Schlagwort-Archive: Barcelona

Vorn süß, hintenrum ironisch – mehr Illustrationen von Naolito


featuredImage_wd_naolito

Vor einiger Zeit fand der spanische Zeichner Nacho „Naolito“ Diaz bereits hier auf ANEWFRIEND Erwähnung, als der katalanische Illustrator, Jahrgang 1987, sich im Zuge seiner Reihe „Villains Need Love“ bereits die durchaus berechtigte Frage stellte, ob eigentlich auch bekannte Film-, Serien- und Comic-Bösewichte ab und an eine Knuddeleinheit nötig haben.

Nun hat passionierte T-Shirt-Designer Naolito erneut zugeschlagen, und präsentiert mit gewohnt süßen Themen-Reihen  wie „Before And After“, „Cute Characters“ oder „Pop Culture“ Illustrationen, die im ersten Moment zwar niedlich erscheinen mögen, es in Punkto doppeltem Sinn und Ironie einmal mehr faustdick hinter den kunterbunt gezeichneten Ohren haben…

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

(via Facebook)

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Auch Bösewichte brauchen Liebe – Nacho Diaz‘ Knuddel-Illustrationen von Gut & Böse


e62e8d1499e2a4bcf149eef1f5d89769_original-kopie

Jede gute Geschichte – ob nun auf der großen Leinwand, in der heimischen Flimmerkiste, im Computerspiel oder ganz klassisch im Buch – besteht ja zunächst einmal aus Gut und Böse, aus dem tapferen Helden (oder der Heldin) sowie seinem oder ihrem herzlosen Gegenspieler. War immer so, wird immer so sein (wobei natürlich einige wenige Ausnahmen freilich gern genommen werden).

Doch wer hat sich da noch nie gefragt, ob die Bösewichte nicht auch einmal ’ne Portion Liebe dringend nötig haben? Vielleicht wären viele (Leinwand)Geschichten weitaus unblutiger ausgegangen, hätte der Held seinem Gegenspieler einfach mal eine Umarmung gegeben…

Aus dieser Überlegung stammt auch die nette Idee des spanischen Zeichners Nacho „Naolito“ Diaz„Villains Need Love“:

„Pop culture characters are always really fun to work with, everyone knows them very well, so it’s extremely satisfying to find a clever idea that let us see them in a different light.

Villains are usually the most interesting characters. Most of the time they are the way they are because they had a hard time in the past, so I thought… Would they be different with some love in their lives? Would they still be these grumpy guys we love? That’s how ‚Villains Need Love‘ started.

Once I started re-imagining them, I couldn’t stop drawing grumpy villains being loved by their antagonists. I never thought on how many charismatic villains are out there, I’ve drawn over 50 so far! It ended up being a passion project with what I think is a beautiful message.

In the process, I realized that while some of the villains are bad for the sake of being bad, others just had a really hard time in the past or were in the wrong place at the wrong time, so a little love might actually fix some of them!“

e5bd010ab71b7e0bb90c933e9a85fbe6_original

Aus der wirklich ebenso kreativ wie süß umgesetzten Idee möchte Diaz via Kickstarter nun auch ein Buch machen. Und obwohl es noch mehr als zwei Wochen bis zum Ablauf der Aktion sind, hat der seit 2009 aktive katalanische Illustrator und T-Shirt-Designer aus Barcelona sein mit 5.000 Euro festgesetztes Finanzierungsziel bereits mehr als doppelt übertroffen.

 

Hier eine Auswahl von Nacho Diaz‘ Zeichnungen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Aus gegebenem Anlass…


Bildquelle: Facebook

Bildquelle: Facebook

Wie geht man mit der Nachricht eines Flugzeugabsturzes um? Stillschweigend zur Kenntnis nehmen? Traurig sein? Mitgefühl mit all den Menschen haben, die von einer Sekunde zur nächsten ihre Liebsten verloren haben? Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten.
Freilich passieren Unglücke wie das der Germanwings-Maschine 4U9525, die heute von Barcelona nach Düsseldorf unterwegs war, wo sie gegen Mittag, wohl mit leichter Verspätung landen sollte, jedoch tragischerweise in Südfrankreich abstürzte, immer und immer wieder. Sie lassen sich nicht vorhersagen, und wohl kaum verhindern. Denn nichts ist hundertprozentig sicher, nichts und niemand ist perfekt. Da spielt die Airline ebenso wenig eine Rolle wie das Flugzeug oder der Ort des Unglücks. Und natürlich sterben auch anderswo in der Welt tagtäglich Menschen, deren Lebensumstände weitaus weniger privilegiert waren und sind, die noch nie ein Flugzeug von Innen gesehen haben oder es je werden. Auch das sollte man bei aller Tragik nicht vergessen.

Doch selbst der Mahner mit erhobenem Zeigefinger darf sich nie anmaßen, Menschenleben gegeneinander aufzuwiegen. Nie.

Nein, Unglücke lassen sich nicht verhindern. Der eine sieht in Augenblicken wie diesen die bitterböse Fratze des Schicksals in den leeren Wolken, der andere wirft die „falsche Zeit, falscher Ort“-Phrase ins Feld. Auch da darf sich Jeder seinen eigenen Reim drauf machen, und wemauchimmer dafür danken, dass er selbst – so blöd sich das an einem Tag wie heute auch lesen mag – bisher immer heil heruntergekommen ist. (Ist es egoistisch oder vermessen, für einen weiteren Sonnenaufgang zu danken?)

Insofern sich aus Ereignissen wie diesem überhaupt etwas Positives herausziehen lässt, dann ist es doch, dass unser aller Leben endlich sind. Und: ja, der eigene Tod lässt sich – insofern man keine Sehnsucht danach verspürt – schwerlich planen. Man muss nicht einmal in ein Flugzeug steigen (denn die sind der Statistik nach noch immer das sicherste Fortbewegungsmittel). Auch auf der Autobahn, im Supermarkt oder an der nächsten Straßenecke kann das eigene Leben von jetzt auf gleich vorbei sein. Das Tragischste ist am Ende wohl auch, dass sich die 150 Todesopfer nicht von ihren Liebsten und Nächsten, von ihren Familien und Freunden verabschieden konnten, dass beiden Seiten kein letzter gemeinsamer Augenblick vergönnt war.

Daher: Begreift, dass unser aller Leben aus tausenden einzelner kleiner Augenblicke bestehen, von denen keiner je wieder zurückkommt – im Schönen wie im Schlechten. Alles kann jederzeit enden, zumindest für dieses eine Leben. Haltet euch eure Nächsten und Liebsten nah und missgünstige Menschen ebenso so fern wie möglich wie Momente des Bedauerns und der Reue. Und auch, wenn sich all das liest, als heute unser stets salbungsvoll kirchenonkelmäßige auftretende Bundespräsident Joachim Gauck diese Zeilen mit einer Träne im Knopfloch verfasst – sie stammen von mir. Musste einfach raus, in diesem Moment. Denn die Botschaft unterm Strich könnte wichtiger kaum sein…

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , ,

Flimmerstunde – Teil 32


Grand Piano – Symphonie der Angst“ (2013)

grand pianoDer berühmte Konzertpianist Tom Selznick (Elijah Wood) leidet unter extremem Lampenfieber. Daher entschließt er sich, eine Karrierepause einzulegen. Als er jedoch nach fünf Jahren Bühnenabstinenz eingeladen wird, das sogenannte „Unspielbare Stück“ vorzutragen und damit seinem kürzlich verstorbenen ehemaligen Lehrer und Mentor zu huldigen, kann er nicht ablehnen. Auch die Tatsache, dass sich bislang jeder Pianist – und so auch er selbst – bei diesem Stück mindestens einmal verspielt hat, hält ihn nicht von seinem Vorhaben ab. Als er jedoch tatsächlich wieder am Klavier sitzt, packt ihn eine ganz neue und andere Angst, denn in seiner Partitur findet Tom eine Nachricht, in der ihm gedroht wird, dass bei nur einem falsch gespielten Ton sowohl sein Leben und das seiner Frau, einer gefeierten Schauspielerin, ein gewaltvolles Ende nehmen würden. Bald schon werden die Drohungen, welche ganz und gar nicht der schlechte Scherz sind, als der sie zunächst erscheinen, konkreter, und sein neuerlicher Peiniger (gespielt von John Cusack) meldet sich zu Wort. Wird Tom es schaffen, seine Angst zu bezwingen und das „Unspielbare Stück“ ohne einen Fehler über die Bühne zu bringen?

grand-piano-dutch-angle

Sicherlich mag es nicht an Elijah Wood allein liegen, dass „Grand Piano – Symphonie der Angst“ am Ende seiner knapp 80 Minuten ein recht zwiespältiges Gefühl zurücklässt. Freilich sind die kleinen Kamerakniffe – die Fahrten durchs Innenleben des sündhaft teuren Konzertflügels, die Hatz hinter den Kulissen des Konzertsaals – mit denen der spanische Regisseur Eugenio Mira (u.a. „Agnosia“, „Red Lights“) versucht, für aufgeladene Spannung und ansehnliches Filmwerk zu sorgen, sehenswert. Allerdings krankt der in Barcelona entstandene Film am dezent vorhersehbaren Script, das sowohl Wood, der sich nach der Überrolle des „Frodo“ in Peter Jacksons monumentalem „Herrn der Ringe“ zusehens auf kleinere Rollen (im cineastischen Sinne) wie die des irren Killers in Alexandre Ajas „Maniac“ sowie TV-Serien wie „Wilfred“ spezialisiert, aber mit seiner hilflos-verängstigten Kindchen-Gestik wohl nie ganz den Deckmantel des Hobbits ablegen wird, als auch John Cusack – beziehungsweise ihren Rollen – wenig Platz zur Entfaltung gibt. Man wird das Gefühl nicht los, dass Mira auf Teufelkommraus versucht, Joel Schumachers „Nicht auflegen!“ nachzueifern, dafür jedoch nur eine Handvoll dramaturgischer Effekte in Petto hatte. So jedoch landet „Grand Piano“, das dem Klassik-Freund die ein oder andere von Elijah Wood fein inszenierte Tasterklimper-Minute bieten dürfte, im unterhaltsam-kurzweiligen Thriller-Mittelfeld, mit deutlich Luft nach oben…

Grand-Piano-2014

 

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,

Couchsurfing ahoi! – „Auf 3 Sofas durch“ die Metropolen der Welt


logo

„Großstadt-Reportagen intim und hautnah. Thomas bekommt die Aufgabe, in jeder Stadt, die er bereist, 3 Sofas zu finden. Also 3 Gastgeber, die ihn bei sich in der Wohnung übernachten lassen und die ihm ihre Lieblingsplätze, Bars und ihre Geheimtipps zeigen…“

Man kennt das ja: Da hat man mal ein, zwei Wochen frei vom Job und all dem tristen 9-to-5-Alltagstrott, möchte eine der angesagten Städte – nein: Metropolen! – dieses weitläufigen Erdballs bereisen und innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Must-see’s (also die touristischen Allgemeinplätze, die man sonst nur von Postkarten und Reiseführern kennt), aber auch – und wohl vor allem – Geheimtipps abklappern und bestenfalls ein wenig in das lebendige Pulsieren und schnelllebige Treiben der jeweiligen Großstadt eintauchen. Das Problem, wie so oft: der schnöde Mammon. Freilich hat der Weg zum Ziel – ob nun per Bus, Flug oder Zug – schon einen beträchtlichen Teil der Reisekasse gefressen und – jawoll! – auch auf Reisen werden einen wohl Luft, Neugier und die Liebe zum Fernweg allein nicht satt machen… Nur zu gut, dass für all die kontaktfreudigen, zum Experiment bereiten „Urban Natives“ seit einiger Zeit die Lösung in einem ganz besonderen Phänomen liegt: Couchsurfing. Heißt: Man meldet sich bei einer weltweiten Online-Plattform an, erstellt ein Profil, bietet – nach Möglichkeit – seine eigene Couch für reiselustige Fremde zur Übernachtung an und erhält im Gegenzug die Chance, auch seinerseits auf der Liegemöglichkeit eines Fremden in einer fremden Wohnung und einer fremden Stadt zu nächtigen. Kosten: gleich null. Risikofaktor: natürlich vorhanden. Denn obwohl man im Vorfeld mit dem oder der Anderen in Kontakt treten und sich anhand weniger Sätze digital „beschnuppern“ kann, weiß man freilich nicht, wer – und was! – einen erwartet. So kann der Reisende ebenso eine bierbesudelte Winzcouch in einer ranzigen Punkerbude vorfinden wie der Gastgeber eine wandelnde Läusezuchtstation (woraufhin beide Seiten den Austausch freilich auch abbrechen können, es geschieht ja alles komplett freiwillig). Spannend, angenehm anders und preiswert ist’s – vor allem für junge Individualreisende – allemal…

auf 3 sofas (moskau)

Diesem losen Prinzip des Couchsurfing-Reisens liegt auch die EinsPlus-Sendereihe „Auf 3 Sofas durch…“ zugrunde. Moderator Thomas Niemietz, Jahrgang 1977, studierter Architekt und bewährter Radio- und TV-Journalist (etwa für die SWR-Sendung „DASDING“ oder die ARD-Reihe „Mit 1000 Euro um die Welt“), bekommt für seine Reisen lediglich drei elementare Dinge in die Hand gedrückt: Zug- oder Flugtickets zum Ziel, einen Account beim Couchsurfing-Portal und eine handliche Videokamera (okay, eventuell mögen da noch ein unsichtbarer Kameramann und ein klein wenig Reisegeld im Spiel sein, aber sei’s drum). Mit diesen „Waffen“ macht er sich auf in die angesagtesten Metropolen dies- wie jenseits des Atlantiks, immer in der Hoffnung, möglichst viele neue Eindrücke zu gewinnen. Denn die auserwählten Couchsurfer dienen Niemietz nicht nur als bloße kostengünstige Übernachtungsmöglichkeit, er lässt sich von ihnen auch ihren Alltag in der jeweiligen Großstadt, ihre Lieblingsplätze und so allerhand Geheimtipps abseits der gängigen Touristenpfade zeigen. Und so klettert Niemietz mal über die Absperrungszäune einer verlassenen U-Bahn-Station, um einen wunderbaren Blick über Moskau zu erhaschen, lässt sich und seinen deutschen Tretern in der argentinischen 13-Millionen-Metropole Buenos Aires das Tangotanzen beibringen, sieht sich im gar nicht mal so weitläufigen isländischen Reykjavik unvermittelt mit der nationalen Delikatesse, einem gekochten Schafskopf, konfrontiert oder trifft in „good old Britannia“ auf eine gebürtige Lettin, die im wohl kleinsten WG-Zimmer Londons wohnt.

Bislang haben die etwa halbstündigen Doku-Reportagen, welche seit 2012 auf dem vom SWR verantwortete ARD-Digitalkanal EinsPlus laufen, den kontaktfreudigen Thirtysomething in Metropolen wie Rom, Moskau, London, Buenos Aires, Istanbul, Amsterdam oder Barcelona geführt, aber auch für eher ungewöhnliche Reiseziele wie Marrakesch, Helsinki, Riga, Tel Aviv oder Reykjavik hat sich Niemietz bereits einen Stempel ins seinem Reisepass verdient. Sein aktuellstes Vorhaben scheint im Übrigens kaum weniger spannend: das indische Mumbai – mit immerhin 12,5 Millionen Einwohnern eine der bevölkerungsreichsten Städten der Welt…

Alles in allem bietet „Auf 3 Sofas durch…“ allerhand jugendlich-leichte, auf Kurzweil getrimmte Information mit Hang zu vielfältigen, lebensnahen und wenig geschönten Eindrücken von den Städten, in denen man vielleicht selbst schon war, diese jedoch selten (oder gar noch nie) mit den Augen eines vom Fernweh getriebenen Couchsurfing-Globetrotters gesehen hat. Gute Unterhaltung der sympathischen Art bekommt man bei diesem TV-Format, für welches die GEZ-Gebühren einmal nicht umsonst den öffentlich-rechtlichen Lokus herunter gespült wurden, allemal geliefert.

Wer mag, kann sich die bisher abgedrehten Episoden sowohl auf der EinsPlus-Seite als auch auf dem Youtube-Kanal von „Auf 3 Sofas durch…“ ansehen – und sich so ein kleines Stück vom Leben auf der großen weiten Welt auf die eigene heimische Couch holen. Couchsurfing ahoi!

sofa_london

 

Da ich selbst im südlichen Zipfel der Niederlande wohne, gibt es hier zur Einstimmung auf „Auf 3 Sofas durch…“ Thomas Niemietz‘ Stippvisite in der Stadt der roten Meilen, Coffee Shops, Holzschuhe und Grachten: in Amsterdam…

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: