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Song des Tages: [LEAK] – „Chuckle“


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Für die einen sind [LEAK] die fränkischen Radiohead, für die anderen eine junge Indie-Band, die mit ihren mal elektrischen, mal indierockenden Songs eine Melange aus dem Besten vom Thom Yorke und Co., aber auch aus dem Oeuvre von deutschen Größen wie The Notwist oder Slut bildet.

Fest steht: Das, was sich der aus Nürnberg stammende Sechser um Frontfrau Rachel Fodor da in vielen, vielen Stunden der Proberaumtüfteleien seit 2014 erarbeitet hat, klingt durchaus spannend, und die im Juni erschienene – jedoch lediglich vier Songs kurze – „Noise from the Void EP“ macht mit ihren zumeist melancholischen, jedoch auch ebenso sphärisch wie experimentell tönenden Stücken wie „Chuckle“, die es tatsächlich schon bis in die Radiostationen in London, Riga, Istanbul, Kalifornien oder Mexiko geschafft haben, Lust auf mehr…

 

 

[LEAK] sind aktuell die „Band der Woche“ beim Format „PULS Musik“ des Bayrischen Rundfunks und waren daher kürzlich auch für eine kurze Live Session sowie ein Interview in deren Studio:

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Grand Terminal – „Trompe​-​l’oeil“


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Foto: via Bandcamp / Facebook

Grand Terminal, eine vierköpfige Band aus dem französischen Bourg-en-Bresse, spielt – nunja – emotional aufgeladenen Indiepunkrock mit satten Books und dem ein oder anderen Post-Hardcore-Verweis. So finden sich die neun Songs ihres im April 2016 erschienenen Debütalbums „Trompe​-​l’oeil“ im Moshpit gleich neben Nineties-Emo-Bands wie Small Brown Bike, Hot Water Music, Sport oder Bâton Rogue wieder, während auch die zwar etwas jüngeren, jedoch stets großartigen La Dispute, Touché Amoré oder Pianos Become The Teeth nicht weit weg herum springen.

Dass Grand Terminal erst gar nicht versuchen, die Worte ihrer Songs mit englischer Sprache und einem potentiell üblen französischen Akzent zu unterlegen, gibt freilich einen dicken Pluspunkt. Ebenso wie der feine Zug, das erste Album als „Name your price“ via Bandcamp anzubieten. Reinhören, Emo-Kiddos, reinhören!

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lea Porcelain – „Streets Of Philadelphia“


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Es ist erst ein paar Wochen her, da coverte Ryan Adams Bruce Springsteens 1994er Oscar-Evergreen „Streets Of Philadelphia“. Nun haben sich zwei ganz andere Musiker eben dieses Songs angenommen: Julien Bracht und Markus Nikolaus aus Frankfurt. Kennt keine Sau, oder? Besser bekannt ist das Postpunk-Duo freilich unter dem Namen Lea Porcelain, doch selbst darunter firmieren die beiden noch als Geheimtipp (der in den Blogsphären jedoch längst auch internationale Kreise zieht). Auch in Deutschland fanden die beiden mit ihrer 2016 erschienenen EP „Out Is In“ Einiges an Beachtung: In deren „Hotlist 2017“ attestierte „Musikexpress“-Redakteur Stephan Rehm Lea Porcelain die richtigen Vorbilder: „Peter-Hook-Gedächtnisbassläufe durchziehen ‚Out Is In‘, der Geist von Ian Curtis zickzacktanzt durch ‚Atmosphere‘. Ein Song wie ‚Warsaw Street‚ erinnert unweigerlich an ‚Warsaw‘ von der ersten Joy-Division-EP und an Bowies unheimliches ‚Warszawa'“, schrieb Rehm im Januar.

Lea Porcelains überfälliges Debütalbum „Hymns To The Night„, das in den vergangenen zwei Jahren im legendären Berliner Funkhaus aufgenommen wurde, lässt leider noch etwas auf sich warten und erscheint erst am 16. Juni. Bis dahin vertrösten Bracht und Nikolaus alle Wartenden mit ihrer ganz eigenen Version von „Streets Of Philadelphia“. Warum? Wir hörten den Song in dieser Zeit (während der Aufnahmen, Anm. d. Red.) sehr oft, wenn wir nachts nach Hause kamen. Er wurde für uns zu einer Art ‚Homecoming‘-Song während der Aufnahmesessions. Einen Abend, bevor wir uns auf den Weg in die Heimat machten, um unsere Familien zu treffen, verbrachten wir die Nacht, mehrere Versionen des Tracks aufzunehmen. Die finale Version klingt 100% nach uns und wir dachten, dies wäre ein schönes Geschenk für Freunde und Familie sich für ihre Unterstützung, ihr Verständnis und ihre Liebe zu bedanken.“

Seht hier das Roadtrip-Video zu „Streets Of Philadelphia“ von Lea Porcelain, das von ihnen selbst und Regisseur Micki Rosi Richter – ganz stilecht, immerhin geht’s hier um den Boss – im US-amerikanischen Arizona gedreht wurde:

 

Und für all jene, die gern mehr über Lea Porcelain wissen möchten, gibt’s hier ein kleines Fünf-Minuten-Portrait:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Der Herr Polaris – „Deine Wege“


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Was macht eigentlich das Grand Hotel von Cleef? Klar, weiterhin fleißig tolle Platten veröffentlichen. Doch rein vom Gefühl her ist es in den letzten Jahren etwas ruhiger um das Hamburger Label geworden, gerade im Vergleich mit den Nuller-Jahren. Was waren das noch für tolle Zeiten, als uns das Indie-Label stetig mit neuen tollen Platten von Bands wie Kettcar, Tomte, Kante, Herrenmagazin, Death Cab For Cutie oder den Kilians – um nur einige zu nennen – versorgte. Und anfangs so spleenige Liedermacher wie Olli Schulz hätten wohl anderswo und ohne die Hilfe des Grand Hotel nie eine echte Chance bekommen…

9d398050-Cover_DerHerrPolarisJetzt kommt das Grand Hotel mit Der Herr Polaris endlich wieder mit etwas ungeheuer Interessantem in Sachen deutschsprachiger Musik um die Ecke. Irgendwo zwischen Nada Surf und The Notwist würden man den jungen, bayrischen Songwriter wohl einordnen. Böse Zungen würden behaupten, dass Bruno Tenschert aus Augsburg lediglich eine neue Klangschippe auf den Befindlichkeitspopberg, welchen vor ihm auch kredible Klampfer wie Spaceman Spiff oder Senore Matze Rossi beackert haben, drauflegt. Und: ganz unrecht hätten auch die damit nicht. Doch was macht das schon, wenn es am Ende so gut klingt wie die aktuelle Single „Deine Wege“, welche aus dem heute erscheinenden zweite Album „Mehr Innen als Außen“ (das Debüt „Drehen & Wenden“ liegt bereits fünf Jahre zurück) stammt? Eben: so rein gar nix.

 

 

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Rock and Roll.

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Auf dem Radar: No Plato


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Drüben auf GUTESHOERENISTWICHTIG werden die ersten Höreindrücke der Songs von No Plato wie folgt beschrieben: „Sprühende Gitarren, energiegeladene Drums, auf- und abwandernde Bassläufe, die Stimme der Frontfrau, die elektrisierend, spannungsvoll und zeitweise fast ein wenig schlecht gelaunt klingt und inbrünstig nach Zuneigung, nach Aufmerksamkeit ruft.“ Besser könnte ich’s nicht ausdrücken.

