Archiv der Kategorie: Musikvideo

Song des Tages: Mad Hatter’s Daughter – „Hurt“


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Natürlich besteht auch auf fastrillionen Jahre hin keinerlei Zweifel daran, dass dem auf ebenso lange Zeit großartigen Nine Inch Nails’sche Original des endzeitlichen Junkie-Abgesangs „Hurt“ nur noch die – im Grunde so andere, jedoch gleichsam die Tränendrüsen bewegende – Version von Johnny Cash entgegen gestellt werden darf (und schlussendlich nur in Verbindung mit dem kompletten, dazugehörigen seelenkaputtgrößenwahnsinnigen Album-Meilenstein „The Downward Spiral“ laufen sollte). Zweifel? Keine? Verbindlichsten Dank!

Trotzdem ist die Variante, die Mad Hatter’s Daughter bereits vor etwa zwei Jahren von Trent Reznors Songvermächtnis abgeliefert haben, durchaus aller Ehren wert und besitzt – Newcomer und die heimatliche Hansestadt Hamburg hin oder her – beileibe internationales Format.

Über das Indiefolk-Duo, das seinen Sound selbst als „Urban Acoustics“ beschreibt, steht hier Folgendes zu lesen:

„Mad Hatter’s Daughter, das sind Kira und Basti, durch und durch Hanseaten, wettererprobt und sturmfest. Kira studierte in Hamburg Modedesign und Basti Tontechnik, denn schon in jungen Jahren wurde erst das Klavier und später die Gitarre sein ständiger Begleiter. Seit über 10 Jahren spielt er in Bands und arbeitet als Engineer und Produzent in den Nemo Studios von Frank Peterson. Während Kira an Stoffen, Schnittmustern und Formen feilte, war die Musik auch bei ihr ein permanenter Gefährte, denn gesungen hat sie schon immer, allerdings niemals vor anderen Leuten. Durch Zufall lernten sie sich über die Musik kennen, denn Bastis damalige Band holte sich Styling-Beratung – von Kira.“

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tomberlin – „I’m Not Scared“


Tomberlin-Beitragsbild

Weiß man mehr, dann wundert einen die beinahe sakrale Ruhe der neusten Singer/Songwriter-Sadcore-Entdeckung aus dem qualitativ ohnehin seit eh und je hochwertigen Label-Hause Saddle Creek kaum, schließlich steckt hinter Tomberlin die 23-jährige in Jacksonville, Florida, geborene Songwriterin Sarah Beth Tomberlin, die als Tochter eines Baptistenpredigers in einer streng religiösen Familie im tiefsten Süden von Illinois aufwuchs.

Trotzdem ist das, was Tomberlin da auf und in den zehn Songs des im August erschienen Debütalbums „At Weddings“ – zumeist auf Akustischer und Piano – ebenso entwaffnet, einem Seelenstriptease gleich ehrlich wie einfach in Wort und Ton bannt: fragil, bewegend, berührend, gar anmutig. Coming-Of-Age-Stücke aus der Erlebniswelt eines grüblerischen Twentysomethings, die all jene relevanten Dinge hinterfragen: die Identität, den eigenen Glauben, die vermaledeite Liebe und die Hoffnung auf das Morgen. Klar, dass da gleichsam melancholisch eingestellte Labelmates wie die (übrigens höchst würdig) gealterten Azure Ray quasi ums Eck lugen, während (zumindest gefühlt) Saddle-Creek-Impressionato Conor „Bright Eyes“ Oberst an den Studio-Reglern zu drehen scheint…

 

Mit „I’m Not Scared“ gibt es den wohl bewegendsten Song vom Tomberlin-Debüt „At Weddings“ in der Albumversion…

 

…sowie in der Live-Session-Variante, aufgenommen im August in den New Yorker Paste Studios:

 

„I’m not scared of you this time
And when you pick up the phone I’ll stay on the line
And I’ll do more than breathe this time
And I’ll let you in at least I’m gonna try

And it felt so strange when I said it out loud
That I look for redemption in everyone else
But funny thing is that I always hated church
Spend so much time looking that I forgot to search

And to be a woman is to be in pain
And my body reminds me almost every day
That I was made for another, but I don’t want to know that
Cause it happened once and I always look back

