Archiv der Kategorie: Stream

„Liebe Musikindustrie“ – ein „Poetry Slam“-Kommentar gegen Sommerhits


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„Das ist Björn. Björn ist sehr wütend. Denn es gibt Sommerhits. Und Musikindustrie. Und sein Bart schreit beides zusammen.“

Wem die ewig gleiche, beinahe zwanghaft sinnentleerte Suche nach dem „Sommerhit des Jahres“ – also nach all den „Despacitos“, „Ketchup Songs“, „Macarenas“ und Konsorten – ebenso auf die Nerven geht, für den ist dieser gesprochene Kommentar des gebürtigen Aachener Autoren, Musikers und Moderators Björn Gögge pures „Poetry Slam“-Gold. Denn mit seinen verbalen Schüssen gegen die Musikindustrie und „Radio-Hörer“ hat der Mann vor allem eines: recht.

 

 

Auch toll: dieser Einwurf, welcher ein thematisch ganz ähnlich gelagertes Terrain ins spöttische Visum nimmt…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: William Fitzsimmons – Learning To Fly“


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Unser aller ehemalige Lieblingsrauschebarttroubadour William Fitzsimmons (Spoiler Alert: Der Mann hat’s tatsächlich getan – ein guter Teil des Bartes ist aktuell ab!) zollt – aus traurigen Gründen – einem seiner musikalischen Helden Tribut und covert auf unnachahmliche Weise den Tom-Petty-Klassiker „Learning To Fly“. Muss man mehr sagen (oder eben: schreiben)? Nope.

Und wenn’s schon mehr Worte sein sollen, dann hat Mr. Fitzsimmons Folgendes zu seiner Coverversionen mitzuteilen:

“Tom Petty was a hero of mine. I don’t remember the first time I heard his voice or the unmistakable melodies he’s been making for decades and decades. But I do know that there has never been an artist like him before and probably won’t ever be again. He’s not the best singer I’ve ever heard, far from it. He has a relatively simple delivery: there’s no affectation or pretense. He sings the words and you believe what he says. His songs are not exercises in size or production or glamour. They are concise, potent, and inviting. And yet in those short, sweet, sometimes hard songs, I’ve found so much of myself, my own thoughts and insecurities, my own disappointments and desires. I think that’s what great art is supposed to be: a window through which you can see more of yourself and other people as you and they really are. I think it might be a stretch to some people to compare what Tom did to what George Seurat, Van Gogh, or Claude Monet did, but to me, it’s the same. I will miss knowing that he’s out there writing songs that will help me and others find a little bit of truth.

I’ve been covering Tom Petty songs ever since I learned how to play guitar. There’s not much greater joy than hearing the opening chords to “Free Falling” played on an acoustic guitar. I chose to cover ‚Learning To Fly‘ after hearing the awful news of Tom’s death because I wanted a way to say ‚thank you‘ to him, some small way, for all that he’s given to me.”

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sean Christopher – „Paper Plane Pilot“


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Dass das Thema „Flüchtlingskrise“ nicht immer so ernst wie etwa im Song und Video zu M.I.A.s „Borders“ oder so auf Teufel-komm-raus referenziell ironisch wie bei der Fatoni & Dexter-Kollabo „32 Grad“ angepackt werden muss, beweist der aus der kleinen italienischen 2.600-Seelen-Gemeinde Villanova D’Albenga stammende Singer/Songwriter Sean Christopher mit dem Song „Paper Plane Pilot“ sowie dem dazugehörigen Musikvideo.

Der mittlerweile im englischen Bristol lebende Newcomer schrieb das Stück, nachdem er einen Freund in Südfrankreich besuchte. Laut Christopher geht es in „Paper Plane Pilot” – der Song ist nach den bereits 2013 erschienenen „Everything“ und „Wasteland„, welche im positivsten Sinne an Coldplay zu „Parachutes“-Zeiten erinnern, eines der ersten musikalischen Lebenszeichen des Musikers – darum, sich frei zu fühlen, ohne sich jederzeit der rasanten Umgebung bewusst zu sein, in der wir gerade leben, sowie um eine gewisse Nostalgie hinsichtlich der Weltanschauung eines Kindes.

Und genau darum geht es auch im dazugehörigen Musikvideo, welches das wohl aktuell „schönste” Musikvideo über die Flüchtlingskrise ist (wenn man das so ausdrücken darf). Liebevoll gestaltet, befasst sich der dreieinhalbminütige Clip mit der Flüchtlingsthematik und dem Freiheitsgedanken aus der Sicht eines Kindes, ohne jedoch kitschig zu werden.

Das Musikvideo zeigt einen Jungen aus Pappmaché, der in einem Flüchtlingscamp lebt (welches freilich durch ein von Erwachsenen erdachtes Konzept begrenzt ist). Freiheit findet er, zwischen all diesen Zäunen, nur in seiner Fantasie und Offenheit für die Welt. Also versucht der Junge, mit seinem Papierflugzeug dem Alltag zu entfliehen – bis er schließlich mit einem anderen Kind am Meer spielen kann. Sean Christopher„I see ‚Paper Plane Pilot‘ as an ode to youth. What connects us as human beings, is our imagination. Children seem to understand that better than we do. Let’s tell the story of a child who lives in a refugee camp, limited by a concept of grown ups, finding freedom in his imagination and openness to the world”.

 

Hier gibt es das Musikvideo zu „Paper Plane Pilot“ zu sehen…

 

…sowie den Song noch einmal in einer Live-Session-Variante:

 

Rock and Roll.

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„Blyats“ – Die russische Variante des „Friends“-Intros


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Etwas sinnfreier Klamauk für Zwischendurch gefällig? Wie wäre es dann mit der russischen Variante des „Friends“-Intros?

Obwohl die US-Comedy-Serie bereits 2004 – nach immerhin knapp zehn Jahren und 236 Folgen – zu Ende gegangen ist, erfreut sich die Sitcom auch 2017 noch großer Beliebtheit. Und wer auch immer auf die Idee gekommen sein mag, ein paar Aufnahmen von einer Truppe russischer Vorstadtsäufer, welche ihrerseits wiederum wirken wie die Wladiwostoker Plattenbau-Version der „New Kids“, mit der Optik und dem Song des US-Originals auszustatten – Chapeau für diese kurzzeitige humoristische Einlage!

Obwohl man sich bei all der befremdlich-homoerotischen Energie, die Oleg, Dimitrij, Artjem, Kostja, Kolja, Wadik und Konsorten ausstrahlen, schon fragt, wer hier die Rolle von Ross, und wer die Rolle der Rachel übernehmen sollte…

 

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Kye Alfred Hillig – „Fossil“


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Bereits seit 2014, als der aus dem US-amerikanischen Tacoma, Washington stammende Singer/Songwriter Kye Alfred Hillig gerade sein viertes Album „The Buddhist“ veröffentlicht hatte, befindet sich ebenjener Musiker „Auf dem Radar“ von ANEWFRIEND. Mindestens genauso lang interessiert sich – bis heute lediglich 705 Facebook-Likes sprechen Bände – leider scheinbar kein Schwein für Hilligs nicht selten richtig tolle Songs…

Dabei bieten die Solo-Alben, die der Singer/Songwriter seit 2012 mit schöner Regelmäßigkeit in die (digitale) Musikwelt entlässt, Einiges und sollten mit ihrer Americana-lastigen Schwermut, der auch Größen wie Damien Jurado, Josh Ritter, Mark Kozelek (Ex-Red House Painters, Sun Kil Moon, solo) oder der intime „Ghost Of Tom Joad“-Springsteen nicht eben fern stehen, durchaus ein größeres Publikum finden.

Nach dem im Februar 2016 erschienen „Great Falls Memorial Interchange“ hat Kye Alfred Hillig heute Album Nummer sechs, „Fossil“, via Bandcamp als erneut kostenfreien (!)  Download veröffentlicht. In den darauf enthaltenen zehn neuen Stücken wirft Hillig erneut Blicke tief in die Risse des Lebens, und bringt Geschichten aus ihnen mit. Ganz klar: Ein Singer/Songwriter wie Kye Alfred Hillig hätte – gerade bei Alben, in die der Musiker eine Menge Herzblut steckt, nur um sie dann für lau ins weltweite Netz zu stellen – ein größeres Publikum verdient.

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Kye Alfred Hillig über das neue Album „Fossil“:

„This record was the most challenging album I’ve made so far, and there were moments that I thought it might not see the light of day. The process was completely backwards from any way I’ve worked previously, and the result feels something like a dream to me. There’s a lot of pain in the world right now and with this album I’ve tried to speak to that in my own way. The record is free to stream and download. I just want to say thanks to all of you for your love and support. Xo“

 

 

 

Rock and Roll.

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Die „Lady Gaga des Poetry Slam“ – Julia Engelmanns „Grapefruit“


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Die bundesdeutsche „Poetry Slam„-Szene wirkt mittlerweile – YouTube, Facebook und Co. sei Dank – derart unüberschaubar, dass man wohl Wochen bräuchte, um jedem „Slammer“ respektive jeder „Slammerin“ die gewünschte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Und: Klar, manch einen Vortrag hätte man sich – Geschmacksache, Geschmacksache! – im Nachhinein sparen können…

Dennoch stechen manche Wortakrobaten/-innen auch aus dieser Masse ohne Zahl heraus. Julia Engelmann etwa. Die 25-jährige Norddeutsche wurde Anfang 2014 durch das virale Teilen einer Aufzeichnung ihres Auftritts beim „5. Bielefelder Hörsaalslam“ vom 7. Mai 2013 bekannt, in welchem sie inhaltlich zu einem bewussten Nutzen der Zeit aufruft (Sie wissen schon – „Carpe Diem“ etc. pp.) und hat sich seitdem durch weitere fleißige Auftritte auf Poetry-Slam-Bühnen, aber auch in etlichen Talkshows, zu so etwas wie der „Lady Gaga der Poetry-Slam-Szene“ entwickelt.

Will heißen, dass die multitalentierte Bremerin, die zwischen 2010 und 2012 auch in der RTL-Soap „Alles was zählt“ mitspielte, mittlerweile drei Buchveröffentlichungen (der letzte Textband „Jetzt, Baby“ erschien 2016) sowie neuerdings auch einen Plattenvertrag vorzuweisen hat (da wiederum erscheint das Debütalbum „Poesiealbum-sic!- im November).

Und natürlich mag man – und hier wird deutlich, dass der Vergleich mit Stefani Joanne Angelina „Gaga“ Germanotta durchaus nicht unpassend gewählt ist – Julia Engelmann auch nervig, altklug oder in gestelzten Metren daher poesierend finden. Darf denken, dass man etwas, was bereits 10 Millionen Klicks zum „Slam-Hit“ befördert haben (der oben erwähnte Auftritt beim „Bielefelder Hörsaalslam“, welcher gedanklich auf dem One-Hit-Wonder „One Day / Reckoning“ fußt), nicht auch noch selbst gut finden muss. Nope, muss man nicht.

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Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Julia Engelmanns Textgedanken in einigen Momenten das Herz berühren können. „Grapefruit“ etwa, welches die selbstberufene „Vollzeitpoetin“ selbst wie folgt beschreibt:

„Letztes Jahr habe ich auf einer WG-Party einem traurigen Menschen gegenüber gesessen und wusste nicht, was ich sagen sollte – obwohl ich so gerne geholfen hätte. Für diesen Menschen hab ich am nächsten Tag ‚Grapefruit‘ geschrieben. Ich hab beim Schreiben vor mich hingesungen und so ist ein ‚Lied-Gedicht‘ daraus geworden.“

Und obwohl ich auch hier nicht eben jeden Gedanken zu einhundert Prozent unterschreiben würde (nicht jeder traurige oder depressive Mensch ist zwangsläufig ein Fall für den Psychologen, Herzchen!), steckt sehr viel Wahrhaftiges und Gutes in diesen fünf „Lied-Gedicht“-Minuten von „Grapefruit“, welche man so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommt…

 

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Wer mehr wissen mag, dem sei Julia Engelmanns Aufritt in der „NDR Talkshow“ vom August 2017 empfohlen, bei dem sie auch „Grapefruit“ zum Besten gibt (und für sichtbare Rührung bei den anderen Gästen sorgt):

 

Rock and Roll.

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