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Song des Tages: Beatsteaks – „Ace Of Spades“ (live)


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Dass die Beatsteaks seit Jahr und Tag einer der besten, anständigsten und sowieso derbsten Livebands der Bundesrepublik sind, steht wohl außer Frage. Dass ihr Cover des auch in einhundert Jahren unkaputtbaren Motörhead-Evergreens „Ace Of Spades„, welches die Fünf als Zugabe bei ihrem Heimspiel beim Berliner „PxP Festival“ im vergangenen Juni (einer von ganz wenigen Liveauftritten der Beatbuletten in diesem Jahr) zum Besten gaben, die Qualifikation zum „Song des Tages“ besteht, wohl genauso. Und wem die Nennung von Arnim Teutoburg-Weiß (Gesang, Gitarre), Bernd Kurtzke (Leadgitarre), Peter Baumann (Rhythmusgitarre), Torsten Scholz (Bass) und Thomas Götz (Schlagzeug) ob all der Erinnerungen an Sommer am Baggersee und durchgetanzte Chucks keine Tränen in die Augen treiben sollte, der sollte sich zumindest und schleunigst die (r)echt gute, im vergangenen Herbst erschienene Werkschau „23 Singles“ zulegen. Denn wie fragte vor einiger Zeit bereits die andere „Beste Band der Welt aus Berlin (aus Berlin!)“: „Wie kannst du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?“ Jaaanz jenau, so sieht dit aus.

 

 

Rock and Roll.

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Zitat(e) des Tages


Keine Frage, Lemmy „Motörhead“ Kilmister, der im vergangenen Dezember für immer Bass und Jack & Coke zur Seite gestellt hat, war schon ein korrekter Typ wie er im Musiklexikon steht. Ein bisschen kauzig, oft auch derb und direkt, aber immer anständig, ehrlich, korrekt. Und, vor allem: durch und durch Rock’n’Roll. Oder, wie er’s selbst gesagt hätte: „49% Motherfucker, 51% Son Of A Bitch„.

Ebenso bekannt wie Motörhead-Evergreens wie „Ace Of Spades“, Lemmys Vorliebe für Nazi-Devotionalien (was wohlmöglich daran lag, dass sein Vater bei der Royal Air Force im 2. Weltkrieg kämpfte und er diesen nie kennenlernte), harte Bassbrecher, Zigaretten und Jack & Coke (ein Getränk, das auf ewig mit ihm verbunden sein wird) war Ian Fraser „Lemmy“ Kilmisters Abneigung gegen Religionen im Allgemeinen und die christliche im Speziellen. Und wer Lemmys Zitate zu diesem Thema liest, wird auch da bemerken, dass diesem bereits jetzt so schmerzlich vermissten Rock-Unikat der herzlich-grobe Witz aus jeder Pore kroch…

 

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…oder auf Deutsch:

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Rock and Roll.

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Der Unsinkbare – Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister ist tot.


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Foto: Mat Hayward

Selbst wer kein Fan von Motörhead war, musste zugeben, dass Lemmy Kilmister einfach eine der coolsten, unbeugsamsten Säue im ganzen Rockzirkus – ja! – unter dieser Sonne war. War, leider wahr. Einer, von dem man dachte, dass sie – ähnlich wie etwa Stones-Gitarrist Keith Richards – im Grunde alles und jeden überleben würde. Ein Rockrelikt aus einer anderen Zeitrechnung, dass einfach hier auf diesem Planeten abgesetzt wurde. Lemmy stand immer ein bisschen über den Dingen, ebenso wie seine Vorliebe für „Jack and Coke“ oder Nazidevotionalien. Und selbst sein Ableben hat, profan betrachtet, etwas leicht ironisches im Nacken sitzen: zu Heiligabend feierte er noch seinen 70. Geburtstag, zwei Tage später erfuhr er von (s)einer Krebserkrankung – es habe sich um einen „äußerst aggressiven Krebs“ gehandelt -, wiederum zwei Tage später ist er tot. Straight forward, wie in den 70 Jahren davor auch, der Lemmy.

Motörhead "Los Angeles"

Mich selbst hat es – obwohl ich freilich die üblich verdächtigen Songs wie „Ace Of Spades“ oder „Eat The Rich“ kannte und liebte – nie wirklich zu Motörhead getrieben. Dafür war ich in meiner Jugend großer Metallica-Fan, und die wiederum wären, wie viele andere artverwandte (Metal-)Bands auch, natürlich ohne Lemmy und Co. undenkbar gewesen. Wenn ich an Motörhead denke, dann fällt mir sofort wieder „Baumi“ ein. „Baumi“ war Teil unseres Abiturjahrgangs und ein Jahr älter als wir anderen, da er irgendwann eine Klasse wiederholen musste. „Baumi“ war – zumindest dem Aussehen nach – ein waschechter „Oi!“-Punk mit Glatze, verschmitztem Blick und Draufgängerstatur. Entweder dass, oder er schien sich einen feuchten Furz um das zu scheren, was der Rest der Welt von ihm dachte (am Ende war’s wohl eine ungesunde Mischung aus beidem). „Baumi“ war Bassist – soweit ich selbst das beurteilen konnte, sogar ein recht guter. Und – klar – „Baumi“ war der größte und energischste Motörhead-Fan, der mir je untergekommen ist. Ernsthaft – er verehrte Lemmy Kilmister. Auf all seinen Schulheftern prangten das Bandlogo und der ikonische Schriftzug, auf vielen Büchern gar das Pik-As. Freilich versuchte er auch, alle anderen von seiner Leidenschaft zu überzeugen (womit er am Ende nur begrenzte Erfolge einfuhr – für die Mädchen war die Musik zu schnell, für die Jungen selten derart massenkompatibel wie etwa die Songs von Metallica oder – damals, Anfang der Nuller-Jahre, noch aktuell – von NuMetal-Kapellen wie Limp Bizkit oder KoRn). Aber „Baumi“ blieb seinen Motörhead-Heroen treu, hörte meines Erachtens kaum etwas anderes, konnte wohl jeden Kilmister’schen Basslauf aus dem Effeff und selbst bei ordentlicher Promillebetankung nachzocken. Am Ende der zwölften Klasse war er einer der wenigen, die – mangels Abschlusszeugnis – nicht an den Feierlichkeiten teilnahmen (und hätte von Lemmy gerade für sein Standvermögen bei der Biervernichtung und beim Nikotinkonsum einen derben High-five samt schelmischem Grinsen spendiert bekommen). Als ich heute Morgen von Lemmy Kilmisters Tod las, musste ich zuerst an „Baumi“ denken. An den Typen, der damals immer, mit Bier und Bass in den Händen, eine Kippe im Mundwinkel, in der Nähe des Raucherhofs saß. Der Tag für Tag den harten Jungen markierte, tief in sich drin jedoch ein Grundsympath gewesen sein mochte (was keiner von uns je wirklich rausfand).  An den größten Herz-und-Seele-Motörhead-Fan, der mir je untergekommen ist. Und daran, wie schnell die Zeit doch vergeht, dass auch so ewig unsinkbar Geglaubte wie Lemmy abtreten…

Wie schrieb Olli Schulz vor wenigen Stunden auf Facebook: „Sowas wird nie wieder hergestellt.“ So sieht’s wohl aus. Mach’s gut, Lemmy.

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Ian ‘Lemmy’ Kilmister

1945 – 2015

„Born to lose, lived to win.“

 

 

„If you like to gamble, I tell you I’m your man
You win some, lose some, it’s all the same to me
The pleasure is to play, it makes no difference what you say
I don’t share your greed, the only card I need is
The ace of spades
The ace of spades

Playing for the high one, dancing with the devil
Going with the flow, it’s all a game to me
Seven or eleven, snake eyes watching you
Double up or quit, double stake or split
The ace of spades
The ace of spades

You know I’m born to lose
And gambling’s for fools
But that’s the way I like it, baby
I don’t wanna live forever

And don’t forget the joker

Pushing up the ante, I know you’ve got to see me
Read ‚em and weep, the dead man’s hand again
I see it in your eyes, take one look and die
The only thing you see, you know it’s gonna be
The ace of spades
The ace of spades…“

 

Edith:

Das mit den ausführlichen Nachrufen haben andere Kollegen – wie von der „Süddeutschen Zeitung“ oder der „Welt“ – wohl deutlich besser hinbekommen, darf und sollte gelesen werden. Die sozialen Medien und Nachrichtenportale haben ihrerseits noch einmal bewiesen, welchen Einfluss Lemmy Kilmister und Bands wie Motörhead oder Hawkwind auf die heutige (rocklastige) Musikszene hatten und haben. Wie sehr der Mann mit Hut von seinen Kollegen geschätzt wurde. Und selbst aus Ecken, aus denen man nicht unbedingt Ehrerbietung erwartet hätte, kommen sie. (siehe unten). Alle feiern sie Lemmy, der den Großteil seines Lebens nie einen Nachnamen nötig hatte, hören seine Musik, und erheben das ein oder andere Glas auf das Stück Rock’n’Roll-Geschichte, das da gestern zum letzten Mal seinen Bass gegen den Verstärker gelehnt hat.

„We are Motörhead and we play Rock & Roll!“

AU Lemmy

 

Rock and Roll.

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