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Song des Tages: David Ros – „Take A Walk On The Wild Side“


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Foto: Facebook

Passiert wohl nicht nur mir ab und an: Da lässt du bei irgendeinem x-beliebigem Privatsender die Werbeunterbrechung durchlaufen, und urplötzlich erhascht – inmitten der drölfzigsten Reklame für Pizza, Abführmittel, Inkontinenzhöschen oder Zahnprothesenhaftcreme – tatsächlich ein Song deine Aufmerksamkeit…

So vor einigen Wochen bei der Werbung für das neuste Modell einer spanischen Automarke, welche wiederum längst zum Konzern eines großen deutschen Autobauers gehört, passiert. Die musikalische Untermalung, die mich da meine Lauscher spitzen ließ, war eine Coverversion von Lou Reeds „Take A Walk On The Wild Side“ (das Original stammt vom 1972 veröffentlichten Solo-Werk „Transformer„). Kannte ich noch nicht. Also mal eben Dr. Google konsultiert, der mir den Namen David Ros ausspuckte. David who?

Mit ein klein wenig Recherche weiß das weltweite Netz auch da ein paar mehr Infos: Ein (zumindest hierzulande) recht unbekannter Singer/Songwriter aus Barcelona, der zwar bislang mit eigenen Veröffentlichungen geizt („He is currently preparing an album of intimate songs and impressive melodies accompanied by his band.“ – wie hier zu lesen ist), in seiner spanischen Heimat vor einigen Jahren bereits in der ein oder anderen TV-Musik-Castingshow (unter anderem bei „La Voz“, der dortigen Ausgabe von „The Voice“) aufgetreten ist, und in der Vergangenheit – nebst seiner markant rauen Stimme – auch mit der ein oder anderen weiteren tollen Coverversion für Beachtung sorgte (etwa von „Use Somebody“ von den Kings Of Leon, dem Oasis-Evergreen „Live Forever“ oder dem durch Adele bekannt gewordenen Bob-Dylan-Schmachtfetzen „Make You Feel My Love„). Fazit: So macht Reklame auch für mich einmal Sinn.

 

 

Rock and Roll.

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Vorn süß, hintenrum ironisch – mehr Illustrationen von Naolito


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Vor einiger Zeit fand der spanische Zeichner Nacho „Naolito“ Diaz bereits hier auf ANEWFRIEND Erwähnung, als der katalanische Illustrator, Jahrgang 1987, sich im Zuge seiner Reihe „Villains Need Love“ bereits die durchaus berechtigte Frage stellte, ob eigentlich auch bekannte Film-, Serien- und Comic-Bösewichte ab und an eine Knuddeleinheit nötig haben.

Nun hat passionierte T-Shirt-Designer Naolito erneut zugeschlagen, und präsentiert mit gewohnt süßen Themen-Reihen  wie „Before And After“, „Cute Characters“ oder „Pop Culture“ Illustrationen, die im ersten Moment zwar niedlich erscheinen mögen, es in Punkto doppeltem Sinn und Ironie einmal mehr faustdick hinter den kunterbunt gezeichneten Ohren haben…

 

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(via Facebook)

 

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Auch Bösewichte brauchen Liebe – Nacho Diaz‘ Knuddel-Illustrationen von Gut & Böse


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Jede gute Geschichte – ob nun auf der großen Leinwand, in der heimischen Flimmerkiste, im Computerspiel oder ganz klassisch im Buch – besteht ja zunächst einmal aus Gut und Böse, aus dem tapferen Helden (oder der Heldin) sowie seinem oder ihrem herzlosen Gegenspieler. War immer so, wird immer so sein (wobei natürlich einige wenige Ausnahmen freilich gern genommen werden).

Doch wer hat sich da noch nie gefragt, ob die Bösewichte nicht auch einmal ’ne Portion Liebe dringend nötig haben? Vielleicht wären viele (Leinwand)Geschichten weitaus unblutiger ausgegangen, hätte der Held seinem Gegenspieler einfach mal eine Umarmung gegeben…

Aus dieser Überlegung stammt auch die nette Idee des spanischen Zeichners Nacho „Naolito“ Diaz„Villains Need Love“:

„Pop culture characters are always really fun to work with, everyone knows them very well, so it’s extremely satisfying to find a clever idea that let us see them in a different light.

Villains are usually the most interesting characters. Most of the time they are the way they are because they had a hard time in the past, so I thought… Would they be different with some love in their lives? Would they still be these grumpy guys we love? That’s how ‚Villains Need Love‘ started.

Once I started re-imagining them, I couldn’t stop drawing grumpy villains being loved by their antagonists. I never thought on how many charismatic villains are out there, I’ve drawn over 50 so far! It ended up being a passion project with what I think is a beautiful message.

In the process, I realized that while some of the villains are bad for the sake of being bad, others just had a really hard time in the past or were in the wrong place at the wrong time, so a little love might actually fix some of them!“

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Aus der wirklich ebenso kreativ wie süß umgesetzten Idee möchte Diaz via Kickstarter nun auch ein Buch machen. Und obwohl es noch mehr als zwei Wochen bis zum Ablauf der Aktion sind, hat der seit 2009 aktive katalanische Illustrator und T-Shirt-Designer aus Barcelona sein mit 5.000 Euro festgesetztes Finanzierungsziel bereits mehr als doppelt übertroffen.

 

Hier eine Auswahl von Nacho Diaz‘ Zeichnungen:

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Aus gegebenem Anlass…


Bildquelle: Facebook

Bildquelle: Facebook

Wie geht man mit der Nachricht eines Flugzeugabsturzes um? Stillschweigend zur Kenntnis nehmen? Traurig sein? Mitgefühl mit all den Menschen haben, die von einer Sekunde zur nächsten ihre Liebsten verloren haben? Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten.
Freilich passieren Unglücke wie das der Germanwings-Maschine 4U9525, die heute von Barcelona nach Düsseldorf unterwegs war, wo sie gegen Mittag, wohl mit leichter Verspätung landen sollte, jedoch tragischerweise in Südfrankreich abstürzte, immer und immer wieder. Sie lassen sich nicht vorhersagen, und wohl kaum verhindern. Denn nichts ist hundertprozentig sicher, nichts und niemand ist perfekt. Da spielt die Airline ebenso wenig eine Rolle wie das Flugzeug oder der Ort des Unglücks. Und natürlich sterben auch anderswo in der Welt tagtäglich Menschen, deren Lebensumstände weitaus weniger privilegiert waren und sind, die noch nie ein Flugzeug von Innen gesehen haben oder es je werden. Auch das sollte man bei aller Tragik nicht vergessen.

Doch selbst der Mahner mit erhobenem Zeigefinger darf sich nie anmaßen, Menschenleben gegeneinander aufzuwiegen. Nie.

Nein, Unglücke lassen sich nicht verhindern. Der eine sieht in Augenblicken wie diesen die bitterböse Fratze des Schicksals in den leeren Wolken, der andere wirft die „falsche Zeit, falscher Ort“-Phrase ins Feld. Auch da darf sich Jeder seinen eigenen Reim drauf machen, und wemauchimmer dafür danken, dass er selbst – so blöd sich das an einem Tag wie heute auch lesen mag – bisher immer heil heruntergekommen ist. (Ist es egoistisch oder vermessen, für einen weiteren Sonnenaufgang zu danken?)

Insofern sich aus Ereignissen wie diesem überhaupt etwas Positives herausziehen lässt, dann ist es doch, dass unser aller Leben endlich sind. Und: ja, der eigene Tod lässt sich – insofern man keine Sehnsucht danach verspürt – schwerlich planen. Man muss nicht einmal in ein Flugzeug steigen (denn die sind der Statistik nach noch immer das sicherste Fortbewegungsmittel). Auch auf der Autobahn, im Supermarkt oder an der nächsten Straßenecke kann das eigene Leben von jetzt auf gleich vorbei sein. Das Tragischste ist am Ende wohl auch, dass sich die 150 Todesopfer nicht von ihren Liebsten und Nächsten, von ihren Familien und Freunden verabschieden konnten, dass beiden Seiten kein letzter gemeinsamer Augenblick vergönnt war.

Daher: Begreift, dass unser aller Leben aus tausenden einzelner kleiner Augenblicke bestehen, von denen keiner je wieder zurückkommt – im Schönen wie im Schlechten. Alles kann jederzeit enden, zumindest für dieses eine Leben. Haltet euch eure Nächsten und Liebsten nah und missgünstige Menschen ebenso so fern wie möglich wie Momente des Bedauerns und der Reue. Und auch, wenn sich all das liest, als heute unser stets salbungsvoll kirchenonkelmäßige auftretende Bundespräsident Joachim Gauck diese Zeilen mit einer Träne im Knopfloch verfasst – sie stammen von mir. Musste einfach raus, in diesem Moment. Denn die Botschaft unterm Strich könnte wichtiger kaum sein…

 

Rock and Roll.

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Flimmerstunde – Teil 32


Grand Piano – Symphonie der Angst“ (2013)

grand pianoDer berühmte Konzertpianist Tom Selznick (Elijah Wood) leidet unter extremem Lampenfieber. Daher entschließt er sich, eine Karrierepause einzulegen. Als er jedoch nach fünf Jahren Bühnenabstinenz eingeladen wird, das sogenannte „Unspielbare Stück“ vorzutragen und damit seinem kürzlich verstorbenen ehemaligen Lehrer und Mentor zu huldigen, kann er nicht ablehnen. Auch die Tatsache, dass sich bislang jeder Pianist – und so auch er selbst – bei diesem Stück mindestens einmal verspielt hat, hält ihn nicht von seinem Vorhaben ab. Als er jedoch tatsächlich wieder am Klavier sitzt, packt ihn eine ganz neue und andere Angst, denn in seiner Partitur findet Tom eine Nachricht, in der ihm gedroht wird, dass bei nur einem falsch gespielten Ton sowohl sein Leben und das seiner Frau, einer gefeierten Schauspielerin, ein gewaltvolles Ende nehmen würden. Bald schon werden die Drohungen, welche ganz und gar nicht der schlechte Scherz sind, als der sie zunächst erscheinen, konkreter, und sein neuerlicher Peiniger (gespielt von John Cusack) meldet sich zu Wort. Wird Tom es schaffen, seine Angst zu bezwingen und das „Unspielbare Stück“ ohne einen Fehler über die Bühne zu bringen?

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Sicherlich mag es nicht an Elijah Wood allein liegen, dass „Grand Piano – Symphonie der Angst“ am Ende seiner knapp 80 Minuten ein recht zwiespältiges Gefühl zurücklässt. Freilich sind die kleinen Kamerakniffe – die Fahrten durchs Innenleben des sündhaft teuren Konzertflügels, die Hatz hinter den Kulissen des Konzertsaals – mit denen der spanische Regisseur Eugenio Mira (u.a. „Agnosia“, „Red Lights“) versucht, für aufgeladene Spannung und ansehnliches Filmwerk zu sorgen, sehenswert. Allerdings krankt der in Barcelona entstandene Film am dezent vorhersehbaren Script, das sowohl Wood, der sich nach der Überrolle des „Frodo“ in Peter Jacksons monumentalem „Herrn der Ringe“ zusehens auf kleinere Rollen (im cineastischen Sinne) wie die des irren Killers in Alexandre Ajas „Maniac“ sowie TV-Serien wie „Wilfred“ spezialisiert, aber mit seiner hilflos-verängstigten Kindchen-Gestik wohl nie ganz den Deckmantel des Hobbits ablegen wird, als auch John Cusack – beziehungsweise ihren Rollen – wenig Platz zur Entfaltung gibt. Man wird das Gefühl nicht los, dass Mira auf Teufelkommraus versucht, Joel Schumachers „Nicht auflegen!“ nachzueifern, dafür jedoch nur eine Handvoll dramaturgischer Effekte in Petto hatte. So jedoch landet „Grand Piano“, das dem Klassik-Freund die ein oder andere von Elijah Wood fein inszenierte Tasterklimper-Minute bieten dürfte, im unterhaltsam-kurzweiligen Thriller-Mittelfeld, mit deutlich Luft nach oben…

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