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Wo ist Bono? – BBC veröffentlicht Allstar-Version von „God Only Knows“


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Die britische BBC hat ein Cover des Beach Boys-Klassikers „God Only Knows“ veröffentlicht. Eingespielt wurde die Neuinterpretation vom Impossible Orchestra, an dem neben dem BBC Concert Orchestra und dem Tees Valley Youth Choir auch internationale Größen des Musikgeschäfts wie Foo Fighters-Vorsteher Dave Grohl, Florence „and the Machine“ Welch, Lorde, Coldplay-Frontmann Chris Martin, Jamie Cullum, Jake Bugg, Pharrell „Happy“ Williams und die Boygroup One Direction beteiligt sind. Auch altgediente Musiklegenden wie Stevie Wonder, Queen-Gitarrist Brian May, Sir Elton John und natürlich Brian Wilson, der Komponist des Originals, haben an den Aufnahmen mitgewirkt und sind im Video – in der Regel nur für einen wenige Sekunden währenden Einsatz – zu sehen. Klassische Musiker wie Alison Balsom, Martin James Bartlett und Nicola Benedetti sowie Moderatoren wie Jools Holland trugen ebenfalls ihren Teil zur Neuinterpretation des beinahe 50 Jahre alten Welthits bei. Brian Wilson selbst zeigte sich geehrt: „Alle Künstler haben so einen herrlichen Job gemacht, ich kann ihnen gar nicht genug danken. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ‚God Only Knows‘ ausgesucht worden ist.“ Mit der Aktion wirbt die BBC für ihre neue Sparte BBC Music sowie die hausinterne Charity-Kampagne „BBC Children in Need„. Dem kundigen Popmusikfreund stellen sich da wohl ganz automatisch zwei Fragen: Ja, ist denn scho‘ wieder Weihnachten? Und: Wo zur Hölle steckt Bono? Da war der U2-Fronter wohl noch zu beschäftigt damit, via Apple Freialben zu verteilen

p0285pkrTrotz der Tatsache, dass man bei der Aufzählung all jener Künstler, die nicht dabei sind, fast schneller fertig wäre als bei der Liste der beteiligten Künstler – hier der Vollständigkeit halber der gesamte Cast:

„God Only Knows features the song’s original writer and creator, Brian Wilson, alongside 26 award-winning musicians including popular music stars Sir Elton John, One Direction, Stevie Wonder, Pharrell Williams, Jake Bugg, Lorde, Emeli Sandé, Chris Martin, Kylie Minogue, Paloma Faith, Sam Smith and Florence Welch; rock musicians Chrissie Hynde, Brian May and Dave Grohl; classical musicians Alison Balsom, Martin James Bartlett, Danielle de Niese and Nicola Benedetti; folk performer Eliza Carthy; Senegalese singer Baaba Maal; jazz performer Jamie Cullum; British Asian Music star Jaz Dhami; the BBC’s Zane Lowe, Lauren Laverne, Katie Derham, Gareth Malone and Jools Holland; with the youthful vocals of the Tees Valley Youth Choir and the BBC Concert Orchestra at its heart.“

 

 

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Rock and Roll.

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Auf leisen Sohlen, für kühle Stunden – Leif Vollebekk schenkt uns „Borrowed Time“, seine Cover-EP…


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Dinge, für die man in diesen sonnigen Tagen wohl nur wenige Menschen begeistern können wird: Klöppelabende im örtlichen Gemeindehaus, philosophische Dauerdiskurse über die Lehren von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, eine Mount Everest-Besteigung – und die Songs von Leif Vollebekk.

Denn natürlich könnte sich der aus dem kanadischen Montreal stammende Musiker klanglich kaum ferner von Sommerhits und Ballermanndebilität bewegen. Vielmehr orientiert sich Vollebekk an Musikern wie Boy Dylan, Neil Young oder Nick Drake und lässt als personifizierter Leisetreter à la Kings Of Convenience seinen Stücken mächtig Raum zum Atmen und Entfalten. Hören konnte man das zuletzt auf dem im vergangenen Februar erschienen zweiten Album „North Americana“, dessen Titel kaum mehr über die zehn Stücke aussagen könnte – Americana-infiziertes Singer/Songwritertum, aufgenommen irgendwo zwischen Montreal, New York City und Paris, gedanklich hängen geblieben irgendwo in der Melancholie des Gestern und der Unausgeschlafenheit des Heute…

Dass Leif Vollebekk nicht nur traumhaft schöne eigene Stücke schreiben, sondern sich auch ordentlich darauf versteht, Stücke seiner Vorbilder und Inspirationsquellen zu interpretieren, beweist er auf der kürzlich erschienenen „Borrowed Time EP„, die Vollebekk’sche Coverversionen von Stücken der Beach Boys („Caroline, No“), The Killers („Read My Mind“), Neil Young („Barstool Blues“), Sigur Rós („Heysátan“) und Bob Dylan („Spanisch Harem Incident“). Erfreulicherweise wählte Leif Vollebekk hier nicht etwa die bekanntesten Songs der Künstler aus, sondern tatsächlich ein paar seiner eigenen Favoriten – was uns glücklicherweise die gefühlt 500. jeweilige Interpretation von „Surfin‘ USA“, „Heart Of Gold“ oder „Blowin‘ In The Wind“ erspart… Noch besser: Die „Borrowed Time EP“ verschenkt der Kanadier für lau und komplett kostenlos (!) auf seiner Homepage! Da sollte man dann doch schon zugreifen – und sich die Songs notfalls für kühle Herbst- und Wintertage neben den Kamin legen…

 

Borrowed TIme EP„In the hot summer of 2012, I got the band together to play 5 songs. Well, 6, but that Strokes cover just didn’t make it. But it was one of the most memorable times in the studio for me. Everybody was really focused, and there was no ego. David Smith, who worked on my first record, set up all the microphones and got just the sound I was looking for. Putting live August air onto 2″ tape.

Caroline No might not be my favourite Beach Boys song, but I’d just learnt all the chords and they were just too pretty not to try. I love Hans’ bass playing on this one, very lyrical. Read My Mind came out a bit earlier this year, and I can’t say enough enough about Phil’s drum part. He’s just so artful. Barstool Blues is really a beautiful song, especially when you get to slow it down like we did. On Heysátan, Adam and I made some tape loops, him on Saxophone and myself on bowed acoustic guitar. This is a song that came out when I was living in Iceland and, to this day, it still takes me back. And, lastly, Spanish Harlem Incident is a great song that, like a lot of Dylan songs, has all of these secret melodies inside of it. It’s a bit raggedy since at times we couldn’t hear each other in the studio, but I like how that feels. Some of my favourite recordings seem to fall apart each time I hear them, and sometimes that’s what keeps me together.

Anyhow, hopefully you’ll enjoy listening to these songs as much as we enjoyed playing them.“

(Leif Vollebekk)

 

Vor dem kostenlosen Download können bislang Unentschlossene hier alle fünf Stücke probehören…

 

Rock and Roll.

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Review: „Liebe zur Zeit der Automaten“ von Ben Schadow – oder: in den Vordergrund zitiert


Ben Schadow – Liebe zur Zeit der Automaten (2012)

-erschienen bei Timezone-

Am vergangenen Wochenende erreichte mich eine Mail von Ben Schadow mit der Bitte, doch ein paar Zeilen über sein am 18. Mai bei Timezone erscheinendes Soloalbum „Liebe zur Zeit der Automaten“ zu schreiben. „Klar, Ben,“ antwortete ich, „wird gemacht.“ Wer so nett bittet und mir das Ergebnis seiner zweijährigen Arbeit auch noch sympathischerweise in Gänze vorab zur Verfügung stellt, der hat sich die Aufmerksamkeit, ob nun auf ANEWFRIEND oder generell, redlich verdient…

„Ben wer?“ werden sich nun sicherlich die meisten von euch fragen. Und diese Frage ist gar nicht so unberechtigt, hielt sich Ben Schadow in der Vergangenheit doch meist erfolgreich im Hintergrund seiner musikalischen Kooperationspartner auf. Oder um den Pressetext zu zitieren:

„Seit den frühen 90ern ist Ben Schadow ein Musikgetriebener: Produziert, komponiert, arrangiert, textet und tourt wo und wie immer er kann. 

Es ist kein Geheimnis, dass der schüchterne und stille Musiker gerne aus dem Hintergrund agiert. 

