Mitten ins Schwarze trifft sie dabei trotzdem verdammt oft. Wachstumsschmerz war nie schöner, Hoffnungen nie wehmütiger. Kein Festlegen, kein in Stein meißeln, nur das Leben in einem einzigen somnambulen Moment. Phoebe Bridgers fängt damit – ungewollt und unbewußt, schließlich entstanden die Songs bereits zwischen 2018 und 2019 – unwillkürlich auch die kollektive Gemütslage der vergangenen Monate ein, die durch Selbstisolation und beunruhigenden Eilmeldungspushnachrichten dirigiert wurden und eine unvermeidliche Eigenreflexion mit sich brachten. Klar fragt man sich da: Würde sich „Punisher“ ohne all das etwa anders anfühlen? Die Musik anders berühren, die vielen tollen Songzeilen weniger aufwühlen? Oder ist eine weltweite Pandemie nur eine weitere Karte in der Ausredenkartei, um das eigene Gefühlschaos zu legitimieren?

Musikalisch pendelt „Punisher“ dabei beständig zwischen Zurückhaltung, Verspieltheit und sanftem Bombast. „DVD Menu“ ist das einminütige Intro und gemäß des Titels das, was vergessen wird abzustellen, wenn man nach einem ergreifend tiefgründigen Film paralysiert und apathisch auf der Couch klebt und die Wiederholungen des Menüs nur widerwillig durchdringen (und wer genau hinhört, der wird merken, dass hier das letzte Stück ihres Vorgängeralbums, “You Missed My Heart”, gesammelt wird). Andererseits ist das den Abschluss bildende „I Know The End“ vielleicht das größte Stück Musik, das Phoebe Bridgers bisher geschrieben hat – immer hymnischer schraubt sich der Musik gewordene Nachtmahr-Koloss im Laufe seiner fast sechs Minuten in die Höhe, bis nur noch Furor und ihre nackte Stimme bleiben. Das Grundtempo des Albums jedoch ist ein sanftes, der fast schon energetische Uptempo-Song „Kyoto“ (mit Jenny Lee Lindberg von Warpaint am Bass, während sich Bright Eyes‘ Nathaniel Walcott für Bläser-Arrangements verantwortlich zeichnete) bildet da eher eine an Juliana Hatfield und Spätneunziger-Collegerock gemahnende Ausnahme. Gleichzeitig lässt sie sich stilistisch wenig festlegen, was zum Beispiel der fiebrige MDMA-Traum „Graceland Too“ beweist, der mit Banjo, Fiddle, Country-Anleihen und der freundlichen Unterstützung ihrer boygenius-Kolleginnen Lucy Dacus und Julien Baker überrascht. Anderswo, im tollen „Halloween“, schaut auch Kreativ-Buddy Conor Oberst zur stimmlichen Veredelung vorbei. Umso witziger, dass ausgerechnet das Gesamtbild des Albumsounds mehr an die melancholisch-nachtträgen Großtaten eines Elliott Smith als an die troubadour’schen Hansdampf-Launen ihres Better Oblivion Community Center-Kollegen Oberst erinnert.

