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Song des Tages: blink-182 – „Darkside“


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Eines dürfte klar sein: Aus blink-182 wird in dieser unserer Musikhistorie keine verkopft-sozialkritische Truppe mehr – den Job dürfen gern die Punker-Kollegen von – meinetwegen – Artig-Flag übernehmen. Und trotzdem kann man auch auch 2019 den Songs von Mark Hoppus, Travis Barker und Alkaline-Trio-Mann Matt Skiba, der nach dem Rausschmiss von Tom DeLonge im Jahr 2015 mit an Bord ist, nicht gänzlich die Daseinsberechtigung absprechen.

Obwohl auch an den Pop-Punk-Rockern aus San Diego, Kalifornien die Zeit merklich Spuren hinterlassen hat. Wo das Trio Ende der Neunziger mit simplem, jedoch auch irgendwie anarchisch-schmissigen Tanzflächen-Fegern wie „All The Small Things„, „Adam’s Song„, „The Rock Show“ oder „What’s My Age Again?“ noch zigtausende Parties weltweit zum Bersten brachte, wirkt nun Vieles, was blink-182 da in den letzten Jahren versuchten, irgendwie… ja: bemüht. Denn logischerweise wirken drei Männer Mitte Vierzig (Hoppus ist 47, Barker und Skiba sind jeweils 43 Jahre alt), die auf der Festival-Bühne den Fun-Punker raushängen lassen, nur bedingt glaubhaft (gleiches könnte man übrigens von KoRn-Frontmann Jonathan Davis behaupten, der in ähnlichem Alter von 48 Lenzen noch immer lautstark zeternd seine Teenage Angst kultivieren mag). Und aus Mangel an Ideen heißt es trotz alledem für blink-182: The show musst go on.

2910738_1_articlefancybox_5d81e791cb159.jpgDas neuste Ergebnis ist „Nine„, das – Obacht! #schenkelklopfer – achte Studiowerk der blinker. Und auf ebenjenem bietet das Pop-Punkrock-Trio auch im 27. Bandjahr noch ganz ähnliche Riffs, Hooks und Pennäler-Lyrik wie auf Erfolgswerken wie „Enema Of The State“ oder „Take Off Your Parts And Jacket“ – nur eben mit zwei Jahrzehnten mehr auf dem Buckel. Im schlimmsten Fall kommen dann noch Beats, Synthies und andere Effekte hinzu, bevor Produzent John Feldmann die Songs mit kantenloser Lollipop-Mische in eine meterdicke Schicht Zuckerwatte packt – gitarrenes US-Westküsten-Fast-Food eben, nur eben zu oft maximal überportioniert. Man kann bei alledem von Glück sprechen, dass Hoppus, Barker und Skiba auch jenseits jeder Juvenilität das Gespür für feine Melodien nicht gänzlich abhanden gekommen ist. Der beste Beweis hierfür dürfte das knackige „Darkside“ sein, dem zwar auch eine gewisse holzhammerhafte Penetranz innewohnt, das jedoch immerhin mit blink-182-Tribute-Bridge und annehmbarer Hook versöhnt. Da machste nix – Ohrwürmer können blink-182 noch immer.

 

 

„She’s a girl dressed in black from another world
Lives and breathes like a girl from another world
She don’t know my name (She don’t know my name)
She don’t have the time of day
Celebrate, medicate ‚til we numb the pain
In the sun‚ it’s still dark‚ like it always rains
She don’t feel the same (She don’t feel the same)
She don’t have the time of day

And I wait‚ and I wait, and I wait
And I wait, and I wait‚ and I wait
And I wait for her…

I don’t care what you say, no
I don’t care what you do
I’m goin‘ to the darkside with you
I’m goin‘ to the darkside with you…

She’s a girl, I look back to what could have been
Her cloak and dagger, mouth tastes like medicine
She won’t last the night (She won’t last the night)
Spun out in the neon light
You would leave, but you need me to numb the pain
You’re possessed and you slept through another day
You don’t feel the same
And I don’t have the strength to stay

And I wait, and I wait, and I wait
And I wait, and I wait, and I wait
And I wait for her…

I don’t care what you say, no
I don’t care what you do
I’m goin‘ to the darkside with you
I’m goin‘ to the darkside with you…“

 

Rock and Roll.

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Jazz noch eins! – Wie Postmodern Jukebox Popsongs den Swing verleiht


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Heutzutage hat ja nur wirklich fast jede(r) die Chance, sich von jetzt auf gleich seine/ihre fünf Minuten Internet-Ruhm abzuholen. Alles, was Mann/Frau braucht, ist im Grunde nur ein mit dem weltweiten Netz verbundenes Endgerät. Und so kommen all die Versuche milchgesichtiger Teenager (also die, die’s wirklich sind und die, die einfach nicht älter werden wollen), sich zum gefühlt 1.456.546ten Mal an „Hallelujah“, „Creep“, „Imagine“ und Co. zu vergehen, nicht immer wirklich formvollendet daher, sodass man sich fast wünscht, irgendjemand hätte all die Möchtegern-Webstars besser beraten…

Postmodern Jukebox ist da ein Beispiel der besseren Sorte. Kennen se nich‘? Nun, Wikipedia hat da Folgendes zu sagen:

„Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox ist eine US-amerikanische Musikgruppe ohne feste Besetzung. Das Repertoire besteht aus Jazzarrangements zeitgenössischer Popmusik.

Die Gruppe veröffentlichte ihren ersten Titel 2013 über Youtube und erreichte nach rund 3 Monaten 1,8 Millionen Zuschauer. 2016 wurden für alle veröffentlichten Videos über 500 Millionen Zuschauer erreicht. Sie vertreiben ihre Musik darüber hinaus auch über Spotify und erreichen dort über 400.000 monatliche Hörer.“

Klar, die Idee des vielköpfigen New Yorker Kollektivs an sich ist – spätestens seit dem 2000 erschienenen Richard-Cheese-Debüt „Lounge Against The Machine“ – nicht wirklich neu oder innovativ und in etwa so „Punk“ und „Indie“ wie Mate-Tee trinkende Jutebeutel-Hipster in Berlin-Kreuzberg. Aber wer Evergreens aller Pop-meets-Rock-Couleur – von „Dream On“ (Aerosmith) über „Nothing Else Matters“ (Metallica), Sweet Child O’Mine“ (Guns N’Roses), „Seven Nation Army“ (The White Stripes), „Oops!… I Did It Again“ (Britney Spears), „Black Hole Sun“ (Soundgarden), „Creep“ (Radiohead) bis hin zu kürzlich „All The Small Things“ (Blink-182) – derart elegante Barjazz-Noten verleiht und anschließend eine sanfte Prise Swing durch den Allerwertesten bläst, wird sicherlich bald „Band des Monats“ im Starbucks um die Ecke (und das meine ich durchaus positiv).

 

 

Rock and Roll.

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