Archiv der Kategorie: Zeitgeist

Song des Tages: Talitha Ferri – „Tribute To Her“ (Live Session)


76616471_2609726932415960_7982569720345788416_n

Foto: Facebook

Dieser Tage landete ein „Gesponsert“-Link in meiner Facebook-Timeline, von dessen Güteklasse in Zukunft gern mehr ebenda auftauchen dürfen: eine Live-Session des Songs „Tribute To Her“ aus der Feder von Talitha Ferri.

Talitha…who?

Eben. Sagte auch mir: nichts.

Und auch eine kurze Recherche bei Google und Co. verstärke recht schnell den „Newcomer“-Verdacht. Talitha Ferri ist eine dänische Singer/Songwriterin mit US-Wurzeln, die bereits seit einiger Zeit ihre kreativen Zelte in Kopenhagen aufgeschlagen hat. Von der seit eh und je ebenso sauteuren wie hippen dänischen Hauptstadt aus kombiniert sie (fast schon) klassischen Indie-Folk mit Stilmitteln aus Rock’n’Pop sowie fragilen Melodien und recht offenherzigen Texten, die den geneigten Hörer mit ihrer rohen und beschwörenden Art schonmal direkt ins singende, klingende Herz treffen können – wie eben „Tribute To Her“, einer Hymne an das Weibliche, das wunderschön Unperfekte, die für gut fünf Minuten fast schon himmlische Brückenschläge von Emilíana Torrini über Tim Buckley und Lisa Hannigan bis hin zum selig-großen Leonard Cohen wagt. Recht phantastisch, und leider bereits der einzige Solo-Song der (noch und mit gerade einmal knapp 500 Facebook-Likes dekorierten) unbekannten Nachwuchs-Musikern der sich – insofern ich nicht schlampig gesucht habe (in diesen Fall würde ich mich natürlich über einen Kommentar und digitalen Fingerzeig freuen) –  aktuell im weltweiten Netz auftreiben lässt…

(Übrigens, wem es denn auf Teufelkommraus nach einem akustischen Nachschlag gelüstet: Bei der Live-Session von „Tribute To Her“ spielen auch Joseph „Joe“ Willem Ricci, Janus Jakobsen, Jamie Metcalfe an Gitarre, Bass und Violine mit, die gemeinsam mit Ferri auch im ebenfalls relativ frischen Alt.Folk-Band-Projekt Anima & Ennui musizieren, deren Debüt-Single „Nothing Better“ im vergangenen April erschien. Gute Nachricht an dieser Stelle: Das gemeinsame Debütwerk „An & En“ ist für dieses Jahr versprochen!)

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Sunday Listen: Austin James Craig – „Ghosts Of Ohio“


72689350_2588666914505200_593602112810647552_o

Foto: Facebook

Manchmal scheint ein Musiker derart unbekannt (oder zumindest potentiell desinteressiert dem digital-viralen Internetz-Leben gegenüber) zu sein, dass selbst die hartnäckigste Google-Suche wenig Informatives ausspuckt…

So etwa im Fall von Austin James Craig. Schnell hat man zwar in Erfahrung gebracht, dass der Newcomer aus Akron im Nordosten des US-Bundesstaats Ohio mit aktuell knapp unter 700 Facebook-Likes durchaus ausbaufähiges Potential in Sachen Hörerschaft besitzt. Dass Craigs Debütalbum „Ghosts Of Ohio“ im Oktober 2019 erschien (und via Bandcamp nicht nur im Stream, sondern auch als „name your price“ zu finden ist). Anderswo ist zwar zu lesen, dass ebenjenem Werk „vor einigen Jahren“ bereits eine EP vorausging, diese wiederum findet nicht einmal vonseiten des Künstlers selbst Erwähnung…

GoO.jpg

Der Qualität der Songs von „Ghosts Of Ohio“ selbst tut all die Abwesenheit von Hintergrundinfos natürlich keinen Abbruch, schließlich bewegen sich die sieben Stücke stilistisch irgendwo im Spannungsfeld von Singer/Songwritertum, elegischem Alt.Country und wehmütiger Americana – alles musikalische Fächer, die einem Native aus der „Rubber Capital of the World“ (aus der übrigens auch eine Band namens The Black Keys stammt) durchaus liegen dürften. Da kommen einem die frühen Werke eines Noah Gundersen ebenso in den Sinn wie Bruce Springsteens reduziert-düstere Trilogie aus „Nebraska“, „The Ghost Of Tom Joad“ und „Devils & Dust“ (dazu passt wiederum, dass Craig kürzlich eine Coverversion des Boss-Evergreens „Atlantic City“ auf den einschlägigen Streaming-Plattformen online brachte).

Songs, die irgendwie den good ole All-American-Zeitgeist der Sixties atmen (was wiederum von den Artworks der einzelnen Stücke auf YouTube stilistisch ergänzt wird), andererseits jedoch inmitten ihrer Melancholie auch zeitlos klingen… Genre-Freunde sollten bei Austin James Craig durchaus ein Ohr riskieren!

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kalendersprüche fürs Radio…


81800770_10214951893541085_1288639988669349888_o.jpg

(gefunden bei Facebook / Cartoon: Oli Hilbring)

 

Mark Forster? Ganz, ganz schlimm. Schema-F-Musik ohne jeden tieferen Sinn und bar jeder wertvollen Botschaft. Der Ton gewordene Ausschaltbefehl von einem grundunsympathischen Dauergrinsehansel mit Basecap. Ich hätte denn lieber nur den Sprüchekalender…

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , ,

Zitat des Tages


82382633_10156935719056365_8698765262234583040_o copy copy

(gefunden bei Facebook)

 

(Udo Jürgens Bockelmann, 1934-2014, Komponist, Pianist und Sänger hauptsächlich deutschsprachiger, aber auch englischsprachiger Lieder)

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Lola Marsh – „What Am I“


lola-marsh-by-michael-topyol

Foto: Promo / Michael Topyol

Lola Marsh mögen (noch) keinen großen Namen im Musikgeschäft innehaben, bei eingeweihten trendbewussten Indie-Connaisseuren jedoch steht das Duo bereits seit einiger Zeit für durchaus gefällige Pophits, warme Harmonien und smarte Texte.

Die aus dem israelischen Tel Aviv stammende Band wurde 2013 von Gil Landau (Gitarren, Keyboards) und Yael Shoshana Cohen (Gesang) gegründet, nachdem die weibliche Hälfte (Cohen) der männlichen (Landau) bei dessen Geburtstagsfeier spontan anbot, den Gesangspart bei einigen Folkstücken zu übernehmen – sofort war klar, dass die beiden gemeinsam musizieren sollten. Gefühlt? Getan! Zusammen mit ihrer fünfköpfigen Begleitband machten Lola Marsh bald darauf beim Primavera Sound Festival 2014 zum ersten Mal in größerem Stil auf sich aufmerksam. Es folgten weitere Festivalauftritte, wie beim Exit und Pukkelpop, sowie eine ausgedehnte Europatournee. Die 2016 veröffentlichte „You’re Mine EP“ sowie das ein Jahr darauf erschienene Debütalbum “Remember Roses” wurden mit ihrem gekonnt zwischen Lana Del Rey, Angus & Julia Stone, BOY, Feist oder Cocoon changierendem Indiefolkpop allerorts wohlwollend aufgenommen, die Single “Wishing Girl” mit ihrem Mumford-Beat und Of Monsters And Men-Gitarrenballaden-Momenten etwa mauserte sich zum Europa-weiten Fanfavoriten und kletterte in Deutschland bis in die Top 40 der Airplay Charts. Auch international wurde man schnell auf Lola Marsh aufmerksam: So kamen mehr als 40 Millionen Streams und der ein oder andere Einsatz in bekannten US-Serien zusammen  –  zum Beispiel beim „Breaking Bad“-Ableger “Better Call Saul” (mit einer Coverversion von „Something Stupid“).

0602508526930Nun meldet sich Tel Avivs eventuell coolster Pop-Export mit einem neuen Album zurück: „Someday Tomorrow Maybe“ erscheint am 24. Januar. Nach den bereits sehr in Richtung Radio-Pop schielenden Vorab-Singles „Echoes“ und „Only For A Moment“ schieben Gil Landau und Yael Shoshana Cohen, über die in einem Kommentar bei YouTube recht treffend zu lesen war, sie „sähe aus wie Penelope Cruz und singe wie Lana Del Rey“, mit „What Am I“ einen weiteren Song als Vorgeschmack ihres zweites Albumstreiches nach.

Dieser erinnert mit seinem dezenten, wundervollen Arrangement an die Folk-Kleinode eines Sufjan Stevens (oder eben an die frühen Stücke des – zumindest bis 2011 – ganz ähnlich tönenden französischen Duos Cocoon) und tänzelt gerade im letzten Drittel herrlich verträumt in den hoffentlich baldigst nahenden Frühling. Kaum weniger berührend, euphorisch und hypnotisierend zeigt das dazugehörige, von Sängerin Yael produzierte Musikvideo Aufnahmen von den weltweiten Tourneen der Band in den letzten vier Jahren, die alle auf die warme Melodie des Songs abgestimmt sind.

 

„‚What Am I‘ is one of the first songs we wrote, way back in 2011 when Lola Marsh was just getting started. Over the years we have collected precious, behind the scenes moments, from our life on tour. Yaeli edited this lyric video using short clips we all took with our phones, trying to freeze moments in time.“

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Zitat des Tages


82148823_2949548868390035_247223299719823360_o.jpg

(gefunden bei Facebook)

 

„Ich hab‘ geträumt, der Krieg wäre vorbei. Du warst hier, und wir waren frei…“ (aus Ton Steine Scherbens Evergreen „Der Traum ist aus„)

 

Heute wäre der große Rio Reiser, der 1996 viel, viel zu früh verstarb, 70 Jahre alt geworden. Und bleibt natürlich nicht nur an diesem Januartag, und wegen Zeilen wie diesen: unvergessen. (Nicht ohne Grund halten Künstler wie Seligs Jan Plewka – seines Zeichens Deutschlands wohl würdigster Reiser-Erbe – oder unlängst Frederick Lau das anno 1972 auf dem Scherben-Standardwerk „Keine Macht für Niemand“ erschienene Stück mit jeder Menge Herzblut und Überzeugung im Hier und Jetzt. Nicht ohne Grund wird etwa auf laut.de aus heutigem gegebenem Anlass an einen der prägendsten und einflussreichsten deutschsprachigen Musiker erinnert. Nicht ohne Grund findet man etwa hier beim „Weser Kurier“ eine ausführliche Würdigung der zeitlebens zwar keineswegs widerspruchsfreien, jedoch stets aufrecht linken Ton Steine Scherben-Stimme. Und auch wenn man sich das Gesamtwerk von Ralph Christian „Rio Reiser“ Möbius durchaus erarbeiten muss – ich schreibe da aus Erfahrung -, so fehlt einer wie er in der bundesdeutschen Musik- und Kulturlandschaft noch heute…)

 

 

„Ich hab‘ geträumt, der Winter wär vorbei
Du warst hier und wir waren frei
Und die Morgensonne schien
Es gab keine Angst und nichts zu verlier’n
Es war Friede bei den Menschen und unter den Tier’n
Das war das Paradies

Der Traum ist aus
Der Traum ist aus
Aber ich werde alles geben, daß er Wirklichkeit wird

Ich hab‘ geträumt, der Krieg wär vorbei
Du warst hier, und wir waren frei
Und die Morgensonnen schien
Alle Türen waren offen, die Gefängnisse war’n leer
Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr
Das war das Paradies

Gibt es ein Land auf der Erde
Wo dieser Traum Wirklichkeit ist?
Ich weiß es wirklich nicht
Ich weiß nur eins und da bin ich mir sicher:
Dieses Land ist es nicht
Dieses Land ist es nicht

Der Traum ist ein Traum zu dieser Zeit
Doch nicht mehr lange, mach dich bereit
Für den Kampf um’s Paradies
Wir hab’n nichts zu verlier’n außer unser Angst
Es ist uns’re Zukunft, unser Land
Gib‘ mir deine Liebe, gib‘ mir deine Hand“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: