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Song des Tages: Norbert Buchmacher – „Laut geträumt“


Norbert-Buchmacher Foto- Robin Disselkamp

Foto: Robin Disselkamp

Einen interessanten Werdegang haben gerade und grundsätzlich und sowieso recht viele mit der Indie- und Punkszene assoziierte Menschen aufzuweisen. Stöcke in den Speichen, Steine auf dem Weg. Hürden viel höher als jede Stelle der chinesischen Mauer. So ziemlich jeder Kopf in dieser Szene dürfte schon mal mit erschwerten Bedingungen zu tun gehabt haben, die das liebste Hobby, die Musik, zu einem recht teuren werden lassen… Auch bei Norbert Buchmacher ist dieser oft so kurven- wie wendungsreiche Weg recht interessant: So verdingt sich der Sänger lange Zeit als Roadie und Mercher – quasi als Mädchen für alles – auf Punk- und Hardcore-Shows, schleppt Bands zwanzig Jahre lang ihre Gig-Bags kreuz und quer durch alle möglichen kleinen Clubs und mittelgroßen Hallen der Republik. Auf den Fahrten im engen Bandbus, den gähnend leeren Tagen zwischen zwei Touren und der nächsten Plackerei fängt Buchmacher an, eigene Texte zu schreiben: Die Basis für seine Hardcore-Band One In One, die sich jedoch recht flott wieder auflöst und ihn zurück zum Broterwerb hinter der Bühne und als Roadie katapultiert.

Aber: Buchmacher bleibt dadurch der Musik verbunden und schreibt weiter Songs – nur nun halt solo. Als er dann Alan Kassab (The Heartbreak Motel) kennenlernt und Jahre später erneut Kontakt zu ihm aufnimmt, entwickelt sich eine Freundschaft. Buchmacher ist Schreiber und Sänger. Das ist seine Berufung. Alan Kassab, seines Zeichens Multiinstrumentalist, findet absoluten Zugang zu Buchmachers Geschriebenem und so entstand das Projekt, welches sich hinter Buchmachers Namen verbirgt und dessen Resultat man nun anhand des frisch erschienenen Debütalbums „Habitat einer Freiheit“ bewundern kann: vielschichtige Popmusik mit rauer Kratzstimme.

norbert-buchmacher-habitat-einer-freiheit-201828Und ebenjene bringt auch die ersten Assoziationen, welche sich um die elf erdigen Rocksongs (nebst dem titelgebendem Intro) winden: der aufgrund des Gesangs unvermeidliche Herbert Grönemeyer (besonders auffällig bei „O.M.F.„), eventuell noch popmusikalisch erfolgreiche Dauer-Raspler wie Casper oder Henning „AnnenMayKantereit“ May. In den meisten Songs greifen Buchmacher und seine Band zur Elektrischen oder Akustikgitarre, zu Schlagzeug, Bass und Piano – das könnte so auch in der Kneipe um die Ecke passieren. Große Ausbrüche oder Experimente bleiben rar, musikalisch herrscht Wohlfühl-Atmosphäre vor. Wenn’s denn der Empase dient, kommen ab und an noch Streicher („Sorgen und den Nikolaus“) oder Blechbläser („Man sagt nicht man sagt nicht“) hinzu.

Der ungewöhnlichste Song des Debütwerks ist wohl „Seid was ihr wollt“, der nicht nur in Sachen Instrumentierung aus dem Rahmen fällt. Beklemmende Ambient-Sounds, Knattern und Marimba zitieren Tom Waits, auch Buchmachers Vortrag erinnert stark an den vielseitigen US-Grantler. „Qualmt so lange, bis aus den zerfressenen Lungen die Schwindsucht grinst„, höhnt er und wird für ein Stück lang vom liebenswerten Ex-Roadie-Raubein zum sinistren Mephisto höchstpersönlich.

Ein bisschen schade jedoch: Immer wieder kippen die Texte ins Serviettenspruchhafte ab, wenn alte Weisheiten zitiert werden: „Geh‘ deinen Weg, bleib‘ wie du bist, steh‘ auf und mach‘ weiter„. Well, das kennt man – nicht erst seit Campino und Konsorten – zur Genüge… Allerdings gibt es auch große Momente, etwa bei „Laut geträumt“, welches vermeintlich harmlos beginnt und sich als Song mit doppeltem Boden entpuppt: „Sonntag immer schön brav in die Kirche rennen, aber dann laut klatschen, wenn die Heime brennen“ – tolle, wichtige Gesellschaftskritik mit Biss und Substanz. Auch „Die Ballade von Willi und Walther“ sticht hervor, wenn Buchmacher im Stil von Brechts Dreigroschen-Oper auf rassistische Tendenzen innerhalb der deutschen Polizei aufmerksam macht, und das Schießeisen zur Person wird: „Und dann hat die Walther den Willi geschnappt„.

