Archiv der Kategorie: Musikvideo

Trauriger Harlekin mit Engelsstimme – Puddles The Clown covert sich durch die Musikgeschichte


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„Ein Clown ist ein Artist, dessen primäre Kunst es ist, Menschen zum Lachen zu bringen“, heißt es bei Wikipedia. Der unter anderem durch die US-Fernsehshow „America’s Got Talent“ bekannt gewordene Clown Puddles ist augenscheinlich jedoch alles andere als fröhlich: In dem Format „Puddles Pity Party“ veröffentlicht der traurige Clown Coverversionen vieler bekannter Songs wie „Hurt“ (Nine Inch Nails), „Royals“ (Lorde), „Under Pressure“ (Queen), „Space Oddity“ (David Bowie), „Where Is My Mind?“ (Pixies) oder „Losing My Religion“ (R.E.M.). Nebst der eigenartigen Kostümierung ist es vor allem die fulminante Stimme des mysteriösen Künstlers, die für hochgezogene Augenbrauen sorgen dürfte…

Sein aktuellstes Projekt ist die Neuinterpretation des DIO-Klassikers „Rainbow In The Dark„, den der Sänger-Clown einmal mehr mit unfassbar engelsgleich voluminöser Stimme zum Besten gibt. Zum Lachen ist auch das nicht – berühren wird diese Puddles’sche Coverversionen jedoch in jedem Fall…

 

 

Ein kurzes Vorstellungsvideo zu Puddles The Clown – mit musikalischer Untermalung der Puddles’schen Version von „Royals“ – gibt es hier:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Belle and Sebastian – „We Were Beautiful“


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Wer sich Belle and Sebastian bereits im Kopf zurecht legen möchte, ohne den ersten Ton ihrer Musik gehört zu haben, muss eigentlich nur zwei Wikipedia-Fakten kennen:

„Die Band wurde im Januar 1996 von Stuart Murdoch im Rahmen eines Sozialprogramms für Arbeitslose in Glasgow gegründet.“

…und…

„Der Bandname bezieht sich auf das Kinderbuch ‚Belle et Sébastien‘ der französischen Autorin Cécile Aubry über den Jungen Sébastien und seinen Hund Belle.“

Denn wenn man so will, dann macht es einem der Großteil der Songs der siebenköpfigen Band um Frontmann Stuart Murdoch tatsächlich so einfach: ihr kammermusikalischer Indiefolkpop versucht um jeden Preis, der kalt-grauen schottischen Plattenbautristesse zu entkommen und flieht daher in die melancholischen Fantasiewelten französischer Jugendliteratur.

BS_We-Were-Beautiful-single-AW-1501209844-640x640Dass dieses Konzept kein schlechtes sein muss (das kann es auch gar nicht sein, immerhin begeistern Belle and Sebastian damit bereits seit mehr als zwanzig Jahren Fans wie Kritiker), beweist die schottische Band einmal mehr mit dem neuen Stück „We Were Beautiful“, seines Zeichens Teil des Auftaktes zur neuen, dreiteiligen EP-Reihe „How To Solve Our Human Problems“ (das Album wird dann im Februar 2018 nachgereicht). Der Song ist eine flotte Indiepopnummer, bei deren Umsetzung die Band Unterstützung von Dave McGowan (Keyboarder bei den schottischen Landsleuten von Teenage Fanclub) erhielt, während die prominent besetzten Synthieflächen noch von Trompeteneinsätzen und einem amtlichen New-Ordner-Gedächtnis-Bass flankiert werden.

Das dazugehörige, kaum minder tolle Musikvideo wurde von Regisseur Blair Young in Belle and Sebastians Heimatstadt Glasgow gedreht. Ob der dazu tatkräftige Hilfe eines Sozialprogramms für Arbeitslose bekam? Wir wissen es zwar nicht, passen würde es jedoch…

 

 

„I was blank as I could be
Hearing voices telling me
‚Walk away from everything‘
But where was I meant to go?
Far away from those I know
To some desolate below

We were in the uber scene
Where they grind the coffee bean
Where the women are oblique
And the boys are paper thin
Ragged beards upon their chin
We were on the outside looking in

Rise above the present day
Rise above the popular melee
I see you the way you are
I see you, the star

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful before we got wise
We were beautiful with sky and blanket laying low

 I am hanging on the line
I’m on duty all the time
I am your Samaritan on call
I could try my best to heal
All the emptiness you feel
In the giving, I will be alive

We were wrapped around our roots
Nothing on except our boots
We were intimate around the waist
We were settling our scores
We were healing over sores
We were living out the pleasure that we lost

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful for all of time and space
I will tell it to the sun and I will tell it to…

If you listen to the night
We can heard the madmen fight
Hear the foxes making out
But the people all immune
Sleeping silent in their rooms
Growing bodies with their sleep
Making plans inside their heads
Making love to shallow friends

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful before we got wise
We were beautiful with sky and blanket fading out

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful for all of time and space
I will tell it to the sun and I will tell it to your face“

 

Rock and Roll.

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„Als hätten sie mein Tagebuch gelesen“ – Ein Kurzfilm über The xx und ihre Fans


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Es ist als hätten sie mein Tagebuch gelesen und daraus die Lyrics geschrieben„: Dieser Satz einer The xx-Anhängerin bringt die Faszination und Magie, die die Songs der britischen Dreampop-Band auf viele ihrer Fans ausüben, wohl perfekt auf den Punkt. Die oft sanften und doch treibenden Stücke aus der Feder von Romy Madley Croft, Oliver Sim und Jamie Smith, die zu gleichen Teilen zum Träumen und Tanzen animieren, spricht Menschen auf ganz unterschiedliche Weise an.

Davon erzählt der knapp zehnminütige Kurzfilm „We See You Berlin“, der gut und gern als ernst gemeinte Liebeserklärung der Londoner Band an ihr Publikum durchgeht, indem er Fans porträtiert, die wiederum der Band ihre Liebe zollen und Einblicke in ihre Gefühlswelt gewähren.

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Die Berliner Regisseurin Sylvie Weber über ihren Kurzfilm:

„My process as a filmmaker speaks to a consistent desire within me to unveil the character within, I keep an aesthetic and cinematic visual in mind when on set, cautiously leading the protagonists while allowing them to slowly become more themselves on screen.

In the case of ‘We See You’, coming across truly engaged and earnest individuals was not difficult, the vulnerability that The xx expose in their music is the basis for their incredibly close connection to the fans themselves. I think we’ve managed to represent in these four stories the feeling of the many millions who are so profoundly affected by the harmonies of Romy, Oliver and Jamie.“

„We See You Berlin“ dokumentiert das Verhältnis einiger ausgewählter Fans (etwa aus Deutschland und Tibet) zur Band und zeigt das Trio hinter den Kulissen ihres Lollapalooza-Auftritts in Berlin am 10. September diesen Jahres. Die Idee zum ersten Teil dieser Kurzfilm-Reihe verfolgten The xx, deren aktuelles, drittes Studioalbum „I See You“ im Januar erschien, schon länger – im Zuge der Lollapalooza-Show bot sich nun die Gelegenheit zur Umsetzung…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Neverly Boys – „Burn Hollywood Burn“


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Wenn er nicht gerade die Regler für andere Bands und Künstler wie die Yeah Yeah Yeahs, Kelis, Bat For Lassies, Foals, Santigold oder Beady Eye schiebt, scheint Produzent und TV On The Radio-Mastermind Dave Sitek eine ausgewiesene Abneigung gegen Langeweile zu haben. Anders ist kaum zu erklären, dass der 45-Jährige nun gemeinsam mit Daniel Ledinsky (der wiederum landete mit dem feinen „DonaldTrumpMakesMeWannaSmokeCrack“ im vergangenen Jahr einen kleinen viralen Hit) als The Neverly Boys eine gemeinsame Zwei-Mann-Band an den Start bringt.

Neverly-Boys-1510937272-640x640Deren erster Song „Burn Hollywood Burn“, eine düstere, kraftstrotzende Ballade, die etwas von dem auch von TV On The Radio bekannten elektronischen Avantgarde-Glanz übernimmt, mag zwar als passender Kommentar zur aktuell grassierenden #meetoo-Sexismus-Debatte (Sie wissen schon: all die Enthüllungen, die einstmals große Namen wie Harvey Weinstein, Kevin Spacey und Co. wohl mutmaßlich und selbstverschuldet ihre Karrieren gekostet haben dürften) in der nach außen hin so glänzenden „Traumfabrik“ gelten, allerdings entstand das Stück bereits einige Zeit davor (auch wenn es, laut Sitek, seine Inspiration „aus demselben vergifteten Brunnen“ bezieht).

Daniel Ledinsky über „Burn Hollywood Burn“:

“I’m guessing most people who live here in Los Angeles can relate to that feeling of total hopelessness, This place sure creates some amazingly beautiful art, but it also has a tendency to use and corrupt you. Hollywood has attracted artists to come here to pursue their dreams since the 20’s, and a lot of people end up in a very dark place chasing that dream. I love this city for all its beauty, but it has always been a very hard and violent place as well.“

Dave Sitek lernte den aus Schweden stammenden Ledinsky, dem die schöne Scheinwelt des Pop-Bizz als Ghostwriter für Künstler wie Tove Lo, Kent, CeeLo Green, Shakira oder Rihanna ebenfalls bestens bekannt sein dürfte, bei gemeinsamen Arbeiten für Bands wie Blondie oder Pussy Riot kennen. Ob die beiden in Los Angeles beheimateten Multitalente als The Neverly Boys noch weitere Songs desselben Kalibers folgen lassen? Warten wir’s ab…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tiny Moving Parts – „Caution“


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Wer’s kurz und knapp mag, der könnte behaupten, dass Tiny Moving Parts klingen, als hätten sich die juvenilen Blink-182 entschlossen, fortan die grüblerische Neunziger-Emo-Brille aufzusetzen (und dafür auch die nicht selten witzigen Musikvideos der dreiköpfigen Band als Beweismittel B ins Feld führen). Doch ganz so einfach machen es einem die Songs der Truppe aus dem US-amerikanischen Benson, Minnesota freilich nicht. Wie wäre es stattdessen mit MathPopPunkCore als Schublade?

Fakt ist, dass Dylan Mattheisen und seine Cousins William und Matthew Chevalier seit dem im vergangenen Jahr erschienenen, vielerorts gefeierten fünften Album „Celebrate“ an so einigen Schrauben des bandinternen Sounds gedreht haben und den neuen Song „Caution“ mit allerlei hymnischen Shouts, ordentlich Gitarrero-Gegniedel und weiblichem Gast-Gesang zielgerichtet in die Gehörgänge setzen. Me likes!

 

 

„The caution tape that you’ve wrapped around my brain has continued to stay as I’m The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay as I’m waiting for a break
Constantly connecting dots
Trying my best, consuming facts
All I’ve learned is what’s done is done
And you can not change the past
Helping or hurting?
I am numb
I haven’t felt anything in days
Confusion is key as I am locked inside
Or am I just really gone?

The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay
A constant strain right behind my face
I’m still waiting for a slight break
For a slight break

And I know we’re just different
I know we’re just different
Keep drinking from the same cup
It’ll fill you up
It’ll keep you numb
Simplify the motions
Counteract the movements
Don’t think twice because this is love
This is love
This is love

The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay
A constant strain right behind my face
I’m still waiting for a slight break

You are caffeine in my bloodstream
You are the energy hidden in between two muscles sleeping
Please don’t wake me up
I miss myself too much
I miss myself too much
I miss myself too much
So please don’t wake me up
Don’t wake me up

‚Cause all I have is patience
We all lose strength someday
I’ve been waiting for a slight break“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Hayley Williams – „Nineteen“


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Manchmal komme selbst ich nicht umhin, das ein oder andere musikalische Guilty Pleasure hier lobend zu erwähnen. Die neueren Werke einer noch leidlich unbekannten, jedoch stetig aufstrebenden Indie-Künstlerin wie Taylor Swift etwa, oder – kaum weniger unbekannt – eine recht schnuffige Emo-Pop-Rock-Band aus dem US-amerikanischen Franklin, Tennessee: Paramore. Zwar würde mir wohl der bloße Versuch, ein komplettes Album dieser Künstler am Stück anzuhören, einen gehörigen Pop-Pop-POP-Zuckerschock verpassen, von dem ich mich wohl nur mit einer Überdosis Dimmu Borgir (angereichert mit einer Prise Slayer) erholen würde, jedoch bleibt des öfteren der ein oder andere Taylor-Swift- oder Paramore-Song derart hartnäckig in meinen Gehörgängen hängen, dass er da meist tagelang nicht mehr heraus kriechen möchte…

Wo wir gerade bei Paramore sind: Deren Frontfrau Hayley Williams, wohl so etwas wie das Poster Girl der jüngeren, trendbewussten Emorock-Hörerschaft, hat unlängst einen höchst eigenen, in jedem Fall dezent bezaubernden Beitrag zur Cover-Compilation „The Con X: Covers“ abgeliefert (hier schrieb ANEWFRIEND im Rahmen von Ryan Adams‘ Covervariante des Stücks „Back In Your Head“ davon). Scheinbar waren auch die Interpretinnen der Originalversion des Songs, Tegan and Sara, recht zufrieden mit Williams‘ Neuaufnahme des vor zehn Jahren erstmals auf dem Album „The Con“ veröffentlichten Liedes. Wir waren überwältigt von Hayleys Version. Irgendwie hat sie es geschafft, den Song noch trauriger zu machen“, wie Sara meint. Süßer Herzschmerz, ick hör‘ dir trapsen…

 

 

Übrigens auch toll, und mit Zeilen wie „All I want to hear is that you’re not mine“ kaum weniger heartfelt: Die City-and-Colour-Variante des Tegan-and-Sara-Songs „Hop A Plane“, zu der die Quin-Zwillinge nun ebenfalls ein ganz ähnliches Musikvideo veröffentlicht haben:

 

Rock and Roll.

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