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For those about to ROCK – Malcolm Young ist tot.


CREDIT Martyn Goodacre : Getty Images

Foto: Martyn Goodacre / Getty Images

Ich geb’s ja freimütig zu: Ich war nie jemand, der sich freiwillig dazu bereit erklärt hätte, mehr als einen AC/DC-Song am Stück – geschweige denn ein ganzes Album – anzuhören. Zu rausgepresst der Gesang, zu retortenmässig die Gitarrenriffs (zumindest für meinen höchst eigenen Geschmack). Ein jeder Jeck ist halt anders…

Was man den australischen Hardrockern jedoch als Rock-affiner Musikhörer neidlos zugestehen muss: die Band hat seit den Siebzigern mehr als einmal – und trotz aller Widerstände – die Fähnchen für laut tönende Gitarrensaiten hoch oben im Wind gehalten. „Back In Black„, „Thunderstruck„, „Highway To Hell„, „You Shook Me All Night Long„, „T.N.T.„, „Hells Bells„… – die Liste der AC/DC’schen Evergreens ist lang, laut und umso bekannter.

 

 

Umso trauriger ist, dass der geneigte Musikhörer seit einigen Jahren quasi live am Verfall der Band teilhaben kann (oder eher: muss). Klar, für Die-Hard-Fans waren AC/DC nach dem Tod ihres legendären Frontmanns Bon Scott, welcher 1980 im Alter von 34 Jahren, mutmaßlich an einer „Alkoholvergiftung“ (Rock’n’Roll eben), starb, Rock-Historie. Trotzdem ging es über Dekaden hinweg höchst erfolgreich weiter: alle paar Jahre ein Album mit neuen stoischen Riffstandards, denen gigantische, frenetisch umjubelte Ochsentouren rund um den Erdball folgten. Dass auch Rocker, die mehr als 200 Millionen Plattenverkäufe vorzuweisen haben, nur Menschen sind, zeigten die letzten Jahre. Erst manövrierte sich 2015 Schlagzeuger Phil Rudd, der immerhin seit den Siebzigern – mit einer etwa zehnjährigen Pause in den Achtzigern und Neunzigern – Teil der Band war, durch etliche private Verfehlungen (Anklage wegen versuchtem Mord, diverse Drogenprobleme) ins Aus, dann musste auch noch Bon Scotts Schiebermützen tragender Nachfolger am Mikrofon, Brian Johnson, die Segel streichen, da ihm, laut Diagnose seiner Ärzte, ansonsten „permanente Taubheit“ drohte (noch so ein eigentlich klassisch-trauriger Treppenwitz der Rockgeschichte). Und wurde für die anstehenden Konzerte im Jahr 2016 von einem gewissen Axl Rose (Sie wissen schon: von den angehenden Jungspunden von Guns N’Roses) ersetzt. Auch wenn sich diese notgedrungene Paarung komisch lesen mag – es ging glücklicherweise irgendwie gut…

Viel schwerer traf die Band jedoch der Verlust von Malcolm Young. Immerhin war es der 1953 im schottischen Glasgow in die Welt geriffte Rhythmus-Gitarrist, der im Alter von zwanzig Jahren AC/DC gründete und bald darauf seinen Bruder Angus in die Band holte. Als AC/DC im September 2014 verkündeten, dass Malcolm, der infolge eines Schlaganfalls an Demenz litt, AC/DC nicht länger angehören würde (und von seinem Neffen Stevie Young ersetzt wurde), blieb Angus Young, der gerade mal 1,57 Meter kleine Typ, dessen hüpfender Stil, im Schuljungen-Outfit Gitarre zu spielen, vielleicht mehr als alles andere zu Ikonographie der Band beigetragen hat, das einzig verbliebene Mitglied der Originalbesetzung.

Heute ist Malcolm Young im Alter von 64 Jahren in Australien gestorben. Eines steht fest: Seit dem 18. November 2017 sind auch AC/DC endgültig Rockgeschichte. Alles andere wäre Leichenfledderei. Und bei all dem Geld, was sich mit den Hits der Band, mit Ochsentouren und möglichen neuen Alben freilich noch verdienen ließe, ist auch seinem jüngeren Bruder Angus zuzutrauen, dass er – im Alter von 62 Jahren – seine Truppe in die redlich verdiente Rockerrente entlässt.

For those about to rock – we salute you. Mach’s gut, Malcolm Young.

 

 

Einen lesenswerten Nachruf auf Malcolm Young findet man unter anderem bei den Kollegen von spiegel.de.

 

Rock and Roll.

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Beat-Pionier, Lehrer und Wegbereiter – Tony Sheridan ist tot.


Foto: dpa

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Er galt als einer der – wenn nicht gar der – Förderer der Beatles, Paul McCartney sprach von ihm stets in höchsten Tönen als „teacher“, später brachte er gar einem gewissen Angus Young, der dann mit seinen australischen Kumpels unter dem Bandnamen AC/DC Weltruhm erlangte, das Gitarrenspielen bei: Tony Sheridan.

Nachdem er Anfang der Sechziger einer der ersten britischen Musiker war, die in Hamburg auftraten (mit seiner damaligen Band The Jets), blieb der am 21. Mai 1940 in Norwich geborene Brite seiner norddeutschen Wahlheimat treu, lebte mit seiner Frau Anna zuletzt im schleswig-holsteinischen Seestermühe bei Pinneberg.

Anthony Esmond Sheridan MacGinnity verstarb am gestrigen 16. Februar im Alter von 72 Jahren in Hamburg.

 

„Tony konnte immer ein helles Licht am Ende des dunklen Weges sehen – jetzt hat er dieses helle Licht selbst erreicht. Möge er in ewigem Frieden ruhen.“

(Ted „Kingsize“ Taylor, einer von Sheridans Wegbegleitern aus der Hamburger Club-Szene)

 

Wer ein wenig mehr wissen mag, findet etwa hier oder hier erste kurze Nachrufe.

 

 

Rock and Roll.

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