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Song des Tages: We Were Promised Jetpacks – „If It Happens“


Foto: Promo / Euan Robertson

Wenig verwunderlich: Auch die schottischen Indie Rock-Lieblinge We Were Promised Jetpacks haben die vergangenen Live-Konzert-freien Monate zum Schreiben von neuem Material genutzt und melden sich nun mit der brandneuen Single „If It Happens“ zurück.

Obwohl Freunde der Jetpacks einmal mehr bewährte, hochmelodische Indie Rock-Trademarks heraushören werden, offenbart der Song auch ein paar recht neue klangliche Facetten der Band, die in dem Fünfminüter gleichzeitig pompös und zurückhaltend tönt. Und auch der Text gibt sich vergleichsweise reflektiert, betrachtet Sänger und Gitarrist Adam Thompson darin doch das „bigger picture“, seine neue Einstellung zum Leben: Wenn es passiert, passiert’s halt! „Dieser Song drückt vieles aus, was ich mir in den letzten Jahren immer und immer wieder selbst gesagt habe. Ich wollte eine neue Einstellung zum Leben finden, positiver denken und nicht immer nur daran, was ich nicht habe. ‚If It Happens‘ sagt dir, dass du das Glück zuzulassen kannst, und andere dazu ermutigen kannst, es ebenso zu tun. Mehr ‚C’est la vie‘!“, so Thompson über die Hintergründe.

Seit ihrer letzten Veröffentlichung – das vierte Album „The More I Sleep The Less I Dream“ erschien 2018 – trennte sich die Band aus dem schottischen Edinburgh im Guten von Gitarrist Michael Palmer und ist seither als effektives Trio unterwegs, zu welchem – nebst Thompson – noch Bassist Sean Smith und Schlagzeuger Darren Lackie gehören. Anfang 2020 tourte das Dreiergespann so noch sehr erfolgreich durch die US of A, bevor die Welt bekanntlich zum Stillstand kam. Und jenen nutzten Thompson und Co., um nach neuen Nuancen in ihrem Sound zu suchen – scheinbar mit Erfolg: obwohl bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv, sind We Were Promised Jetpacks 2021 so fokussiert wie selten zuvor.

Trotzdem mussten auch die drei Schotten der Pandemie und all ihren Lockdowns Rechnung tragen, tauschten Versionen von „If It Happens“ nicht, wie gewohnt, im Proberaum, sondern über digitale Wege aus, was wiederum auch für sie eine neue Erfahrung war, welche interessanterweise dazu führte, dass sich Thompson, Smith und Lackie enger verbunden denn je fühlten: „Durch diese Art des Songwritings waren wir ständig in Kontakt. Wir haben uns immer wieder ausgetauscht und so sehr an unserer Kommunikation arbeiten können. Diese Phase hat uns absolut klargemacht, dass wir nichts anderes auf der Welt machen wollen, als gemeinsam Musik.“

Eine Seven-Inch von „If It Happens“ mit einer noch geheimen B-Seite erscheint im Juni und kann vorbestellt werden. Ob ein neues Album oder eine EP folgt, ist zwar noch nicht bekannt, jedoch wohl keineswegs ausgeschlossen…

Rock and Roll.

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Song des Tages: We Were Promised Jetpacks – „Repeating Patterns“


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Die gute Nachricht zum Sonntag, Teil 1: Der schottische Indie-Rock-Vierer We Were Promised Jetpacks enttäuscht auch mit seinem am Freitag erschienenen vierten Album „The More I Sleep The Less I Dream“ nicht – insofern der geneigte Hörer nicht erwartet, dass Adam Thompson (Gesang, Gitarre), Michael Palmer (Gitarre), Sean Smith (Bass) und Darren Lackie (Schlagzeug) exakte Kopien der Kopien all der Kopien der auch heute noch großartigst nervös rockenden Indiedisco-Hits ihres 2009 veröffentlichten Debütalbums „These Four Walls“ abliefern: „Quiet Little Voices„!  „It’s Thunder And It’s Lightning„! „Keeping Warm„! Tun sie nämlich nicht. Stattdessen bieten WWPJ all jenen, die bereits sehnsüchtigst auf den Nachfolger des 2014er Langspiel-Vorgängers „Unravelling“ gewartet haben, vor allem in der ersten Albumhälfte vermehrt ruhigere, introspektivere Zwischentöne an, bevor der Vierer aus Edinburgh in der zweiten Halbzeit und gen Ende die Zügel wieder deutlich gen des gewohnten Indierocks anzieht. Obwohl Adam Thompson und Co. ganze vier Lenze seit dem letzten Werk haben ins Land ziehen lassen (und laut eigener Aussage fast ein komplettes Album in die Tonne getreten haben, weil es „nicht richtig anfühlte“ und „alles überhaupt nicht gepasst“ habe), hört man der Band deutlich an, dass sie sich dieses Mal – akribische Studioarbeit hin oder her – deutlich mehr spannende kreative Freiheiten erlaubt haben (was möglicherweise auch an Produzent Jonathan Low gelegen haben dürfte, der in der Vergangenheit bereits mit Künstlern wie Sufjan Stevens, The National oder Frightened Rabbit zusammen gearbeitet hat).

51LC31j0ChL._SS500Die gute Nachricht zum Sonntag, Teil 2: Auch – und eventuell: vor allem – in der Post-MTV’n’Viva-Zeit entstehen noch tolle Musikvideos. Etwa jenes zur zweiten Album-Auskopplung „Repeating Patterns“, welches Soundkartell kurz und fein „als ob Mr. Oizo auf die Muppets trifft und allesamt schlechten Stoff dabei hatten“ beschreibt. Während der Clip eine Band aus Plüschtieren zeigt, deren Sänger sich heraus aus dem Konzert in die Wildnis wagt, trumpfen WWPJ im dazugehörigen musikalischen Vierminüter mit hypernervös schrammelnden, rauschenden Post-Rock-Gitarren derart groß auf, dass schon der Song an sich ein wahres Fest ist. Schockverliebt, innerhalb von Sekunden. ♥

 

„Repeating Patterns war einer der ersten Songs für das neue Album geschrieben haben. Live ist er direkt so gut angekommen, dass wir bei den Aufnahmen sehr darauf geachtet haben, dass wir ihn nicht zähmen, sondern genau so rau lassen.“

 

 

Wem die Böcke – feines neues Album hin oder her – mehr nach den Songs aus der Frühphase von WWPJ stehen, dem sei der Konzertmitschnitt einer Show im Londoner XOYO vom Oktober 2011 ans Hörerherz gelegt:

 

Rock and Roll.

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