Am Ende ist „Habitat einer Freiheit“, Buchmachers Solo-Debüt, welches sicherlich einige Jahre Zeit hatte, im Kopf und im Herzen des Künstlers zu reifen, ein durchwachsenes Album mit einigen Höhepunkten geworden – keinesfalls schlecht, angenehm unaufdringlich, und definitiv besser als 90 Prozent aller Mark-Forster-Wiedergänger im favorisierten Formatradioprogramm. Bleibt zu hoffen, dass Norbert Buchmacher auf der (hoffentlich) nächsten Platte die eigenwilligeren, ungewöhnlicheren Passagen weiter ausbauen und dem inneren Mephisto noch mehr Raum geben wird, schließlich sind auch in der Musik die zwiebelschichtigen Bösewichter, die unbequemen Mahner und weitsichtigen Grantler eh oft interessanter als alle schnöden Mutmacher, oder?

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jade Bird – „Love Has All Been Done Before“


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Im Fall von Jade Bird mag man das musikalische Hüh-Hott von verschiedenen Seiten aus aufzäumen: Wahlweise darf man glauben, dass die seligen Neunziger mit ihren Alanis Morissettes, Shania Twains, Sheryl Crows oder Natalie Imbruglias ihr Revival bekämen. Oder bereits die Nullerjahre, als ein blondes Pausbacken-Kücken namens Taylor Swift zum großen Sprung aus der US-Südstaaten-Hillbilly-Country-Scheune hin zu den gaaaaanz großen Arenen ansetzte. Kann man machen. Oder anerkennend staunen, was für eine Energie die 21-jährige Britin bereits auf ihrem selbstbetitelten, im April erschienenen Debütalbum versprüht…

91HUOaBPk+L._SS500_.jpgKlar, neu sind die musikalischen Zutaten keineswegs, die Jade Elizabeth Bird da in Songs wie „Lottery„, „Uh Huh“ (die beide bemerkenswerterweise bereits in den Top 3 der US-Alternative-Charts landeten), „I Get No Joy“ oder „Love Has All Been Done Before“ benutzt: Ein bisschen Alt.Country-Spirit hier, großzügige Prisen Americana und Indiepop da, ein Mü bluesige Schwere im Abgang, mächtig Emphase-Nachwürze im Refrain – fertig ist der Ohrwurm, den du partout nicht mehr aus den Gehörgängen bekommst (und das erfreulicherweise auch gar nicht möchtest), und der ebenso gut als qualitativ gelungener Lückenfüller zwischen all die immergleichen Mark-Forster-Klonen ins Formatradio passt. Allein schon der (Band-)Instrumentierung wegen hätte man in den Neunzigern gut und gern von einer „Rockröhre“ geschrieben (und Indie-Kundige hätten wohl noch Nikka Costa als stimmgewaltigen Vergleich ins Feld geführt). Ist die Newcomerin, Jahrgang 1997, auch – nur eben nicht schal und „zig mal so gehört“, sondern frisch, intensiv und interessant. Und auch wenn man’s berechnend (und ein klein wenig naiv) finden darf, das Debütwerk, das der 2017 veröffentlichten „Something American EP“ nachfolgt und bei welchem der Newcomerin bekannte Namen wie Simon Felice und David Baron zur Seite standen, mit einer so arg niedlich-reduzierten, lieblichen Nummer wie „Ruins“ zu eröffnen – Jade Bird beherrscht viele Nuancen bis hin zu herzergreifend großen, simplen Balladen wie „17“ oder dem abschließenden „If I Die„, welches die tolle Zeile „If I die put me in a song / Tell everyone how in love I’ve been“ aufbietet, die wie viele der Songs am Ende doch – wie könnte es anders sein – vor allem von der Liebe erzählt (jedoch anderswo auch schwerere Themen wie Scheidung, Trauer oder Tod touchiert)… Aber das war ja für ewige Größen wie Dolly Parton auch nie ein Nachteil, oder? Da ist es auch kaum ein Widerspruch, dass die junge Engländerin das eher konservative (jedoch über Jahrzehnte hinweg erfolgreiche) Songwriting von Parton ebenso schätzt wie die lyrische und musikalische Freiheit einer Patti Smith, und beide genauso als Vorbild nennt wie Avril Lavigne und Bruce Springsteen, Kelly Clarkson und The Smiths.