a0186878351_10Denn in der Tat passiert in den Stücken des Trios, welches irgendwo aus dem englischen Nirgendwo stammt (Rhyl, Burton-on-Trent & Cheddar, you know?), trotz der Tatsache, dass selten die Dreieinhalbminutenmarke geknackt wird, erstaunlich viel. Frontfrau Sorrell Kerrison schafft es scheinbar spielend, zwischen Liebreiz und Furie hin und her zu changieren, während ihr die beiden Jungs im Hintergrund (T. Baker und T. Hipwell) kraftvoll den Rücken freihalten. Rausch und Ruhe geben sich da gern die Klinke in die Hand. Stilistisch fallen die zwölf Stücke, die No Plato bislang ins Netz gestellt und kürzlich als „Collection“ zusammengefasst haben (welche man sich auf der Bandcamp-Seite der Band im „Name your price“-Prinzip aufs heimische Abspielgerät laden kann), schlussendlich wohl irgendwo zwischen rauen Indierock mit dezenten Riot-Grrrl-, Postpunk- und Shoegaze-Ausflügen. Aber hört selbst…

 

 

Auch gut: die sechs Songs starke Live-EP „Live at Metropolis Studios“…

 

und das Musikvideo zum einminütigen Song „Heretic Alone“:

 

Wer ein wenig mehr über die englische Band erfahren möchte, der findet hier ein Interview mit theknifefight.com von 2011.

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Case Mayfield


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Manchmal muss es einfach sein, dass ich als Wahl-Holländer dem ein oder anderen Künstler, die sich hier zwischen all dem Käse, den Tulpen, Holzschuhen und Coffeeshops den Allerwertesten für ein bisschen mehr Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinaus den Allerwertesten abspielen, die nötige Aufmerksamkeit zukommen lasse. Case Mayfield zum Beispiel…

Case_Mayfield_OOR_03Case wer? Stimmt schon, besonders holländisch klingt dieser Name nicht, versteckt sich doch ein gewisser Cornelis Johannes Lucas „Kees“ Veerman hinter diesem Pseudonym. Und würde der 29-jährige Musiker unter seinem richtigen Namen Songs und Alben in Plattenläden und ins weltweite Netz stellen, man würde ihn wohl (vor)schnell ins niederländische Schwulstschlagereck verfrachten, und die Credibility in der *hust* Indie-Szene wäre wohl auch alsbald flöten… Dann doch lieber Case Mayfield.

Ein Newcomer ist Kees Veerman (aka. Case Mayfield) übrigens kaum, denn der Mann, der mittlerweile im bunten Treiben von Amsterdam seine Zelte aufgeschlagen hat, um sich zwischen all den von Touristen aus aller Herren Länder überlaufenen Grachten Inspirationen zu holen, hat seit 2010 bereits ganze sechs Alben veröffentlicht, auf denen er oft solo, mittlerweile aber auch immer öfter in Bandbegleitung seine Songs vom Leben und Lieben, deren Stil er selbst als „minimalfolkrockish“ beschreibt, versammelt hat. Zwischendrin reist Veerman umher, um mit Gitarre und Stimme (welche mich entfernt an Mark Greaney, Frontmann der mittlerweile aufgelösten Iren JJ72, erinnert) kleines bis kleinstes Publikum zu verzaubern (und dabei auch schonmal die wohl obligatorische Damien-Rice-Coverversion zum Besten zu geben). Und obwohl man freilich zugeben muss, dass Case Mayfield eben nicht Coldplay ist/sind und die Songs eben eher zu Wohnzimmer-Konzerten denn ins Stadion passen, wünscht man dem Mann doch ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Gerade auch, weil Veerman und seine Mitstreiter alle Alben via Bandcamp im demokratischen „Name your price“-Prinzip unters interessierte Hörervolk verteilen. Da sollte man doch mal das ein oder andere Ohr riskieren auf dass Case Mayfield bald auch über die Grenzen von Benelux hinaus ihre Runden drehen dürfen…

 

Zum Reinhören sei die kürzlich veröffentlichte Songsammlung „I Wish This Was About You“, welche Stücke von drei zwischen Januar und März diesen Jahres veröffentlichten EPs bündelt, empfohlen…

 

…während Youtube das ein oder andere Video zu Songs der fünf Vorgängerwerke bereit hält:

 

Rock and Roll.

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