Schlagwort-Archive: Beautiful Boy (Darling Boy)

Bye Bye 2014 – Keine Tränen für Arschlochmomente, ein Prost trotz allem auf das Leben!


bye bye

Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht… (Heinrich Heine)

Zu behaupten, dass 2014 für mich persönlich ein „schwieriges“ Jahr gewesen sein, käme einer puren Untertreibung gleich. Kaum war ein „Brandherd“ gelöscht, kam schon wieder Feuer an anderer Stelle hoch, gern auch gleich mehrfach. Und obgleich wir alle Menschen sind (und damit weder perfekt, fehlerfrei noch unfehlbar – keiner von uns!), musste ich zu oft feststellen, dass manch einem das „Menschliche“ und „Professionelle“ vollkommen abhanden gekommen zu sein scheint – besonders und vor allem in der (deutschen) Berufswelt. Und obwohl auch einige wirklich schöne und besondere Momente bleiben werden (etwa das Ende meines knapp siebenjährigen Single-Daseins oder das Pearl Jam-Konzert in der wunderschönen Berliner Wühlheide gemeinsam mit meinem Vater, dem ich immerhin die Initialzündung für meinen Musikgeschmack zu verdanken habe) kann ich umso sicherer sagen, dass ich den letzten 12 Monaten im Rückblick kaum eine Träne nachweinen werde. Dem regelmäßigen Leser von ANEWFRIEND wird sicherlich auch nicht entgangen sein, dass daher von Zeit zu Zeit kleinere bis größere Lücken im Veröffentlichungsturnus klafften (etwa im vergangenen Mai). Wenn das Private leidet und das Berufliche straff anzieht, bleibt selbst für Dinge, die einem wirklich am Herzen liegen, wenig Energie übrig… leider.

First world problems… (Weird Al Yankovic)

Doch ich will mich nicht beschweren, denn bei allem, worüber wir in Europa lamentieren, handelt es sich noch immer um „first world problems“. Ganz gleich, wie beschwerlich uns unser Leben manchen Tages erscheinen mag, ganz egal, wie hart wir uns manchmal vom Schicksal gebeutelt fühlen – wir haben ein gutes Leben. Wir haben – an der Oberfläche und vergleichsweise – sichere Lebensumstände und glücklicherweise – zumindest wünsche ich das jedem von Herzen – allerhand Menschen um uns, die uns lieben, die uns wichtig sind und denen wir dasselbe bedeuten. Natürlich mag das nun – gerade zum Jahresabschluss – wie bloße Phrasendrescherei erscheinen, aber ein kurzer Blick auf die Nachrichtenschlagzeilen mit all ihren Kriegsmeldungen, Flüchtlingsgeschichten, Natur- und Flugzeugkatastrophen genügt wohl, um ein wenig dankbarer über die eigenen Lebensumstände zu sein. Und allein die Tatsache, dass wir ab und an die Zeit und Ruhe für einen so wundervollen Zeitvertreib wie Musik, Filme oder Reisen haben, sagt sicherlich auch einiges, oder?

Life is what happens to you while you’re busy making other plans… (John Lennon)

In wenigen Stunden also ist 2014 ein sicherer Fall für die Geschichtsbücher. In wenigen Stunden geht dieser bescheidene Blog in sein viertes Jahr. Unglaublich, eigentlich – zumindest für mich selbst. Und wer weiß schon, was 2015 für jeden von uns bereithalten wird? Wir alle werden in den nächsten 12 Monaten möglichst viel lachen, möglichst wenig weinen (und wenn, dann bitteschön Freudentränen!), möglichst viel Neues und Schönes sehen. Haltet die, die euch am Herzen liegen und denen ihr am Herzen liegt, nah bei euch – selbst, wenn ihr nicht immer einer Meinung sein solltet. Denn ohne Liebe ist das Leben gleich ein großes Stückweit grauer. Behaltet im Hinterkopf, dass wir alle Menschen sind und keiner weniger wert ist als der andere – ganz gleich, wie er oder sie aussehen mag, welche Meinung er oder sie haben sollte etc. pp. . Keiner von uns hat seinen Geburtsort selbst bestimmt, und kaum weniger sind viele von uns für ihre Lebensumstände verantwortlich (vor allem nicht jene, die zur Flucht aus ihren Heimatländern gezwungen wurden). Nur wenn wir bedingungslos, ohne Hass und ohne Furcht füreinander einzustehen bereit sind, hat diese Welt eine echte Chance, ein klein wenig besserer Ort zu werden (dass er das als großes Ganzes eben gerade nicht ist, weiß jeder, der gewillt ist, zwischen den Zeilen von Castingmüll-Verdummung und Co. zu lesen). Und wenn ihr zwischen all dem Menschsein noch etwas Zeit für ANEWFRIEND findet, würde ich mich freilich auch freuen. Denn obwohl mir das Schreiben nach wie vor ebenso am Herzen liegt wie das Hören und Entdecken von neuer Musik selbst, so ist dieser Blog wahrlich kein Selbstläufer, und auch nicht zum bloßen Selbstzweck in den digitalen Sphären. Er lebt vom Input, von euren Kommentaren, von eurer Kritik.

Und grad deswegen: „Auf das Leben!“… (Jupiter Jones)

Mit diesen vielen – mal mehr, mal weniger – pathetischen Worten (was wohl an den Umständen gelegen haben mag, zumindest musste es raus) entlassen ich euch in die letzten Momente von 2014. Ganz egal, auf welche Weise: Vergesst nie, wer ihr seid und wo ihr herkommt. Bleibt euch – auf welche Art auch immer – selbst treu, denn am Ende des Tages seid ihr nur jenem Gesicht im Spiegel Rechenschaft schuldig, niemandem sonst. Lacht, weint, lebt – hört möglichst viel Musik, sehr möglichst viele Filme und möglichst viel von dieser Welt – ohne Scheuklappen, ohne Dogmen, und mit dem Mut zu Ecken und Kanten! Seid ganz einfach die Menschen, die ihr gern wärt. Und, natürlich: Bleibt ANEWFRIEND gewogen. Danke, von Herzen.

 

10392310_941234969249795_4749464785289913381_n

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Back from the Dead…


back-from-the-dead-600x341

„Life is what happens to you while you’re busy making other plans…“

Selten hat dieses John Lennon-Zitat – der gute Herr hatte kurze Zeit, nachdem er diese berühmten Zeilen als Teil des Songs „Beautiful Boy (Darling Boy)“ ins Studiomikro sang, selbst die zweifelhafte Ehre, seine knapp gefasste Lebensweisheit auf deren praktikablen Wahrheitsgehalt zu prüfen – meine Lebensumstände besser umschrieben als in den vergangenen sechs Wochen. Da entschwindet man den heimischen vier Wänden an einem freien Samstagabend für vier, fünf Stunden, um ein Konzert zu besuchen (das zwar toll war, nun aber in zwiespältiger Erinnerung zurück bleibt), kehrt spät in der Nacht nichtsahnend müde und angenehm abgetrunken zurück – und dann das! Tür aufgebrochen, MacBook weg… Der Optimist unter euch wird sicherlich sogleich meinen: Sei doch froh, dass diese [hier bitte einen selbstgewählten Kraftausdruck übelster Kajüte einfügen] nicht mehr mitgenommen haben und setzte ein „nur“ davor! Dennoch bleibt ein Verlust, ohne den ich diesen Blog in den vergangenen Wochen zwar hätte weiterführen können, aber nicht wollte, da dies herbe und deutliche Einbußen in Qualität und Optik zur Folge gehabt hätte, mit denen ich mich so kaum hätte abfinden wollen. Also bedeutete der Zwischenfall für ANEWFRIEND eine ad hoc verordnete Zwangspause, die ich einerseits fürs „Runterkommen“ und verdiente einwöchige Urlaubmachen in Familie nutzte, andererseits aber auch für die sich nach dem Einbruch ergebenden „Verseitigungen“ der Folgen (Anzeige bei der Polizei, neues MacBook ordern und einrichten  – ein Dank an dieser Stelle noch einmal an meine allzeit hilfsbereite Familie! -, den Schaden mit der Versicherung abklären etc. pp.). Und wie das nunmal so ist, setzt es auf einen Nackenschlag auch gern den nächsten, so als wollte das Leben mir entgegnen: „Du denkst, das war’s jetzt? Einen kleinen Moment, bitte…“. Das Rad steht eben nie so ganz still, und schon Modest Mouse brachten vor ziemlich genau zehn Jahren auf ihrem Meisterwerk von einem Album, „Good News For People Who Love Bad News„, das böse Spiel von Schicksal und Alltag mit großartig daher rumpelnden Melodien und scharfzüngigen Worten trefflich zynisch auf den Punkt. Kein Glück ist wohl schöner als jenes, das man sich verdienen muss – glaubt’s mir, wenn ihr es nicht schon längst an der eigenen Haut erfahren habt.

Doch all die, die mich kennen, wissen, dass wohl kaum etwas (oder gar nichts) meine Liebe zur Musik und zum Schreiben (darüber) auf Dauer erschüttern kann. Deshalb kehrt ANEWFRIEND nun aus seiner Zwangspause zurück, um sich Schritt für Schritt wieder ins „normale“ Alltagsterrain zu bloggen, zu schreiben. An all jene, die während der Auszeit nach dem nächsten Post gefragt haben: Danke, fühlt euch gern als personifizierte Triebfedern des Neustarts! An all die, denen all diese Worte nichts bedeuten mögen: Surft weiter durchs weltweite Netz, hier gibt es nichts zu sehen, danke. All das was war, all das was kommt, geschieht mit dem besten aller Gefühle: Liebe. Einer Liebe zur Musik, einer Liebe zum Schreiben. Für euch. Für mich. Mehr braucht es in bestimmten Momenten nicht, das Leben, dieses mal umarmende, mal herzhaft zupackende, mal wild um sich schlagende erstaunliche kleine Arschloch. Over and out.

„The trick is to keep breathing…“ (Garbage)

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: