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„Die Verwundbarkeits-Serie“ – ein syrischer Künstler verwandelt Weltpolitiker in Flüchtlinge


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Donald Trump als abgerockter Flüchtling auf der Balkanroute, Wladimir Putin als Obdachloser, Barack Obama als Streuner, David Cameron, François Hollande und Nicolas Sarkozy als mal mehr, mal weniger fidele Säufer, Kim Jong-un als trotziges Spielkind, Angela Merkel als traurige alte Frau inmitten eines Hahnenkampfes – die Gemälde des syrischen Künstlers Abdalla Al Omari, welche er im Rahmen seiner Ausstellung „Die Verwundbarkeits-Serie“ („The Vulnerability Series“) seit dem vergangenen Jahr überall auf der Welt präsentiert (so etwa bereits in Dubai oder New York), sind nicht eben alltäglich. Viel mehr noch: sie haben Sinn, Hintergrund, scharfen Witz, regen zum Nachdenken an…

Mehr Infos findet ihr etwa hier oder hier.

 

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alle Bilder: Abdalla al-Omari/Ayyam Gallery

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook, Foto: Pete Souza / White House)

 

Was könnte der ehemalige US-Präsident Barack Obama wohl zu TV-Koch Anthony Bourdain gesagt haben, als sich beide im vietnamesischen Hanoi – in einem Restaurant mit dem schönen Namen „Bun Cha Huong Lien“ – für ’ne flinke Nudelsuppe ein ein lokales Kühles auf Plastikstühlen niederließen (Bourdain selbst hat hierüber einen Artikel für cnn.com verfasst)? Hm…

Wer mit einer guten Schippe Ironie-Verständnis gesegnet sein sollte, mal den ganzen ikonographischen Bullshit beiseite lässt und sich nur auf die bloßen, blanken Fakten konzentriert, der könnte sich einen Teil der Konversation – abseits der Kameras, freilich – wie folgt vorstellen:

Obama: „So, Tony… I was at war for eight years solid – that’s a record – and completely against international law, ha ha! No president has kept bombing other human beings for as long as me! Seven counties I was killing people in – can you believe that?!? AND listen to this, you are going to love this: I am the only Nobel Peace Prize winner that has actually dropped bombs on other Nobel Peace Prize winners!“

Bourdain: „Wow, Barry – you are so, so cool – I will drink to that!“

 

Rock and Roll.

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Mein Senf: Copy Kills Music. Oder: Lass mal, Horst.


© dpa

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Ein neuer Teil aus ANEWFRIENDs beliebter Reihe „Was Politiker privat hören“ (oder vielmehr: was der Parteiduktus davon übrig ließ):

Im Zuge der letztjährigen US-Präsidentschaftwahlen war hier ja bereits von den veröffentlichten – und somit auch konturlos angepassten – iPod-Playlists von Barack Obama oder seinem Amtsvorgänger George W. Bush die virtuelle Rede. Nun hat es sich CSU-Chefgrinser Horst Seehofer nicht nehmen lassen, es der einstigen US-Lichtgestalt gleich zu tun und ebenfalls einen Soundtrack zum bayrischen Wahljahr 2013 auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Ihr ahnt es wohl bereits: nicht nur in Punkto „Facebook-Likes“ (Obama: 34,9 Millionen, Seehofer: 17.400), auch unter „Coolness“-Gesichtspunkten hinkt der Ingolstädter gehörig hinter dem sichtlich ergrauten „Yes We Can“-Messias hinterher. Und, mal ehrlich: wer würde auch freiwillig eines seiner Stücke für den Wahlkampf eines außerhalb des bayrischen Freistaates mit abwinkender Handbewegung mindestens milde belächelten Politikers hergeben? Ja, nicht einmal die „Sportis“, pardon, die Sportfreunde Stiller, welche sich spätestens seit ihrer im Zuge der 2006 über die Bundesrepublik hereingebrochenen „Klinsimania“-Hymne “ ’54, ’74, ’90…“ für nichts mehr zu schade sein dürften, findet man nicht unter den zwölf – höchstwahrscheinlich nicht von Seehofer selbst – handerlesenen Stücken. Stattdessen: den Stones-Standard „Start Me Up“ (Keith, wie kannst du nur?!?), „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ (Eine Weichspülpowerballade als potentielle Drohgebärde? Ernsthaft?), die Vereinshymne des FC Hollywood von der Säbener Straße, „When I’m Sixty-Four“ von den Beatles (Seehofer wird im Juli – welch‘ Wunder – 64. Bei aller plakativer Passgenauigkeit dürften dem Kompilator jedoch folgende Zeilen des Songs entfallen sein: „Will you still need me? Will you still feed me?“ – Zu beidem: Nein, Horst.) oder – im Wahlmonat September – „Say It Loud – I’m Black And I’m Proud“ (!) von James Brown (!!). Die zwölf Stücke sind so plakativ und ironiefrei wie die Musikauswahl einer Folge von „Bauer sucht Frau“. Die Gewitztheit erschlägt den tumben Hörer hier höchstens mit dem kalkwandgrauen Vorschlaghammer. Wo Obama auch 2012 ein ganzes Heer von krediblen Musikern von Springsteen bis Arcade Fire (eine kanadische Band!) um sich versammeln konnte, reicht es bei Seehofer seit Jahren im Idealfall höchstens für den nichts ahnenden Blasmusikverein auf dem nächstgelegenen Schützenfest. Oder hier: für Bruno Mars – der wohl nicht einmal weiß, wer dieser Horst Seehofer überhaupt ist (und gegen Obamas „Buddy“ Jay-Z auch reichlich abstinken würde!). Am treffendsten fasst es wohl dann – beabsichtigterweise? – die deutsche Übersetzung des abschließenden Dezember-Stückes von AgnethaBennyBjörnAnni-Frid zusammen: „Ich bin nicht Besonderes, ein bisschen ein Langweiler…“ Wohl wahr. Danke für die Musik, Horst. Aber jemand, der wohl bis vor Kurzem einen iPod mit einem Eierbecher verwechselt hätte, muss nicht kurz vor der gedanklichen Abfahrt ins Altersheim noch versuchen, im „digitalen Zeitalter“ mitzumischen…

 

Hier Playlist für alle, die sich und ihren Liebsten ein akustisches Guantanamo-Foltercamp für Zuhause basteln möchten:

-Seehofers Soundtrack für 2013-

Januar: Start Me Up (The Rolling Stones)

Februar: You’ll Never Walk Alone (tausendfach gecoverter Stadionklassiker von 1945)

März: Nothing’s Gonna Stop Us Now (Starship)

April: Stern des Südens (Vereinshymne des FC Bayern München)

Mai: Count On Me (Bruno Mars)

Juni: Nobody Does It Better (Carly Simon)

Juli: When I’m Sixty-Four (The Beatles)

August: The Heat Is On (Glenn Frey)

September: Say It Loud – I’m Black And I’m Proud (James Brown)

Oktober: Wir lieben Bayern

November: Don’t Stop Thinking About Tomorrow (Fleetwood Mac)

Dezember: Thank You For The Music (ABBA)

 

(Das alles ist natürlich und bitte höchst satirisch aufzufassen! Der Autor dieser Zeilen stammt selbst aus einem traditionell CDU-regierten Freistaat und ist auch weit von irgendwelchen JuSo- oder Sponti-Idealen entfernt. Allerdings möchte er bei jedem verzweifelten Versuch, den bayrischen Ministerpräsidenten in Gesichtspunkten der kulturellen oder politischen Relevanz auf eine Stufe mit weltpolitischen Größen wie Obama, welcher vom Autor übrigens auch kritisch betrachtet wird, zu hieven, dem betreffenden Imageberater am liebsten an die Gurgel springen und/oder diesen für dessen Ideenlosigkeit an seiner Armani-Krawatte am Laternenmast vor der CSU-Parteizentrale aufhängen. Ihr merkt es wohl: das Thema veranlasst den Autor zur Flucht in überspitzte Gewaltfantasien…)

 

Rock and Roll.

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Mein Senf: Mission accomplished. Weitermachen!


Alle vier Jahre begeben sich die US of A politisch in den ganz normalen Wahnsinn, versteigen sich in ein solches Klein-Klein, dass auch schon mal das Sesamstraßen-Federmonster Bibo oder eine Horde Kiffer das potentielle Zünglein an der Goldwaage sein können. Da werden die iTunes-Playlisten des Präsidenten und seines Vorgängers auf Gemeinsamkeiten oder doppelte Böden durchkämmt (ANEWFRIEND berichtete) und während der zahlreichen inszenierten TV-Debatten oder Wahlkampfreden auf jedes noch so kleine Stottern, Verhaspeln, Räuspern, Blinzeln oder Babyküssen geachtet. Da werden der surreal hohen Staatsverschuldung zum Trotz (Stand vom Juni 2011: 14,46 Billionen US-Dollar, die Dunkelziffer dürfte jedoch noch weitaus größer sein) immer neue Rekordsummen aufgeboten (in diesem Jahr waren es insgesamt 5,8 Milliarden Dollar), um den eigenen „starken Mann“ ins wohl noch immer symbolträchtig-wichtigste Amt der Welt – respektive: ins Weiße Haus – zu hieven.

Nun haben sich Esel (Demokraten) und Elefant (Republikaner) zwar ein – zumindest im Vorfeld – durchaus spannendes Rennen geliefert – um am Ende einzusehen, dass man nach einem klaren Wahlmännersieg für Barack „Where’s the change?“ Obama (wer war noch mal der andere?) für weitere vier Jahre eben da weitermachen muss, wo man bis vor ein paar Tagen noch stand  – insofern einem „Sandy“ nicht die eigenen vier Wände um die Ohren geblasen hat…

Wer gestern auch nur für eine Stunde eine der vielen ach so wichtigen Live-Berichterstattungen auf den öffentlich rechtlichen oder Privatsendern verfolgt hat, dem werden Begriffe wie „Kopf-an-Kopf-Rennen“ (Ja, klar! Wirklich?!?) oder „Ohio“ (Swing State! Wahlentscheidend!) bereits zum Hals raushängen. Und wie es der Zufall will gibt es da diesen Song, „Bloodbuzz Ohio“, der aus Ohio stammenden Band The National, welche zu Obamas lautesten – und auch wahlkampftechnisch fleißigsten – Befürwortern zähl(t)en. Eine durchaus gelungene Coverversion eben jenes Songs von Theme Park sei hier empfohlen:

[mp3]: Theme Park – Bloodbuzz Ohio (The National Cover) (via We All Want Someone To Shout For)

 

Nun hat der in den letzten vier Jahren merklich ergraute und „ach so sympathische“ Herr aus Illinois noch einmal vier weitere Zeit, um zu zeigen, woran ihn das „Change“ auf den eigenen Wahlkampfplakaten denn wirklich erinnert und wieso zur Hölle man ihn im Voraus (!) einen Friedensnobelpreis verliehen hat… Man darf mäßig gespannt sein.

 

Rock and Roll.

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„You’ve got to mix it up“ – Neues vom „iPod One“


Wenn an der US-amerikanischen Ostküste Stürme toben, Kältewellen über’s Land wehen und der Storm ausfällt hat man – entsprechend gefüllter Akkuladezustand vorausgesetzt – doch mal wieder Zeit, die Playlists des eigenen iPods zu durchstöbern…

Und wo wir gerade bei diesem Thema wären – und der Wahlkampf um’s Weiße Haus in die „heiße Phase“ geht: Was hat eigentlich der amtierende US-Präsident auf seinem portablen Musikabspielgerät? Nun, am Montag gab Barack Obama im Rahmen eines Interviews mit dem in Cincinnati beheimateten Radiosender WIZF, welcher sich übrigens vor allem auf HipHop und R&B spezialisiert hat, genau darüber Auskunft: „Ich habe einen ziemlich guten Mix drauf. Ich habe Old School-Sachen wie Stevie Wonder, James Brown, ich habe die Rolling Stones, Bob Dylan. Und dann habe ich alles von Jay-Z über Eminem bis hin zu den Fugees.“ Und da auch hier möglichst Wähler aller Altersklassen angesprochen werden sollten – im US-Wahlkampf gibt wohl keiner der Bewerber ‚ungebrieft‘ einen Kommentar ab – fügte er noch hinzu: „Ich habe auch Jazz drauf: John Coltrane, Miles Davis, Gil Scott-Heron. Man muss es je nach Gemütslage mischen.“ Ach nee, ist klar, Herr Präsident…

Doch bei aller Allgemeingültigkeit der Auskunft über seine momentanen musikalischen Vorlieben (welches sich übrigens in den letzten zwei Jahren nicht wesentlich verändert haben, wie man hier vergleichen kann) bleibt offen, wieso der 51-jährige ausgerechnet Gil Scott-Heron unter „Jazz“ verbucht (einem unkundigen Berater sei Dank?) und warum ausgerechnet Bruce „The Boss“ Springsteen, US-amerikanisches Heiligtum, Held der Arbeiterklasse und einer seiner prominentesten Fürsprecher, in dieser Aufzählung fehlt… Die gerade in den USA überaus beliebte Sparte des Country überlässt er da gern jemand anderem…

Der – zum Glück! – ehemalige US-Präsident George W. Bush hatte übrigens, insofern man den Aussagen von Mark McKinnon, seinem damaligen Biking-Partner und Medien-Chefstrategen, Glauben schenken darf, Titel wie The Knacks „My Sharona“, Joni Mitchells Version von „Baby, I Don’t Care“, „The House Is Rockin'“ von Stevie Ray Vaughan und „Brown Eyed Girl“ von Van Morrsion auf dem „iPod One“, welchen er von seinen Töchtern geschenkt bekam (hatte da jemand Angst, dass Daddy sonst auf der Strecke bleibt?). Und dass auch ein Song wie  John Fogertys „Centerfield“ in der Playlist vertreten ist (Fogerty war Teil der pro-demokaratischen Konzertreihe „Vote For Change„), verleitete Joe Levy von der US-Ausgabe des „Rolling Stone“, welcher diese Liste veröffentlichte, gar zu dem Kommentar, der Präsident möge (auch) Künstler, die ihn nicht mögen. Welch‘ Erkenntnis! Andernfalls wäre „Dubyas“ Titelsammlung relativ kurz und einseitig ausgefallen…

 

Aber lassen wir doch George Walker Bush selbst über diesen „pretty high tech stuff“ zu Wort kommen:

 

Rock and Roll.

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