Archiv der Kategorie: TV

Hedonismus unter Gartenzwergen – Der etwas andere Weihnachtswerbespot


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Dem Elektro-Discounter mit den zwei roten M’s wird die Ehre zuteil, als erstes Unternehmen mit saufenden und kopulierenden Gartenzwergen zu werben. Aber das ist noch nicht alles. Der neue Weihnachtsspot von Media Markt, welcher parallel zu Internet und TV auch aktuell in etwa 5.000 bundesdeutschen Kinosälen läuft, positioniert sich als Antischmonzette in einem Werbeumfeld, in dem die Konkurrenz alljährlich versucht, dem willig konsumierenden Zuschauer die Tränendrüsen windelweich zu prügeln. Was passt also besser zum Kampagnen-Slogan “Hauptsache ihr habt Spaß” als pimpernde Gartenzwerge auf einer eskalierenden Haus-Party, an deren Ende auch noch die Muschi rasiert wird? Rock and Roll, Baby! Extrapunkte gibt’s für die Abwesenheit leuchtender Kinderaugen…

 

 

Schön, dass offenbar auch an Outtakes gedacht wurde:

 

Rock and Roll.

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„My Chancellorette“ – Tracey Ullman parodiert Angela Merkel


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Sicher, „wir“ mögen der amtierende Fussball-Weltmeister, mittlerweile wieder Export-Weltmeister und irgendwann einmal Pabst gewesen sein. Für unseren schallenden Humor sind „wir Deutsche“ allerdings nicht sonderlich berühmt. Mal ehrlich: Mario Barth, Atze Schröder, Cindy aus Marzahn, Carolin Kebekus, Bülent Ceylan, Olaf Schubert, Dieter Nuhr, Michael Mittermeier, Kaya Yanar? Euer Ernst? (Und vergebt mir, wenn ich da eure marginalen Favoriten nicht mit hinein geschmuggelt habe, das Lachen habe ich selbst mir bei meinen Landsleuten weitestgehend abgewöhnt.) Da wünscht man sich fast schon die seligen Zeiten zurück, als bei Altvorderen wie Loriot, Otto Waalkes, Hape Kerkeling, Mike Krüger oder Helge Schneider noch über Unschuldig-witziges gegrinst werden durfte. Geben wir’s zu: Wenn es um distinguierten, pointierten Humor mit Tiefgang geht, ist Deutschland längst drittklassig…

Wer auf dieser Seite des Atlantiks Besseres zur Lachmuskelmassage sucht (und ein wenig Fremdsprache nicht scheut), wird längst in Großbritannien – und da vor allem bei der altehrwürdigen BBC – fündig. „Mr. Bean„? Klar, ein sicherer Klassiker – quasi Londons Antwort auf Otto Waalkes. „The Office“ – die originale Steilvorlage für das, was wir Deutsche weniger später mit „Stromberg“ zweitverwertet haben (und das – auch dank Christoph Maria Herbst – zugegebenermaßen gar nicht mal sooo übel). „Little Britain“ – trotz seiner leider nur drei Staffeln immer noch genial.

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Aktuell dürfte Tracey Ullman wohl die beste und lustigste Comedy-Waffe sein, die die BBC zu bieten hat. Eine Newcomerin ist sie jedoch keineswegs, schließlich weist ihre Vita in den Achtzigern den ein oder anderen Erfolg als Sängerin auf (etwa mit den Songs „They Don’t Know About Us„, „Move Over Darling“ oder „Breakaway„), bevor sie ihrem späteren Ehemann, dem Produzenten Allan McKeown, in die USA folgte und dort mit der „Tracey Ullman Show“ und ihrem zweiten – und noch weitaus erfolgreicheren – Standbein, der Comedy, für Furore sorgte (und dafür etwa 1988 mit einem Golden Globe Award, mehrfachen Emmy- sowie American Comedy Award-Auszeichungen belohnt wurde).

Und mit ebenjener „Tracey Ullman Show“ (beziehungsweise, leicht abgewandelt in „Tracey Ullman’s Show“ und „Tracey Breaks the News“) ist Ullman nun seit 2016 – und nach 30 Jahren Abstinenz – wieder zurück bei der BBC. Darin verkörpert die mittlerweile 57-Jährige unter anderem Prominente wie Judi DenchCamilla Parker-Bowles oder Renée Zellweger und nimmt diese herrlich pointiert aufs Korn.

Ihre Paraderolle hat Tracey Ullman jedoch auf der anderen Seite des Ärmelkanals und im piefig-deutschen Bundeskanzleramt gefunden. Denn wie die Engländerin – im beigefarbenen Jackett und mit nahezu identischer Mimik – Angela Merkel nachahmt und zu Comedyzwecken noch ruppig-deutsches Verhalten und Seitenhiebe auf politische Weggefährten hinzufügt, sucht aktuell seinesgleichen. Stets begleitet von ihrer Assistentin Birgit (oder „Börgit“), welche das deutsche Regierungsoberhaupt immerzu mit „my Chancellorette“, „Angela, you are a true total hottie Frau“ oder „She is the white Beyoncé“ umschmeichelt, geraten Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Skype-Meetings mit US-Präsident Donald Trump oder Scharmützel mit ihrer schottischen Möchtegern-Doppelgängerin zu echten Attacken auf die Lachmuskeln. Selbst – oder gerade – für uns Sauerkrauts

(Wer mehr über Tracey Ullman wissen mag, dem sei dieser Artikel der „Welt“ aus dem vergangenen Jahr empfohlen.)

 

 

Rock and Roll.

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Elterliche Verarsche mit Auftrag – Bühne frei für „Hey, Jimmy Kimmel! I told my kids I ate all their Halloween candy“


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Auch wenn US-Entertainer Jimmy Kimmel seine Show „Jimmy Kimmel Live!“ aus familiären Gründen aktuell nicht selbst moderieren kann (und unter anderem von Typen wie Foo Fighters-Fronter Dave Grohl, welcher sich wiederum als David Letterman verkleidete, vertreten wird), so ist es doch seit einigen Jahren – anlässlich von Halloween – Show-Tradition, dass Kimmel Eltern dazu aufruft, ihren Kindern in seinem Auftrag einen *hust* milden Schock zu versetzen. Wie? Nun, ganz einfach: Die Scheusale, die sich da Eltern schimpfen, machen ihrem Nachwuchs weis, sie hätten all die Süßigkeiten, die diese noch am Vorabend mühsam per „Trick or treat!“-Klingelputzen gesammelt haben, über Nacht verputzt. Die kindlichen Reaktionen auf diese unerwarteten Nachrichten sind jedes Mal pures Netzgold wert…

 

Bühne frei für „Hey, Jimmy Kimmel! I told my kids I ate all their Halloween candy“

 

In den letzten Jahren sah das übrigens so aus:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Foo Fighters – „The Pretender“ (live at the Acropolis)


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Dass die Foo Fighters – allen doch recht mauen Studioalben der letzten Jahre zum Trotz (zuletzt erschien im September das mittlerweile neunte Studiowerk „Concrete And Gold„) – noch immer eine der besten Live-Bands des Planeten sind, dürfte außer Frage stehen.

Für die Serie „Landmarks Live In Concert„, die Superstars zeigt, die in und an historischen Monumenten Konzerte geben, hat die Band um Rampensau Dave Grohl im vergangenen Juli im griechischen Athen einen Auftritt vor der altehrwürdigen Akropolis gespielt. Mit dem Video zu „The Pretender“ (vom 2007er Album „Echoes, Silence, Patience & Grace„) gibt es jetzt einen ersten Appetithappen.

Die mittlerweile zum Evergreen mutierte Rock-Hymne der US-Band bekommt beim Konzert vor der über 2.500 Jahre alten Akropolis ab Minute 2:38 einen – vielleicht improvisierten – Rock’n’Roll-Mittelteil spendiert – inklusive einem Solo von Gitarrist Chris Shiflett. Am Ende erreicht der eigentlich knapp viereinhalb Minuten lange Song so fast die doppelte Länge…

Dave Grohl selbst kommentierte den Auftritt vor ungewöhnlicher Kulisse wie folgt: „Wir haben ein paar verrückte Sachen in den vergangenen zwanzig Jahren gemacht, aber ich glaube, das hier könnte das Verrückteste sein, was die Foo Fighters je mit veranstaltet haben.“ Ähnlich äußerte sich auch Produzent und Regisseur Daniel E Catulla III: „Logistisch war das die größte Unternehmung und Produktion, die ich je gestemmt habe. Es hat fast ein Jahr an Planung gedauert, hunderte Crewmitglieder beansprucht, musste mit der griechischen Regierung koordiniert werden – und mit der Band natürlich.“

Am 10. November soll das ganze Konzert der Foo Fighters beziehungsweise die ganze Episode aus der Doku-Serie „Landmarks Live In Concert“, welche von Red Hot Chili Peppers-Schlagzeuger Chad Smith präsentiert wird, beim Sender PBS ausgestrahlt werden.

 

 

 

Rock and Roll.

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„Blyats“ – Die russische Variante des „Friends“-Intros


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Etwas sinnfreier Klamauk für Zwischendurch gefällig? Wie wäre es dann mit der russischen Variante des „Friends“-Intros?

Obwohl die US-Comedy-Serie bereits 2004 – nach immerhin knapp zehn Jahren und 236 Folgen – zu Ende gegangen ist, erfreut sich die Sitcom auch 2017 noch großer Beliebtheit. Und wer auch immer auf die Idee gekommen sein mag, ein paar Aufnahmen von einer Truppe russischer Vorstadtsäufer, welche ihrerseits wiederum wirken wie die Wladiwostoker Plattenbau-Version der „New Kids“, mit der Optik und dem Song des US-Originals auszustatten – Chapeau für diese kurzzeitige humoristische Einlage!

Obwohl man sich bei all der befremdlich-homoerotischen Energie, die Oleg, Dimitrij, Artjem, Kostja, Kolja, Wadik und Konsorten ausstrahlen, schon fragt, wer hier die Rolle von Ross, und wer die Rolle der Rachel übernehmen sollte…

 

 

Rock and Roll.

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„Soul Of America“ – Charles Bradley ist tot.


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„It took 62 years for somebody to find me, but I thank God. Some people never get found…“

Der Mann war mit einer der größten Soul-Stimmen unserer Zeit gesegnet, und um ein Haar hätte kaum jemand Notiz davon genommen. Doch das Schicksal, sein Schicksal, wollte es am Ende anders…

„I didn’t know who James Brown really was but I wanted to go see. When they called James Brown on stage, I’ll never forget they had this purple light and yellow light – my two favorite colors. And when they introduced him, he came flying on the stage on one leg and I said, What in the hell is this?“

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Viele Jahre lang spielte der 1948 in Gainesville, Florida geborene Charles Bradley nur im Hintergrund, arbeitete vor seiner zwar späten, jedoch absolut verdienten Musikkarriere als Küchenchef in einer Psychiatrie. Unter dem Namen „Black Velvet“ spielte der Mann, dem der große James Brown als offensichtliches Idol diente, lange Zeit in einer – Sie ahnen es bereits – James-Brown-Tribute-Show in Brooklyn mit. Dort wurde Bradley vom Retro-Soul-Label Daptone Records entdeckt, konnte schließlich 2002 seine erste Single „Take It As It Come“ und einige Zeit später, im Jahr 2011, sein gefeiertes Debütalbum „No Time For Dreaming“ veröffentlichen. Selbiges erlaubte dem Sänger, auf ausgedehnte Tournee zu gehen. Der Film „Charles Bradley: Soul Of America“ (2012, von ANEWFRIEND bereits hier vorgestellt) dokumentiert die wundersame Geschichte Bradleys sowie dessen erste große Konzertreihe und machte ihn endgültig berühmt.

In den Jahren darauf brachte Charles Bradley, dem durch dessen energetische, inbrünstige Performances der Beiname „Screaming Eagle of Soul“ verliehen wurde, mit seiner Begleittruppe, der Menahan Street Band, die ebenfalls von Kritikern wie vom Publikum gefeierten Nachfolgealben „Victim Of Love“ (2013) und „Changes“ (2016) auf den Markt und spielte auch Konzerte in Europa, wie etwa beim Roskilde Festival in Dänemark, dem Jazz Fest Wien oder dem Cactus Festival im belgischen Brügge im vergangenen Jahr (wo ich ihn live erleben durfte).

Im September hatte der Musiker alle  angesetzten Konzerte seiner Tour gestrichen, als bei ihm Krebs in der Leber nachgewiesen wurde. Zuvor hatte er erfolgreich eine Magenkrebserkrankung überstanden, fühlte sich aber in den letzten Monaten äußerst schwach. „Ich liebe euch alle, ihr habt meine Träume wahr werden lassen“, teilte Bradley damals seinen Fans mit und gab sich optimistisch, was seine Genesung angeht. „Wenn ich wieder da bin, dann werde ich wieder stark sein, mit Gottes Liebe. Wenn Gott es will, kehre ich bald wieder zurück.“

Dieser Wunsch sollte sich jedoch leider nicht erfüllen. Charles Bradley starb heute im Alter von 68 Jahren im New Yorker Stadtteil Brooklyn im Kreise seiner Familie und Freunde sowie einiger Musiker, mit denen er in den letzten Jahren zusammengearbeitet hatte, und wird fortan, gemeinsam mit seinem großen Idol, dem „Godfather of Soul“ James Brown, die Wände im Soul-Himmel erbeben lassen.

Mehr Seele in den Soul legen konnte keiner – und das ist das wohl größte Kompliment, dass man einem beinahe übersehenen Talent wie ihm machen durfte…

Mach’s gut, Mr. Charles Bradley.

 

 

 

 

Rock and Roll.

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