Am Ende mag es Jade Bird – bei ihrem Talent, bei ihrer Stimmgewalt, bei ihrem Gespür für Dynamik, Atmosphäre und schlussendlich tolle Songs – auch komplett egal, Schnuppe und Wurscht sein, welcher – mal treffender, mal hastig aus der Luft gegriffener – Vergleich ihrem musikalischen Gaul zum Sprung verhilft: Spätgeborenes Neunziger-Rockrevival á la Morissette? Indie-Epigonin von La Swift? Frech konzipierte Indie-Nummern fürs nachmittägliche Formatradio? Aber erstaunlich ist’s schon, dass diese Songs, die so all American tönen, nun von Croydon, Südlondon aus die Musikwelt erfreuen…

 

 

 

„Sick and tired of just lettin‘ you in
Just to let you down again
Exasperated with the expectation
You’d be more than just a friend
But in honesty that I, I can be
A fourth finger with four limbs to carry
Won’t let you make a fool out of me, boy
See boy

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

You almost had me for a minute there
Givin‘ my whole life to this love affair
Well I’m not gonna sit here and stroke your hair
You almost had me for a minute there
It doesn’t help that you mean well
They say the devil’s in the detail
And I’m tryin‘ not to raise hell
But it’s likely for the refill

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

Everything’s a rerun
Before it’s even begun
Tell me, what’s the reason?
If everything’s a season
Then I’m a setting sun
We’re already done

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

Ooh, ooh
Ooh, ooh
We’re already done

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

Ooh, ooh
Oh, love has all been done before
Love has all been done before
Love has all been done before
Love has all been done before
You are sweet and you are pure
But love has all been done before“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Mammoth Penguins – „Closure“


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In britischen Szene-Kreisen gilt Emma Kupa schon etwas länger als eines der bestgehütetsten, hoffnungsvollsten Talente, was gehaltvoll vertontes Textgut betrifft. So wurde ihre aktuelle Band, Mammoth Penguins, zu der neben der Sängerin und Gitarristin noch Bassist Mark Boxall und Schlagzeuger Tom Barden gehören, bereits 2015 von Radiomoderator Steve Lamacq in seiner Show auf „BBC 6 Music“ gefeaturet. Ob also all die Lorbeeren verdient sind? Nun, zumindest lässt „There’s No Fight We Can’t Both Win„, das dritte, im April erschiene Album des Trios aus dem englischen Cambridgeshire, einmal mehr aufhorchen…

5057805016885.jpgIm Grunde setzen Kupa und ihre beiden Jungs den auf dem 2018er Vorgänger „John Doe„, welcher sich der (fiktiven) Geschichte eines Mannes widmet, der zunächst seinen eigenen Tod vortäuscht, um Jahre später inmitten der Gesellschaft wieder aufzutauchen, fort (wenn auch mit weniger Konzept an Bord): elf Songs, die vom Verlust der Liebe, von Enttäuschungen, Rückschlägen, zig blutigen Nasen erzählen – und vor allem davon, immer wieder auszustehen, weiterzumachen. Twentysomething stories, but with a hell lotta positive vibes. Musikalisch liefert das Trio eine feines Potpourri an melodieseligem Indierock mit herber Schlagseite zum ohrwurmigen Powerpop, der gern auch mal etwas schrammeligen Punk-Rock-Vibe („Dick Move“) aufweisen darf. Wer Vergleiche mag: man denke sich eine Melange aus artverwandten Bands wie Worriers, Muncie Girls, Hop Along oder Land Of Talk, vermengt mit dem Pop-Gespür von Weezer (die Weezer der „Pinkerton“- bis „Green Album“-Phase seien hier ausdrücklich gemeint, nicht die Selbstkopie der Jetzt-Zeit!).

Bestenfalls geht all das, unterstützt von Emma Kupas mal windschief emphatischer, mal sympathisch eindringlicher Stimme, wie beim Opener „Closure“ direkt in die Gehörgänge: „Never really understood what closure was / Last time we met, it’s what I got / Never really understood what closure meant, walking away from you felt different…“

 

„Closure is a song about an interaction, or day, or moment, or occurrence when something shifts and feelings that you may have been carrying around for a while just dissipate.“ 

(Emma Kupa)

 

 

Das neue Mammoth Penguins-Album „There’s No Fight We Can’t Both Win“ gibt es via Bandcamp in Gänze im Stream zu hören:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: PAWS – „Joanna“


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Es gibt wohl ein, zwei Dinge, die man PAWS keinesfalls vorwerfen kann: Zum einen, dass das Indierock-Trio aus dem schottischen Glasgow nicht wandlungsfähig wäre. Und zum anderen, dass sich die Wahl ihrer jeweiligen Langspieler-Produzenten nicht im Klang des Endprodukts widerspiegeln würde. Denn beim letzten Album, dem 2016 erschienenen Drittwerk „No Grace„, saß ausgerechnet Blink-182-Bassist Mark Hoppus hinter den Reglern und – zack! – klangen die zehn Albumsongs, von denen nur die wenigsten oberhalb der Drei-Minuten-Marke abschlossen, als hätten drei Scottish Lads einen Tribute-Abend zu Ehren der Cali-Pop-Punker von Hoppus‘ Stammband veranstaltet.

0600064795319.jpgFür das neue Werk, das im April erschienene „Your Church On My Bonfire„, fiel die Wahl von Phillip Taylor (Gesang, Gitarre), Josh Swinney (Schlagzeug) und John Bonnar (Bass) auf Andy Monaghan, welcher sonst bei Frightened Rabbit an Gitarren und Keyboards stand. Und auch dieses Mal hört man es den neuen Stücken an. Viel mehr noch: Monaghans Platz an den Studioreglern ist eine recht persönliche Geschichte, denn schließlich war Phillip Taylor gut mit dem im vergangenen Jahr verstorbenen Frightened-Rabbit-Frontmann Scott Hutchison befreundet. So bildet, laut Taylor, das neuste, vierte Werk zum einen „die letzten drei Jahre meines Lebens“ ab, die von Verlusten, gescheiterten Beziehungen, Besetzungswechseln und zahlreichen Tourneen rund um den Globus (unter anderem mit Bands wie Frightened Rabbit, The Cribs, Death Cab For Cutie oder Japanese Breakfast) geprägt waren, zum anderen stellen die elf neuen Stücke eben auch ein stückweit Trauerverarbeitung dar – verpackt in Indierock, druckvoll auf den Punkt gebrachten Post-Rock und balladeske Folk-Kleinode wie „Arachnids„, garniert mit schnoddrigen Textzeilen aus dem Allerweltsleben (“Drinking my beer on this train and it tastes like shit” aus „Honoured To Be Honest“ etwa) sowie Phillip Taylors schottischen Akzent (ohne würde bei einer Gaswegian Band auch etwas fehlen). Dass „Your Church On My Bonfire“ klanglich wie stilistisch nahe bei Frightened Rabbit zu verorten ist, ist schlussendlich mehr als freundschaftliche Verneigung vor den „großen Kumpels aus Glasgow“ im Allgemeinen sowie einer Hommage an Scott Hutchison im Speziellen zu sehen, jedoch keinesfalls reiner Zufall (ebenso übrigens wie mein Eindruck, dass das Werk als Grower wohl zwei, drei Durchgänge mehr benötigt, um irgendwann zu zünden).

Ein Song, der PAWS‚ „neuen“ Indiefolkrock der Angsthasen-Prägung mit dem Punkrock-Spirit früherer Alben kreuzt, ist das tolle „Joanna“, das gleichsam flehentlich wie schnodderig eine recht typisch schottische Einstellung auf den Punkt bringt: Vielleicht ist sogar unser Selbsthass zu etwas nutze, wenn wir alle dazu bierselig gröhlen können…

Für den Dreh des dazugehörigen Musikvideos flog die Band ins wuselige New York City. Regisseur Alex Markman hierzu:

“Phil initially approached me about wanting to do a video where New York City was as much a character as the band. Say what you will about New York, there’s a reason why it’s past is fetishized, when it was bankrupted and sex was for sale on every street corner. So we decided to fetishize it literally with several nods to that era; Warhol films like Blow Job (and Empire), famous hustlers like Joe Dallesandro, the Ramones 53rd & 3rd, Taxi Driver – I could keep going. We shot during the rain storm a few weeks back. I can’t say it was fun but it definitely helped sell the look.”

 

 

„Plants watered with piss
Grow higher than I ever will
No one to remember
The short ripple I leave against my will
My life has taught me what it means
To hate a man and men

Please, Joanna, please
Don’t disappear on me…

Faces on the bus sing along to the cancer hum

No apology for the drunk priest that wields his gun
Searching through tumblers emptied
For somewhere to hide from the fight
The smoke and noise serve me right
In the dead of night
My life has taught me what it means to hate myself
And them

Please, Joanna, please
Don’t disappear on me…“

 

Via Bandcamp kann man auch das neue PAWS-Werk „Your Church On My Bonfire“ in Gänze hören:

 

Rock and Roll.

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Vor zwanzig Jahren…


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Gemälde: Chad Patterson

Californication„, das siebente Studiowerk der Red Hot Chili Peppers, erschien – auf den Tag genau – gestern vor zwanzig Jahren (also am 7. Juni 1999). Mir kommt’s wie eine gefühlte Ewigkeit vor, und trotzdem verbinde ich viel Inniges, massig Prägendes mit diesem Meisterwerk von Langspieler. Hier die Worte, welche mir spontan – und in einem fixen Facebook-Post – in die Tastatur flossen:

Alter, 20 Jahre… Zwanzig. ZWANZIG! Eine ganze Adoleszenz ist das her!
Damals an Tag 1 nach dem Schulbesuch im lokalen Expert-Elektrofachmarkt – sächsische Provinz zwar, aber den hatten wir zumindest! – käuflich erstanden, berauscht durch die Comeback-Vorabsingle „Scar Tissue“ – und seitdem ohne Umschweife immer wieder neu in John Frusciantes Gitarrenspiel verliebt. „Califonication“ bleibt auch zwei Dekaden nach Erscheinen ein formvollendetes, mit etlichen feinen Details versehenes – und doch recht pures, mit wenig Effekten versehenes – Meisterwerk mit Melodien für gleich etliche Trips ins  Nirwana. Von „Around The World“ bis „Road Trippin‘“ – all killer, (almost) no filler. Wie schade ist’s daher, dass Frusciante von Bord der MS Chili Pepper gegangen ist, die Gitarre, deren Saiten er wie kein anderer mit Seele zu füttern vermag, beiseite gestellt hat – und sich nun verqueren elektronischen Experimenten stellt. (Eine Schande! Ein Frevel! Als hätte Leonardo Da Vinci sich irgendwann als Stuhl-Designer für IKEA beworben!) Ohne ihn – und mit seinem früheren Adlatus John Klinghoffer an der Gitarre – mögen die Chili-Schoten um Anthony Kiedis, Flea und Chad Smith zwar noch ähnliche Musik zustande bringen – aber irgendwie ist’s nix Halbes, nix Ganzes mehr, denn ein Unikum wie Frusciante ersetzt nicht mal der talentierteste Saitenberserker (oder -schamane)…
*hach* Zwanzig Jahre, zwei Dekaden! Kaum zu glauben. Mit einer nostalgischen Träne im AUX-Eingang, und noch immer voll der Bewunderung, wieviel Zauber doch einer knappen Stunde Rockmusik innezuwohnen vermag (sowie wohl noch zig weiteren Anekdoten, die ich hierzu erzählen könnte) verbleibe ich…

 

 

Rock and Roll.

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Klassiker des Tages: Tiger Lou – „Sam, As In Samantha“


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Rasmus „Tiger Lou“ Kellerman sollte für den ein oder anderen regelmäßigen Leser von ANEWFRIEND kein gänzlich Unbekannter sein, schließlich war um 2016 herum, als seine Tiger-Lou-Jungs und er sich nach etwa acht langen Jahren Funkstille mit dem Album „The Wound Dresser“ zurück meldeten, ab und an die Schreibe von dem mittlerweile 39-jährigen schwedischen Musiker.

7340169404176Dass Kellerman und Co. nach ebenjenem Comeback-Werk (und ein paar gemeinsamen Konzerten) schon wieder wenig von sich hören ließen, hat einmal mehr private Gründe (über welche man in diesem aktuellen Artikel etwas mehr erfahren kann). Umso schöner, dass Tiger Lou nun wenigstens einer der ältesten Veröffentlichungen im Backkatalog, der 2007 erschienenen „Trouble & Desiree EP“, ein um ein paar B-Seiten sowie einen bislang unveröffentlichten Song ergänztes Re-release gegönnt haben. Und siehe da: Stücke wie etwa „Sam, As In Samantha“ oder „Nova Lee“ sind auch heute immer noch so tolle, melancholische Tearjerker wie damals… *hach*

 

 

„Leaving for work monday morning
It is time for a new dawning
Sitting around every day
Amounts to nothing and there’s no way
I’m doing this for another ten years
That’s one of my worst fears
Oh Sam…

Turn off your phone and bring some sheets
So this is a place where young lovers meet
This is all and all we need
Give us some food and some bullshit tv
We’ll bunker up for days and days
Call in sick, we’re never leaving this place
Oh Sam…

So come inside my room tonight
I’ll let you win, I won’t even put up a fight
We’ll have a marathon of your choice
Anything you want
Movies, tv, magazines
Music, sex or something inbetween
Oh Sam…“

 

Rock and Roll.

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