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Das Album der Woche


Jim Ward – Daggers (2021)

-erschienen bei Dine Alone/Membran-

Schließt man vom Werk auf seinen Schöpfer, scheint sich Jim Ward neuerdings vor allem frei und unbeschwert zu fühlen. Früher war seine Musik mit At The Drive-In – 1994 und im recht zarten Alter von 17 Jahren war Ward Mitbegründer der legendären Post-Hardcore-Band – sowie im Nachgang mit Sparta von Wut oder Zerrissenheit geprägt. Sein erstes echtes Soloalbum „Daggers“ ist wie schon Spartas jüngste, im vergangenen Jahr erschienene Platte „Trust The River“ jedoch nicht nur eine kurze und unkomplizierte Affäre, sondern auch ebenso leichtfüßig. Es wandelt klar auf deren Spuren, macht aber gleich mehrere Dinge besser. Zum einen ist die Produktion runder gelungen, die wieder vermehrt rockigen Songs strahlen zudem eine warme Energie ab. Zum anderen fügen sich die Stücke deutlich organischer zu einem Gesamtwerk zusammen. Skizzen wie der Opener „Day By Day“, der ein Akustikalbum im Stile von Wards EPs zwischen 2007 und 2011 antäuscht und dann losbrettert, stehen neben ausladenden Moll-Dramen wie dem schleppenden „Keep On Failure“. Durchgehend gerockt wird auch: Neben dem energischen Closer „King Yourself“, bei welchem sich die klanglichen Schichten hallend und tosend übereinander verschieben, überzeugt vor allem „I Got A Secret“ mit War On Womens Shawna Potter (das bereits auf ANEWFRIEND zu hören war), in dem die beiden sich Zeilen wie „Got your fingerprints on me“ über den Krach zushouten. Punkiger Biss, ruppige Explosivität und zwei Stimmen, die von der ersten Sekunde an unter Strom stehen, treten einen Anti-Hit oberster Güte los.

Was „Daggers“ vor allem ausmacht, sind die kleinen und großen Melodien, die praktisch hinter jeder tönenden Ecke warten. Schon „Blink Twice“ klingt mit seinem verschleppten Groove so unverkennbar nach Wards harmonischer Handschrift, dass quasi jegliche Kennenlernphase entfällt. Das etwas sanftere „Electric Life“ ist als hymnischer Hybrid aus U2 und Sparta, Achtzigern und Post Hardcore wohlmöglich einer der hübschesten Songs, die der 44-jährige Musiker und Teilzeit-Restaurantbetreiber aus dem texanischen El Paso bisher geschrieben hat. „There’s no trace left of you / Just footprints in the sea“ – auch auf „Daggers“ ergeben Wards Texte vordergründig nicht immer einen Sinn, untermalen jedoch die Stücke mit Kopfkino-Bildern, die der Gesamtstimmung durchaus dienlich sind. Ist „Karma comes around / Crashing through the sound“ nun begleitender Dadaismus oder tiefe Poesie? Für den Genuss der Songs im Grunde völlig unerheblich. Ward, der bei den zehn Stücken auf die Corona-konforme Hilfe seiner Buddies in Form von Thursday-Drummer Tucker Rule und Incubus-Bassist Ben Kenney zurückgreifen konnte, weiß einen um den Finger zu wickeln, im hier zitierten „Safe Pair Of Hands“ beispielsweise mit seinem gekonntem Wechsel zwischen anmutiger Strophe und pathetisch aufgetürmten Riffs im Refrain. Überrascht wird man höchstens vom unvermittelten Ende beim hektisch-verfrickelten „Polygraph (Attack)“, das sich kurz nach dem Losgaloppieren kurzerhand selbst abwürgt.


