Schlagwort-Archive: Bandvorstellung

Auf dem Radar: Mildura


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Mal ein wirklich echter Geheimtipp scheinen Mildura zu sein. Anders als man als findiger Geografie-Geek zunächst vermuten könnte, kommt die vierköpfige Band jedoch nicht aus dem Örtchen nordöstlich von Adelaide, Australien, sondern aus Claremont, Kalifornien. Und auch dort scheint bislang kaum Wind vom dezent melancholischen Indie-Emorock bekommen zu haben, den Kelley, Nick, TJ und Evan bisher auf der 2016er EP „With Change“ sowie auf dem im September erschienenen selbstbetitelten Debüt-Longplayer auf die Musikwelt losgelassen haben – schnöde 318 monthly listeners auf Spotify und kaum Views auf den wenigen Videos bei YouTube sprechen (noch) eine deutliche Sprache… ANEWFRIEND meint: Freunde der Get Up Kids, der Lemonheads oder etwa Saves The Day sollten hier mal ein Öhrchen riskieren, denn auch wenn Mildura mit ihren Songs keine Kontinente bewegen mögen, hat dieser tagträumerisch schöne und leicht melancholische Sonnenschein-und-Roadtrip-Emorock eine deutlich größere Aufmerksamkeit verdient.

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Racer – „The Funeral“


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The Racer sind eine fünfköpfige Indierock-Band aus Monroe im New Yorker Hudson Valley. Wieso Pete Marotta (Gesang, Piano), Mike Esserman (Gitarre), Steve Kondracki (Gitarre), Eric Sosler (Bass) und Mike Perri (Schlagzeug, Percussion) mit ihren mittlerweile drei Langspielern (der letzte, „Giant„, erschien 2016) sowie zwei guter Handvoll Singles weder in den heimischen US of A noch in good ol‘ Europe bislang groß Aufmerksamkeit geschenkt wurde, obwohl doch die Songs, die mal indierockend gen Firmament bis hin zu den kanadischen Buddies im Geiste von Wintersleep schielen, mal einen ganz ähnlichen Willen zum Experiment wagen wie etwa Manchester Orchestra (passend dazu wurde „Giant“ von Dan Hannon, der bereits mehrfach mit Andy Hull und Co. zusammen gearbeitet hat, produziert, außerdem haben The Racer eine Coverversion des Machester Orchestra-Songs „The Maze“ im Repertoire)? Keine Antwort darauf, nirgends. Verdient hätte es das Quintett in jedem Fall.

Dass Pete Marotta und Co. sich hervorragend aufs Covern von ohnehin schon tollen Evergreens verstehen, bewies die Band bereits 2013, als The Racer sich den Band Of Horse’schen Himmelsstürmer „The Funeral“ vornahmen, und der Nummer in ihrer Neuinterpretation etwas mehr Indierock unter den Allerwertesten gepackt haben…

 

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Weller – „Weller“


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„The only thing I really know about Weller is that they’re not Paul Weller. I know this because for a short while I mistook tweets about them as such, slightly confused by the people who were heralding a new record from the former Jam man.“

(Tom Johnson, goldflakepaint.co.uk)

In der Tat würde man vieles Andere hinter einem Bandnamen wie Weller erwarten (ein neues Projekt des „Godfather of Britpop“, die musikalische Zusammenkunft der Sprösse des „ewigen Mods“…), nur eben nicht eine junge Band aus dem US-amerikanischen Philadelphia.

Was genau Harrison Nantz, Jeremy Berkin und Evan Clark Moorehead dazu bewogen haben mag, ihre Band namentlich nah an Paul Weller heranzuführen? Nichts Genaues weiß man nicht. Fest steht, dass das junge Philly-Trio mit ihrem im Oktober veröffentlichten Debütalbum und seinen zehn mit beherztem Indierock zu Werke gehenden melodieseligen Songs kaum weiter entfernt vom Elder Statesman des distinguierten Modrocks liegen könnte. Viel eher dürfte die recht rohe, direkte Energie von Bands wie Weezer (genauer: deren Frühwerk) bei den Coming-of-Age-Stücken, die recht schnell zum Punkt kommen und kaum oberhalb der Drei-Minuten-Marke landen, Pate gestanden haben.

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Via Bandcamp kann das komplette Debütalbum gestreamt und obendrein im „Name your price“-Prinzip aufs heimische Abspielgerät geladen werden:

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: [LEAK] – „Chuckle“


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Für die einen sind [LEAK] die fränkischen Radiohead, für die anderen eine junge Indie-Band, die mit ihren mal elektrischen, mal indierockenden Songs eine Melange aus dem Besten vom Thom Yorke und Co., aber auch aus dem Oeuvre von deutschen Größen wie The Notwist oder Slut bildet.

Fest steht: Das, was sich der aus Nürnberg stammende Sechser um Frontfrau Rachel Fodor da in vielen, vielen Stunden der Proberaumtüfteleien seit 2014 erarbeitet hat, klingt durchaus spannend, und die im Juni erschienene – jedoch lediglich vier Songs kurze – „Noise from the Void EP“ macht mit ihren zumeist melancholischen, jedoch auch ebenso sphärisch wie experimentell tönenden Stücken wie „Chuckle“, die es tatsächlich schon bis in die Radiostationen in London, Riga, Istanbul, Kalifornien oder Mexiko geschafft haben, Lust auf mehr…

 

 

[LEAK] sind aktuell die „Band der Woche“ beim Format „PULS Musik“ des Bayrischen Rundfunks und waren daher kürzlich auch für eine kurze Live Session sowie ein Interview in deren Studio:

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Grand Terminal – „Trompe​-​l’oeil“


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Foto: via Bandcamp / Facebook

Grand Terminal, eine vierköpfige Band aus dem französischen Bourg-en-Bresse, spielt – nunja – emotional aufgeladenen Indiepunkrock mit satten Books und dem ein oder anderen Post-Hardcore-Verweis. So finden sich die neun Songs ihres im April 2016 erschienenen Debütalbums „Trompe​-​l’oeil“ im Moshpit gleich neben Nineties-Emo-Bands wie Small Brown Bike, Hot Water Music, Sport oder Bâton Rogue wieder, während auch die zwar etwas jüngeren, jedoch stets großartigen La Dispute, Touché Amoré oder Pianos Become The Teeth nicht weit weg herum springen.

Dass Grand Terminal erst gar nicht versuchen, die Worte ihrer Songs mit englischer Sprache und einem potentiell üblen französischen Akzent zu unterlegen, gibt freilich einen dicken Pluspunkt. Ebenso wie der feine Zug, das erste Album als „Name your price“ via Bandcamp anzubieten. Reinhören, Emo-Kiddos, reinhören!

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lea Porcelain – „Streets Of Philadelphia“


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Es ist erst ein paar Wochen her, da coverte Ryan Adams Bruce Springsteens 1994er Oscar-Evergreen „Streets Of Philadelphia“. Nun haben sich zwei ganz andere Musiker eben dieses Songs angenommen: Julien Bracht und Markus Nikolaus aus Frankfurt. Kennt keine Sau, oder? Besser bekannt ist das Postpunk-Duo freilich unter dem Namen Lea Porcelain, doch selbst darunter firmieren die beiden noch als Geheimtipp (der in den Blogsphären jedoch längst auch internationale Kreise zieht). Auch in Deutschland fanden die beiden mit ihrer 2016 erschienenen EP „Out Is In“ Einiges an Beachtung: In deren „Hotlist 2017“ attestierte „Musikexpress“-Redakteur Stephan Rehm Lea Porcelain die richtigen Vorbilder: „Peter-Hook-Gedächtnisbassläufe durchziehen ‚Out Is In‘, der Geist von Ian Curtis zickzacktanzt durch ‚Atmosphere‘. Ein Song wie ‚Warsaw Street‚ erinnert unweigerlich an ‚Warsaw‘ von der ersten Joy-Division-EP und an Bowies unheimliches ‚Warszawa'“, schrieb Rehm im Januar.

Lea Porcelains überfälliges Debütalbum „Hymns To The Night„, das in den vergangenen zwei Jahren im legendären Berliner Funkhaus aufgenommen wurde, lässt leider noch etwas auf sich warten und erscheint erst am 16. Juni. Bis dahin vertrösten Bracht und Nikolaus alle Wartenden mit ihrer ganz eigenen Version von „Streets Of Philadelphia“. Warum? Wir hörten den Song in dieser Zeit (während der Aufnahmen, Anm. d. Red.) sehr oft, wenn wir nachts nach Hause kamen. Er wurde für uns zu einer Art ‚Homecoming‘-Song während der Aufnahmesessions. Einen Abend, bevor wir uns auf den Weg in die Heimat machten, um unsere Familien zu treffen, verbrachten wir die Nacht, mehrere Versionen des Tracks aufzunehmen. Die finale Version klingt 100% nach uns und wir dachten, dies wäre ein schönes Geschenk für Freunde und Familie sich für ihre Unterstützung, ihr Verständnis und ihre Liebe zu bedanken.“

Seht hier das Roadtrip-Video zu „Streets Of Philadelphia“ von Lea Porcelain, das von ihnen selbst und Regisseur Micki Rosi Richter – ganz stilecht, immerhin geht’s hier um den Boss – im US-amerikanischen Arizona gedreht wurde:

 

Und für all jene, die gern mehr über Lea Porcelain wissen möchten, gibt’s hier ein kleines Fünf-Minuten-Portrait:

 

Rock and Roll.

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