Schaut man sich jedoch in der deutschen Musikszene genauer um, so wird man seinen Namen fast überall finden: Ob am Bass bei Bernd Begemann und Dirk Darmstädter oder im Studio mit z.B. der Schauspielerin Sophie Rois oder der Swinglegende Paul Kuhn. So abwechslungsreich, wie Ben für fremde Musiker leidenschaftlich arbeitet, so leidenschaftlich schreibt er eigene abwechslungsreiche Songs. 

Musikalisch wird auf seinem Debütalbum eine Brücke zwischen dem Pop der 60er Jahre, dem Untergrund der 90er und der Jetztzeit geschlagen. Seine Texte handeln zumeist vom Reiz des sozialen Aufeinanderstoßens, nicht nur in der realen, sondern auch in der fantastischen Welt. 

Daher rührt auch der Titel des Albums ‚Liebe zur Zeit der Automaten’… eine Anlehnung an einen Roman seines Lieblingsautoren E.T.A. Hoffmann.“

Musikalisch wird dem geneigten Hörer auf „Liebe zur Zeit der Automaten“ so einiges geboten: ob nun ein an Beatles, Beach Boys und Elliott Smith geschultes A Cappella-Intro, beschwingter, countryesker Rock-Pop („Herz aus Holz“), mal vom Piano („Was wenn es mich wach entdeckt“), mal von Beatlesken Akustikgitarren („Zusammen zuletzt“), mal von harten Akkorden („Wie leicht es wär…“) angetriebene Stücke, ruhige Zwischenspiele, ein Duett („Eigentlich kann es…“), „Ahaha“-Background-Chöre („Ich fall immer auf die selben Dinge rein“), Saxophon-Passagen („Ich hab geträumt…“)… – und zum Abschluss kommen Band und A Cappella-Chor noch einmal zusammen und sorgen für einen würdigen Abschluss der musikalischen Klammer.

Ben Schadow singt von Dingen, die ihn in den letzten Jahren beschäftigt haben bzw. die ihm, wie er es ausdrückt, „besingenswert“ erschienen. So geht es etwa in „Herz aus Holz“ um das Hoffen auf Liebe und unterschiedliche Erwartungen, in „Gnade trägt man in Särgen“ um eine – laut Aussage – wahre Begebenheit und den Mut des ersten Schrittes, in „Wie leicht es wär einfach zu bleiben“ um die Vorzüge des Rastlos-bleibens und das „Gefühl, in einer Situation gefangen zu sein“. Im Song „Einer aus Stolz, einer aus Scham“ erzählt Schadow von den einsamen Beobachtungen eines Stubenhockers, in „Eigentlich kann es…“ vom Genießen des Moments und der Zweisamkeit, in dem von Elliott Smiths „Waltz #1“ und George Harrisons „Blue Jay Way“ inspirierten  „Was wenn es mich wach entdeckt“ von Albträumen und in „Ich hab geträumt ich sei tot“ von (s)einem Traum von der eigenen Beerdigung.

Das alles mag jetzt, so schwarz auf weiß, wie eine aufs Gemüt schlagende Angelegenheit anmuten. Doch weit gefehlt. „Liebe zur Zeit der Automaten“ ist ein recht kurzweiliges Rock-Pop-Album und ein bunter Zitatereigen, welcher sich von den 60er Jahren bis ins Heute erstreckt. Wer den – bereits genannten – Beatles, Beach Boys, Elliott Smith sowie Locas In Love oder Bernd Begemann etwas abgewinnen kann, der sollte Schadows Album durchaus mal ein Ohr leihen.

 
 
 

Ausserdem ist Ben Schadow mit Band an folgenden Daten im Mai und Juni unterwegs:

-Tourdaten Zum Albumrelease: Ben Schadow Band plus Pele Caster-

22.05. Dresden – Zille

23.05. Hildesheim – VEB Club

24.05. Erfurt – E-Burg , Cafe Duck Dich (open air)

25.05. Berlin – Valentinsstüberl (Neu-Kölln)

26.05. Halle – Brohmers

27.05. Kiel – Prinz Willy

30.05. Hamburg – Zentrale (Spätkonzert, n.d. Theatervorstellung)

01.06. Frankfurt – das Bett

02.06. Mannheim – O-Ton

03.06. Tübingen – tba

04.06. München – 8 Below

05.06. Stuttgart – Zwölfzehn

06.06. Dortmund – Pauluskirche

07.06. Köln – Theater/dieWohngemeinschaft

08.06. Itzehoe – Lauschbar

 

Rock and Roll.
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