“Das Leben ist eine Reise, und für mich ist das Ziel dieser Reise zu einhundert Prozent ein besserer Mensch zu werden. Ich denke tagein tagaus daran. Ich möchte die Welt als die bestmögliche Version von mir verlassen.”
 (Jim Ward)

Insgesamt bleibt der Rahmen von „Daggers“ natürlich klein, die Platte wirkt nicht nur aufgrund der Laufzeit von lediglich 33 Minuten wie ein gut verdaulicher Snack. Neuerfindungen, Kapriolen und Publikumsüberforderung überlässt Jim Ward auch hier den anderen Ex-Kollegen mit den komplizierten Namen und konzentriert sich auf sein zeitloses Handwerk, während er sich herrlich unverkopft den Pandemie-Frust von der Seele spielt. Das ergibt ein runderes Werk als das noch sehr unentschlossene „Trust The River“, welches im Nachhinein dank ähnlich unaufgeregtem Spirit besser als Soloplatte hätte deklariert werden sollen. „You can’t give up, you can’t give in“, wiederholt Ward wie ein Mantra während des nach oben blickenden Openers. Gut, dass er keins von beidem getan hat und hier eine launige Werkschau mit den Mitteln des Punk und der Hilfe einer heimlichen Supergroup abliefert.

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jim Ward – „I Got A Secret“ (feat. Shawna Potter)


Solo war der ehemalige At-The-Drive-In- und aktuelle Sparta-Musiker Jim Ward neben dem ein oder anderen Compilation-Beitrag bisher vor allem mit drei Akustik-EPs in Erscheinung getreten, welche ab 2007 im Zwei-Jahres-Takt erschienen, zuletzt 2011 „The End Begins“. Im gleichen Jahr veröffentlichte er die EP-Trilogie auch nochmal gebündelt auf der Zusammenstellung „Quiet In The Valley, On The Shores The End Begins„. Nachdem sich Sparta im vergangenen Jahr nach einer mehrjährigen Bandpause mit dem Album „Trust The River“ zurückgemeldet hatten, bringt Ward mit „Daggers“ nun im Juni – ein Jahrzehnt nach seinen letzten Veröffentlichungen – erstmals ein vollwertiges Soloalbum an den Start. 

Und anders, als man nun vielleicht erwarten könnte, handelt es sich dabei nicht um ein weiteres ruhig-gemächliches Akustikwerk, sondern um ein Stück mächtigen Emo-Rock, ja sogar die zweifellos lauteste Platte aus seiner Feder seit vielen Jahren – aus Gründen. „Für mich war und ist Musik immer das Ventil für meinen Frust und meine Ängste“, erzählt Ward, „Ich glaube an die heilende Kraft von Musik – wenn meine Welt auf dem Kopf steht, hilft sie mir, nicht den Kopf zu verlieren.“ Und 2020 stand die Welt wirklich auf dem Kopf – nicht nur die musikalische, und definitiv nicht nur für Ward. Jede Nacht verbrachte der 44-jährige Musiker aus El Paso, Texas mit seiner Gitarre und vergrub sich in Arbeit – die Songs für „Daggers“ entstanden. Die Skizzen schickte er an seine langjährigen Kumpels, Thursday-Drummer Tucker Rule und Incubus-Bassist Ben Kenney, die ihre Instrumente dazu einspielten: „Das haben meine Freunde einfach aus purer Liebe dafür gemacht, mit seinen Freunden gemeinsam Musik zu spielen. Weil wir das vermisst haben. Ich bin ihnen so dankbar und weiß nicht, wie ich das Tucker und Ben jemals zurückgeben könnte.“

Wie die erste Single „Paper Fish“ und nun auch der zweite Vorbote „I Got A Secret“ vorgeben, dreht der seit den Neunzigern in so einigen Bands aktive US-Musiker auf seinem Debütlangspieler – ganz im Gegensatz zu seinen reduzierten EPs – die Regler wieder deutlich weiter gen Level 11. „Paper Fish“ als mitreißender Emorock-Song schlug im Vergleich zum neuen Stück da sogar noch ein vergleichsweise gemächlicheres Tempo an.

Auf „I Got A Secret“ dreht sich alles um ein raues Rock’n’Roll-Riff, das Ward von der ersten Sekunde an mit viel Distortion durch den Song rotieren lässt. „Das Riff war eins der ersten, das ich für ‚Daggers‘ schrieb, und es sollte die Richtung für die ganze Platte vorgeben: Es sollte roh, wütend und kompromisslos werden“, beschreibt Jim Ward den Gitarrensound selbst. 

Ein weiteres, unüberhörbares Highlight dürfte das Gast-Feature sein: Die Treibkraft des Sounds wird vor allem durch den Gesang von War On Women-Frontfrau Shawna Potter verstärkt. Für Ward habe sie eine unglaubliche Power in den Song mit eingebracht. In einem Call-&-Response-Rhythmus schreien Potter und Ward sich die Textzeilen entgegen und klingen dabei trotzdem ähnlich melodisch wie weiland Freddie Mercury und Roger Taylor auf Queens „Coming Soon„. Auch klanglich erinnert „I Got A Secret“ ein wenig an die Rock’n’Roll-Stücke auf „The Game“.

Im Musikvideo zum Song demonstrieren Ward und Potter passenderweise ihre Dynamik und singen die Lyrics zwischen bunten und verschwommenen Überblendungen direkt in die Kamera.

“Das Leben ist eine Reise, und für mich ist das Ziel dieser Reise zu einhundert Prozent ein besserer Mensch zu werden. Ich denke tagein tagaus daran. Ich möchte die Welt als die bestmögliche Version von mir verlassen.” (Jim Ward)

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Mars Volta – „Inertiatic Esp“ (unfinished original recording)


Nicht, dass The Mars Volta, das infernalische Duo bestehend aus Cedric Bixler-Zavala und Omar Rodriguez-López, seit 2012, also nachdem das bisher letzte Album „Noctourniquet“ erschien, unproduktiv gewesen wären. Nach dem (vorläufigen) Ende der progrockenden US-Santana-goes-Soft Machine-goes-At The Drive-In-Superband riefen die beiden Masterminds 2014 zunächst Antemasque ins Leben, veröffentlichten unter diesem Namen ein selbstbetiteltes Album, um anschließend – zur allseits großen Überraschung – tatsächlich (kurzzeitig) At The Drive-In wiederzubeleben und mit „In•ter a•li•a“ und „Diamanté“ ein Album sowie eine EP unter die Fanschar zu hauen.

Und da haben wir noch nicht von Bixler-Zavalas Supergroup Anywhere gesprochen, die 2012 und 2018 Alben veröffentlichte sowie natürlich von Rodriguez-López, dessen Album-Output seit 2012 satte 29 Alben umfasst – im Juli 2020 dann neu ausgelesen, arrangiert und inszeniert in der zusammenfassenden Vinyl-Box „The Clouds Hill Tapes Parts I, II & III“. Umtriebig? Du machst dir ja keine Vorstellungen…

Ebenjenes Hamburger Label Clouds Hill (und somit freilich die Leute dahinter) ist seit Jahren eng mit den zwei Protagonisten befreundet. Rodriguez-López hat im dazugehörigen Studio solo gearbeitet, mit seiner Partnerin Teresa Suaréz (alias Teri Gender Bender von Le Butcherettes) dort das Projekt Bosnian Rainbows ins Leben gerufen (und mit ihr und den Melvins als Crystal Fairy 2017 ein Album veröffentlicht), und auch At The Drive-In haben dort bereits aufgenommen.

Nun erschien bei Clouds Hill auch eine beachtliche LP-Box von The Mars Volta: „La Realidad De Los Sueños“ enthält alle Studio-Alben und EPs der Band in einer schick aufgemachten, auf 5.000 Stück limitierten 18-LP-Box – kaum verwunderlich, dass das hübsch anzusehende Teil mit seinen 180-Gramm-Vinyls sowie dem dazugehörigen Bildband trotz des stattlichen Preises von knapp 400 Euro ruckzuck ausverkauft war (und nun zu Mondpreisen via Ebay und Co. weiterverscherbelt wird).

Freunde der Band, die die komplette Mars Volta’sche Diskografie – in welcher Form auch immer – bereits in ihrer heimischen Sammlung haben, bietet die in intensiver Zusammenarbeit zwischen Band und Label konzipierte Box, deren deutscher Titel passenderweise soviel wie „die Wirklichkeit der Träume“ bedeutet, neben den erstmals speziell fürs Vinyl gemasterten sechs Studioalben und der 2002er Debüt-EP „Tremulant“ dennoch etwas Neues: die Erstveröffentlichung des mythenumrankten Albums „Landscape Tantrums“, von dessen Existenz Fans jahrelang im Unklaren gelassen wurden. Viel Lärm um ein Bootleg? Denkste! Bei selbigem handelt es sich um nicht weniger als die zwar unfertigen, jedoch nichtsdestotrotz interessanten Originalaufnahmen der Sessions zum wegweisenden Debütlangspielers „De-Loused In The Comatorium„, der 2003 den energischen Sound der Vorgängerband At The Drive-In in Richtung Prog, Salsa und gefühlt zehn weiterer Genres lenkte, zugleich zig emotionale Tiefen auslotete und bis heute völlig zu Recht als ein absolutes Meisterstück gilt.

Die als „Landscape Tantrums“ benannte Demo-Sammlung erschien dieser Tage glücklicherweise auch separat als digitale Version und versammelt fast alle Originalsongs. Ein kleiner Wermutstropfen mag sein, dass ausgerechnet das zentrale Epos „Cicatriz Esp“ und ferner das Interlude „Tira me a las arañas“ außen vor bleiben. Ein seltsamer dramaturgischer Move ist zudem das Vorziehen von „Roulette Dares (The haunt of)“ auf die Opener-Position – ist „Son et lumière“ nicht die stimmungsvollste Eröffnung der Gruppe? Ansonsten bleibt es bei der Reihenfolge des Originalalbums und weitgehend auch bei dessen Inhalt. Naturgemäß sind die Kanten ohne die spätere Bearbeitung von Star-Produzent Rick Rubin etwas weniger geschliffen, der Fokus liegt noch etwas mehr auf dem Post-Hardcore von früher, was besonders der Version von „Roulette Dares“ recht gut zu Gesicht steht. Nach wie vor reißen Rodriguez-López‘ ebenso genialistische wie saitengefährdende Freakouts mit, während Bixler-Zavala hier noch ungehinderter barmt und heult und stellenweise noch mit textlichen Platzhaltern und irren Effektfiltern kämpft.

Eine Offenbarung ist das alles zwar – fast schon logischerweise – nicht, zumal „De-Loused In The Comatorium“ etwas später gerade von der Verheiratung der unbändigen Energie mit klinischer Präzision lebte – letztere geht diesen Demos freilich ab. Dennoch sind die Songs selbst zweifellos unkaputtbar und „Landscape Tantrums“ lässt durchaus einen absolut lohnenswerten Blick in die Gedankenwelt sowie auf das frühe Schaffen der Band zu. Letztlich bieten vor allem die beiden Closer doch noch ein wenig Neues: „Televators“ verzückt als gänzlich akustische Fassung und zeigt, wie stark das Songwriting auch ohne Rubin und jede Effekthascherei war. „Take The Veil Cerpin Taxt“ hat derweil weniger Gesang, dafür mit zwölfeinhalb Minuten mehr Laufzeit und somit mehr psychdedelisches Wandern zu bieten – quasi als Ersatz für das fehlende „Cicatriz Esp“. Das große Finale bleibt allerdings das gleiche: „Who brought me here?“, schreit Bixler-Zavala wie ein dem Fatalismus anheim gefallener Mann am Ende seiner Kräfte. „De-Loused In The Comatorium“ bleibt das mystische, jedes Mal aufs Neue faszinierende Manifest von The Mars Volta. Und „Landscape Tantrums“ gibt statt dem „wer“ nun ein paar mehr Antworten auf das „wie“.

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Mars Volta – „Cicatriz ESP“


The+Mars+Volta

Ein Abend in Berlin, März 2005: Omar Rodriguez-Lopez und Cedric Bixler-Zavala sind mit ihrem vielköpfigen Progrock-Kollektiv The Mars Volta in den – zugegeben wie immer klanglich höchst suboptimal abgestimmten – Hallen der „Huxley’s Neuen Welt“ zugegen, um Songs ihrer bislang erschienenen Alben „De-Loused In The Comatorium“ und „Frances The Mute“ vorzustellen. Obwohl: „Songs“? Was auf Studiokonserve bereits recht fordernd und einnehmend daher kommt – und besonders beim Debüt „De-Loused…“ auch über zehn Jahre nach Veröffentlichung nichts, aber auch gar nichts an Qualität und Größte eingebüsst hat -, gerät auf Bühnenbrettern zum 90-minütigen Langzeitjam, dem sich die gesamte Band mit Haut und Wuschelhaar hingibt. Der Zuschauer hat da nur zwei Möglichkeiten: kick back ’n‘ hang loose or die trying. Knapp zehn Jahre später ist die Band längst Geschichte. Und der kundige Hörer weiß auch: An The Mars Volta schieden sich stets die Geister – zwischen Liebe der ausufernden Genialität und Abneigung gegenüber des selbstgenügenden Prog-Schwurbels passte selten ein Blatt. Das war auch bei Rodriguez-Lopez‘ und Bixler-Zavalas Vorgängerband At the Drive-In so, bei ANTEMASQUE, dem neusten Klangoutfit der beiden US-Musiker mit wenig Kompromissbereitschaft, ist’s kaum anders (und geht klanglich wieder mehr in Richtung At the Drive-In). Hate it or love it.

An jenen Abend im März 2005 wurde ich heute aufgrund einer Meldung erinnert. Der Anlass könnte trauriger kaum sein:

„Ikey Owens ist tot. Der langjährige Keyboarder von The Mars Volta starb am gestrigen Dienstag mit nur 38 Jahren in Mexiko. Owens befand sich dort auf Tour mit Jack White, der daraufhin alle Konzerte absagte.

Die genauen Umstände, die zum Tod von Ikey Owens geführt haben, liegen zur Stunde im Dunkeln. Owens wurde mexikanischen Medien zufolge leblos in seinem Hotelzimmer in der Stadt Puebla aufgefunden, offenbar starb er an einem Herzinfarkt. Berichte lokaler Zeitungen, nach denen sich zum Zeitpunkt seines Todes Alkohol und Drogen in Owens‘ Besitz befunden haben sollen, wurden bislang nicht von offizieller Seite bestätigt.

Jack White, der Owens für seine Tour zum Soloalbum „Lazaretto“ engagiert hatte, reagierte bestürzt auf den Tod seines Keyboarders, der mit ihm am Abend in Guadalajara auf der Bühne stehen sollte. Das Konzert wurde ebenso abgesagt wie alle weiteres Shows der Tour. In einem Statement auf seiner Facebook-Seite würdigte White Owens als einen „unglaublichen Musiker“. „Seine Familie, Freunde, Bandmitglieder und Fans werden ihn vermissen und für immer lieben“, heißt es darin.

Isaiah „Ikey“ Owens, Jahrgang 1975, machte sich vor seinem Engagement bei White vor allem als Keyboarder von The Mars Volta einen Namen, deren 2003er Debüt „De-Loused In The Comatorium“ als eines der wichtigsten Progressive-Rock-Alben des neuen Jahrtausends gilt. Nach den Bandköpfen Cedric Bixler und Omar Rodriguez war Owens der Musiker, der auf den meisten Mars-Volta-Alben zu hören ist; einzig beim letzten, „Noctourniquet“ von 2009, gehörte Owens nicht mehr zum Line-up der Band.

Vor seiner Zeit bei The Mars Volta hatte der Kalifornier unter anderem auch De-Facto angehört, dem Dub-Projekt von Bixler und Rodriguez, das diese bereits zur Zeit von At The Drive-In gegründet hatten. Weitere Banderfahrungen sammelte Owens bei lokalen Acts wie Look Daggers aus der Gegend um Long Beach, Los Angeles. Außerdem veröffentlichte er Solo unter dem Pseudonym Free Moral Agents.“

(Quelle: visions.de)

Ikey-Owens-Found-Dead-News-FDRMX

Wenn ich an Isaiah ‚Ikey‘ Owens und an The Mars Volta denke, kommt mir – und ich denke, da bin ich keineswegs der Einzige – sofort das genial überhöhte „Cicatriz ESP“ in den Sinn. Bereits auf dem Debütalbum war der „Song“ mit seinen zwölfeinhalb Minuten, mit seinen Jams, wilden Refrainausbrüchen und atmosphärischen Pluckerzwischenspielen keineswegs radioairplayfreundlich – und trotzdem ist das Ding noch heute ein verdammter Antihit sondergleichen, der sich tief in die Hirnrinde gräbt und gar nicht daran denkt, wieder hervor zu kriechen. Ewig schön. Mach’s gut, Ikey.

 

 

Rock and Roll.

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