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Song des Tages: The Killers – „Land Of The Free“ (2020 version)


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Nachdem sich Brandon Flowers und Gitarrist Dave Keuning vor fast zwanzig Jahren über eine Zeitungsannonce kennen lernten, gründeten sie die Band The Killers und casteten mit Mark Stoermer (Bass) sowie Ronnie Vannucci Jr. (Schlagzeug) weitere Bandmitglieder. Heute weiß man: alles richtig gemacht, denn schon mit ihrem Debütalbum „Hot Fuss“ wurde das Quartett aus Las Vegas, Nevada zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rock-Bands der Nuller-Jahre.

Mit ihrer auch heute noch unkaputtbaren Debüt-Single „Mr. Brightside“ haben The Killers Musikgeschichte geschrieben (und so für die ein oder andere gänsehäutige Neuinterpretation gesorgt), anschließend folgten allerlei weitere erfolgreiche Songs wie „Somebody Told Me“, „When You Were Young“ (mein persönlicher Band-Favorit!), „For Reasons Unknown“ oder – klar – das ewiglich unsägliche „Human“. Insgesamt veröffentlichte die Band seit 2004 bisher fünf Studioalben und sicherte sich damit ihren Ruf als feste, gern schon mal Stadien oder Festival-Crowds füllende Größe der Rock-Szene. (Und wer die letzten gut 15 Jahre musikalisch hinterm Mond verbracht haben sollte, der kann das Verpasste gern anhand der 2013er Best Of „Direct Hits“ nachholen).

In den letzten Jahren ist es jedoch merklich still(er) um Frontmann Brandon Flowers und Co. geworden, ihr letztes Album „Wonderful Wonderful“ erschien 2017. Allerdings kündigten The Killers bereits 2019 an, dass dieses Jahr mit einem neuen Album names „Imploding The Mirage“ zu rechnen sei, veröffentlichten im März und April mit „Caution“ und „Fire In Bone“ gar erste Vorab-Singles. Das Album hätte Ende vergangenen Monats erscheinen sollen, jedoch wurde die Veröffentlichung auf ein bislang unbekanntes Datum hin zum Jahresende verschoben.

71k33SKT0iL._SS500_Die ersten Anspielungen auf ein neues Album wurden bereits im letzten Jahr von einer Single namens „Land Of The Free“ begleitet. Auf dieser kritisieren The Killers heftig Donald Trumps Politik sowie dessen gleichsam irrwitzigen wie zynischen Plan, eine Mauer an der US-Grenze zu Mexiko zu errichten – überraschend, vor allem, wenn man bedenkt, dass etwa Mormone Brandon Flowers in der Vergangenheit des öfteren seine Sympathie für republikanische Wahlinhalte bekundete (andererseits haben sogar ehemalige republikanische Politik-Größen wie Ex-Außenminister Colin Powell oder Ex-Präsident George W. Bush angekündigt, bei den Präsidentschaftswahlen im November gegen Trump und für dessen demokratischen Kontrahenten zu stimmen). Zu dem gelungenen klavierlastigen Song gab es außerdem ein sehenswertes Musikvideo von Kult-Regisseur Spike Lee, der an der mexikanischen Grenze das Leben von Migranten filmte.

Diesen Song haben The Killers nun am Sonntag aus gegebenem Anlass in einer aktualisierten Live-Version auf Instagram und Co. geteilt. Die neuen, überarbeiteten Lyrics nehmen Bezug auf die aktuellen Geschehnisse in den USA, namentlich die Ermordung von George Floyd durch einen Polizisten sowie der daraus entstandenen anhaltenden „Black Lives Matter„-Protestwelle. Für die neue Version änderte Sänger Brandon Flowers denn auch Teile des Texts: „How many killings must one man watch in his home?“, heißt es in einer Zeile, „8 measured minutes and 46 seconds / Another boy in the bag / Another stain on the flag“ in einer anderen, welche auf die Zeit verweist, die der weiße Polizist, der ihn tötete, mit dem Knie auf seinem Hals verbrachte, bis Floyd starb.

Die Reaktionen auf den Instagram-Post und die neue Version von „Land Of The Free“ waren dennoch gemischt: Während einige User meinten, dass das Video nichts bringe und die Band unter anderem aufforderten, stattdessen lieber Ressourcen gegen Rassismus zu posten oder zu spenden, waren andere der Meinung, dass Brandon Flowers und seine Bandkumpane mit diesem neuen Songtext ein starkes Statement gegen Polizeigewalt setzen würden.

 

Hier kann man sich selbst ein Bild von der 2020er Variante von „Land Of The Free“ machen:

 

„Can’t wipe the wind-blown smile from across my face
It’s just the old man in me
Washing his truck at the Sinclair station
In the land of the free
His mother Adeline’s family came on a ship
Cut coal and planted a seed
Down in them drift mines of Pennsylvania
In the land of the free

Land of the free, land of the free
In the land of the free
Land of the free, land of the free
Land of the free, land of the free
In the land of the free
(I’m standing crying)

When I go out in my car, I don’t think twice
But if you’re the wrong color skin (I’m standing crying)
You grow up looking over both your shoulders
In the land of the free
We got more people locked up than the rest of the world
Right here in red, white and blue
Incarceration’s become big business
It’s harvest time out on the avenue

Land of the free, land of the free
In the land of the free
Land of the free, land of the free
Move on there’s nothing too see
Land of the free, land of the free
In the land of the free

I’m standing crying, I’m standing crying
So how many daughters, tell me how many sons
Do we have to have to put in the ground before we just break down and face it
We got a problem with guns
In the land of the free
Down at the border, they’re gonna put up a wall
Concrete and rebar steel beams (I’m standing crying)
High enough to keep all those filthy hands off of our hopes and our dreams (I’m standing crying)
People who just want the same things we do
In the land of the free

Land of the free, land of the free
In the land of the free
Land of the free, land of the free
Land of the free, land of the free
In the land of the free
Land of the free, land of the free
Land of the free, land of the free
Land of the free, land of the free
Land of the free, in the land of the free
(I’m standing crying)“
 

(der Songtexte stammt von der ursprünglichen, 2019 veröffentlichten Version)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Kevin Devine – „Freddie Gray Blues“


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Wie wir alle wissen, ist das Thema „Rassismus“ nach dem Tod von George Floyd durch Polizeigewalt mittlerweile selbst bei jenen – zumindest in gewissem Maße – angekommen, denen die Lebensrealität farbiger US-Amerikaner, aber auch Mitmenschen hierzulande, ansonsten ferner kaum sein könnte. Endlich? Klar. Ob sich denn auch endlich in unser aller Köpfe etwas zum Positiven, zu einem gerechteren Miteinander bewegt? Bleibt inständig und von ganzem Herzen zu hoffen, warten wir’s ab…

Was auch bekannt sein sollte, ist, dass Floyds Tod am 25. Mai bei Weitem nicht der erste seiner Art in den US of A war. Man denke etwa auch an Breonna TaylorAhmaud Arbery oder jüngst Tony McDade. Oder an Amadou Diallo, ein politischer Asylant, der am frühen Morgen des 4. Februar 1999 vor seiner Haustür von vier New Yorker Polizeibeamten erschossen wurde, die ihn zunächst mit einem gesuchten Serienvergewaltiger verwechselten und gleich darauf ein zweites Mal irrten, als sie Diallos Griff in seine Jacke, um seinen Ausweis vorzuzeigen, mit dem Ziehen einer Waffe verwechselten. Bruce Springsteen widmete ihm postum den bewegenden Gänsehaut-Song „American Skin (41 Shots)“ – ebensoviele Schüsse gaben die Cops, welche übrigens in einer nachfolgenden Gerichtsverhandlung allesamt freigesprochen wurden, insgesamt auf den unbewaffneten Mann ab, den 19 davon tödlich trafen.

Oder an Freddie Carlos Gray Jr. Der 25-jährige US-Afroamerikaner wurde am 12. April 2015 in Baltimore, Maryland von mehreren Polizeibeamten festgenommen, nachdem er Blickkontakt mit einem der Beamten hatte, welcher vermutete, dass Gray ein Messer bei sich trug, und dann wegrannte. Er wurde gefesselt in einen Polizeitransporter verfrachtet, wobei er sich fatale Rückenverletzungen zuzog. Denn nicht nur ignorierten die beteiligten Polizeibeamten wiederholt seine Bitten um medizinische Behandlung, Gray wurde auch von  keinem der Beamten während der Fahrt zur Wache angeschnallt. Freddie Gray fiel bereits bei ebenjenem Transport ins Koma und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er eine Woche nach seiner Festnahme verstarb. Ermittler gingen im Nachhinein davon aus, dass sich der junge Mann während der Fahrt im Polizeitransporter das Genick brach. Auch hier wurden insgesamt sechs US-Polizisten wegen klarer Verstöße gegen die Polizeirichtlinien angeklagt, auch hier wurden alle freigesprochen – soviel zum Thema „the land of the free and the home of the brave“…

81WMcI0ai6L._SS500_Umso wichtiger, dass nicht nur Prince (mit dem Song „Baltimore„), sondern auch Kevin Devine seinerzeit auf den – ähnlich wie derzeit George Floyds sinnloser Tod – im Grunde einfach nur sprachlos machenden Fall aufmerksam machte. 2016 veröffentlichte der New Yorker Singer/Songwriter auf seinem Album „Instigator“ den Song „Freddie Gray Blues„, der nicht nur dem zu jung, zu sinnlos, zu unschuldig verstorbenen Freddie Gray, sondern auch allen anderen Opfern von Polizeigewalt ein bewegendes Denkmal setzt, und mit Zeilen wie „And I know not every cop / Is a racist, murdering cop / But this is bigger than the people I love / The system’s broken / Not breaking / It’s done…“ zur schonungslos offenen Abrechnung gerät, nach der man selbst sich im Grunde lediglich wundert, dass jene Proteste, die sich – mal mehr, mal weniger friedlich – derzeit durch die gar nicht mal so „Vereinigten“ Staaten von Amerika und Großstädte wie Philadelphia, New York, Atlanta, Los Angeles oder Washington, DC ziehen, nicht bereits viel eher in diesem Maße und dieser Vehemenz stattfanden…

 

Im Jahr 2017 gab Kevin Devine bei einer Live Session für „uniFM“ in Freiburg nicht nur eine reduzierte Akustik-Version von ebenjenem „Freddie Gray Blues“ zum Besten, sondern auch von „No History„, einer kaum weniger Hühnerpelle erzeugenden, in Worte und Töne gefassten Post-9/11-Bestandsaufnahme. Sollte man gehört haben. ❤️

 

„I’m talking Freddie Gray blues
I’m talking what happened to you
You were just 25
When they ended your life
When ‚to serve & protect‘
Meant break your leg, snap your neck
Meant to kill you, to sever your spine

No matter what, there’s no good reason why

When I’m talking these killer cop blues
I’m kinda talking my family to you
See, my dad was a cop
And his dad was a cop
And my uncles were cops
And my cousins were cops
I’m partly here because of cops
And I love all those cops
And I know not every cop
Is a racist, murdering cop
But this is bigger than the people I love
The system’s broken
Not breaking
It’s done

I’m talking white privilege blues
I’m talking confession to you
I don’t know what it’s like
To be afraid all my life
Looking over my shoulder
Behind each officer, a coroner
Entrenched inequality
No access, no empathy
Crushed in stacked decks
Institutions & death
This is not my reality
I’m afforded the luxury
Of shaking my head
I shut the screen, go to bed
I can turn off what you never can
And watch it happen again and again (and again and again and again and again, and again)

I’m talking Freddie Gray blues
I’m talking Freddie Gray blues…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Machine Gun Kelly & Travis Barker  - “Killing In The Name“


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Colson Baker, der – zumindest in den US of A – besser bekannt unter seinem street name Machine Gun Kelly sein sollte, und Blink-182-Schlagzeuger Travis Barker haben ein Cover des Rage Against The Machine-Klassikers „Killing In The Name“ veröffentlicht. Motiviert wurden die beiden Musiker hierbei von der„Black Lives Matter“-Bewegung, die nach George Floyds Tod durch unverhältnismäßige Polizeigewalt erneut weltweit Demonstrant*innen auf der Straße versammelt und sich lautstark gegen den leider noch immer grassierenden Rassismus speziell in den derzeit gar nicht mal so Vereinigten Staaten (aber freilich auch hierzulande) stark macht.

Die recht nah am unkaputtbaren Original gehaltene Coverversion selbst entstand, nachdem MGK, der in den letzten Jahren vor allem als Rapper und Gelegenheitsschauspieler (etwa in „Birdbox“) in Erscheinung trat, und Barker gemeinsam an einer ebenjener Demos in Los Angeles teilgenommen hatten. „Sie schrieben den Song 1992. Das ist 28 Jahre her und jedes Wort trifft immer noch zu“, erklärt Machine Gun Kelly die fast schon offensichtlich folgerichtige Songwahl via Twitter. Den allseits bekannten Textzeilen “Fuck you, I won’t do what you tell me!” fügt Machine Gun Kelly die entschlossenen Worte “To the protesters in these streets / Fight the system! / Fuck the system! / We will be heard!” hinzu.

Im dazugehörigen, in schwarz-weiß gehaltenen Clip sieht man die beiden Musiker, die Schilder mit Aufschriften wie “STOP ARRESTING PROTESTORS! ARREST KILLER COPS!” und “NO JUSTICE. NO PEACE.” in den Händen halten und jüngst bereits den ein oder anderen Song gemeinsam aufgenommen hatten, im Studio neben Zusammenschnitten von aktuellen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. „End systematic racism“, heißt es am Ende des Videos – welch‘ frommer Wunsch, für den sich in den Neunzigern bereits Zack de la Rocha, Tom Morello und Co. stark gemacht haben…

 

 

„Killing in the name of

Some of those that work forces
Are the same that burn crosses…

Uh!

Killing in the name of…

Now you do what they told ya…
And now you do what they told ya…
But now you do what they told ya
Well, now you do what they told ya

Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites
Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites

Some of those that work forces
Are the same that burn crosses…

Uh!

Killing in the name of…

Now you do what they told ya…
And now you do what they told ya
(Now you’re under control) And now you do what they told ya…

Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites
Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites
Come on!

Ugh!
Yeah!
Come on!
Ugh!

Fuck you, I won’t do what you tell me…
Motherfucker
Ugh!“

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Desmond Mpilo Tutu, *1931, südafrikanischer anglikanischer Geistlicher und Menschenrechtler)

 

Rock and Roll.

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