Schlagwort-Archive: Austin

Song des Tages: Gary Clark Jr. – „Come Together“ (live from The Forum)


gary_clark_jr_live_press_picture_2017_20__0

Der 2017 über die Leinwände geflimmerte DC-Superhelden-Blockbuster „Justice League“ war vor allem: gar nicht mal so gut (was einerseits an der mauen Story, andererseits an Ben Affleck als Batman gelegen haben dürfte). Etwas Positives hatte der Film dennoch: im Abspann sowie auf dem Soundtrack konnte man Gary Clark Jr.’s Neuinterpretation des Beatles-Klassikers „Come Together“ hören.

come-togetherProduziert wurde die Neuauflage des Songs von 1969 – hörbar – von Junkie XL und Mike Elizondo, zusätzliche Produktionsarbeit stammt von Sam de Jong. Das offizielle Musikvideo mit Szenen aus dem Film seht ihr hier.

Wie durchgerockt und druckvoll die Beatles-Neuinterpretation des Grammy-dekorierten Sängers, Songwriters und Gitarren-Virtuosen aus dem US-amerikanischen Austin, Texas vor allem live klingt, könnt ihr weiter unten hören: Bei einem Konzert von Eric Clapton im Forum in Los Angeles im Jahr 2017 war Gary Clark Jr. Support-Act und spielte den Song gemeinsam mit seiner Band. „That sounded great“, freut sich der 35-jährige Blues’n’Soul-Rocker, dessen jüngstes Album „This Land“ im Februar erschien, im Anschluss an die Performance – da kann man ihm nur zustimmen.

 

 

„Here come old flat-top, he come grooving up slowly
He got ju-ju eyeballs, he’s one holy roller
He got hair down to his knees
Got to be a joker, he just do what he please

He wear no shoeshine, he’s got toe-jam football
He got monkey finger, he shoot Coca-Cola
He say, ‚I know you, you know me‘
One thing I can tell you is you got to be free

Come together, right now
Over me

He roller-coaster, he got early warning
He got muddy water, he one mojo filter
He say, ‚One and one and one is three‘
Got to be good looking ‚cause he’s so hard to see

Come together, right now
Over me…“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Folkpunk-Stürme für lau – East Cameron Folkcore verschenken ihre Diskografie


13923323_10154450459608256_1828396351018368695_o

Ich habe zwar weder die leiseste Ahnung, seit wann, und auch nicht für wie lange noch, aber den Fakt, dass das mal sechs-, mal gar (und vor allem auf Indie-Bühnenbrettern) mehr als zehnköpfige Folkpunkorchester von East Cameron Folkcore derzeit seine komplette (!) Diskografie via Bandcamp als „Name your price“-Download anbietet, sollte keineswegs unter den musikalischen Tisch gekehrt werden.

Wer also klamm bei Kasse sein sollte, der darf die Großherzigkeit der stets auch politisch sowie sozial engagierten Band aus Austin, Texas gern nutzen und sich die bislang vier Alben (von denen das letzte, „Better Off„, 2016 erschien), zwei EPs und ein paar Singles aufs heimische Abspielgerät und in die Heavy-Rotation-Playlist laden – falls sich Frontmann Jesse Moore und seine ein bis zwei Dutzend Damen und Herren nicht längst dort befinden sollten…

 

 

 

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Spoon – „I Ain’t The One“


rs-spoon-1da285c3-a490-43b8-8bac-50701f54a286

Okay, auf Albumlänge werden die Herren von Spoon und meine Wenigkeit auch im neunten Anlauf keine besten Freunde. Dafür ist von den Songs des im März erschienenen aktuellen Albums „Hot Thoughts“ einfach zu wenig in meinen Gehörgängen hängen geblieben…

MI0004204891Was nicht heißen mag, dass Frontmann Britt Daniel und seine drei Bandbuddies schlechte Musik machen. Arne Willander vom deutschen „Rolling Stone“ – etwa beschrieb „Hot Thoughts“ in seiner Review als „ein zugleich transparentes und dichtes, ausuferndes und konzentriertes, schwelgerisches und präzises Wunderwerk von flirrenden Arrangements, Keyboards als Streichern und krachendem Schlagzeug, Hall und elektronischen Verzerrungen, Orgeln, Chören und jäh zupackendem Funk“ und vergab stolze 4,5 von 6 Bewertungspunkten. Trotz alledem rauscht auch dieses Werk der seit 1993 bestehenden Indierocker aus Austin, Texas zwar gut, jedoch auch verdammt rückstandslos durch, ohne viel Spuren zu hinterlassen. Einzige Ausnahmen bleiben der eröffnende Titelsong. Und das großartige „I Ain’t The One“.

Dabei war es gerade dieses Stück, dass Spoon weit vor Albumveröffentlichung als ersten Appetitanreger präsentierten: Im Dezember 2016 kam „I Ain’t The One“ exklusiv und relativ überraschend in einer der Episoden (wer’s genau wissen mag: es war Episode 7) der siebenten Staffel der US-Drama/Comedy-Erfolgsserie „Shameless“ zum Einsatz – und versprach mit seinen zunächst einsamen Keyboard-Linien, welche irgendwann Unterstützung von Druck machenden Schlagzeugbeats und Britt Daniels insomnatischem Textzeilen erhalten, Großes für das neue Album. Dass Spoon – zumindest für mich – diese Messlatte auf „Hot Thoughts“ reißen, macht jedoch rein gar nichts. Der Song bleibt toll.

 

In Ermangelung eines offiziellen Musikvideos hier ein Fan Edit mit Szenen aus der bereits 2014 zu Ende gegangenen US-Serie „Californication“ (noch so einer meiner Favoriten der letzen Jahre):

 

EDITH (05. Oktober 2017): Spion haben sich glücklicherweise nun doch erbarmt, dem Song ein offizielles Musikvideo zu spendieren. Passend zu dem reduzierten, von einer Klaviermelodie getragenen Track gibt sich der zugehörige Clip ebenso minimalistisch. In diesem performt die Indierock-Band den Song in Schatten gehüllt und von kaltem, blauen Licht bestrahlt und erzeugt damit eine geheimnisvolle Atmosphäre:

 

„When the moon is rising and looking on me
When the night comes knocking, knocking on me
I say, I ain’t the one
I say, I ain’t the one
I ain’t the one that you looking for now

When the man comes asking and looking for me
When the law comes knocking, knocking on me
I ain’t the one (ah, ah)
No, I ain’t the one
I ain’t the one that you’re looking for now
Yeah, I ain’t the one
I ain’t the one
So now I’m leaving you all behind me

Hey, ha ha
Uh uh uh

When the world comes crashing, crumbling on me
When the day comes knocking, knocking on me
I say, I ain’t the one
I ain’t the one
Hey, ha ha
Hey, ha ha
I ain’t the one, I ain’t the one
So now I’m leaving you all behind me

Hey, ha ha
Hey, oh oh

‚Bout to fly“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,

Song(s) des Tages: East Cameron Folklore – „Kingdom Of Fear Trilogy“


KoF Trilogy

Das im vergangenen April beim Grand Hotel Van Cleef erschienene dritte Album „Kingdom Of Fear“ der texanischen Punkfolker von East Cameron Folklore kenne ich freilich (und bei wem diesbezüglich noch eine musikalische Lücke klafft, der darf diese gern schleunigst schließen). Und auch der Fakt, dass die Band vorhatte, drei Songs des Konzeptalbums in einem Musikvideo peu á peu visuell umzusetzen, hatte ich im Hinterkopf. Doch irgendwie habe ich diesen Fakt im vergangenen Jahr aus den Augen verloren, und das gut elfminütige Gesamtergebnis erst jetzt gesehen…

Mit „Kingdom Of Fear“ beginnen East Cameron Folkcore eine zusammenhängenden Geschichte, auf dem Album geht dem Stück noch der Track „What The Thunder Said“ voraus. Wie auch auf Platte hört man im Musikvideo kurz den Donner, bevor dieses aus der Sicht eines kleinen Mädchens langsam erzählt, dass im Leben nicht alles so easy-going ist, wie mit dem Chopper-Dreirad über den Bürgersteig zu cruisen.

