Schlagwort-Archive: Bandcamp

Sunday Listen: Andrew Bryant – „A Meaningful Connection“


„What is this feeling that I have / ​​Like I’m caught between the here and the now? / Just some shitty midlife crisis / That would bore even the steadiest crowd?“ – bereits die ersten Zeilen des Songs „Reality Winner“ fangen sehr gut ein, worum es in Andrew Bryants neuem Album „A Meaningful Connection“ geht. Um einen Mann, der in einer unsteten Zeit nach Wahrheit sucht, seine Bedürfnisse und Ängste ergründet. Was ist wirklich sinnvoll? Was ist real? Welche Geschichte habe ich noch nicht erzählt, welche sollte noch erzählt werden? Was, wenn sich die vermeintliche Wahrheit am Ende als plumpe Lüge entpuppt? Wie werde ich gehen, wenn meine Zeit gekommen ist?

Das Coverfoto erinnert an John Lennons und Yoko Onos „Bed-ins for Peace„, doch anstatt einer Blume hält der Musiker aus Oxford, Mississippi ein Smartphone in der Hand – hello, peace, love and digitale Zerstreuung. Dementsprechend anspielungsreich und dezent sarkastisch fällt auch die Eröffnungsnummer „Private Window“ aus: „Folk singers on Twitter / You know they’ve got all the answers / They’re all at the tips of your fingers / In that pale blue light / You can lay down in your bed / Hang your hat on every line that you’ve read / While your lover is dreaming / You are waking to that blue bird song.“ Eitel Sonntagssonnenschein ist hier wenig, vielmehr verarbeitet der US-amerikanische Musiker in den neuen Songs unter anderem seine Grabenkämpfe mit dem bösen Teufel aus der Flasche und schafft es, seine Suche nach Sinn und Halt in poetische Texte zu fassen. Zudem zeichnete sich Bryant für alle kreativen Prozesse vom Songwriting über die Aufnahmen, die Performance und den Mix selbst verantwortlich – eine durchaus beeindruckende Leistung. „I sing all my songs and feel them / Staring at the back of my eyelids / And we call this a meaningful connection“, wie er in „Birmingham“ singt, mit einer Stimme, die verletzlich und kraftvoll zugleich erscheint.

Kleine Erzählbrötchen dürfen gern andere backen. Auf „A Meaningful Connection“ sucht Andrew Bryant nach der nur schwer zu fassenden Verbindung, nach der wir uns alle sehnen, und reckt all jenen, die so tun, als sei alles in bester Ordnung, seinen süffisanten Mittelfinger entgegen – denn das, Ladies and Gentlemen, ist es – Scheiße noch eins – offensichtlich nicht. Die songdienliche Instrumentierung unterstreicht Bryants Bariton, der dem eines Timothy Showalter (Strand Of Oaks) nicht eben unähnlich ist, und erinnert mal an den lässigen Country von Chris Isaac („Fight“), mal an den Neo-Lounge von Faye Webster („Private Window“). Überhaupt bilden Musik und Text auf dem neuen Album eine beeindruckende Schere. „I want to be like Christ but I don’t want to die“, singt Bryant etwa in „Fight“ als eine Art geläutertes Mantra und legt damit die Tiefe des emotionalen Schmerzes offen, die einem hier immer wieder begegnet. Dem gegenüber stehen scheinbar skurrile Einsichten, hinter denen sich jedoch kaum weniger tiefe Trauer verbergen mag: „There’s no turning back and there’s no wasting time / When you don’t come from anywhere and you leave nothing behind“ heißt es etwa in „Lying On The Road“, während anderswo, im bereits genannten „Private Window“, eher der moderne Sarkasmus blüht.

In „Birmingham“ findet sich Bryant auf der Heimfahrt am Ende einer Tour wieder, auf welcher sich wohl jeder Musikschaffende am Ende eines langen Tages nach (s)einer inneren Heimat, nach dem besonderen Herzensmenschen am Ende des Weges sehnt. Und während er sich nach Hause wünscht, umarmt Bryant sein technologisches Surrogat: „I’m looking for your name in my phone / I’m looking at my phone, want to see your face in my palm“. Eine wirkliche, bedeutungsvolle Verbindung? Vielleicht nicht, aber dennoch eine Verbindung, die in unserer technologisch isolierenden Welt jeden Tag schwieriger wird. Und besser ein Flackern auf einem gottverdammten Bildschirm als absolute Düsternis.