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In Gänze besticht „Punisher“, bei dem aufgrund des tollen, in der kalifornischen Wüste aufgenommenen Coverartworks und dem liebevoll gestalteten Booklet jedem explizit die großformatige Vinyl-Ausgabe ans Herz gelegt sei, durch Phoebe Bridgers‘ beeindruckendes Songwriting, das irgendwo zwischen knallharten Wahrheiten, ungewöhnlichen Metaphern und ihrem geschätzten Hintersinnhumor pendelt – sinnbildlich etwa jene Zeile aus „Moon Song“ („We hate ‚Tears In Heaven‘ / But it’s sad that his baby died“), in der sie Eric Clapton eben nicht nur seine ihrer Einschätzung nach „extrem durchschnittliche Musik“ ankreidet, sondern auch seine rassistische Vergangenheit. Mehr noch als auf dem Vorgänger „Stranger In The Alps“ gibt sich Bridgers auf den zehneinhalb Stücken einem permanenten, ungebrochenen Empfindsamkeitsgestus hin. Sie singt darüber, was sie fühlt – mal nichts, mal irgendwas, mal das gesamte Spektrum in einem einzigen Moment. Aber sie fühlt immer. Die daraus resultierenden Songs sind bei genauer Betrachtung wahre Füllhörner popkultureller Bezüge von „Harry Potter“ bis hin zu Carmen Maria Machado („In The Dream House“), von Phoebe Waller-Bridge („Fleabag“) bis hin zur Zerstreuung durch irgendwelche YouTube-Tutorials (über die Inspirationen kann man hier sowie hier mehr lesen) – da passt es doch nur zu gut ins dunkel schimmernde Kaleidoskop, dass die Musikerin offen über das Thema Mental Health spricht, für ein Interview mit dem US-„Playboy“ kurzerhand blank zog oder während der Corona-bedingten Ausgangssperre mal eben eine „Welttournee“ in den eigenen vier Wänden spielte. Wer mag, den nimmt Phoebe Bridgers gern mit auf diesem Kopfhörersoundtrack gewordenen nächtlichen Spaziergang durch Echo Park, jenen Stadtteil von Los Angeles, in dem Elliott Smith einst starb und die Singer/Songwriterin nun zu Hause ist. Wäre all das ein Film, so hätte wohl Sofia Coppola Regie geführt (und Bill Murray mindestens einen Gastauftritt gehabt). Berührender als mit diesen Traumschlössern aus Albträumen wird’s in diesem eigenartigen Musikjahr wohl nimmermehr. *hach*

 

Hier findet man die Musikvideos zu „Garden Song“…

 

…“Kyoto“…

 

…“I Seee You“…

 

…und „I Know The End“…

 

…sowie Live-Versionen von „ICU“ und „Halloween“, welche im März vor kleinem Publikumskreis im Los Angeles Memorial Coliseum aufgenommen wurden:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Phoebe Bridgers – „Garden Song“


Eigentlich – und aller Umtriebigkeit zum Trotz – längst überfällig, hat Phoebe Bridgers nun ihre neue Single „Garden Song“ veröffentlicht. Zu Beginn des dazugehörigen Lo-Fi-Musikvideos nimmt die eigentlich drogenabstinente, nichtrauchende US-amerikanische Indie-Singer/Songwriterin einen Zug aus einer Bong. Prompt tauchen im Dunst seltsam-skurrile Gestalten auf…

Trotz fehlender Ankündigung ist der zurückhaltende Song aller Wahrscheinlichkeit nach der erste Vorbote von Phoebe Bridgers‘ zweitem Soloalbum, das seit dem vergangenen Herbst in der kreativen Pipeline steckt – und tatsächlich ihre erste Eigenkomposition seit dem erfolgreichen 2017er Debütwerk „Stranger In The Alps“.

doc200.dig1_-1582654468-640x640In einem Radiointerview erzählte Bridgers zum Stück, das sie schon seit etwa einem Jahr live spielt, dass sie beim Schreiben an ihre Heimatstadt Los Angeles und an wiederkehrende Albträume gedacht habe. Im Refrain begleite sie ihr Tourmanager, ein Niederländer namens Jeroen. „Mir wurde klar, dass er die Stimme eines Engels hatte, als er mit mir im Van einen Mitski-Song sang“, so Bridgers. „Er war zwei Oktaven unter mir, und ich sagte: ‚Du klingst wie ein niederländischer Matt Berninger.'“ (Apropos Matt Berninger: Mit dem The National-Frontmann nahm Bridgers nicht nur unlängst das Duett „Walking On A String“ auf, sondern kündigte noch vor der neuerlichen Songpremiere eine große Tour im Vorprogramm von The National und The 1975 an.)

Für die kreative Umsetzung des DIY-Videos zu „Garden Song“ zeichnet sich Bridgers‘ Bruder Jackson verantwortlich. Post-inhalativ betreten seltsam Kostümierte das kleine Schlafzimmer, darunter ihr Schlagzeuger und Co-Songschreiber Marshall Vore, die Humoristin Tig Notaro und Kumpel Christian Lee Hutson (über den auch bereits auf ANEWFRIEND zu lesen war), der auch die Gitarre einspielte. Der Song ist eine Reflexion über das Erwachsenwerden, die Realisation, wohin einen die eigenen Träume geführt haben, und darüber, dass sich Dinge auch dann verändern, wenn man eigentlich viel zu beschäftigt ist, um es zunächst zu bemerken. Stilistisch schließt der Vierminüter nahtlos an das Solodebüt der Musikerin an und vereint Melancholie und Zerbrechlichkeit im Folk-Song-Format.

Apropos Debüt: Obwohl „Stranger In The Alps“ bereits fast drei Jahre alt ist, war es – regelmäßige Blog-Besucher dürften ohnehin bestens informiert sein – danach doch alles andere als ruhig um die 25-jährige kalifornische Songwriterin. Nicht nur bildete sie mit Conor „Bright Eyes“ Oberst unlängst das Duo Better Oblivion Community Center (deren selbstbetiteltes Debüt im vergangenen Musikjahr in ANEWFRIENDs Top 3 spielte) und mit ihren Songwriter-Freundinnen Lucy Dacus und Julien Baker das Trio Boygenius und veröffentlichte mit beiden Projekten gefeierte Platten, immer wieder trat sie auch als Gastsängerin in Erscheinung. Unter anderem auf Mercury Revs Tribute-Album „Bobbie Gentry’s ‚The Delta Sweete‘ Revisited“ oder in den Duetten „The Night We Met“ mit Lord Huron, gemeinsam mit Noah Gundersen und „7 O’Clock News/Silent Night„, einem Simon & Garfunkel-Cover mit – da isser wieder! – The-National-Frontmann Berninger und Fiona Apple.

Da gingen die (weiteren) Solo-Coversongs der jüngsten Vergangenheit fast unter. 2017 „The House That Heaven Built“ von Japandroids und der Judy-Garland-Klassiker „Have Yourself A Merry Little Christmas„, 2018 eine ganze Reihe: McCarthy Trenchings „Christmas Song„, The Cures „Friday I’m In Love„, (Sandy) Alex Gs „Powerful Man“ und Tom Pettys „It’ll All Work Out„. 2019 dann das Tom Waits-Cover „Georgia Lee„.

Zuletzt hatte Bridgers außerdem ihren Sinn fürs Selbstironisch-komödiantische unter Beweis gestellt und mit Conor Oberst in einer Mini-Mockumentary für die Late-Night-Talk-Sendung von Conan O’Brien mitgespielt. Stillstand? Geht wohl anders. Trotzdem: lääääängst überfällig, die neue eigene Platte…

 

 

„Someday I’m gonna live
In your house up on the hill
And when your skinhead neighbor goes missing
I’ll plant a garden in the yard then
They’re gluing roses on a flatbed
You should see it, I mean thousands
I grew up here till it all went up in flames
Except the notches in the doorframe

I don’t know when you got taller
See our reflection in the water
Off a bridge at the Huntington
I hopped the fence when I was seventeen
Then I knew what I wanted

And when I grow up, I’m gonna look up
From my phone and see my life
And it’s gonna be just like my recurring dream
I’m at the movies
I don’t remember what I’m seeing
The screen turns into a tidal wave
Then it’s a dorm room, like a hedge maze
And when I find you
You touch my leg and I insist
But I wake up before we do it

I don’t know how, but I’m taller
It must be something in the water
Everything’s growing in our garden
You don’t have to know that it’s haunted
The doctor put her hands over my liver
She told me my resentment’s getting smaller
No, I’m not afraid of hard work
I get everything I want
I have everything I wanted“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Matt Berninger & Phoebe Bridgers – „Walking On A String“


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Da sieh‘ mal an – The Nationals Matt Berninger und Indie-Singer/Songwriterin Phoebe Bridgers haben sich für ein Duett zusammengetan. Das Ergebnis, „Walking On A String“, ist Teil der neuen Netflix-Komödie „Zwischen zwei Farnen: Der Film“ und entstand in Zusammenarbeit mit Berningers Frau Carin Besser (sie schrieb ja bereits an vielen Songs des aktuellen The National-Albums „I Am Easy To Find“ mit), Mike Brewer (Brewer & Shipley) sowie The Walkmens Walter Martin und Matt Barrick an der Gitarre und den Drums.

Laut einer Pressemitteilung gab Regisseur Scott Aukerman Berninger freie Hand, um für seinen Film, der um Hauptakteur Zach Galifianakis herum der mittlerweile auch bereits eine Dekade zurückliegenden Kult-Internet-Sketch-Talk-Show „Between Two Ferns“ ein abendfüllendes Format spendiert, einen Song zu schreiben und aufzunehmen – egal mit wem, egal wie. Einzige Voraussetzung: der Song sollte in einer Barszene aufgeführt werden können.

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Matt Berninger meint über „Walking On A String“ sowie dessen Entstehungsprozess in einem Interview mit dem US-„Rolling Stone“: [Director] Scott Aukerman called and told me he and Zach had an important scene in a honky-tonk bar in middle America. They needed a band and a song and said I could do whatever I wanted. My wife Carin and I wrote the lyrics really quickly and I called Tony Berg to produce. I didn’t realize he was in the studio with Phoebe at the time but she graciously let me crash her sessions and that’s when we had the idea to turn it into a duet.”

“It’s a song about how our problems and anxieties can build up and feel like a tangled inescapable web. Sometimes all it takes is a friend with some perspective and patience to help us see our way out of our own messes. It’s also just a love song between a spider and a moth.”

walking-on-a-stringEntstanden sind sowohl der Song als auch das dazugehörige Musikvideo (welches wiederum an die Doku-Ästhetik von „Between Two Ferns“ andockt und somit eine Art Making Of darstellt) innerhalb von zwei Tagen in den legendären Sound City-Studios in Los Angeles.  Phoebe Bridgers dazu: “It’s also where Boygenius [ihr gemeinsames Band-Projekt mit den befreundeten Singer/Songwriterinnen Julien Baker und Lucy Dacus] recorded, so I’m very comfortable there, even with an entirely new band. The rest of the time Matt was trying to corral everyone to steal the couch on which Kurt Cobain wrote ‘Lithium.’” 

Mit der Zusammenarbeit mit dem ähnlich umtriebigen The National-Frontmann ging für die 25-jährige Indierock-Senkrechtstarterin ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung: “He’s been a hero of mine since I was a teenager, but it’s easy to forget when hanging out with him. He treats everyone around him as a peer. I wouldn’t have been so comfortable co-producing without him.”

Leider durfte Phoebe Bridgers das pfirsichfarbene Cowboyoutfit, das sie im Film trug, nicht behalten: “I fucking wish. I do, however, have the belt ‚cuz it’s mine – you can’t even see it in the movie. When I was ten years old, I won a mutton-busting competition at the rodeo and they gave me a buckle with a sheep on it. I finally had a reason to wear it.”

 

 

"The things you've said are hanging in the middle of my mind tonight
I can't turn 'em off
I try to worry for your soul but I forget to all the time
I'm in a twisted web and I can't pull my head from it
I think about you walking on a string
It always brings me back here
Into the garden by the hand
You've always had me walking on a string
 
I knew that I was dead before you touched my lonesome skin
You're never running out of ways to worm your way back in
I hang my head and feel the oxygen drain
 
I think about you walking on a string
And it always brings me back here
Into the garden by the hand
Anyone who knows what love is will understand
You've always had me walking on a string
 
In a web, I can't escape it
You'll always worm your way back in
To my lonesome soul and take it
You've always had me walking on a string
In a web, I can't escape it
You'll always worm your way back in
To my lonesome soul and take it
You've always had me walking on a string"

 

Rock and Roll.

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