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Song des Tages: EUT – „Party Time“


Foto: Promo / Sanja Marusic

Party Time“? Kaum ein Plattentitel könnte in der jetzigen Zeit fehlplatzierter in den Regalen stehen (zumal ja die wenigen gallischen Plattenläden, die noch der römischen Belagerung durch alle Online-Handelsriesen wieder dem mit den großen „A“ trotzen konnten, ohnehin dank Lockdown geschlossen bleiben müssen). Ja, sagt mal: Wann gab es denn bitteschön zuletzt die Gelegenheit für eine ausgelassene Party mit jeder Menge Freunden? Wird bei uns allen – passionierter Stubenhocker oder nicht – schon ein bisschen her sein… Aber gehören zu einer gelungenen Sause auch ausgeschlagene Zähne und Herpesbläschen, wie es das Cover des zweiten EUT-Albums vermuten lassen könnte? Wohl eher nicht, aber die zehn neuen Songs der Niederländer erzählen ja auch nicht nur von Happy-go-lucky Life, sondern auch von Liebe, Sex, Einsamkeit und all dem zu oft mißverstandenen Scheiß dazwischen. Vom Tanzen auf einer leeren Tanzfläche, auf der man am besten einfach liegen bleibt, nachdem man über seine eigenen Füße gestrauchelt ist…

Kennengelernt haben sich Megan de Klerk (Gesang), Tessa Raadman (Gitarre), Emil de Bennie (Gitarre), David Hoogerheide (Bass/Keyboard) und Jim Geurt (Schlagzeug) 2016 an der Amsterdamer Musikhochschule. Die ersten Demos, die später zu EUT-Songs werden, entstehen als Examensarbeiten für ihr Studium, 2018 erscheint das Debütwerk „Fool For The Vibes„. Wer jetzt klassische Artsy-Fartsy-Mucke von fünf Artschool-Alumnis erwartet, dürfte ein wenig enttäuscht sein, denn stattdessen machen EUT (gesprochen übrigens ‚Üt‘), temperamentvollen Indie-Pop-Rock, dem man die Einflüsse von Blur über die Cardigans bis hin zu No Doubt, Garbage, den Yeah Yeah Yeahs oder St. Vincent anhört, ohne dass hier irgendwelches Kopistentum anklingt.

Ganz im Gegenteil – auch auf dem aktuellen, eben „Party Time“ titulierten Langspieler beweisen die EUT’schen Songs samt und sonders ordentlich Ohrwurmpotenzial. Bereits der funky Opener „What Gives You The Kicks“ bittet in bester Blur-Manier mit elektronisch verbrämten Bass-Gewummer zum Tanz. So in Stimmung gekommen, erinnern wir uns mit „Had Too Much“ – und natürlich erst recht dem Titelstück! – an durchgefeierte Nächte, während insbesondere „Cool“ an die Schweden der Cardigans und ihre smarte Frontfrau Nina Persson denken lässt. Zum nachfolgenden „Stuck“ mit seinem leicht orientalischem Einschlag wiederum räkelt es sich nach ausschweifenden erotischen Abenteuern am nächsten Tag ganz hervorragend im Bett und wen ein physischer oder psychischer Kater quält, bekommt mit „The Buggs (Part II)“ den passenden Soundtrack verpasst, bevor man zu „Killer Bee“ und seinen EDM-Sounds erneut auf die wohlbekannte Tanzfläche stolpert und „When I Dive“ sich vergleichsweise ruppig zeigt. Dafür präsentiert sich das ausgelassene „It’s Love (But It’s Not Mine)“ umso mitreißender und wenn auf der Zielgeraden das groovende „Bubble Baby“ erklingt, wird man von dem sicheren Gefühl begleitet, dass es irgendwann wieder möglich ist, bis zum Morgengrauen mit Mann und Maus dem ewig jungen Hedonismus zu frönen und sich den Alltagsdruck sowie Frust- und Frostspeck von Seele und Hüfte zu tanzen.

EUT liefern mit „Party Time“ nicht nur verflucht gute Hipster-Hooks ab, sondern beweisen gleichzeitig, dass hier fünf Musiker am musikalischen Drücker sind, die nicht nur ihr Musikhochschulhandwerk verstehen. Vielmehr schlagen die Damen und Herren mit viel Herzblut sowie dem Auge (und Ohr!) für den gewitzten, intelligenten Umgang mit großem, glitzerndem Pop genau jene Haken, die es braucht, um Musik zu machen, die im Gedächtnis bleibt – was in diesem Fall nicht im Widerspruch zum frischen, leichten Sound des Grachten-Quintetts steht. Bestenfalls ist „Party Time“ mit all seinem Hit-Potential für die Indie-Dissen-Tanzflächen eine beschwingte Postkarte (oder meinetwegen WhatsApp-Nachricht) aus vergangenen Tagen, die gleichzeitig Mut für die Zukunft machen möchte.

“Here we go again: zum tausendsten Mal hast du dein Herz an jemanden verloren, schon wieder bist du verlassen worden. Aber nach zahllosen schlaflosen Nächten im Bett beginnt endlich eine neue Zeit: mit frischer Energie bist du bereit, es erneut mit der Welt aufzunehmen, ob allein oder zu zweit. Irgendwie handelt die ganze Platte davon, auch die komplizierten Momente mal wegzutanzen – und genau das haben wir im Video zu ‚Party Time‘ auch gemacht…” (Megan de Klerk)

Rock and Roll.

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„Der Usain Bolt der elektrischen Gitarre“ – Eddie Van Halen ist tot.


Foto: Redferns

Seine Gitarrensolos? Virtuos und auch für gleichsam bekannte Kollegen stilprägend. Songs wie „Jump“ oder „Why Can’t This Be Love“? Chartstürmer, Evergreens, Rock-Klassiker. Musik war für den Autodidakten zeitlebens Beruf und Berufung zugleich. Jetzt ist Eddie Van Halen gestorben.

Mit „Jump“ schafften die Hardrocker von Van Halen 1984 einen internationalen Charterfolg. Der Song wurde zu ihrem Trademark und ist bis heute ein allseits bekannter Klassiker. Über Jahrzehnte begeisterte Eddie Van Halen mit seiner Musik Millionen Fans wie Hobby-Luftgitarristen. Die Musikzeitschrift „Billboard“ nannte ihn den „letzten Gitarren-Boss“, das „Guitar World Magazine“ zeichnete ihn 2012 als „größten Gitarristen aller Zeiten“ aus (bei einer identischen Liste des „Rolling Stone“ wiederum belegte er Rang acht).

Musik bedeute für ihn alles, erzählte Eddie vor drei Jahren in einem seiner seltenen Interviews dem TV-Sender CNN: „Selbst bei der neuntägigen Schiffsüberfahrt von Holland nach New York hat mein Vater in einer Schiffsband gespielt, mein Bruder und ich traten ebenfalls auf und spielten Klavier. Mein ganzes Leben bestand aus Musik, ich kann mir nichts anderes vorstellen.“

Geboren wird Edward Lodewijk „Eddie“ Van Halen 1955 in Amsterdam, die Familie wandert jedoch 1962 nach Kalifornien aus. Eddie wächst in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles, auf. Gemeinsam mit seinem Bruder Alex gründet er 1972 die Band Van Halen – quasi also als Familienunternehmen. Zeitweise sind auch Sänger David Lee Roth und Bassist Michael Anthony mit dabei.

Eddie Van Halen kommt durch seinen Vater, einen professionellen Saxophonspieler und Jazzklarinettisten, schon früh mit Musik in Berührung und entwickelt sich zum Autodidakt, der an fast jedem Instrument zu brillieren weiß. Nur Noten lesen kann er nicht. Vor allem an der E-Gitarre jedoch ist Van Halen nahezu gottähnlich: Kaum ein anderer Musiker – mal abgesehen von Größen wie etwa Jimi Hendrix – kann dem Instrument solche Töne entlocken und es so atemberaubend schnell spielen wie Eddie. 

Foto: dpa

Berühmt ist auch sein Solo in Michael Jacksons 1983 veröffentlichtem Hit „Beat It„. Musikproduzent Qunicy Jones hatte den Gitarristen damals engagiert: „Ich habe Van Halen angerufen und jedes Mal, wenn er ans Telefon ging, hat er mich beschimpft, weil er glaubte, jemand würde ihn auf den Arm nehmen. Nach dem fünften Anlauf hat er mir geglaubt und wir wurden Freunde.“

Auch wenn es nach ihrer erfolgreichsten Zeit in den Achtzigern später etwas stiller um die Band wurde, deren letztes Album „A Different Kind Of Truth“ 2012 erschien und die 2007 in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde, bleibt Van Halen selbst über Jahrzehnte erfolgreich. Privat läuft es aber weniger gut. Der Musiker hat, wie so viele seiner Kollegen, Suchtprobleme, seine Ehe mit der Schauspielerin Valerie Bertinelli geht 2007 in die Brüche. Zwei Jahre später heiratet er Janie Liszewski, die frühere Band-Sprecherin.

Alkohol und Drogen hinterlassen jedoch ihre Spuren: Der langjährige Raucher erkrankt vor zwanzig Jahren das erste Mal an Krebs. Sein 29-jähriger Sohn Wolfgang, der ebenfalls in der Band seines Vaters spielte, schrieb auf Twitter: „Er war der beste Vater, den ich mir wünschen konnte. Jeder Moment, den ich mit ihm auf und jenseits der Bühne verbrachte, war ein Geschenk.“

Nun ist Eddie Van Halen am gestrigen 6. Oktober im St. John’s Krankenhaus in Santa Monica im Beisein seiner zweiten Frau Janie, seines Sohnes Wolfgang und seiner Ex-Frau Valerie im Alter von 65 Jahren gestorben – nur zehn Tage nach Ex-Bandkollege und Bassist Mark Stone, der anno 1972 in den Anfangstagen bei Van Halen spielte und ebenfalls den Kampf gegen (s)eine Krebserkrankung verlor. Gut möglich also, dass „Jump“ nun auch in den Playlists im Gitarrengötterhimmel in die Heavy Rotation wandert… Mach’s gut, Mr. Van Halen!

(Wer mehr lesen mag, dem sei etwa dieser Nachruf der „Süddeutschen Zeitung“ empfohlen…)

Rock and Roll.

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Song des Tages: HAEVN – „Fortitude“


HAEVN

„Wow, total schön. Vielleicht irgendwo zwischen Anohnis erstem Album als Antony And The Johnsons und Snow Patrol“ meint plattentests.de via Facebook über „Fortitude“, den wohl bislang besten Album-Vorboten des in Kürze erscheinenden Langspieldebüts von HAEVN. H…wer?

Nun, hinter dem doch etwas kryptischen benannten, marketingtechnisch jedoch durchaus annehmbaren Bandprojekt stecken die beiden Holländer Marijn van der Meer und Jorrit Kleijnen. Der eine (van der Meer) schlug sich bisher mehr schlecht als recht mit kleineren Auftragsarbeiten durch, bis er den anderen (Kleijnen) bei gemeinsamen Arbeiten an einem Reklamefilm kennenlernte. Und da sich scheinbar recht schnell eine gemeinsame Chemie einstellte, beschlossen die beiden, fortan unter dem Titel „HAEVN“ gemeinsame Sache zu machen.

Der Großteil der bisherigen Songs des Amsterdamer Duos – etwa „Finding Out More„, „Bright Lights“ oder „Where The Heart Is“ – klingen denn auch, als hätten van der Meer und Kleijnen vor, diese demnächst gewinnbringend in irgendeinem Werbeclip oder irgendeiner – natürlich besonders wichtigen – Filmszene unterzubringen: an der Oberfläche gefühlvoll und mit der richtigen Prise Drama gewürzt – dass ebenjene Songs bereits für Werbekampagnen von Volvo oder BMW genutzt wurden, mag man wahlweise ironisch, berechnend oder clever finden. Im Grunde liefern HAEVN den selben elektronisch unterfütterten Singer/Songwriter-Pop, der bereits unlängst gefühlige Schmerzensmänner wie Bastille, James Bay oder Milow auf die großen Festivalbühnen getragen hat. In besonders cineastischen Momenten mag man auch an Woodkid (ohne dessen Grandezza) denken. (Ihr Major-Label wiederum sortiert das Ganze wahlweise unter „Mellow/Dark Pop“ und „Dance/Electronic“ ein.)

Dass die bisherigen Stücke von HAEVN im Vergleich zum bereits erwähnten „Fortitude“, bei dem das Duo Unterstützung vom Belgian Session Orchestra bekam, etwas arg austauschbar klingen, mag man bedauern. Oder eben die streng kalkulierte Größe und Ruhe loben, die ebenjene Piano-Ballade und van der Meers warme, weiche Stimme für popdienliche dreieinhalb Minuten ausstrahlen. Und es dann, wie plattentests.de, „total schön“ finden…

 

 

Rock and Roll.

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Wir kiffen!


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Nicht erst seit Stefan Raabs infantilem Grasraucher-Song weiß man ja: Es ist nie zu spät fürs erste Tütchen.

Das dachten sich wohl auch drei rüstige britische Rentnerinnen namens Trish, Margot, und Daphne, als sie – von Kameras des Senders „Channel 4 U.K.“ begleitet – zum ersten Mal einen der vielen Coffeeshops in Amsterdam betraten, um eben mal der Wirkung dieses „heißen Scheiß“, von dem sich die jüngeren Semester ihre Hirne benebeln lassen, nachzuspüren. Also wird interessiert beäugt und gleich ordentlich inhaliert, was das Zeug hält. Und glaubt man dem leider nur eineinhalb Minuten kurzen Beitrag, so zeigt das Cannabis bei den drei Damen auch ordentlich Wirkung. Zu gern hätte man aber wohl noch gesehen, ob nach dem Konsum auch der berüchtigte Heißhunger eingesetzt hat und Trish, Margot und Daphne gleich weiter zur nächsten fettigen Friture gezogen sind, um sich – halb Herr ihrer Sinne – große Portionen an Fritten und Bitterballen zu gönnen…

Obwohl mir hier freilich nichts ferner läge als zum Drogenkonsum zu animieren (und ich, seit ich in den Niederlanden lebe, dem Kiffen abgeschworen habe – ehrlich!), so bleibt doch festzustellen, dass es – zumindest heute – kaum ein angenehmeres Video in meine Klickliste geschafft hat. Kurzweilig, schön und sehenswert.

 

(via dailydot.com)

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Case Mayfield


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Manchmal muss es einfach sein, dass ich als Wahl-Holländer dem ein oder anderen Künstler, die sich hier zwischen all dem Käse, den Tulpen, Holzschuhen und Coffeeshops den Allerwertesten für ein bisschen mehr Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinaus den Allerwertesten abspielen, die nötige Aufmerksamkeit zukommen lasse. Case Mayfield zum Beispiel…

Case_Mayfield_OOR_03Case wer? Stimmt schon, besonders holländisch klingt dieser Name nicht, versteckt sich doch ein gewisser Cornelis Johannes Lucas „Kees“ Veerman hinter diesem Pseudonym. Und würde der 29-jährige Musiker unter seinem richtigen Namen Songs und Alben in Plattenläden und ins weltweite Netz stellen, man würde ihn wohl (vor)schnell ins niederländische Schwulstschlagereck verfrachten, und die Credibility in der *hust* Indie-Szene wäre wohl auch alsbald flöten… Dann doch lieber Case Mayfield.

Ein Newcomer ist Kees Veerman (aka. Case Mayfield) übrigens kaum, denn der Mann, der mittlerweile im bunten Treiben von Amsterdam seine Zelte aufgeschlagen hat, um sich zwischen all den von Touristen aus aller Herren Länder überlaufenen Grachten Inspirationen zu holen, hat seit 2010 bereits ganze sechs Alben veröffentlicht, auf denen er oft solo, mittlerweile aber auch immer öfter in Bandbegleitung seine Songs vom Leben und Lieben, deren Stil er selbst als „minimalfolkrockish“ beschreibt, versammelt hat. Zwischendrin reist Veerman umher, um mit Gitarre und Stimme (welche mich entfernt an Mark Greaney, Frontmann der mittlerweile aufgelösten Iren JJ72, erinnert) kleines bis kleinstes Publikum zu verzaubern (und dabei auch schonmal die wohl obligatorische Damien-Rice-Coverversion zum Besten zu geben). Und obwohl man freilich zugeben muss, dass Case Mayfield eben nicht Coldplay ist/sind und die Songs eben eher zu Wohnzimmer-Konzerten denn ins Stadion passen, wünscht man dem Mann doch ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Gerade auch, weil Veerman und seine Mitstreiter alle Alben via Bandcamp im demokratischen „Name your price“-Prinzip unters interessierte Hörervolk verteilen. Da sollte man doch mal das ein oder andere Ohr riskieren auf dass Case Mayfield bald auch über die Grenzen von Benelux hinaus ihre Runden drehen dürfen…

 

Zum Reinhören sei die kürzlich veröffentlichte Songsammlung „I Wish This Was About You“, welche Stücke von drei zwischen Januar und März diesen Jahres veröffentlichten EPs bündelt, empfohlen…

 

…während Youtube das ein oder andere Video zu Songs der fünf Vorgängerwerke bereit hält:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tessa Rose Jackson – „The Pretender“


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Dass die Coverversion eines schmissigen Rocksongs nicht immer und nicht zwangsläufig auch im selben klanglichen Raum und Genre angesiedelt sein muss, haben schon viele Künstler eindrucksvoll bewiesen – man denke nur an sämtliche Vereinnahmungen einer Dame namens Tori Amos, die sich an so ziemlich alles von Slayers „Raining Blood“ über Jimi Hendrix‘ „If 6 Was 9“ bis hin zum Nirvana-Smasher „Smells Like Teen Spirit“ herangewagt hat und diese Titel samt und sonders am Bösendorfer-Piano in ganz eigene Welten entführt hat…

A propos Nirvana, beziehungsweise deren Irgendwie-Nachfolgeband Foo Fighters, in der der ehemalige Nirvana-Schlagwerker Dave Grohl bekanntlich den allseits beliebten Vorsteher gibt: Auch da haben ja bereits Künstler wie Glen Campbell (mit einer Country-Variante von „Times Like These“) oder Kate Rogers (mit einer Singer/Songwriter-Variation des frühen Foo-Hits „Big Me“) bewiesen, dass Grohls Rocksongs auch reduzierter noch gut und interessant klingen können.

Einen weiteren Beweis hierfür erbringt nun Tessa Rose Jackson, die sich ausgerechnet das energetisch nach vorn gehende „The Pretender“ (vom 2007er Foo Fighters-Album „Echoes, Silence, Patience & Grace„) vorgenommen hat. Leise spielt das Banjo, das die Jungs von Mumford & Sons für ihre Coldplay-meets-U2-Stadiorockwerdung des aktuellen Albums „Wilder Mind“ kürzlich in einer staubigen Studioecke zurückgelassen haben, vor sich hin, vor sich hin, bevor Jacksons Stimme einsetzt und nur allzu lieblich die bislang aus Dave Grohls Mund gewohnten Zeilen vorträgt: „Send in your skeletons / Sing as their bones go marching in, again / The need you buried deep / The secrets that you keep / Are ever ready? / Are you ready?“. Klar zieht auch bei der 22-jährigen Musikerin das Tempo irgendwann leicht nach oben, während sich ein dezentes Bisschen elektronisches Beiwerk unter die dreieinhalb Minuten mischt, aber insgesamt kommt ihre kürzlich veröffentlichte Version um einiges luftiger daher als die große Rocks(ch)au der Foos. Auch ließe sich beim Namen der Künstlerin kaum vermuten, dass Jackson, die vor zwei Jahren mit ihrem Albumdebüt „(Songs From) The Sandbox“ erstmals von sich hören ließ, nicht aus den USA oder Großbritannien, sondern aus dem holländischen Amsterdam stammt. Wenn man dann auch noch hört, dass die Singer/Songwriter-Multiinstrumentalistin, die sich selbst einmal als eine Mischung aus „einer zugänglicheren Feist, poppigen Fleet Foxes, einer Prise Ray LaMontagne und ein wenig Edward Sharpe“ beschrieb – so ganz nebenbei – bereits einen Abschluss an einer renommierten Musiktalentschmiede (der Brit School) in der Tasche hat, lässt sich erahnen, wieviel Talent da wohl noch schlummern mag…

 

Hier gibt’s das Musikvideo zur Coverversion von „The Pretender“…

 

…oder die Variante von Tessa Rose Jackson hier im Stream:

 

Rock and Roll.

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