Archiv der Kategorie: Zu kurz gekommen…

Zu kurz gekommen – Teil 14


…But Alive – Nicht zynisch werden?! (1995)

-erschienen bei Weird System-

Wir haben uns entschieden / So wie die meisten / Fürs Rattenrennen / Und fürs Eigenheim leisten / Du blickst herab / Mit diesem Wissen was los ist...“ Liedermacher Niels Frevert sitzt 2008 im von Rotwein getränkten, überaus selbstreflexiven Kettcar-Song „Am Tisch“ in einer stylish-schicken Altbauwohnung und schaut zu seinem Freund Marcus Wiebusch hinüber, dem kauzig-arroganten grumpy old leftie, der seit jeher wohl alles immerzu besser wusste. Doch jener Wiebusch hadert Sekunden später selbst mit sich: „Ein Toast / Auf das Leben / Das Glück / Nur ich, ich komm‘ nicht mehr mit / Mit dem Leben / Dem Glück…“ Die Klarheit der Jugend, hinfortgerissen im Taumel der immergleichen Tagesroutinen. Nicht nur Niels, auch Marcus ist jetzt Teil jener Kraft, die stets Gutes will, aber oft gar nichts schafft: den Linksliberalen.

Dreizehn Jahre vor dem „Tisch“ sind die Fronten wesentlich klarer: „Die Feigheit hat einen Namen, linksliberal„, rotzt der Hamburger Wiebusch, damals vergleichsweise juvenile 26 Jahre jung, mit seiner ersten echten Band ..But Alive auf „Natalie“ vom zweiten Album „Nicht zynisch werden?!“ seine Wut in die Welt – und er hat in den Neunzigern eine Menge davon. Bereits beim Opener „Nennt es wie ihr wollt“ widmet sich der stets latent sprechsingende Frontmann dem Ausverkauf der eigenen (Punk-)Szene. Einem Ausverkauf, der eben im Alter – zumindest für die Glücklichen, die Sesshaften, die Spießigen – doch zum Eigenheim führt. Als Fundament dient ihm der wie aus einem Guss gespielte Mix aus melodischen Punk-Rock-Refrains und tempiwechselnden Metal-Attacken, der …But Alive während ihrer acht Bandjahre so unverkennbar machte.

Ähnlich wild fliegt „Aus und vorbei“ vorbei: Loriot-Zitat, Ska-Off-Beats, brutale Riffs und das nötige Pathos im Refrain – „Ein Hype, ein Star, ein Schuss – und dann C&A und Schluss“ – reichen Wiebusch für seine Abrechnung mit dem Generation X-Framing durch die Mehrheitsgesellschaft. Wie ein Chirurg zerlegt er den aufgedrückten Brand in der ersten Strophe: „Zuerst war alles nur ein Buch / Und jeder wusste, wer wir sind / Nur wir leider nicht…“ Das erwähnte „Buch“? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl „Generation X“ von Douglas Coupland, welches den sogenannten „Baby-Boomern“ zwar ein einprägsames Label aufdrückte, dafür jedoch recht wenig Lebenshinweise mit auf den Weg gab. Wiebusch steht damit im Geiste der Boxhamsters, die sich vier Jahre zuvor auf „Zu klein“ ebenfalls gegen die Ausweglosigkeit wehren: „Wir hatten nie ‚No Future‘ und glaubten an die Zeit...“

Überhaupt hadert der Kopf von …But Alive in jenen jungen Jahren – im Gegensatz zur späteren Weinprobe im gediegenen Eigenheim – weniger mit sich, sondern nimmt es mit der Szene, der Gesellschaft, mit alten Freunden wie neuen Feinden zeitgleich auf. Stets mit Schaum vorm Mund, und immer in der Überzeugung, zu wissen, was los ist. Auf dem 1993er Debüt „Für uns nicht“ schlägt er lyrisch noch ungestüm – und deutlich wilder – um sich. Der obligatorische Anti-Nazi-Song „Nur Idioten brauchen Führer“ sorgt im Kampf der Neunziger gegen die rechten Glatzen für Zusammenhalt bei bedrohten Konzerten, „Für immer 16“ interpretiert Peter Maffays „Ich möchte nie erwachsen sein“ und Alphavilles „Forever Young“ auf Punkig-Hanseatisch, in „Ohnmacht“ sprengt er 1991 als Terrorist Bayer und Hoechst in die Luft.

Schaut man sich heute, etwa drei Dekaden später, den Text von „Ohnmacht“ noch einmal genauer an, wandert man schnell in Gedanken über die Brücke ins Camp der Letzten Generation und fragt sich, warum die Generationskolleg*innen der „Generation X“ seinerzeit nicht mehr getan haben: „Oh, seht uns an, wir stehen vor den Trümmern dieser Zivilisation / Ein paar clevere Affen erfanden das Rad / Hier kommt die letzte Generation / Die noch ein bisschen menschenwürdig leben kann / Die Gräber stehen bereit„, und später: „Erzählt mir nichts von Recht und Ordnung / Wenn irgendeiner hier Amok läuft / Wenn morgen Regionen zu Wüsten werden und halb Indien ersäuft.“ Die Weitsicht, die Aktualität dieser Zeilen ist erstaunlich, sollte jedoch vor allem zu denken geben.

Andererseits sieht Wiebusch jedoch selbst die Machtlosigkeit solcher, stets vor allem von Parolen getriebener Musik und distanziert sich bereits zu …But Alive-Zeiten von jener naiv-zornigen Anfangsphase: „Ich habe Musik mit 16, 17, 18 tatsächlich als Waffe gesehen (…) Wenn ich singe: ‚Ohnmacht, ich spreng‘ euch alle weg!‘, dann ist das meine Meinung, und ich will, dass das alle anderen auch so sehen (…) Einen Song wie ‚Ohnmacht‘ wird es von mir nie wieder geben.“ Ebenso kontrovers dürfte Wiebusch rückblickend den Song „Ich möchte Ilona Christen die Brille von der Nase schlagen„, der 1997 zunächst auf der Split-7″ mit der kanadischen Hardcore-Band I Spy und später auf dem dritten Album „Bis jetzt ging alles gut…“ erschien, sehen, schließlich wird dort TV-Moderatorin Margarethe Schreinemakers in einer Textzeile als „Quotenhure“ bezeichnet. Das brachte der Band bereits damals – lange vor Internet-Shitstorms, #MeToo und Co. – den Vorwurf des Sexismus ein – die Kritik mag, Punkszene hin oder her – berechtigt gewesen sein, der Vorwurf könnte bei einem wie Wiebusch, der sich später bei jeder sich bietenden Gelegenheit für Homosexuelle, für Flüchtlinge oder Frauen- wie Tierrechte stark machte, jedoch falscher kaum sein.

Musikalisch jedoch überzeugen die 1991 gegründeten Hamburger von …But Alive von Anfang an und fanden schnell eine komplett eigene Szenennische zwischen Hafenstraße und Hamburger Schule. Hardcore Punk, Rap, Ska, Metal und Indie Rock …forming like Voltron. Hagen van de Viven zelebriert an der Leadgitarre, Marcus Wiebusch sorgt als Nachwuchs-James Hetfield an der zweiten Klampfe für eine Punk-untypische, mächtige Soundwand. Schlagzeuger Frank Tirado-Rosales (der Wiebusch später zu Kettcar folgen und selbigen bis 2010 treu bleiben wird) baut immer wieder Breaks und Grooves ein, die den biertrunkenen Kopf zwischen Headbangen, Nicken und Schütteln ganz wuschig werden lassen. Nur am Bass wechseln sich, ebenfalls verdammt Metallica-like, die Bandkollegen häufig ab. Es gibt und gab keine andere Punk-Rock-Band, die so klang wie …But Alive, und kein zweites deutschsprachiges Album fasst das Leben der Neunziger wohlmöglich so prägnant und nachhaltig in Worte wie „Nicht zynisch werden?!“ Steile Thesen? Genau. Aber, vor allem was letzteren Punkt betrifft, eine begründete, denn in den 15 Songs (zählt man den feinen Akustikgitarren-Hidden Track „Betroffen aufessen“ mit) kanalisiert Marcus Wiebusch seinen angestaunten Hunger, der Welt zu erzählen, was zur Hölle los ist, ohne ihr jedoch von oben herab zu predigen, was sie tun soll. Und: Er findet hier erstmals wirklich zu seinem noch später bei Kettcar so unnachahmlichen Stil aus Punchlines und Poesie, aus Parole und Meta-Ebene. In den Zwei-bis-drei-Minuten-Punk-Tiraden verdichtet er seine Gedanken so stark, dass ihm meist nur eine Zeile genügt, um eine ganze Generation – dieses Mal würdig – zu beschreiben.

Wer gebraucht wird, ist nicht frei / Wer braucht, wird niemals frei sein“ und „Ganz egal, welchen Weg wir wählen / Nur die Momente sind es, die zählen.“ Für die Außenwirkung mag da ein baumlanger angepisster Punk am Mikro stehen, im Herzen jedoch sitzt hier ein Rapper, so sehr und hervorragend wie etwa bei „Weißt nur was du nicht willst“ kluge Punchlines mit diversen Schichten und Ebenen mit den melodischen Leads und dicken Midtempo-Grooves harmonieren. Weitere Beispiele gefällig? „Und zwischen den Verträgen / Sucht jeder das Leben“ („Überall„) oder „Nichts ist brutaler als Moral / Die nur sich selbst genügt“ („Lasst es ihre Entscheidung sein„). Wiebusch verkopft hier (noch) nicht, textet nicht zur reinen Selbstgefälligkeit, sondern bleibt mit beiden Füßen auf der dreckigen Straße.

Für die Kleinkinder der Achtziger, die nur allzu gern und aus lauter Trägheit vom Gartenzaun aus die Welt verändern wollen, sind Bands wie …But Alive Mitte der Neunziger die Stimme der Vernunft und Menschlichkeit. Eine Stimme, der im AJZ alle folgen konnten, die den ganzen rechtskonservativen, heute verdammt AfD-nahen CDU-Dreck der Neunziger genauso ablehnten wie den dogmatischen DDR-Schwachsinn der KPD-Deppen und die abgrenzenden Political Correctness-Pamphlete der Autonomen. Denn „nichts ist schwarz-weiß“ und wenn du vergisst, wo du herkommst, wirst du dich selbst verlieren. Wiebusch wusste das und setzt seine Kraft auf die Liebe: „Es kommt nur auf dich und mich an / Und dann ist der Rest der Welt dran“ („1 + 1= 3„) und ganz besonders im wohl schönsten Refrain des Albums: „Mich interessiert nicht, was du weißt / Sondern nur, woran du glaubst / Mich interessiert nicht, was du hast / Sondern nur, was du brauchst“ („Keine Gegensätze„).

„Nicht zynisch werden?!“ mag zwar kein allumfassender Meilenstein sein, ist jedoch mit seiner Kompaktheit und dem zwischen den Rumpel-Rhythmen sorgsam versteckten Pop-Appeal eines der lyrisch größten deutschsprachigen Alben der Neunziger, stetig vibrierend zwischen dem naiven Hunger der Jugend und der wachsenden Selbsterkenntnis eines Dichters und Denkers. In jenen Zeiten profitieren neben …But Alive auch die Ska-Kollegen von Rantanplan und Slime für ihr Opus Magnum „Schweineherbst“ von Wiebuschs Einfluss.

Dennoch ist die Weiterentwicklung – oder besser: das Erwachsenwerden – freilich weder lyrisch noch musikalisch aufzuhalten. Bereits beim dritten, zwei Jahre darauf erscheinenden …But Alive-Album „Bis jetzt ging alles gut…“ schleichen sich Indie-Rock-Anleihen zwischen Wiebuschs immer kryptischere und verschnörkeltere Zeilen und bilden beim vierten und finalen 1999er Werk „Hallo Endophin“ bereits des Rudels Kern. Ein Jahrtausend endet, und mit ihm auch …But Alive und deren Traum vom Kampf für Punk-Rock-Ideale. Der Weg für Kettcar, der Weg in die Linksliberalität, die Altbauwohnung und ins vermeintliche Glück war frei. Dass Marcus Wiebusch für die Veröffentlichung des Kettcar-Debüts „Du und wieviel von deinen Freunden„, welches damals keinen Vertrieb fand, gemeinsam mit Kettcar-Bassist Reimer Bustorff und dem damaligen Tomte-Frontmann Thees Uhlmann mit Grand Hotel Van Cleef ein eigenes Label aus der Taufe hebt, das auch heute, dreißig Jahre später, noch bestens floriert? Ist eine andere Geschichte (die jedoch vor allem beweist, dass man den Punker im Herzen nie so ganz gehen lassen sollte)…

Wenn es noch so bitter ist: Was bleibt, ist die Erkenntnis / Im Falschen nichts richtig, ob im Nehmen oder Geben / Dass wir alle nur eine Lüge leben / Und es muss mehr als das hier geben…“ („Natalie„)

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Dreamtigers


Was Musik und Wein gemeinsam haben? Nun, sieht man von den üblichen, stets lediglich auf irgendwelche gottverdammten Trendzüge aufspringenden Eintagsfliegen im Musikbusiness und der leidigen Gut-und-günstig-Tetrapack-Plörre aus dem Ums-Eck-Discounter des Vertrauens einmal ab und beschäftigt sich wirklich intensiv damit, kommt man wohl unweigerlich zu dem Ergebnis: recht viel. Denn mancher Wein entfaltet erst nach langer Lagerung im edlen Barrique-Fass seinen einzigartigen Geschmack. Gutes Zeug will Weile haben. Und gemäß dieser Losung verhält es sich eben auch mit so manchem Langspieler…

Recht formidable Beispiele hierfür dürften die beiden Platten von Dreamtigers sein. Dream…who? Eben. Denn obwohl es der US-Indie-Rock-Band weder an Vitamin B noch an Szene-Kredibilität zu mangeln scheint, ist die Kombo, welche sich nach einem Buch des argentinischen Autoren Jorge Luis Borges benannt hat, hierzulande noch immer sträflichst unbekannt. Mag’s daran liegen, dass Dreamtigers bislang den großen Medienrummel gescheut haben wie der Teufel das Weihwasser? Dass sie selbst um ihre Alben keinerlei vernehmbares Getöse gemacht haben, dass nicht einmal zum bloßen Marketing aufgeblähtes Namedropping betrieben wurde? In jedem Fall: sympathisch, dass die Band aus Massachusetts vielmehr ihre Musik für sich sprechen lässt. Und umso überraschender, denn den Kern der Truppe dürfte manch eine(r) durchaus kennen, schließlich treten Jake Woodruff und Joe Longobardi sonst bei den US-Melodic-Hardcore-Krawallmachern von Defeater an Gitarre und Schlagzeug in Erscheinung. Dazu gesellen sich neben Andrew Gary, der dritten festen Konstante, noch Mitglieder von – zumindest für Szene-Kundige – kaum weniger bekannten Bands wie Caspian, Polar Bear Club oder Balmorhea. Und nun mal Mic Drop beim Namedropping.

Wer jedoch erwartet, dass sich Woodruff, Longobardi und Co. auch bei Dreamtigers in eine ähnlich krawallige Richtung wie bei den jeweiligen Hauptbands bewegen, der irrt. Denn das, was bei der Band – nach einigen EPs und Split-Singles seit 2009 – schließlich in den beiden Langspielern „Wishing Well“ (2014) und „Ellapsis“ (unlängst im Februar 2022 erschienen) kumulierte, tönt ebenso vielfältig wie einnehmend, manchmal auch leise und bedacht. Das Dreamtigers’sche Klangkonstrukt mag es eher nachdenklich als wütend, hinterfragt zaghaft und zweifelnd, untermalt tendenziell eher mit zarterer Instrumentierung denn mit Pauken und Trompeten zum Barrikadensturm anzusetzen oder die Tür durch die Mauer hindurch einzutreten. Protest – so man dies hier als einen solchen bezeichnen mag – muss eben nicht immer laut und ausufernd sein, er muss sich noch nicht einmal neu erfinden, denn genau genommen ist dieses „Singer/Songwriter-Ding“, ebenso wie die bestens bekannte „Indie-Rock-Schiene“, halt auch schon ein paar Tage alt. Doch keine Angst, muffig abgehangen und altbacken klingt hier mal eben gar nichts. Vielmehr bietet die Band vor allem auf „Wishing Well“ eine feine Melange aus bodenständigem Indie Rock, von fern winkender Americana und melancholischem Folk, welche obendrein mit Versätzen aus Post Rock und dem guten alten Neunzigerjahre-Emo-Rock, mit sakraler Orgel und schwelgerischen Streichern garniert wird – und als buntes Potpourri aus Atmosphäre, Emotionen und großer Kunst so wohlbekömmlich gerät, dass man nur allzu gern einen Nachschlag nimmt.

Dennoch werden die Alben, bei denen sich das von Will Yip (La Dispute, Pianos Become The Teeth, Title Fight) produzierte „Ellapsis“ noch etwas mehr in Richtung Full Band beziehungsweise Post Rock entwickelt, vor allem all jenen mehr Appetit machen, die sie nicht nur mal eben so nebenbei hören oder verzweifelt auf der Suche nach unmittelbar erkennbaren Instant-Hits sind, denn sie möchten mehrmals genossen werden, wollen mit all ihren großen kleinen Songs die Chance bekommen, sich in Ruhe in den Gehörgängen und Hörerherzen einzunisten. Wer nur besoffen werden mag, darf weiter zum Fünf-Liter-Tetrapack aus dem Discounter greifen, möge aber bitte auch die Finger von diesen Perlen lassen. Und während die Kunstbanausen am Folgetag wohlmöglich über übles Kopfweh klagen werden, summen Connaisseure hier leise mit, während sie sich in so großartige Songs wie „Empty Roads, Pt. 2“ oder „I See The Future“ immer tiefer, jedes Mal aufs Neue verlieben. Sie werden genießen, schweigen und all den Kretins ums Verrecken nicht verraten, was Balsam für ihre armen Seelen sein könnte…

Hier findet man „Wishing Well„…

…und „Ellapsis“ im Stream:

Rock and Roll.

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Monday Listen: Washington Irving – „August 1914“


„Washington Irving are a chaotic indie rock band from Scotland.“ – So beschreibt sich die fünfköpfige Band selbst auf ihrem Bandcamp-Profil – und diese erste, eigene Standortmarkierung trifft den klingenden Nagel bereits recht gut auf den tönenden Kopf, denn irgendwo zwischen zerbrechlichen Folktönen und ausufernden Lärmwänden zelebrieren Washington Irving ihre Musik. Ich meine: Wer dem schottischen, ohnehin meist verdammt nah am melancholischen Ufer geparkten Gemüt auch sonst nahe steht und Bands wie Frightened Rabbit, We Were Promised Jetpacks oder There Will Be Fireworks im Hörerherzen mit sich spazieren trägt, dürfte sich hier sehr gut aufgehoben fühlen.

Zudem scheinen die Lads von Washington Irving ein ausgesprochenes Faible fürs Geschichtliche zu haben, immerhin benannte sich die Band nach einem amerikanischen Schriftsteller. Und auch ihr 2017 nach einer Handvoll EPs erschienenes Debütalbum „August 1914“ backt nicht eben kleine Musikbrötchen, immerhin befasst sich dieses als Konzeptalbum mit „den Kriegen des 20. Jahrhunderts“, wie Leadsänger und Gitarrist Joseph Black selbst meint. Umso erstaunlicher, dass das gut dreiviertelstündige Endergebnis nicht düster, trist und verkopft, sondern durchaus formidabel nach vorn indierockend gerät und mit seinen einerseits laut tönenden, andererseits fragil am Herz packenden Emotionen und seiner süchtig machenden Intensität ein ums andere Mal wie die besten Monate der oben genannten Bands klingt (mit Frightened Rabbit waren Washington Irving bis zum Tod von FR-Frontmann Scott Hutchison auch gut befreundet und teilten nicht selten Backstageräume und Konzertbühnen). Bei all der Qualität, die die zehn Songs von „August 1914“ auf den Plattenteller legen, verwundert es durchaus, dass seinerzeit scheinbar kaum jemand Wind von diesem Indie Rock-Kleinod bekommen hat und das Quintett aus Glasgow seit gut drei Jahren leider auf kreativem Eis liegt… Nichtsdestotrotz: ein echter Geheimtipp!

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: The Provincial Archive


„Eines Lachens Läuten, das uns im Vorübergehen – kaum gestreift – ein Fest bedeuten oder wehtun kann“, dichtete Hermann Hesse einst in „In Sand geschrieben“. Und so wirkt auch das Coverfoto des The Provincal Archive-Albums „It’s All Shaken Wonder“. Menschen im Gegenlicht beim Überqueren einer großstädtischen Kreuzung. Alltäglich, dennoch irgendwie besonders – wie eines dieser Instagram-Fotos, bei denen man partout nicht weiß, warum zur Hölle sie einem eigentlich gefallen… Die Musik der vier Kanadier passt dazu. Sie ist gleichsam bittersüß wie lichtdurchflutet und tagträumt sich in die goldene Mitte zwischen Melancholie und Leichtigkeit. Indie-Pop mit Songwriter-Einschlag der nachdenklichen Art – irgendwo zwischen Death Cab For Cutie, Elliott Smith, Grizzly Bear, The National und Bright Eyes.

Obwohl The Provincial Archive mit „It’s All Shaken Wonder“ 2014 bereits das dritte Album vorlegten, war es ihr erstes mit offiziellem Europa-Release. Kaum verwunderlich also, dass sich die Band aus dem kanadischen Edmonton, Alberta bis dahin lediglich auf den Empfehlungszetteln der sogenannten „eingeweihten Zirkel“ befand – oder eben von all jenen, die dem Vierer 2013 beim Reeperbahn Festival oder im Vorprogramm von The Cave Singers, Chuck Ragan, Damien Jurado sowie The Rural Alberta Advantage lauschen durften.

Neben Frontmann Craig Schram (Gesang, Gitarre, Banjo, Piano) agieren R. Bramwell Park (Schlagzeug, Banjo, Gitarre, Gesang), Ryan Podlubny (Bass, Gitarre, Gesang) und Nathan Burge (Piano, Keyboards, Gitarre, Gesang). Das Quartett versteht es, feingeistige Melodien zu kreieren, die zwischen melancholisch und versonnen, wehmütig und lebensbejahend schwingen. Auf Fotos mögen sie wie intellektuelle Nerds wirken – ein kleines optisches Klischee, das sich zumindest andeutungsweise auch in ihren Songs niederschlägt. Dementsprechend strukturiert und durchdacht tönen selbige daher auch. Dabei geht ihnen die Leichtigkeit jedoch keineswegs verloren, vielmehr finden sie den Weg, beide Welten miteinander zu verknüpfen.

Manchmal sind es beinahe mechanische Rhythmusstrukturen, denen feine Melodielinien entgegengesetzt werden, wie etwa im Opener „Daisy Garden“ und in der dramatischen Ballade „In The Morning“. Anderswo, bei der Indiepopperle „Full Of Water“, zaubert die Band wiederum an sonnige Byrds-Jingle-Jangle-Gitarren angelehnte Sounds hervor, die einen im Nu betören. Oder „Land Machines“, welches mit zirpenden Banjo- und monoton-eindringlichen Akustikgitarrentönen überzeugt. Fürs distinguierte Hörervolk werden gar Jazz-Anklänge geboten, „The Lake“ rückt das Piano und den schleichenden Rhythmus ins Zentrum. Wiederholt lassen sich solche Details finden, die das Ganze zu einem kurzweiligen, dennoch anspruchsvollen Vergnügen werden lassen. Ganz besonders stechen hier die verspielten, urbane Horizonte öffnenden „The Market“ und „Every Pretty Girl“ heraus – bittersüß und wunderschön. 

„It’s All Shaken Wonder“ klingt wie ein Versprechen auf Großes, Wahrhaftiges. Es lädt zum Sinnieren, zur tagträumerischen Feingeistigkeit ein – trotzdem lassen die recht persönlichen Texte von Bandkopf Craig Schram genug Raum für eigene Vorstellungen und Visionen. Es ist Musik, die mit dir kommuniziert, dir dabei nicht zu nahe rückt und dich dennoch streichelt. Mit detailverliebten Arrangements, während sie andererseits von ihrer intimen Atmosphäre lebt. Musik, die nie zu überladen, aber auch nie zu reduziert wirkt. Indie-Folk durch die Nerd-Brille betrachtet, aber mit sanftem Blick. Schade eigentlich, dass es nach dem Album – mal abgesehen von einer 2015 nachgeschobenen EP sowie einer Single vor drei Jahren – recht ruhig um die mittlerweile zum Trio geschrumpfte Band geworden ist. So bleibt dieses Indiefolkpop-Kleinod wohl weiterhin den „eingeweihten Zirkeln“ vorbehalten…

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Redjetson – „Other Arms“


Redjetson, von denen die meisten von euch mutmaßlich nie etwas gehört haben, waren eine Band aus dem englischen Essex mit heißen, für Indie- und Post-Rock schlagenden Herzen und einem noch riesigeren Sound im Gepäck. Etwa zur selben Zeit wie artverwandte „Heiße-Scheiß“-Bands wie Bloc Party, Editors oder iLiKETRAiNS (mit denen sie oft tourten) entstanden, brachte das aus Clive Kentish, Daniel Hills, Daniel Carney, Ian Jarrold, Grant Taylor und Joel Hussey bestehende Sextett zwei durchaus amtliche, vielfältige tönende Alben von atemberaubender Schönheit zustande, die den oben erwähnten Post-Rock mit einigem an Getöse umgarnten und alldem klaviergeleitete Melancholie als Kontrastpunkt gegenüber stellten. Und sich leider trennten, noch bevor ihr zweites Werk „Other Arms“ veröffentlicht war, was dazu führte, dass ihrem frühen Schwanengesang kaum Beachtung geschenkt wurde. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, dem Langspieler über eine Dekade nach dessen Erscheinen Gehör zu schenken.

Der frenetische Opener „Soldiers And Dinosaurs“ weiß schonmal mit seinem ordentlich Dampf machenden Schlagzeug, Multi-Vocals sowie Gitarren wie aus dem Interpol-Lehrbuch zu überzeugen. Sein verträumt-verwirbelter Habitus und der dezente Einsatz von Echo und Verzerrung, insbesondere bei Clive Kentishs Gesang, geben die Marschrichtung der folgenden neun Songs vor, deren Produktion aus Ausformuliertheit weitaus vollmundiger gerät als noch das 2005er Debüt „New General Catalogue„.

Auch in „Beta Blocker“ treten die elektrifizierten Gitarren anschließend prominent in Erscheinung, bieten jedoch auch treibende Basslinien und Glockenspiel an, während Textzeilen wie „The rent is due / Ideology’s gone / The rent is due / Philosophy’s gone“ durchaus in Widerspruch zur erhebenden Melodie stehen – ein Kontrast, der etwa auch bei „Questions I Don’t Want To Ask'“ deutlich wird. Zeilen wie „I take this opportunity to make my voice heard“ oder „Reasoning isn’t easy“ deuten eine politische Grundhaltung der Band an, die vom flotten Schlagzeugklang, dem Glockenspiel und den läutend emporsteigenden Gitarrenakkorden sowohl unterstützt als auch in Konflikt gesetzt wird. Heraus kommt ein gleichsam zarter und lebendiger Song, dem die gelegentlichen Powerchords wunderbar in die Parade fahren. Und wo sich Gitarrenbands dieser Couleur oft und gern im selbstmitleidigen Bühnenhalbschatten suhl(t)en, bieten Redjetson hier noch ein Wechselbad aus optimistischen, beruhigenden Textzeilen an. So gibt ‚(g)Listen‘ mit seinem orchestralen Klangoutfit, den stetig wandernden Basslinien und dem abermals ausgeprägten Glockenspiel dem Hörer ein schulterklopfendes „It’s alright“ mit auf den Weg. „For Those That Died Dancing“ suggeriert dunkel augenzwinkernd „There is no apocalypse / Turn off the lights and have some fun“, während dramatische Gitarren einen in die volle, warme Sounddecke einhüllen.

Und es gibt noch eine Reihe weiterer Highlights auf „Other Arms“. „Count These Demons“ etwa demonstriert die nahezu perfekte Mischung aus Ebbe und Flut, Leise und Laut. Der Song beginnt schwer, wandelt jedoch alsbald in zerbrechlichen Streichern, die Clive Kentishs gen Firmament zielende Stimme unterstützen und die subtile, hypnotische Leadgitarre begleiten. So nimmt das Stück Elemente von Rides „Vapor Trail“ oder Hope Of The States (eine ebenso zu früh aufgelöste, zu wenig beachtete britische Band) in sich auf, bevor die Soundkulisse abermals in sich zusammenstürzt. Die doppelte repetitive Gitarreneröffnung von „These Structures“ ebnet den Weg für seichtere Töne und in Echo getränkte, von massig Delay gefütterte Gitarren, die sich zu einem beinahe Metal’esken Crescendo-Finale auftürmen. „First Of The 47,000“ ist ein exzellentes, episches Instrumental der Güteklasse von Post-Rock-Vorzeigebands wie Sigur Rós, Mogwai oder Explosions In The Sky, bei dem Glockenspiel und Orgel durch eine warme, eindringlich-geräumige Gitarrenlinie ergänzt werden. Wer sprachliche Bilder mag: wie ein Schneemann, der beim Schmelzen mit fatalistischer Miene Gitarre spielt. „Threnody“ wiederum vereint nahezu alle herausragenden Trademarks des Albums in sich. Tiefgreifende, kleine Klavierakkorde, sanft gezupfte Streicher und kraftvolle Gesangslinien dominieren und werden insbesondere während der Zeile „Dignity in silence lead us all in life / Get in touch with God, cover me in vice“ von einer eiseskalt aufspielenden, atmosphärischen Gitarre unterstützt. Der wiederholte Refrain „You, my fuel, to keep me warm inside“ beruhigt die Gemüter und wappnet sich mit (s)einer muskulösen Crescendo-Gitarre für die Gesellschaft. Ein langsam gen Grundmauern brennendes und düster-dringliches Schrammel-Tristesse-Rock-Meisterwerk, das hörbar in Schönheit erstirbt.

Als „Other Arms“ im May 2009 erschien, waren Redjetson bereits seit fast einem Jahr Geschichte. Kaum verwunderlich also, dass weder den sechs ehemaligen Köpfen der zwischen 2002 und 2008 aktiven Band noch irgendeinem Plattenlabel damals großartig daran gelegen war, die Werbetrommel für dieses musikalische Adieu zu rühren. Also verschwand der Geheimtipp von der musikalischen Bild-und-Ton-Fläche, bevor er je einer werden konnte. Und nahm ein Kleinod mit, das ebenso zupackend, bodenständig und unglamourös daher kommt wie die Ecke Englands, aus der die Band stammte. Ein Album, das das Pendel gekonnt zwischen Teetasse und Sturm schwingen lässt. Das mal luftig-warm so einigen Staub durch die Indie-Rock-Kellerclubs bläst, mal dramatisch und groß und schwer und bedeutend für tausend und abertausend Sonnenuntergänge gedacht scheint. Das den Zeitgeist der Indie-Rocks der Nuller-Jahre mit zeitlos Großem des Genres versöhnt. Das keineswegs perfekt ist (und dem an mancher Stelle ein wenig der Biss „größerer“ Bands fehlt), aber viel zu schade scheint, um in Vergessenheit zu geraten.

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


The Building – PETRA (2019)

-erschienen bei Concord Records-

The Building – kaum ein Bandname könnte wohl anonymer, nach Backstein, hohen Mauern und mausgrauer Fassade klingen. Dahinter versteckt sich jedoch Anthony LaMarca, der einem in der Vergangenheit eventuell bereits als trommelndes Mitglied von The War On Drugs oder als Teil von St. Vincents Backing-Band zu Ohren gekommen sein könnte. Oder eben als The Building. Unter ebenjenem Namen veröffentlichte der Indie-Musiker aus Youngstown, Ohio bereits 2017 mit „Reconciliation“ ein wunderbar unaufdringliches, gleichsam unerwartet bewegendes wie – ja, doch – schönes Album, dessen Aufnahmeprozess wohl kein leichter war, immerhin entstand es zu gleichen Teilen vor und nach LaMarcas erster Krebsdiagnose. Uff? Uff. Kaum vorstellbar also, dass der im Oktober 2019 erschiene Nachfolger „PETRA„, benannt nach seinem deutschen Schäferhund (der einem sowohl vom Albumcover als auch im Musikvideo zu „All Things New“ entgegen hechelt) und einem nützlichen, selbst erfundenen Akronym titels „Peace’s Eternal Truth Renews All“, nicht nur eine noch bessere Platte ist als die erste, sondern auch prall(er) gefüllt mit weitaus härterem Tobak… Ist sie jedoch, allein schon, da sie – leider – im Schatten einer weiteren Krebsdiagnose entstand. Umso bemerkenswerter, dass die neun Stücke gleichzeitig hoffnungsvoller, zielstrebiger, tränenreicher und selbstverwirklichter als alles tönen, dem LaMarca bisher sein bemerkenswertes Talent zugewandt hat.

Es ist eine Platte, die so einige emotionale Mauern durchbricht und in jedem Moment in der Lage ist, persönlichen Niederschlägen mit Eloquenz und Ehrlichkeit zu begegnen. „My body transformed / From grace to a stone“, beginnt LaMarca den atmosphärischen Opener „Transformer“ – zart, fast zögerlich, jedoch offen und ehrlich. Diese Art der schonungslosen, erzählenden Konfrontation mit der nackten Wahrheit mag in manchem Moment bereits beim Hören weh tun (und daher nicht jedermanns Tasse Tee sein), dem Indie-Singer/Songwriter hat genau dieser Weg wohl Halt gegeben, und genau deshalb wiederholt sich dieser hier durchgehend. So lassen sich im recht niederschmetternden „Life Half Lived“, in welchem LaMarca eine langjährige Beziehung für tot erklärt („There’s no time left in my life / I can’t love you anymore“), auch Zeichen der Erkenntnis und des persönlichen, gar spirituellen Wandels finden: „It takes a lot to know you’re weak / I can relive every failure and not be ashamed / You won’t make me feel ashamed“, singt LaMarca trotzig, während seine hohe Tenorstimme die zarte, backsteinschwere Botschaft untermauert.

Unterstützt von seinem Bruder Angelo und seiner Frau Megan, ist „PETRA“ ein Album, das sehr wohl weiß, wann es klein, subtil und zurückhaltend zu tönen hat und wann es einen überwältigen soll. Der Kontrast zwischen „Purifier“, einem einsamen, akustischen Solo-Stück voller geflüsterter Intimität, das die Isolation der Krankheit klar und deutlich zum Ausdruck bringt, und „When I Think Of You“ ist genauso beeindruckend wie treffend. LaMarcas Stimme wird durch Produktion und Musik hervorgehoben, während er sich in transzendente Höhe aufschwingt und wahrhaft einfache, trotz all dem immanenten Schmerz dennoch romantischen Zeilen wie „When I think of you / I’m gone“ ein „I want to be boring again / I want to be comfortable in my skin“ und, zu einem Schwall von Snare, Cello und Violine, einen echten Killer entgegen stellt: „I hate that this is hurting you / But this is happening to me“. Uff. Again. Damn.

Trotzdem ist „PETRA“ viel mehr als eine Platte, die sich „lediglich“ mit Krankheit und Miseren beschäftigt, denn sie setzt anderswo Vorstellungen von Männlichkeit auf „Never Understand“ in Beziehung zu persönlichen Erfahrungen – und resultiert mit Confessional-Zeilen wie „Now I finally see what it is to be man / It’s okay to be wrong“ in einem der vielleicht wirklich berührendsten Texte des Jahres 2019. Wenn der vom Schicksal über alle Maßen gebeutelte Musiker im Abschluss- und Quasi-Titelstück (s)eine Quelle der Positivität anzapft, dann kann wohl selbst der größte Nihilist und Schwarzmaler kaum widerstehen, so zart und verletzlich tönt all das, so langsam schwillt all das bis zum Crescendo an, während LaMarca seine Hoffnungen, sein Versagen und seinen Wunsch, es besser zu machen und besser zu sein, offen und nackt über die in Vinyl gepressten Rillen legt, so dass alle es hören mögen. Wenn die Kick-Drum einsetzt, sollte sich selbst der erbärmlichste Zyniker von der Mitsing-Coda des Albums gefangen nehmen lassen, bei der LaMarca nun von mehr Stimmen, einer vollen Band, unterstützt wird und Beschwörungen von Liebe und Verständnis in die oft genug kalte, irre Welt da draußen hinaus singt. Und eine zwar so einige Welten entfernt von Easy Listening platzierte Platte mit Noten voller Freude abschließt, die einem durch Mark und Bein fließen.

Die Welt, sie braucht mehr Platten wie diese, mehr Künstler wie Anthony „The Building“ LaMarca – mutig, intuitiv und bereit, sich für ihre Kunst aufzureiben, nackt zu machen, um auf dem Weg dorthin allen, die zuhören, einige hart erarbeitete Weisheiten zu vermitteln. Und obwohl „PETRA“ seit ihrem Erscheinen vor etwa eineinhalb Jahren keineswegs die Aufmerksamkeit zuteil wurde, die es verdient hätte, kann LaMarca stolz auf sich sein. Denn: er lebt. Und hat mit diesem Album ein wirklich außergewöhnliches Werk geschaffen, welches nun gut und gern weitere Leben retten kann.

Rock and Roll.

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