„Drink The Pain Away“ wendet sich schließlich der traditionellen Country-Ballade zu, mit wenig mehr als einer Akustikgitarre, Gesang, drei Akkorden und der nackten, häßlichen Wahrheit. Als direkte Antwort auf selbige entsorgt Andrew Bryant in „Truth Ain’t Hard To Find“ in den ersten Zeilen des Stückes seine letzte Flasche, auf der Suche nach einem ehrlicheren, nüchternen Weg, mit sich selbst zu leben. Harter Tobak? Wohl wahr. Umso verwunderlicher gerät „Liminal“, der Abschluss des Albums, der mit seinem synkopischen Schlagzeug, einer funkt Basslinie und den atmosphärischen Disco-Synthesizern wie aus einer ganz anderen Welt – und von einer ganz anderen Platte! – klingt. Gleichzeitig ist der Abschluss das einzige Instrumental auf einem lyrisch durchaus schwer wiegenden Album, das Bryants traditionelle Folk-Songwriter-Tendenzen ein ums andere Mal für eine Reise in unsere von Technologie, Zerstreuung und viel zu oft kalte Wirtschaftszahlen geprägte Gegenwart über Bord wirft. Gleichzeitig deplatziert und doch irgendwie das nahezu perfekte Ende für „A Meaningful Connection“, erinnert „Liminal“ den Hörer doch an die graue Hohlheit des Synthetischen, wenn dem Leben alles Natürliche entzogen wird. Und alle, die selbst nach Sinn und Wahrheit zwischen den Zeilen suchen, können Andrew Bryant auf seiner Reise durch seine eigenen Kämpfe, Erfolge und Misserfolge auf dem Weg hin zu „A Meaningful Connection“ begleiten…

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Das Album der Woche


Jim Ward – Daggers (2021)

-erschienen bei Dine Alone/Membran-

Schließt man vom Werk auf seinen Schöpfer, scheint sich Jim Ward neuerdings vor allem frei und unbeschwert zu fühlen. Früher war seine Musik mit At The Drive-In – 1994 und im recht zarten Alter von 17 Jahren war Ward Mitbegründer der legendären Post-Hardcore-Band – sowie im Nachgang mit Sparta von Wut oder Zerrissenheit geprägt. Sein erstes echtes Soloalbum „Daggers“ ist wie schon Spartas jüngste, im vergangenen Jahr erschienene Platte „Trust The River“ jedoch nicht nur eine kurze und unkomplizierte Affäre, sondern auch ebenso leichtfüßig. Es wandelt klar auf deren Spuren, macht aber gleich mehrere Dinge besser. Zum einen ist die Produktion runder gelungen, die wieder vermehrt rockigen Songs strahlen zudem eine warme Energie ab. Zum anderen fügen sich die Stücke deutlich organischer zu einem Gesamtwerk zusammen. Skizzen wie der Opener „Day By Day“, der ein Akustikalbum im Stile von Wards EPs zwischen 2007 und 2011 antäuscht und dann losbrettert, stehen neben ausladenden Moll-Dramen wie dem schleppenden „Keep On Failure“. Durchgehend gerockt wird auch: Neben dem energischen Closer „King Yourself“, bei welchem sich die klanglichen Schichten hallend und tosend übereinander verschieben, überzeugt vor allem „I Got A Secret“ mit War On Womens Shawna Potter (das bereits auf ANEWFRIEND zu hören war), in dem die beiden sich Zeilen wie „Got your fingerprints on me“ über den Krach zushouten. Punkiger Biss, ruppige Explosivität und zwei Stimmen, die von der ersten Sekunde an unter Strom stehen, treten einen Anti-Hit oberster Güte los.

Was „Daggers“ vor allem ausmacht, sind die kleinen und großen Melodien, die praktisch hinter jeder tönenden Ecke warten. Schon „Blink Twice“ klingt mit seinem verschleppten Groove so unverkennbar nach Wards harmonischer Handschrift, dass quasi jegliche Kennenlernphase entfällt. Das etwas sanftere „Electric Life“ ist als hymnischer Hybrid aus U2 und Sparta, Achtzigern und Post Hardcore wohlmöglich einer der hübschesten Songs, die der 44-jährige Musiker und Teilzeit-Restaurantbetreiber aus dem texanischen El Paso bisher geschrieben hat. „There’s no trace left of you / Just footprints in the sea“ – auch auf „Daggers“ ergeben Wards Texte vordergründig nicht immer einen Sinn, untermalen jedoch die Stücke mit Kopfkino-Bildern, die der Gesamtstimmung durchaus dienlich sind. Ist „Karma comes around / Crashing through the sound“ nun begleitender Dadaismus oder tiefe Poesie? Für den Genuss der Songs im Grunde völlig unerheblich. Ward, der bei den zehn Stücken auf die Corona-konforme Hilfe seiner Buddies in Form von Thursday-Drummer Tucker Rule und Incubus-Bassist Ben Kenney zurückgreifen konnte, weiß einen um den Finger zu wickeln, im hier zitierten „Safe Pair Of Hands“ beispielsweise mit seinem gekonntem Wechsel zwischen anmutiger Strophe und pathetisch aufgetürmten Riffs im Refrain. Überrascht wird man höchstens vom unvermittelten Ende beim hektisch-verfrickelten „Polygraph (Attack)“, das sich kurz nach dem Losgaloppieren kurzerhand selbst abwürgt.


“Das Leben ist eine Reise, und für mich ist das Ziel dieser Reise zu einhundert Prozent ein besserer Mensch zu werden. Ich denke tagein tagaus daran. Ich möchte die Welt als die bestmögliche Version von mir verlassen.”
 (Jim Ward)

Insgesamt bleibt der Rahmen von „Daggers“ natürlich klein, die Platte wirkt nicht nur aufgrund der Laufzeit von lediglich 33 Minuten wie ein gut verdaulicher Snack. Neuerfindungen, Kapriolen und Publikumsüberforderung überlässt Jim Ward auch hier den anderen Ex-Kollegen mit den komplizierten Namen und konzentriert sich auf sein zeitloses Handwerk, während er sich herrlich unverkopft den Pandemie-Frust von der Seele spielt. Das ergibt ein runderes Werk als das noch sehr unentschlossene „Trust The River“, welches im Nachhinein dank ähnlich unaufgeregtem Spirit besser als Soloplatte hätte deklariert werden sollen. „You can’t give up, you can’t give in“, wiederholt Ward wie ein Mantra während des nach oben blickenden Openers. Gut, dass er keins von beidem getan hat und hier eine launige Werkschau mit den Mitteln des Punk und der Hilfe einer heimlichen Supergroup abliefert.

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Das Album der Woche


Cleopatrick – BUMMER (2021)

-erschienen bei Nowhere Special/The Orchard-

Fuck whatever you think rock is. It’s different now…“

Rock’n’Roll 2.0 vs. Alles schon einmal da gewesen. Rockmusik im Jahr 2021 vom Scheitel bis zur Sohle ganz und gänzlich neu zu erfinden – das könnte sich nur allzu schnell als dezent überambitioniertes Unterfangen erweisen. Also warum selbige, die Rockmusik, nicht einfach im juvenilen Überschwang zertrümmern, wenn eh kaum etwas Neues daraus wachsen kann? Luke Gruntz (allein der Name!) und Ian Fraser alias Cleopatrick sind jung genug, ihre Twentysomething-Angst noch ungeniert thematisieren zu können – natürlich auf die Weise, wie Instagram, Spotify & Co. sie heutzutage verstärken. Privat huldigen sie laut eigener Aussage eher Rap-Ikonen wie Drake oder Kendrick Lamar, produzieren aber trotzdem dezent verwaschenen Two-Pals-Krachrock der guten alten AC/DC-Riffschule, und das sogar auf eigenem Label sowie in einem eigenen kleinen DIY-Kollektiv, denn was soll man im kanadischen Hinterland samt dessen beschränkten Möglichkeiten auch sonst mit seiner Jugend anfangen? Einen Bassisten hat das Mittzwanziger-Duo, welches sich seit Kindergartentagen kennt, nur deshalb nicht, weil sich in der Kleinstadt Cobourg – am Ontariosee gelegen und wohl ähnlich provinziell, aber nicht zu verwechseln mit dem Ort in Oberfranken – schlicht keiner auftreiben ließ. Die Reduktion aufs Wesentliche, auf Fuzz und Frust also, reicht absolut aus. Wo bei Royal Blood jüngst der Dreck gänzlich wegpoliert wurde und die ewigen Schürzenjäger von Death From Above 1979 ihre sanftere Seite entdeckt haben, kippen Cleopatrick als eine Art alternative Terrance & Phillip eine ganze Baggerladung Geröll hinein. Mit diesem Konzept sorgten sie mit zwei EPs und ein paar verdammt ordentlicher Singles („hometown„! „daphne did it„!) seit 2016 für einiges am Rumoren im weltweiten Netz und landeten letztlich auf der „New Noise„-Playlist von Spotify. Und wohl auch deshalb ist ihr Debütlangspieler „BUMMER“ nun ein knapp halbstündiger Schleudergang mit ordentlich arschcoolem Wumms und knirschendem Fuzz-Sand im Getriebe.

Kategorien wie Lo-Fi treffen den Kern der Sache dann auch nicht unbedingt, denn anstatt hunderten Vorbildern nachzueifern und sich von diesen beeinflussen zu lassen, poltern Cleopatrick einfach frisch, Frank und frei drauf los, ohne nur einen verdammten Gedanken daran zu verschwenden, wie sie sich im Rock’n’Roll-Kanon eigentlich einsortieren ließen. Gerade Ian Frasers Schlagzeug dröhnt im eröffnenden „Victoria Park“ so dumpf und verrauscht, als wäre es durch einen riesigen Eierkarton aufgenommen worden. Beat und stimmlicher Vortrag auch in anderen Songs – man nehme nur „Great Lakes“ – erinnern dann tatsächlich an HipHop’sche Gefilde. Passend dazu sitzt auch das Storytelling wie eine gut flowende Eins – vom Schulhof wohlgemerkt, die Straße kann man vom Nachsitzen aus lediglich erahnen. Man wähnt sich beinahe in einem selig analogen, siebziger’esken Umfeld, transferiert ins digitale 21. Jahrhundert, wenn Gruntz sich beschwert, sein Feed sei „full of fucking dummies that did high school with me“. Jung, anti und dagegen sein lautet die Devise weiterhin in „Family Van“: „Pushing twenty-three is a real big bummer / When these old motherfuckers try so hard to pull you under“. Die Band mag nur ein paar Felle, High-Hats, sechs Saiten und einige Effekt-Pedale zur Verfügung haben, ist jedoch mächtig gewaltig auf Krawall gebürstet – maßgeblich gegenüber ihrer heimischen Kaff-Einöde, aus der auch Social Media keinen Ausweg verheißt, und all den alten und jungen Spießern, die darin nunmal wohnen.

„Keine beschissenen Ghostwriter. Kein Label-A&R, keine namhaften Produzenten. Nur drei Kids mit ein paar Fuzz-Pedalen und dem Willen, etwas zu beweisen. Wir haben uns entschieden, dieses Album in Jigs Keller aufzunehmen, weil wir den Kids, die zu unseren Gigs kommen, zeigen wollten, dass man keinen Major-Label-Deal unterschreiben oder sich mit den modernen ‚Rockstar‘-Phonies assimilieren muss, um es zu schaffen. Tatsächlich ist es genau das Gegenteil: Alles, was du brauchst, sind ein paar gute Freunde und eine kleine Vision.“

Das Beste bleibt dennoch die Wirkung dieser Songs, denn beim Genuss von „BUMMER“, welches das Duo nahezu in Eigenregie aufgenommen hat (lediglich ihr enger Freund Jig Dubé wirkte beim Songwriting, Aufnehmen und Produzieren mit), bekommt man unweigerlich mächtig Bock, in einer kleinen, viel zu engen Garage einen Auf-Teufel-komm-raus-Circle-Pit zu bilden und selig grinsend gegen fremde Menschen zu hüpfen, während der Schweiß von der Decke tropft und der Boden vom Bier klebt. Glaubt keine Sau? Nun, jenem Borstenvieh sollte man denn mal den Grunge-Hit „The Drake“ auf die Lauscher geben! Those were the days, kiddos. Verheulte Emo-Lyrics und Grunge-Akkorde in inniger Vereinigung sorgen auch dafür, dass eine Quasi-Ballade wie „2008“ hell und intensiv strahlen kann, ohne dass sie eines scheppernden Schlagwerks bedürfte. Nicht nur hier bringt Gruntz das Kunststück fertig, so einige stimmliche Facetten von angepisstem Gesang bis Sprechgesang auszuloten und mal wie ein junger Chris Cornell, mal gar soulful wie Afghan-Whigs-Frontröhre Greg Dulli zu klingen – mit kanadischem Akzent, versteht sich: „When you give a fuck just let me know“. Dabei sind Cleopatrick natürlich der schlechte Umgang, vor dem das wohlerzogene kanadische Mädchen aus Torontos Villenviertel von den gut betuchten Eltern an- und ausdauernd gewarnt wird – allein diese unflätige Ausdrucksweise! Aber dank etwas DIY-Ethos eben auch eine der neuesten altmodischen Rock-Aufstiegsgeschichten im digitalen Zeitalter. Wo Japandroids mittlerweile mit eher abgeklärt-erwachsenem, dabei aber auch machomäßigeren Blick den Thron besetzen, sind Gruntz und Fraser eher die Arctic Monkeys der kanadischen Noise-Duo-Landschaft. Will neben jung und ungestüm auch heißen: romantisch genug, um nicht nur als juvenile Unruhestifter wahrgenommen zu werden. Längst nicht neu, dafür aber mächtig aufregend, stellenweise verdammt intensiv und übertrieben gut, das Ganze! Dear Canada, your kids are alright.

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Auf dem Radar: The Provincial Archive


„Eines Lachens Läuten, das uns im Vorübergehen – kaum gestreift – ein Fest bedeuten oder wehtun kann“, dichtete Hermann Hesse einst in „In Sand geschrieben“. Und so wirkt auch das Coverfoto des The Provincal Archive-Albums „It’s All Shaken Wonder“. Menschen im Gegenlicht beim Überqueren einer großstädtischen Kreuzung. Alltäglich, dennoch irgendwie besonders – wie eines dieser Instagram-Fotos, bei denen man partout nicht weiß, warum zur Hölle sie einem eigentlich gefallen… Die Musik der vier Kanadier passt dazu. Sie ist gleichsam bittersüß wie lichtdurchflutet und tagträumt sich in die goldene Mitte zwischen Melancholie und Leichtigkeit. Indie-Pop mit Songwriter-Einschlag der nachdenklichen Art – irgendwo zwischen Death Cab For Cutie, Elliott Smith, Grizzly Bear, The National und Bright Eyes.

Obwohl The Provincial Archive mit „It’s All Shaken Wonder“ 2014 bereits das dritte Album vorlegten, war es ihr erstes mit offiziellem Europa-Release. Kaum verwunderlich also, dass sich die Band aus dem kanadischen Edmonton, Alberta bis dahin lediglich auf den Empfehlungszetteln der sogenannten „eingeweihten Zirkel“ befand – oder eben von all jenen, die dem Vierer 2013 beim Reeperbahn Festival oder im Vorprogramm von The Cave Singers, Chuck Ragan, Damien Jurado sowie The Rural Alberta Advantage lauschen durften.

Neben Frontmann Craig Schram (Gesang, Gitarre, Banjo, Piano) agieren R. Bramwell Park (Schlagzeug, Banjo, Gitarre, Gesang), Ryan Podlubny (Bass, Gitarre, Gesang) und Nathan Burge (Piano, Keyboards, Gitarre, Gesang). Das Quartett versteht es, feingeistige Melodien zu kreieren, die zwischen melancholisch und versonnen, wehmütig und lebensbejahend schwingen. Auf Fotos mögen sie wie intellektuelle Nerds wirken – ein kleines optisches Klischee, das sich zumindest andeutungsweise auch in ihren Songs niederschlägt. Dementsprechend strukturiert und durchdacht tönen selbige daher auch. Dabei geht ihnen die Leichtigkeit jedoch keineswegs verloren, vielmehr finden sie den Weg, beide Welten miteinander zu verknüpfen.

Manchmal sind es beinahe mechanische Rhythmusstrukturen, denen feine Melodielinien entgegengesetzt werden, wie etwa im Opener „Daisy Garden“ und in der dramatischen Ballade „In The Morning“. Anderswo, bei der Indiepopperle „Full Of Water“, zaubert die Band wiederum an sonnige Byrds-Jingle-Jangle-Gitarren angelehnte Sounds hervor, die einen im Nu betören. Oder „Land Machines“, welches mit zirpenden Banjo- und monoton-eindringlichen Akustikgitarrentönen überzeugt. Fürs distinguierte Hörervolk werden gar Jazz-Anklänge geboten, „The Lake“ rückt das Piano und den schleichenden Rhythmus ins Zentrum. Wiederholt lassen sich solche Details finden, die das Ganze zu einem kurzweiligen, dennoch anspruchsvollen Vergnügen werden lassen. Ganz besonders stechen hier die verspielten, urbane Horizonte öffnenden „The Market“ und „Every Pretty Girl“ heraus – bittersüß und wunderschön. 

„It’s All Shaken Wonder“ klingt wie ein Versprechen auf Großes, Wahrhaftiges. Es lädt zum Sinnieren, zur tagträumerischen Feingeistigkeit ein – trotzdem lassen die recht persönlichen Texte von Bandkopf Craig Schram genug Raum für eigene Vorstellungen und Visionen. Es ist Musik, die mit dir kommuniziert, dir dabei nicht zu nahe rückt und dich dennoch streichelt. Mit detailverliebten Arrangements, während sie andererseits von ihrer intimen Atmosphäre lebt. Musik, die nie zu überladen, aber auch nie zu reduziert wirkt. Indie-Folk durch die Nerd-Brille betrachtet, aber mit sanftem Blick. Schade eigentlich, dass es nach dem Album – mal abgesehen von einer 2015 nachgeschobenen EP sowie einer Single vor drei Jahren – recht ruhig um die mittlerweile zum Trio geschrumpfte Band geworden ist. So bleibt dieses Indiefolkpop-Kleinod wohl weiterhin den „eingeweihten Zirkeln“ vorbehalten…

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Harmony Woods – „Best Laid Plans“


Bevor Sofia Verbilla begann, als Harmony Woods Musik zu machen, schleppte sie Freunde zu Konzerten in ihrer Heimatstadt Philadelphia, brachte Gleichaltrige mit der lokalen DIY-Szene in Berührung oder sehnte sich aus vollstem Teenagerherzen danach, ihre lokalen Indie-Rock-Helden zu treffen. Inspiriert von denselben Bands, zu deren Musik sie gern selbst durch den Moshpit sprang, schrieb Verbilla schließlich im Alter von 16 Jahren ihre ersten eigenen Songs. Und spielte bereits kurze Zeit später, mit 18, Solosets in derselben Location, das auch die Mitglieder von Modern Baseball einst ihr Homebase bezeichneten. Angesichts der umtriebigen DIY-Szene Phillys ist es so kaum verwunderlich, dass einige der Bandmitglieder ihr sogar bei den Aufnahmen zu Harmony Woods‘ 2017er Debütalbum „Nothing Special“ halfen. Jenes fand durchaus schnell Anklang, denn entgegen des tief stapelnden Albumtitels hatte Verbilla nämlich sicherlich etwas Besonderes an sich – mit ihrer kristallklaren Stimme und ihren aufrüttelnden Mitten-aus-dem-Teenagerleben-Texten schien sie bestens darauf vorbereitet, eine feste Größe in der Emo-meets-Indie-Rock-Szene von Philadelphia zu werden…

Der Titel von Harmony Woods‘ 2019 erschienener Nachfolger-LP „Make Yourself At Home“ ist bei genauerer Betrachtung weitaus weniger einladend, als es zunächst scheint: “So make yourself at home / Although you weren’t invited”, singt Verbilla in der Leadsingle „Best Laid Plans“. Es ist die Art von passiv-aggressivem Kommentar, den man jemandem entgegnen könnte, der nach einer gut gemeinten Einladung ein paar Nächte zu viel auf der eigenen Couch verbracht hat, aber auch die recht treffende Zusammenfassung eines Albums, welches sich zu einem guten Teil mit Selbstsabotage beschäftigt. Verbilla singt darüber, dass sie zu viel emotionale Aufmerksamkeit an Menschen verschwendet, die es nicht unbedingt verdienen, oder – in ihren eigenen, Meme-gerechten Worten – deren toxisches Verhalten romantisiert. Schritt für Schritt lernt auch sie, ihr eigenes Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen, und „Make Yourself At Home“ zeigt manches Mal die hässliche Seite dieses Lernprozesses auf.

Verbilla ist eine berührende Lyrikerin; ihre Worte sind unverblümt, unglamourös und oft anschauliche, tagebuchgleiche Erinnerungen an erlebte Traumata. “I can’t feel safe around you / Not when you’re like this“, klagt sie etwa in „Misled“, als würde sie den Schmerz direkt aus ihrer Kindheit kanalisieren: “When I was young / My mother’s lover acted the same exact way”. Das Album beschreibt auch den quälenden Prozess der Aufarbeitung einer missbräuchlichen Beziehung, mit Anspielungen auf häusliche Gewalt und Gaslighting. “You slam the car door shut accidentally / Profusely apologize / You say, ‘That’s not like me’”, singt sie in „The City’s Our Song„, mit genug Weitsicht, um zu erkennen, dass dies tatsächlich charakteristisch für ihr Thema war. „Now all I want is the truth / But you’re frightening me instead / You say, ‚I think you’ve been misled'“, wie es in „Misled“ heißt. Verbilla setzt regelmäßig die Dialoge ihrer emotionalen Antagonisten ein, und wohl auch deshalb fühlt sich „Make Yourself At Home“ genauso sehr nach einem Album aus deren Blickwinkel an wie aus ihrem.

Außerdem erweist sich die damals 20-Jährige auch als Fan des „Recyclings“ eigener Songtextzeilen: „Seasons change, people stay the same“, sinniert sie sowohl in „Best Laid Plans“ als auch im Abschlussstück „Halt“. „One day we will die / And only ghosts will be our friends„, singt sie in „The City’s Our Song“, nur um diesen melancholisch getränkten Gedanken im anschließenden „Ghosts“ wieder aufzugreifen. Auf den ersten Blick mag das vielleicht etwas einfallslos wirken, aber bei wiederholtem Hören wird klar, dass genau das Gegenteil der Fall sein dürfte und dies einfach Verbillas Mantren über Menschlichkeit und Sterblichkeit sind. Je mehr Schmerz sie offenbart („Another trauma I’ll have to unpack“, emo-klagt sie in „Burden“), desto mehr Gewicht haben ihre wiederkehrenden Worte. Wer hier an Singer/Songwriterinnen wie Julien Baker, Phoebe Bridgers oder Lucy Dacus denkt, der liegt wohl gar nicht mal so falsch.

Perfekt ist ihr zweites Album dabei keineswegs. Während Verbilla im Poetischen ihre Stärken beweist, muss sie als Musikerin hier erst noch in Schwung kommen. „Best Laid Plans“ und „The City’s Our Song“ mögen mit dynamischen Refrains überzeugen, auf Albumlänge sind ihnen nur wenige Momente ebenbürtig. Kompositorisch ist „Make Yourself At Home“, welches von Chris Teti (The World Is A Beautiful Place and I Am No Longer Afraid To Die) produziert wurde, im Gros eher einfach gehalten: Es gibt mehr Powerchords als vertrackte Riffs, und die meisten Hooks sind ein wenig zu simpel, um länger hängen zu bleiben. Doch so leicht es sein mag, Harmony Woods die fehlende Komplexität im Musikalischen anzukreiden, so einfach ist es, Sofia Verbilla zu verzeihen, wenn man tiefer im Herzblut ihrer Erzählungen gräbt und abschließende, so, so wahre Zeilen wie “Somebody else won’t make me feel at ease / I had to love myself before you could love me” hört. (Übrigens dürfte sich die Indie-Musikerin diesen Kritikpunkt tatsächlich auch selbst zu Herzen genommen haben, schließlich klingt das in diesem März erschienene dritte, von Bartees Strange produzierte neue Album „Graceful Rage“ deutlich indierockig-komplexer und mehr nach Full Band denn nach einsamem Kämmerlein…)

„Fancy seeing you here
All by yourself
Sitting in the low light
The fractals in your eyes dancing around

Say, are you lonely?
You look like you could use some company
But I’m not one to make the first move
Then again neither are you

So make yourself at home although you weren’t invited
Seasons change, feelings stay the same
Incapable of thoughtful, conscious choices
Seasons change, people stay the same
But I think that’s for another day

So I ask how you’ve been
You snicker and say
‚It can always be worse
But shit’s been pretty rough these days‘

By now, I’ve detected
You’re slurring your speech
You’re grabbing your keys
You’re starting to leave
I impulsively say, ‚You should come with me‘

So make yourself at home although you weren’t invited
Seasons change, feelings stay the same
Incapable of thoughtful, conscious choices
Seasons change, people stay the same
But I think that’s for another day

‚The best laid plans of mice and men often go awry‘
Despite all this, I still want you here by my side“

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Das Album der Woche


Vanessa Peters – Modern Age (2021)

-erschienen bei Idol/Cargo-

Mittlerweile ist’s hinlänglich bekannt: Corona drängte 2020 (und auch in diesem bisherigen Jahr) nicht eben wenige Künstler, die nicht das zwiespältige Glück genießen, Madonna, U2 oder Coldplay zu sein, an den kritischen Rand des Existenzminimums. Tourneen mussten abgesagt werden, selbst Studioaufenthalte waren teil- wie zeitweise nicht erlaubt. Und da alles medaillengleich auch eine andere Seite hat, entsprang aus der Not einiges an Erfindungsreichtum… Wenig verwunderlich also, dass auch „Modern Age„, das neue Album der US-amerikanischen Singer/Songwriterin Vanessa Peters, der Pandemie zum Opfer fiel – zunächst zumindest. Die 40-jährige Musikerin hatte einen Stapel neuer Stücke für den Nachfolger ihres 2018er Langspielers „Foxhole Prayers“ geschrieben und – nach einer kleinen Tournee durch ihre zweite Wahlheimat Italien – teilweise bereits mit ihrer italienischen Touringband als Demos aufbereitet, als es daran ging, im März im heimischen Texas ins Studio zu gehen. Der Plan? Im Grunde gut ausgearbeitet, selbst der Studioaufenthalt war bereits über eine Kickstarter-Kampagne innerhalb von nur drei Tagen vorfinanziert worden. Unglücklicherweise befanden sich Peters und ihre vierköpfige Band zu diesem Zeitpunkt in Europa, wo damals vor allem Italien durch seine hohen Infektionsraten kurz vor dem Lockdown stand. Da zudem auch einzelne Bandmitglieder aus Italien stammen, stand man vor einer schwierigen Entscheidung: bleiben oder gehen? Schließlich blieb man, ließ sich in einem Bauernhaus im toskanischen Castiglion Fiorentino nieder und nahm das komplette Album innerhalb von zehn Tagen auf.

Trotzdem hört man dem 40-minütigen Endergebnis seine wohl recht idyllische Entstehungsumgebung nur bedingt an, Italo-Klischee-Klänge à la Adriano Celentano oder Eros Ramazzotti waren ja ohnehin eher weniger zu erwarten gewesen von einer, die vor ein paar Jahren noch ein unter der dräuenden Last der Trump-Administration entstandenes Album mit Protestsong-Appeal veröffentlicht hatte. Stattdessen ist Vanessa Peters mit „Modern Age“ ein feines Alternative Rock-Album mit – gefühlt – heftigen Nineties-Bezügen gelungen, welches gleichzeitig auch eine Abkehr von früheren Werken, die eher im Folk-Bereich anzusiedeln waren, darstellt. Easy Listening ist trotzdem selten drin, denn auch diesmal nehmen die Texte bei der Texanerin eine durchaus gewichtige Rolle ein. Neben der Anprangerung gesellschaftlicher Missstände (wie im Titelstück) sind einige von ihnen recht persönlicher Natur. Trotzdem kommen viele der elf Songs verdammt poppig daher, es wird das ein oder andere Mal die Akustikklampfe gezückt. Das mag manchem, der das hier liest, vielleicht ein wenig abschrecken (oder gar zum Gähnen animieren). Fehlende Abwechslung ist jedoch etwas, was man dem Album gewiss nicht vorwerfen darf, zumal es durchaus das ein oder andere Stück gibt, welches selbst Hörern etwas härterer Klänge durchaus gefallen könnte – Pop-Faktor hin oder her.

„Wir beeilen uns immer, etwas neuer oder schneller zu machen, ohne darüber nachzudenken, ob es tatsächlich besser ist. Ich schrieb diesen Song, nachdem ich herausfand, dass die Besitzer meines Lieblings-Baseball-Teams, die Texas Rangers, ihr Stadium nicht mehr nutzen würden, obwohl es erst 25 Jahre alt ist und stattdessen ein neues bauen würden, nur um eine Klimaanlage zu installieren.“ (Vanessa Peters über das Titelstück von „Modern Age“)

Der Titelsong sowie „Make Up My Mind“, die das Album einleiten, fangen denn schonmal hervorragend den Geist der seligen Neunziger ein, zu welchem letzteres dem versammelten Patriarchat den Stinkefinger zeigt. Man merkt, dass hier die ein oder andere Grunge-Kapelle als Inspiration diente. Das Gleiche gilt später noch einmal für „Yes“, das mit seiner bedrückenden Atmosphäre gar an ältere Pearl Jam-Songs erinnert. Immer wieder erweist sich Peters nicht nur als klassische Storytellerin, sondern stellt auch ihr Gespür für gute Melodien unter Beweis. „Never Really Gone“ und das melancholische „The Weight Of This“ sind schlicht wunderschöne Songperlen. Sicher mag es auch die ein oder andere Schwachstelle geben. „The Band Played On“ etwa tönt zu Beginn ein wenig schnulzer’esk, ehe die Streicher im Refrain (und später ihre Begleitband) wieder etwas qualitativen Boden gutmachen. Der Großteil des dargebotenen Materials aber weiß voll und ganz zu überzeugen. Weitere Highlights sind das bereits zuvor veröffentlichte „Crazymaker“ sowie die Blues-Ballade „Valley Of Ashes“. „Yes“ mag auf textlicher Ebene der vielleicht ausdrucksstärkste Song des Albums sein, wehrt sich die Sängerin doch vehement dagegen, als „Chick Singer“ abgeschrieben zu werden – man hört sie später noch im Hintergrund ihren Zorn hinaus schreien. Angry middle-aged woman? Nope. Mit „Still Got Time“ endet „Modern Age“ dann doch noch weltumarmend und mit einer positiven Botschaft: „Cause you’ve still got time / To shake off your loneliness / You’ve still got time / To make your own happiness“ singt Peters hier und hält nicht nur sich selbst, sondern wohl auch uns dazu an, noch ein bisschen durchzuhalten, bis diese Pandemie vorbei ist…

Alles in allem ist „Modern Age“ – bis auf ein paar kleine Abzüge in der B-Note – ein gelungenes Album geworden. Vanessa Peters‘ Homepage gibt als Einflüsse tatsächlich Liz Phair, Spoon, Foo Fighters, LCD Soundsystem und die Neunziger-Smashing-Pumpkins an. Trotzdem will die Musikerin – bis auf die recht treffende erste Referenz – ihr neustes Werk zu etwas anderem machen als einem bloßen Neunzigerjahre-Revival-Knicks. Gelingt’s am Ende? Nennen wir das Ergebnis ein richtig starkes und (im positiven Sinne) richtig stark gestriges Pop-Rock-Album ohne einen echten Komplettausfall, dafür mit umso präziserer und unaufgeregterer Singer/Songwriterinnen-Kunst. Und mit Melodien für Millionen, die bisher leider nur wenige Tausend hören wollen. Melodien, die daran erinnern, dass „gefällig“ eigentlich ein positives Attribut ist. An denen dürften Freunde und Kumpelinen von Künstlerinnen wie Alanis Morissette, Sheryl Crow, Joan Osborne, Suzanne Vega oder Aimee Mann (welche hier vor allem stimmlich recht nahe scheint) ebenso Gefallen finden wie Highway-Rock-Genüssler auf den Spuren Tom Pettys. Nicht weltbewegend, dafür authentisch und prächtig tönend.

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: