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Song des Tages: Musa Dagh – „Halo“


Foto: Christoph Eisenwenger

Bereits im vergangenen Sommer pfiffen ein paar gut informierte Musikus-Spatzen von den Dächern von Berlin-Lichtenberg, dass da im Heimstudio von Beatsteaks-Schlagzeuger Thomas Götz gerade eine neue „Supergroup“ entstehen würde, welche nun auf den Namen Musa Dagh hört. Geschichtsgeflissenen Köpfen (oder eben allen, die Wikipedia zu benutzen wissen) dürfte zudem bekannt sein, dass sich die „Supergroup“ nach einem Berg im Nurgebirge im Süden der Türkei benannt hat, welcher 1915 während des Völkermords an den Armeniern mehr als 4.000 wiederständischen Bewohnern der umliegenden Dörfer als Zufluchtsort diente. Ausgestattet mit diesem Hinweis lässt sich zudem auf die weiteren Bandmitglieder schließen: Zum einen Ex-Harmful-Frontmann Aren Emirze, der armenische Wurzeln besitzt (und diesen etwa bei seinem Solo-Projekt Emirsian deutlich hörbar nachspürte), zum anderen Ex-Blackmail-Stimme Aydo Abay. Der ohnehin für so ziemlich jedes kreative Band-Projekt offene Musiker mit der unverwechselbaren Stimme dürfte auch das Bindeglied von Musa Dagh darstellen, schließlich lieferte er bei einem Stück des in diesem Jahr erschienenen Emirsian-Albums „Lezoon“ einen Gesangsbeitrag und stellte erst kürzlich mit „High Times In Babylon“ den ersten Langspieler des Band-Projektes Freindz in die Regale – und zu diesem gehört eben auch Thomas Götz. Komplettiert werden Musa Dagh von Studio-Tausendsassa Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic, Turbostaat), der zwar vor allem als Produzent fungiert, aufgrund seines kreativen Inputs jedoch gern als inoffizielles viertes Mitglied gezählt werden darf.

Die Rollenverteilung dürfte trotz all des Namedroppings und der zahlreichen Querverweise also klar sein: Moses Schneider an den Studioreglern, Thomas Götz am Schlagwerk, Aydo Abay leiht dem Ganzen sein Stimmchen und Aren Emirze versorgt die Songs mit krachigen, noisig wummernden Gitarren. Zu dessen einstiger Noise-Rock/Alternative-Band Harmful mag es bei Musa Dagh daher sicherlich Parallelen geben, doch klingen die am 26. November erscheinenden zehn Songs des unbetitelten Debüts – wie man liest – variabler, unberechenbarer, spielfreudiger, überraschender. In jedem Fall darf man gespannt sein. 

So kommentieren es die Köpfe hinter der Band:

Thomas Götz: „Musa Dagh: Die Lizenz zum viel Spielen, Moses Schneider at the controls. Vertrauen – sich gehen lassen. Fünf sind doch gerade. Aufnehmen zuhause @fake Hansa Studios. How Aydo writes 10 Texte around Neukölln in einem Tag.“

Aydo Abay: „Es sollte in vier Tagen in den Hansa-Studios mit Moses und einem Drummer aus New York passieren. Dave Sardy sollte die Platte mischen. Im Hansa Studio hatte ich noch nie aufgenommen, mit Moses und Dave noch nie gearbeitet. Plötzlich hat das mit dem New Yorker Drummer doch nicht geklappt, und Aren fragte Moses und mich, ob man Thomas von den Beatsteaks als Drummer ins Boot holen könne. Gesagt, getan und Thomas war dabei. Noch mehr Vorfreude. Dann standen wir auf einmal im Proberaum von Thomas. Was soll ich sagen? Es hat sehr viel Spaß gemacht. Kaum Verantwortung. Hier einen Text schreiben, Melodien fallen mir immer zu allem ein und ein nettes Miteinander mit besonderen Menschen. Dass die Platte so gut wird, hat mich umgehauen. Auch hier gilt wieder: einfach mal machen und schauen was passiert!“

Aren Emirze: „Im Grunde wollten Aydo und ich immer schon eine Platte zusammen machen. Seit den bluNoise-Tagen in den 90ern denken wir darüber nach. Etwas schön Hartes, Krasses stellten wir uns vor. Warum es nie dazu kam und warum die Zeit genau jetzt dafür reif schien, kann ich echt nicht sagen. Dass Moses das Ganze produzieren sollte, stand auch schnell fest – ich habe ja schon einige Platten mit Moses gemacht, und er hatte auch Lust auf so ein neues Projekt. Dann, als das in New York alles nichts wurde, fiel uns ein, dass die Beatsteaks ja gerade Pause machen, und ich dachte mir, fragen wir doch mal den Thomas, ob er Bock hat zu trommeln. Hatte er. Also ab in Proberaum. Zunächst nur Thomas und ich – und dann kam die Explosion. Die ganzen Riffs, die vertrackten Ideen, die Urgewalt, das kam alles sofort raus. Von da an hab ich allen gesagt: Mehr ist mehr. Macht und spielt was ihr wollt, je größer ihr dabei den Raum füllt, umso besser. Je drei kompakte Proben- und Aufnahmesessions später hatten wir das Album beisammen und das Gefühl, dass kein Song darunter ist, der unnötige Kompromisse eingeht. Ich verstehe, dass diese Platte die Leute draußen fordern wird. Für uns, die wir genau dorther kommen, ist das ganz natürlich. Das kommt einfach aus uns raus und fühlt sich total poppig und easy an. Ich finde nicht, dass wir unnötig kompliziert sind, aber es sind schon krasse Nummern auf der Platte. Es war total schön, mit diesen Freunden ein Album aufzunehmen, bei dem es für niemanden darum geht, irgendwelche Erwartungen zu erfüllen – und das gerade, wo die Erwartung von Fans unserer anderen Bands sicher riesig ist. Trotzdem waren wir alle überrascht, was für ein Album dann dabei rausgekommen ist. Denn klar, wir kommen alle aus der härteren Gitarrenmusik, aber dort doch aus recht unterschiedlichen Ecken. Wo genau da die Schnittmenge liegt und wie die Synergie aus diesen Persönlichkeiten klingen könnte, das wussten wir alle vorher nicht.“

Emirze kommentiert den Song „Halo“, der gestern als erster akustischer Vorbote des kommenden Albums seine Premiere feiern durfte, wie folgt: „Die Hauptriffs von ‚Halo‘ schwirrten schon länger in meinem Kopf. Mit Thomas und Aydo im Proberaum gab es kein Halten mehr, und der Song ging auf die Reise… Eine Achterbahnfahrt mit klarem Ziel: alles zu vereinen was Musa Dagh ausmacht. In einem Song.“

Rock and Roll.

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Song des Tages: August August – „Wahnsinn“


„Glaubst du immer noch daran, dass ein Fallender sich selbst fangen kann?“

Zeilen wie diese und der Titel ihres für Februar 2022 angekündigten zweiten Albums „Liebe in Zeiten des Neoliberalismus“ lassen vermuten, dass in „Wahnsinn“, einer beatlastigen Hymne mit Sogwirkung und nach „Kaputt + Kein Hunger“ zugleich die zweite Auskopplung aus dem Nachfolger zum 2016er Debüt „Sag Du„, nicht zuletzt die Frage nach der mentalen Gesundheit in einem kranken System verhandelt wird. Eine gleichsam phantastische wie poetische Reise durch unsere Vorstellungen von Realität und Einbildung, Authentizität und Verstellung, Reflektion und Verzerrung, normal und verrückt, oben und unten, wahr oder falsch… Darauf angesprochen antworten August August mit einem Zitat von Albert Einstein: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Aber auch philosophische Themen scheinen die Band, bestehend aus Kathrin Ost, die auch als Schauspielerin im Theater und TV arbeitet, und dem Berliner Gitarristen David Hirst, zu beschäftigen: Formen wir die Kategorien nach den Menschen oder die Menschen nach unseren Kategorien? Bist du am Ende der Mensch geworden, der du sein wolltest oder der, für den dich alle immer gehalten haben? Hat Wahnsinn einen Sinn? Was passiert, wenn die Fremdzuschreibung zuschnappt?

All diese Fragen kann man im Subtext der Liedzeilen heraushören – wenn man denn möchte. Denn was ihre Songs bedeuten sollen, diese Feststellung überlassen August August ihrem Publikum. „Wir geben keine Bedienungsanleitung zur Kunst“, verrät Sängerin Kathrin Ost. „Das finde ich auch einen ganz seltsamen Anspruch. Kommt das daher, dass wir gewohnt sind, alles einer Verwertungslogik zu unterziehen? Ich glaube, wir sollten auch mal aushalten, dass es nicht sofort oder nicht immer nur eine Antwort gibt. Es ist dann sicher oft komplizierter, aber auch aufregender und, wie wir finden, auch wahrhaftiger!“

Musikalisch entfaltet „Wahnsinn“ einen ähnlich epischen Drive, wie er beispielsweise bei den US-Rockern The War On Drugs oder den Wave-Göttern von The Cure zu erleben ist. Ein treibender Drum-Groove trifft auf trockenen E-Bass, der, ergänzt durch träumerisch anmutende Gitarren- und Synthie-Akkorde, eine sogartige Wirkung entfaltet. Hat man so ähnlich vor einiger Zeit auch schon von den leider sträflichst zu kurz gekommenen Karpatenhund gehört, klingt jedoch keineswegs wie eine bloße Kopie.

Für das Musikvideo zum Song haben August August – ganz indie’esk – erneut selbst Regie und Produktion in die Hand genommen. Herausgekommen ist ein psychedelischer 3-Minuten-und-45-Sekunden-Trip. Da wird in Lederjacke Bassgitarre gespielt und die Physik scheint außer Kraft gesetzt. Dinge fallen von unten nach oben, Personen und Ebenen verschwimmen miteinander, es stehen zeitweise gleich zwei Monde am Himmel und das Karussell dreht sich mit uns schier endlos weiter.

Das Indie-Pop-Duo aus Hamburg und Berlin legt mit diesem als auch weiteren Titeln ihres kommenden Albums „Liebe in Zeiten des Neoliberalismus“ einen durchaus international klingenden Indie-Sound vor, der in der deutschsprachigen Popwelt – noch dazu mit weiblichen Leadvocals – bislang eher selten zu finden ist und inhaltlich wie musikalisch nah am Puls der Zeit hantiert.

Rock and Roll.

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Song des Tages: Casper – „Alles war schön und nichts tat weh“


Foto: Promo / Chris Schwarz

Dass bei Benjamin „Casper“ Griffey etwas im Busch ist, hatte sich in den vergangenen Tagen in dessen Social-Media-Profilen bereits abgezeichnet: Ein auf null gesetzter Instagram-Account, unkommentierte Fotos von Bienenvölkern, ein neues Profilbild mit Bienenbart – es war offensichtlich, dass der Indie-Emo-Rapper etwas ankündigen würde. Ohnehin war bekannt, dass er sich im März 2020 zum Schreiben eines neuen Albums nach New Orleans zurückgezogen hatte und die Aufnahmen seitdem gut vorangekommen waren.

Wasserstandsmeldungen, Gerüchte – klar. Nun ist es jedoch offiziell: Am 25. Februar 2022 soll eine neue Casper-Platte mit dem Titel „ALLES WAR SCHÖN UND NICHTS TAT WEH“ erscheinen. Produziert hat Max Rieger (Die Nerven), an den Songs mitgeschrieben Caspers Podcast-Kollege Drangsal. Fans können die Platte bereits auf Vinyl oder CD vorbestellen, bei Bedarf auch mit weiterem exklusiven Merch im Bundle, etwa mit Hoodies und T-Shirts.

Freunde des deutschen Indie-Punks dürfte des neuen Langspielers zudem durchaus bekannt vorkommen. Woher? Nun, nachdem der Rapper sich bereits für einen Song des vergleichsweise düsteren 2017er Vorgängeralbums „Lang lebe der Tod“ vom Buchtitel „Wo die wilden Maden graben“ des Muff Potter-Sängers und Autoren Thorsten „Nagel“ Nagelschmidt inspirieren ließ, scheint der neue Albumtitel nun vom gleichnamigen Muff-Potter-Stück von deren 2009er Abschiedsalbum „Gute Aussicht“ ausgeliehen. Oder doch nicht? Zumindest ging Casper die Wendung nach eigenen Angaben nicht mehr aus dem Kopf, seit er sie im Lockdown in Kurt Vonneguts Roman „Slaughterhouse-Five“ gelesen hatte, in welchem der amerikanische Autor seine Erlebnisse als Kriegsgefangener während der Luftangriffe auf Dresden verarbeitete…

Da bis zum kommenden Februar noch ein paar Monde durch Land ziehen werden, entlässt Benjamin „Casper“ Griffey, der abseits seiner Solo-Ausflüge außerdem 2018 das Koop-Album „1982“ mit Marteria veröffentlichte, bereits jetzt einen ersten Höreindruck ins gespannte Hörervolk: Die gleichnamige erste Single der fünften Studio-Platte startet mit einem kurzen Bläser- und Streicher-Intro, dann wird in mächtigen Dur-Klavierakkorden und Chor-Backgrounds der New-Orleans-Einfluss im Stil des 2013er Erfolgsalbums „Hinterland“ hörbar, während Casper in der Post-Lockdown-Zeit über mentale Gesundheit, Erwartungshaltung und Druck rappt – all das Dinge, von denen er sich frei machen will. Freilich gibt’s auch diesmal so einige typisch-gewohnte Buzzwords oder Futter für ein Casper-Bingo (das man durchaus mal anlegen sollte), aber auch viele starke Lines wie diese: „Depression bei Fuß / Wie ein Hund bei der Jagd“. Langweilig ist der neue Song jedoch keineswegs, denn im Pre-Chorus wird er kurz ganz zart, singt melodisch – bevor der Rapper im groß aufwallenden Refrain wieder seinen Weg aus dem Zweifel findet: „Ich explodier‘ / Renn‘ zu dir / So weit wie meine Beine mich tragen auf meinem Weg und Licht in allen Farben angeht / Alles war schön und nichts hat weh getan“. Weniger Schmirgelpapier, kaum Testosteron – irgendwie unperfekt, und am Ende doch gut durchdacht.

Das zugehörige Musikvideo arbeitet zudem mit einigen assoziativen Bildern: Casper auf seiner eigenen Blumeninsel des Glücks in einem Meer, in dem ihn die Haie umkreisen, während sich die nächste große Sturmflut schon am Horizont ankündigt. „Es ging mir darum, mich aus der Schale zu pellen, dieser Song ist für mich wie eine Katharsis – und blickt insofern gleichermaßen zurück wie nach vorne“, sagt Casper selbst.

Anlässlich der Plattenveröffentlichung hat der 38-jährige Musiker außerdem frische Tourdaten angekündigt. In 14 Städten innerhalb der deutschsprachigen Länder wird der Emo-Rapper Clubshows spielen, gemessen an seinen sonst üblichen Arena-Shows also vor vergleichsweise kleinem Publikum auftreten. Kaum verwunderlich also, dass fast alle Konzerte in kürzester Zeit ausverkauft waren, nur für Bern gibt es aktuell noch Tickets im Casper-Shop. Zum Glück folgt später noch die große Hallentour, die im November und Dezember 2022 zwölf weitere Termine bereithält. Auch hierfür gibt es Tickets bei Krasser Stoff.

CASPER
— „Alles war schön und nichts tat weh“  Tour 2022 —

Tickets

17.03.22 Hannover, Capitol (ausverkauft)
18.03.22 Tübingen, Sudhaus (ausverkauft)
19.03.22 CH-Bern, Bierhübeli
21.03.22 Leipzig, Felsenkeller (ausverkauft)
22.03.22 München, Muffathalle (ausverkauft)
23.03.22 AT-Wien, Arena (ausverkauft)
25.03.22 Dortmund, FZW (ausverkauft)
26.03.22 LU-Luxemburg, Den Atelier
28.03.22 Köln, Carlswerk Victoria (ausverkauft)
29.03.22 Mannheim, Alte Feuerwache (ausverkauft)
31.03.22 Berlin, Metropol (ausverkauft)
01.04.22 Münster , Skaters Palace
02.04.22 Bremen, Schlachthof (ausverkauft)
04.04.22 Hamburg, Uebel & Gefährlich (ausverkauft)

27.11.2022 Leipzig, Haus Auensee
29.11.2022 Stuttgart, Porsche-Arena
30.11.2022 CH-Zürich, Halle 622
01.12.2022 Frankfurt am Main, Jahrhunderthalle 
03.12.2022 Hamburg, Sporthalle 
05.12.2022 München, Zenith
06.12.2022 AT-Wien, Gasometer
09.12.2022 Bochum, RuhrCongress
10.12.2022 Münster, Halle Münsterland 
13.12.2022 Köln, Palladium 
14.12.2022 Hannover, Swiss Life Hall 
16.12.2022 Berlin, Max-Schmeling-Halle 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Noah Gundersen – „Sleepless In Seattle“


Gute Nachrichten für alle Freunde des gefühligen Liedguts: Etwa zwei Jahre nach dem bislang jüngsten Langspieler „Lovers“ meldet sich Noah Gundersen nun in Kürze mit seinem neuen Album „A Pillar Of Salt“ zurück, welches bereits im Oktober erscheinen wird.

Besser noch: Mit „Sleepless In Seattle“ lässt der 32-jährige US-Singer/Songwriter mit der nahezu unverkennbar samtigen Stimme bereits ein erstes Stück daraus hören, welches weniger mit dem – zumindest meiner bescheidenen Meinung nach – recht gräßlichen Schnulzen-Film mit Meg Ryan und Tom Hanks zu tun hat, sondern vielmehr ein melancholisches Tribut an seine Heimatstadt darstellt. Freilich bin ich als überzeugter Fanboy der (quasi) ersten Stunde hier ein wenig befangen, aber viel falsch macht Gundersen während dieser ersten Hörprobe hier einmal mehr keineswegs, sodass man sich getrost auf den nahenden Herbst und das elf Songs starke neue Werk, welches auch ein Duett mit Indie-Darling Phoebe Bridgers enthalten wird, freuen darf…

„Sleepless in Seattle, I couldn’t find a better name for this
If idle hands make devil’s work, maybe we should build a church just so we can burn it down
‚Cause every bar in this city reminds me of somebody now
If I get drunk at 12th and Union whose street will I go wandering down

So, I don’t want to go home
I don’t want to go home

Brian’s on a barstool, talking to his tall can again
All that acid in the 90’s, he said it made a man out of him
All his LA friends got married, a wife, a house, a couple kids
He’s just trying to keep the dream alive and if it dies then he and I
Just might die right along with it

So, I don’t want to go home
I don’t want to go home

Where it’s just half finished skyscrapers begging the question
Does anyone care anymore?
This city was built on the back of a spirit that I can’t feel anymore
Maybe there’s a new anger or a new seed for some younger farmer to sow
But right now it feels like last call on New Year’s Eve
And the bar tender is telling me to go
But I don’t want to go home
I don’t want to go home“

Rock and Roll.

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Song des Tages: die ärzte – „Noise“


Keine Frage – BelaFarinRod mochten es schon immer ein wenig unkonventionell. Nicht umsonst vereint das Punkrock-Trio aus Berlin (Auuuuus Berlin!) stets so viele Fan-Generationen in ihrem Publikum wie kaum eine andere Band in Deutschland. Eine musikalische Institution, auf die sich längst (fast) alle einigen können? Abersowasvon! Trotzdem schien es bemerkenswert, dass schlappe acht Jahre vergehen mussten, bis sich die ärzte im vergangenen Oktober mit „HELL“ und einem neuen Langspieler zurückmeldeten. Und bestanden damals noch Interpretationsfreiräume hinsichtlich der Deutung ebenjenen Titels (War nun ein Überfluss an Licht gemeint? Oder doch eher die Wohnstätte des Teufels?), herrscht seit kurzem Klarheit, denn in wenigen Tagen wird bereits der komplementäre Nachfolger, welcher schlicht „DUNKEL“ heißen wird, erscheinen. Ging ja fix? Tja, so isses eben manchmal im bandeigenen Kosmos von Bela B, Farin Urlaub und Rod González, die mit „Noise“ nun auch einen ersten Vorgeschmack aus dem neuen Album präsentieren…

„Es wird Zeit für etwas Noise“, singen die ärzte darin – und „Noise“ klingt eben auch wie „Neues“. Wer nun Angst hat, dass sich die drei Hauptstadt-Musiker jetzt musikalisch in ganz noisiges Territorium begeben, bekommt sie jedoch gleich wieder genommen: „Noise“ ist tatsächlich eines der rockigsten, klassischsten ärzte-Stücke seit langem, „mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Tempo, Melodie, Hookline. Ordentlich laut“, wie die Band, die im kommenden Jahr das – mehr oder minder – 40. Jahr ihres Bestehens feiern darf, selbst feierlich verkündet.

Im Video zum Song, das visuell an die letzte Single „Ich am Strand“ anknüpft, spielen die drei – ganz Corona-konform – ein Garagenkonzert – und haben ihren Schuppen offenbar direkt neben ihren vermeintlichen Düsseldorfer Erzrivalen angemietet. Denn während Bela B große Teile des Songs singt, erscheint am Steh-Schlagzeug hinter dem Schwingtor plötzlich Vom Ritchie von den Toten Hosen, natürlich standesgemäß vor „Bis zum bitteren Ende“-Adler-Backdrop. Und damit nicht genug, denn die (eher lasche) Garagen-Security übernimmt mit „Tatortreiniger“-Star Bjarne Mädel ein weiteres prominentes Gesicht.

Noch etwas scheint recht ungewöhnlich: „Noise“ wurde von Farin Urlaub und Bela B gemeinsam geschrieben – ein eher seltenes Phänomen bei die ärzte, die die Songwriting-Credits ansonsten fein säuberlich unter sich aufteilen. In jedem Fall präsentiert sich der Song deutlich gelungener als vieles andere auf „HELL“ und damit als feiner erster Vorgeschmack auf „DUNKEL“, dem Kompagnon zum erst ein knappes Jahr jungen dreizehnten Studioalbum, der am 24. September erscheinen wird.

Gute Laune allenthalben, Aufbruchsstimmung und der hochverdichtete Esprit der Besten Band der Welt in knapp dreieinhalb Minuten. So geht’s doch auch. Was allerdings eine gute Band wirklich ausmacht, erklären mit ‚Auserzählt‘ und ‚Dobly‘ außerdem zwei (Besserfans aufgemerkt!) ‚echte B-Seiten‘, also: Die einen sagen so, der andere so … Es wird jedenfalls wieder Zeit für die ärzte – jetzt auch mit Fax und Yeah, Yeah, Yeah.

Wer nicht bis dahin warten mag, bekommt unter anderem im Bademeister-Shop eine „Noise“-Seven-Inch, die zwei weitere „echte B-Seiten“ enthält. Damit meinen die ärzte höchstwahrscheinlich, dass die Stücke „Auserzählt“ und „Dobly“ nur auf diesem Release erhältlich sein werden (was allerdings das Digital-Segment mit einschließt) – auf der üppigen, 19 Songs umfassenden „Dunkel“-Tracklist sind sie jedenfalls nicht zu finden. Oder doch eher das Qualitative? Während „Auserzählt“ an den „Noise“-Sound anknüpft, tauscht Farin Urlaub auf „Dobly“ seine Gitarre gegen einen Synthesizer ein – und genau davon handelt der Song auch. Unkonventionell? Tja, BelaFarinRod eben…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Baker Seats – „Pancake Sinatra“


Das Musikvideo katapultiert einen anhand allerlei optischer Impressionen zurück ins Jahr 1975, während die Musik selbst Erinnerungen an die seligen Indierock-Neunziger wachruft. Klares Ding, „Pancake Sinatra“ (dessen Titel wiederum wohlmöglich von diesem recht amüsanten Schnappschuss von Ol‘ Blue Eyes beim Schnabulat eines Bergs US-amerikanischer Plinsen inspiriert wurde) tönt verdammt gefällig!

Wer also steckt hinter der Band, die sich da Baker Seats nennt? Nun: Helge Jensen (Gesang), Jan Misdorf (Gitarre), Matthias Frank (Gitarre, Bass) und Timo Köhler (Schlagzeug) – vier Typen, die anscheinend zwar ihre Abneigung gegen Bandfotos und eine ausführliche Bandbio verbindet (zumindest hüllen sich Google und Co. vornehmlich in Schweigen), denen man in der Vergangenheit jedoch bereits in Bands wie Escapado, Grand Griffon oder The Creetins über den gen Punk Rock und Hardcore tönenden Weg laufen durfte. Und die nun eben unter dem Namen Baker Seats gemeinsame Sache machen. Let the music do the talking und so… Die beiden bisherigen EPs gibt’s – wie auch „Pancake Sinatra“ – via Bandcamp als „name your price“, für September ist mit „Pharisees“ ein erster Langspieler angekündigt. Und ist hiermit notiert. 🤘

Rock and Roll.

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