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Zitat des Tages


moby quote

(gefunden bei Facebook)

 

Moby bringt das, was in der vergangenen Nacht (mitteleuropäischer Zeit) – passenderweise in einer Arena in Las Vegas, dem „Disney Land für Erwachsene“ – wortwörtlich über die Boxbühne gegangen ist, wieder einmal herrlich charmant auf den Punkt.

Obwohl der „Millarden-Kampf“ zwischen Floyd Mayweather jr. und Conor McGregor bereits im Vorfeld nur am Rande etwas mit dem Boxsport als solchem zu tun hatte. Der eine (Mayweather) ist im Grunde ein Zeit seiner Karriere ungeschlagener, sich nun jedoch – eigentlich – im Ruhestand befindlicher Weltergewichtsboxer, der andere (McGregor) abseits dieses „Money Fights“ Mixed-Martial-Arts-Käfigkämpfer. Großmäuler mit Hang zur medialen Bling-Bling-Dekandenz sind sie beide. Und da sich der Mensch nicht erst seit dem „alten Rom“ an solchen Showkämpfen zwischen zwei ebenso selbstgerechten wie selbstverliebten „Gladiatoren“ erfreut und die Verpackung schon immer wichtiger als der schnöde Inhalt war (siehe auch Donald Trump etc. pp.), nahmen sowohl der US-Amerikaner als auch der Ire die Gelegenheit, noch einmal so richtig Kasse zu machen, an (die Börse belief sich, abseits des recht uninteressanten Ausgangs, auf schlappe etwa 300 Millionen Dollar für Mayweather und etwa 100 Millionen für McGregor) und stiegen für einen Showkampf im den Boxring, der mit dem Boxsport als solchem in etwa so viel zu tun hat wie ein Pornofilm mit echter Liebe. Dass beide Kontrahenten gewiefte Medienprofis sind, die sich im Vorfeld bei jedweder Gelegenheit die Beleidigungs- und Drohgebärdenbälle zuspielten? Gehört zur Cockfight-Show. Wer mag es ihnen bei diesen schnell verdienten Summen verdenken – it’s all about the money, money, money

 

Rock and Roll.

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„The Greatest“ – Muhammad Ali ist tot.


Muhammad-Ali-Quotes-Facebook-Cover-10

Rumble in the Jungle. – Damals, im Oktober 1974, wohl der größte Boxkampf aller Zeiten (vergesst Mayweather Jr. vs. Pacquiao, wo das Boxerische nicht mit dem Großmaul-Showgehabe mithalten kann), als Muhammad Ali und George Foreman in Kinshasa, Zaire aufeinander trafen, heute ein geflügelter Ausspruch. Thrilla in Manila. – Kaum ein Jahr später, im Oktober 1975, trafen Ali und Joe Frazer in Quezon City, heute ein Teil der Region Metro Manila, Philippinen, aufeinander. Zwei Kämpfe, die in die Sportgeschichte eingingen. Zwei Kämpfe, deren windige Organisation durch den legendären Boxpromoter Don King zwar wenig von der perfekt durchorganisierten Show besaß, die heute bei Großereignissen wie diesen üblich ist, dafür umso mehr Unterhaltungswert (und mag es vor allem aus Nostalgie sein). Zwei Kämpfe, die Muhammad Ali – wenn auch knapp – für sich entschied. „The Greatest.“

Es gibt wohl nichts, das nicht bereits zu Lebzeiten über den Mann, der am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky als Cassius Marcellus Clay Jr. zu Welt kam, gesagt wurde. Er gehörte zu den bedeutendsten Schwergewichtsboxern und herausragendsten Athleten des 20. Jahrhunderts und wurde 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee zum „Sportler des Jahrhunderts“ gewählt – wer je einen seiner 61 Kämpfe (von denen er 56 gewann, wiederum 37 davon durch K.O.) gesehen hat, der wird verstehen, wieso. Er ist bis heute der Einzige, der den Titel „unumstrittener Schwergewichts-Boxweltmeister“ dreimal in seiner Karriere gewinnen konnte. Viel wichtiger jedoch: Muhammad Ali war auch als Mensch, als Persönlichkeit faszinierend. Er war ein Großmaul, wie es im Buche stand – aber eines, das den markigen Worten auch fliegende Fäuste folgen ließ. „Das ist nur ein Job. Gras wächst, Vögel fliegen, Wellen schlagen an Land. Und ich verprügle Leute.“, wie er einmal sagte. Es war eher das Wie, welches ein Stückweit die Welt – auch außerhalb des Boxrings – veränderte. Und die Zeit, in der Muhammad Ali, diese polarisierende, ganz besondere Sorte Mensch, aktiv war. Sein Kampf für die Rechte der Schwarzen in den USA, sein Bekenntnis zum Islam im Jahr 1964. Heutige Box-Großmäuler wie Floyd Mayweather Jr. mögen mehr Kohle mit ihrer Show scheffeln. Sollen sie nur. Ohne einen Muhammad Ali würde keiner von ihnen heute da sitzen – wenn man so will, kann man in ihm einen „Steve Jobs des Boxsports“ sehen. All die Berge von Dollars, als die halbnackten Frauen und aufgereihten Privatjets und Luxuskarossen seiner Protz-und-Prass-Nachfolger machen nur umso deutlicher, dass es wohl nie wieder einen Boxer wie Muhammad Ali geben wird, der in der vergangenen Nacht in einem Krankenhaus in Scottsdale, Arizona, in welches er wegen Atembeschwerden eingeliefert wurde, im Alter von 74 Jahren starb. Er war „The Greatest“, er wird es bleiben.

Passende Worte findet man im Nachruf von Spiegel.de-Redakteur Peter Ahrens.

 

 

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Rock and Roll.

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