Denn ebenjenes Mädchen verliert im Video nicht nur ihre Mutter (die am Ende des ersten Teils kurz zu sehen ist) und das zwangsgepfändete Zuhause, sondern auch ihre kindliche Unschuld. „‚Kingdom Of Fear zeigt‘, wie das Kind an den Punkt kommt, an dem es auf die wahre Welt trifft“, erzählt Frontmann Jesse Moore, „manchmal passiert das schon in jungen Jahren, manchmal erst später im Leben.“

90609c06-EFC_KOFWährend sich „Kingdom Of Fear“, das Album, mit den wahren Problemen, der Desillusion des Lebens und dem Verlust des American dream beschäftigt, lässt einen das Musikvideo erst einmal mit einem dicken Klos im Hals zurück. Dabei sei es gar nicht derart emotional geplant gewesen, sagt Moore: „Wir wollten uns auf Dinge fokussieren, die vielen Leuten passieren, und diese auf zwei Leute herunterbrechen. Als wir uns das fertige Video zum ersten Mal angesehen haben, merkten wir selber erst, wie emotional und dramatisch es wirkt.“

Hält der erste Teil der Trilogie noch ein etwas melancholischeres Level, gestalten sich der zweite („The Joke“) und dritte Teil („969“) bereits wieder ganz anders. Zudem kann man auch in dem Text zu „Kingdom Of Fear“, der unter anderem die Sehnsucht nach der Flucht aus der Kleinstadt thematisiert, ein paar komische wie wahre Zeilen entdecken: „We’ll never grow up, we’ll only grow older /…/ Still take naps and drink from the bottle / Still cry without cause / Not responsible for our actions / It’s always someone else’s fault.“

Alle drei Teile der Video-Trilogie wurden in DIY-Manier mit Freunden der Band in und rund um Austin, Texas gedreht. So spielt die Familie des langjährigen Freunds der Band, Travis, auch die Familie im Video. „Travis hat sich mit seiner Frau auf einem unserer Konzerte verlobt, wir sind gute Freunde. Als wir uns überlegt haben, wer die Rollen spielen soll, waren sie unsere erste Wahl. Sie haben niemals zuvor geschauspielert, ihre Sache aber wirklich großartig gemacht“, sagt Moore. Stimmt. Die visuelle Umsetzung der drei Albumsongs mag zwar keine ganz leichte Kost sein, dafür jedoch eine, die sich lohnt und zum Nachdenken anregt – wie auch das absolut empfehlenswerte Album…

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Missio – „Zombie“


Fotos: Missio / Facebook

Foto: Missio / Facebook

Matthew Brue alias Missio stammt aus dem US-amerikanischen Austin, Texas und hat sich (ausgerechnet!) des Hits der Cranberries angenommen. Klar mag das auf den ersten Blick banal klingen, immerhin hat sich der mittlerweile über zwanzig (!) Jahre alte Song durch massig Airplay quasi – gefühlt – längst selbst überholt, das Resultat ist jedoch herausragend bis markerfrierend berührend geworden. Missio, welcher „miss-ee-o“ ausgesprochen werden möchte und sich auf seiner Homepage nicht wenig pathetisch mit „Missio seeks purity in broken things through minimalistic songwriting“ selbst beschreibt, trägt den Song ehrlich und um etliches düsterer als das von Cranberries-Frontfrau Dolores O’Riordan lautstark intonierte Original vor. Synthesizer und Beats sind viel klarer im Fokus als die Gitarren der 1994 erschienen Originalversion, und auch die Vocals sind durch etwas Hall recht nebulös gestaltet. Auch wenn man „Zombie“ also möglicherweise – wegen des vielen Airplays über all die Jahre – nicht mehr hören kann, so könnte der Song durch Matthew Brues herzergreifende Interpretation eine regelrechte Renaissance erleben. Und in düstere Zeiten wie diese passt das Stück – damals, in den Neunzigern, ein Protestsong gegen den Nordirlandkonflikt – sowieso, leider…

10634066_286602561527951_4507103384604105352_o

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: