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Song des Tages: Beatsteaks vs. Dirk von Lowtzow – „French Disko“


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Wenn sich die Berliner Beatbuletten und Dirk von Lowtzow, hauptberuflich und bekanntlich Frontmann von der Hamburger Band Tocotronic, zusammentun, dann wohl nur aus gutem Grund. Nun, derer gibt es wohl gleich mehrere.

No. 1: Sowohl die seit jeher nie um Eingängigkeit und Festivaltauglichkeit verlegene Punkrock-Institution aus der Hauptstadt als auch von Lowtzow, dessen Band in den Neunzigern mal als heißestes Eisen der „Hamburger Schule“ (übrigens ein Musikrichtungslabel, das ebenso viel- wie nichtssagend ist wie etwa „Grunge“) verschrieen war, in den letzten Jahren und von Album zu Album (zuletzt erschien 2015 das selbstbetitelte „Rote Album“) jedoch qualitativ mehr und mehr abgebaut hat und heutzutage mehr Feuilleton- denn Publikumsliebling ist, sind Fans des 2010 erschienenen Romans „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf. Nie gehört? Nun, in dem Bestseller, welcher sich bislang mehr als zwei Millionen Mal verkaufte, schildert der 2013 verstorbene Autor die Erlebnisse zweier 14-Jähriger aus Berlin, die mit einem gestohlenen Lada durch die ostdeutsche Provinz fahren. Die Handlung spielt in den Sommerferien und wird aus der Perspektive von Maik Klingenberg, einem der beiden Protagonisten, erzählt.

No. 2: Fatih Akin. 43-jähriger  Filmregisseur, Drehbuchautor, Darsteller und Produzent in Personalunion und spätestens seit den Nuller-Jahren und Filme wie „Gegen die Wand“, „Solino“, „Chiko“, „Soul Kitchen“ oder „Blutzbrüdaz“ einer der besten und angesagtesten Filmemacher, die das deutsche Kino zu bieten hat. Genau dieser Fatih Akin, gebürtiger Hamburger türkischer Abstammung, hat sich nun eben – da er selbst ebenfalls zu den Bewunderern des verstorbenen Autors, welcher wie er aus Hamburg stammte, zählt – „Tschick“ vorgenommen und den Herrndorf-Jugendroman für die große Leinwand umgesetzt. Und da beim bekennenden Musikfan Akin seit jeher die Soundtracks seiner Filme einen gewichtigen Teil zum Gesamtkunstwerk beitragen, hat sich dieser – neben Songs von K.I.Z., den Beginnern, Courtney Barnett, Richard Clayderman, Bilderbuch, Seeed oder Royal Blood (allein diese Mischung verrät schon Vieles) – auch die Beatsteaks und Dirk von Lowtzow ins Boot geholt. Eigenartige Mischung? In der Tat. Aber wer kann einer arschcoolen hanseatischen Socke wie Akin schon eine Bitte abschlagen? Eben.

tschick-ost-misc_gallery_big_retinaNo. 3: „French Disko“. Die Idee, ein Coverversion des 1993 erschienenen Stücks der britischen Indie-Band Stereolab aufzunehmen, kam aus Berlin (also von den Beatsteaks). Mag sein, dass sich Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß und Co. bei ihrer Wahl ein klein wenig von den Editors inspirieren ließen, die den Song bereits vor zehn Jahren fulminant (seinerzeit als B-Seite) gecovert haben. Dass man sich ausgerechnet mit dem nicht unbedingt naheliegenden von Lowtzow zusammentat, der daraufhin den Text – freilich – auf Deutsch umschrieb, ist jedoch mehr als mutig. Besser noch: das Experiment geht vollends auf. Der erste neue Beatsteaks-Song seit zwei Jahren klingt im besten Sinne durchgerockt und treibend, und so gut und zupackend hat man Dirk von Lowtzow, der mit den Tocos – seien wir ehrlich – immer mehr ins Egale abdriftet, schon lang nicht mehr gehört. Da wünscht man sich sich doch, dass es nicht bei der einmaligen Soundtrack-Zusammenarbeit bleiben wird (zumal ich mir speziell von den Beatsteaks mehr in deutscher Sprache gesungene Songs erhoffen würde).

No. 4: Auch das Musikvideo zur Neuinterpretation des Stereolab-Klassikers, in welchem Teutoburg-Weiß und von Lowtzow zwei suffköpfige Automechaniker spielen, die von einem der beiden jungen Film-Hauptdarsteller erst betrunken, dann um ein halb schrottreifes Auto ärmer gemacht werden, ist absolut sehenswert und macht schonmal Lust auf Akins neusten Kinofilm.

 

 

Hier gibt’s den Trailer zur Fatih-Akin-Verfilmung von „Schick“, welche ab dem 15. September – bestenfalls – im Kino Ihres Vertrauens zu sehen sein wird:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Beatsteaks – „Ace Of Spades“ (live)


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Dass die Beatsteaks seit Jahr und Tag einer der besten, anständigsten und sowieso derbsten Livebands der Bundesrepublik sind, steht wohl außer Frage. Dass ihr Cover des auch in einhundert Jahren unkaputtbaren Motörhead-Evergreens „Ace Of Spades„, welches die Fünf als Zugabe bei ihrem Heimspiel beim Berliner „PxP Festival“ im vergangenen Juni (einer von ganz wenigen Liveauftritten der Beatbuletten in diesem Jahr) zum Besten gaben, die Qualifikation zum „Song des Tages“ besteht, wohl genauso. Und wem die Nennung von Arnim Teutoburg-Weiß (Gesang, Gitarre), Bernd Kurtzke (Leadgitarre), Peter Baumann (Rhythmusgitarre), Torsten Scholz (Bass) und Thomas Götz (Schlagzeug) ob all der Erinnerungen an Sommer am Baggersee und durchgetanzte Chucks keine Tränen in die Augen treiben sollte, der sollte sich zumindest und schleunigst die (r)echt gute, im vergangenen Herbst erschienene Werkschau „23 Singles“ zulegen. Denn wie fragte vor einiger Zeit bereits die andere „Beste Band der Welt aus Berlin (aus Berlin!)“: „Wie kannst du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?“ Jaaanz jenau, so sieht dit aus.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Beatsteaks – „Make A Wish“ (+ meine persönliche „Best Of“ zum Nachbasteln)


Beatsteaks

Adel, wem Adel gebührt. So – oder so ähnlich – könnte wohl die Prämisse, lauten, als Die Ärzte – augenzwinkernd die selbsternannte „beste Band der Welt“ – vor einigen Jahren im Song „Unrockbar“ einst fragten: „Wie kannst du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?“. Recht ham se! Denn in der Tat hat sich die seit beinahe 20 Jahren zusammen musizierende Punkrock-Fünfercombo zum verlässlichen Spätsommer- und Livekonzert-Dauergaranten entwickelt. Und wo einen – oder zumindest: mich – das bislang letzte, 2011 veröffentlichte Werk „Boombox“ doch in Gänze irgendwo kalt ließ und – trotz Spitzenplatz in den Albumcharts – nie und nimmer an Granaten wie „Living Targets“ (2002) oder „Smack Smash“ (2004) heranreichte, macht’s das selbstbetitelte Album Nummer sieben wieder deutlich besser und spielt sich in einer knackigen halben Stunde mitten ins Herz des Beatbuletten-Freundes.

Umso schöner ist, dass die Beatsteaks (aus Berlin? auuuus Berlin!) nun mit „Make A Wish“ eines meiner persönlichen Ohrwurm-Albumhighlights zur neuen Single auserkoren haben, bei dem im Grunde alles an Bord ist, was die Band so sympathisch einzigartig macht: ein tighter Beat, derber Groove, ein wenig Experiment, punkrock-poppige Gitarren und Arnim Teutoburg-Weiß‘ charmantes Gesangsorgan. „Charming as ever“? Jawollja, meine verehrten Buletten!

 

„Make A Wish“ in offizieller Musikvideo-Garnitur…

 

…und in der Bühnenvariante beim Joko-und-Klaas-„Circus HalliGalli“:

 

 

Für all jene, die bezüglich der Beatsteaks-Diskografie noch ein wenig Nachholbedarf haben, habe ich hier eine allumfassende persönliche „Best Of“ der Bandjahre 1999 bis 2011 zusammen gezimmert – zum Nachbasteln ausdrücklich freigegeben. Wohl bekomm’s!

The Best Of (1999-2011)CD 1

1. Not Ready To Rock
2. As I Please
3. Milk & Honey
4. We Have To Figure It Out
5. Meantime
6. Soothe Me
7. Flysmoke
8. Sabotage (live)
9. Monster (live in Berlin)
10. Big Attack (Laut) (live in Nürnberg)
11. Cut Off The Top (Single Version)
12. S.N.A.F.T.
13. Hand In Hand
14. …And Wait
15. Hello Joe
16. Access Adrenalin
17. Demons Galore (EP Version)
18. Wish
19. Hail To The Freaks
20. Alright
21. Jane Became Insane
22. She’s Lost Control
23. Disconnected

CD 2
1. Just Like Heaven
2. Panic
3. Wer A sagt muss auch B zahlen (mit Dendemann)
4. I Don’t Care As Long As You Sing
5. She Was Great
6. Mietzie’s Song
7. Summer
8. E-G-O
9. House On Fire
10. Alright (Hotel Innsbruck Version)
11. Hey Du (live in St. Gallen)
12. Frieda und die Bomben (vs. Turbostaat)
13. Demons Galore (live in Aix-les-Themes)
14. Big Attack (Leise) (live in Lübeck)
15. Hello Joe (live in Bielefeld)
16. What’s Coming Over You (live in Berlin)
17. To Be Strong
18. Let Me In
19. Ain’t Complaining
20. Cut Off The Top (lattekohlertor rmx)
21. Soothe Me (acoustic)
22. Schluss mit Rock’n’Roll
23. (Outro)

 

Rock and Roll.

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