In my sentience I wear your judgement like a crown
Couldn’t look you in your eyes so I look to the ground
Then I took the drugs again last night
But pills have never brought me any kind of light

My eyes are heavy all I want to do is sleep
But I need to make money and I need to eat
And loving never made anybody I know happy
And loving only seems to make you bruise and to bleed

And to be a woman is to be in pain
And my body reminds me almost everyday
That I was made for another, but I don’t want to know that
Cause it happened once and I always look back“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: We Were Promised Jetpacks – „Repeating Patterns“


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Die gute Nachricht zum Sonntag, Teil 1: Der schottische Indie-Rock-Vierer We Were Promised Jetpacks enttäuscht auch mit seinem am Freitag erschienenen vierten Album „The More I Sleep The Less I Dream“ nicht – insofern der geneigte Hörer nicht erwartet, dass Adam Thompson (Gesang, Gitarre), Michael Palmer (Gitarre), Sean Smith (Bass) und Darren Lackie (Schlagzeug) exakte Kopien der Kopien all der Kopien der auch heute noch großartigst nervös rockenden Indiedisco-Hits ihres 2009 veröffentlichten Debütalbums „These Four Walls“ abliefern: „Quiet Little Voices„!  „It’s Thunder And It’s Lightning„! „Keeping Warm„! Tun sie nämlich nicht. Stattdessen bieten WWPJ all jenen, die bereits sehnsüchtigst auf den Nachfolger des 2014er Langspiel-Vorgängers „Unravelling“ gewartet haben, vor allem in der ersten Albumhälfte vermehrt ruhigere, introspektivere Zwischentöne an, bevor der Vierer aus Edinburgh in der zweiten Halbzeit und gen Ende die Zügel wieder deutlich gen des gewohnten Indierocks anzieht. Obwohl Adam Thompson und Co. ganze vier Lenze seit dem letzten Werk haben ins Land ziehen lassen (und laut eigener Aussage fast ein komplettes Album in die Tonne getreten haben, weil es „nicht richtig anfühlte“ und „alles überhaupt nicht gepasst“ habe), hört man der Band deutlich an, dass sie sich dieses Mal – akribische Studioarbeit hin oder her – deutlich mehr spannende kreative Freiheiten erlaubt haben (was möglicherweise auch an Produzent Jonathan Low gelegen haben dürfte, der in der Vergangenheit bereits mit Künstlern wie Sufjan Stevens, The National oder Frightened Rabbit zusammen gearbeitet hat).

51LC31j0ChL._SS500Die gute Nachricht zum Sonntag, Teil 2: Auch – und eventuell: vor allem – in der Post-MTV’n’Viva-Zeit entstehen noch tolle Musikvideos. Etwa jenes zur zweiten Album-Auskopplung „Repeating Patterns“, welches Soundkartell kurz und fein „als ob Mr. Oizo auf die Muppets trifft und allesamt schlechten Stoff dabei hatten“ beschreibt. Während der Clip eine Band aus Plüschtieren zeigt, deren Sänger sich heraus aus dem Konzert in die Wildnis wagt, trumpfen WWPJ im dazugehörigen musikalischen Vierminüter mit hypernervös schrammelnden, rauschenden Post-Rock-Gitarren derart groß auf, dass schon der Song an sich ein wahres Fest ist. Schockverliebt, innerhalb von Sekunden. ♥

 

„Repeating Patterns war einer der ersten Songs für das neue Album geschrieben haben. Live ist er direkt so gut angekommen, dass wir bei den Aufnahmen sehr darauf geachtet haben, dass wir ihn nicht zähmen, sondern genau so rau lassen.“

 

 

Wem die Böcke – feines neues Album hin oder her – mehr nach den Songs aus der Frühphase von WWPJ stehen, dem sei der Konzertmitschnitt einer Show im Londoner XOYO vom Oktober 2011 ans Hörerherz gelegt:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Muncie Girls – „Picture Of Health“


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Foto: Robin Christian / Promo

Ernste Songs müssen auch bitteschön ernst klingen? Bullshit, mate!

Das jedenfalls könnten sich die Muncie Girls gedacht haben. Denn scheinbar hat das Punkrock-Trio aus dem englischen Exeter großen Spaß dabei, dem geneigten Zuhörer Finten zu legen, schließlich ist das einzige „Girl“ der Band Frontfrau Lande Hekt (Gitarre/Gesang), während sich Dean McMullen an der zweiten Gitarre und Luke Ellis am Schlagzeug hinter ihr einreihen und den Songs des vor wenigen Tagen erschienenen zweiten Albums „Fixed Ideals“ Rhythmus verleihen.

51uwVrWX7GL._SS500Überhaupt: die Songs. In denen erzählt Lande Hekt gleichsam selbstbewusst wie eloquent höchst persönliche Geschichten, etwa von ihren Erfahrungen mit Alkoholproblemen oder der Behandlung psychischer Erkrankungen, speziell Angstzuständen („Clinic„, „Picture Of Health“), reflektiert ihre Kindheit mit zwei Geschwistern und einer alleinerziehenden Mutter („Family Of Four“) oder rechnet – gleich in der Eröffnungsnummer „Jeremy“ – mit ihrem prügelnd-nationalistischen Arschloch-Vater ab, der die Sängerin als Kind verleugnete und ihre Mutter nie unterstützte. Dazwischen reihen sich, wie schon beim vor zwei Jahren veröffentlichten Debütalbum „From Caplan To Belsize„, kleine feministische Hymnen wie „Fig Tree“ (mit astreinen Springsteen-Riffs im Gepäck) oder „Locked Up“ aneinander. Schwere Kost, eigentlich (wozu übrigens auch die Randnotiz passt, dass der Albumtitel, wie schon der des Debüts, einem Gedicht der eh fürs Schwermütige berüchtigten Autorin Sylvia Plath entstammt) – wären da nicht die großartigen, gen punkigem Indiepop-Firmament stürmenden Melodien. Denen wiederum kommt zugute, dass Lande auf dem neuen Album zum ersten Mal Bass und Gitarre spielt. Sie erklärt: „Songs mit zwei Gitarren klingen gleich um einiges komplexer. Beim Schreiben und während der Aufnahmen habe ich ziemlich viel unterschiedliche Musik gehört, die den Sound des Albums hörbar beeinflusst haben. Bands wie The Replacements, Siouxsie and the Banshees, The Popguns und The Pastels. Wir sind dieses mal definitiv viel abenteuerlustiger und experimentierfreudiger gewesen als je zuvor.“

Alles in allem ist den – hierzulande übrigens noch immer sträflich unbekannten – Muncie Girls,  die sich bereits seit Kindheitstagen kennen und sich auch ihre heimatliche Fanbase durch zig selbst organisierte DIY-Shows (Punkrock Spirit galore!) peu á peu erspielt haben, mit „Fixed Ideals“ eine runde, zwar recht kurzweilige aber umso herzlichere und mit ordentlich Pop und Schmackes verzierte Indie-Punk-Scheibe gelungen, bei der sich – gefühlt – Referenz-Bands wie Siouxsie And The Banshees oder Dover die musikalische Klinke in die Hand geben.

Das Leben ist schließlich bereits ernst genug…

 

 

„Seven days of fucked up dreams but did I ever fall asleep? No-one ever waits for me, I’m the one forgotten sheep. I think I’m mostly sleepwalking, or I’m at least presumed to be. I’m always trying to count to ten but I’m always stuck at three.
Do you read, does it help you to breath when you’re trying to sleep well? But nothing’s going well.
I’ve been having a hard time looking after myself. You’re not looking exactly like a picture of health. I was thinking maybe you could look after me and I could do the same for you. Just for a while ‘till we’re back on our feet.
Seven days can make you think that good friends are an illusion. I think they think I think too much, but good sense is in confusion. I try not to think about what I’ve done to my liver, to my lungs. Lying on my bedroom floor, low mood, highly strung…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sleeping At Last – „I’m Gonna Be (500 Miles)“


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Schon klar – wer beim Proclaimers-Dauerbrenner „I’m Gonna Be (500 Miles)“ nicht mindestens an ein, zwei erinnerungswürdige Szenen aus „How I Met Your Mother“ denken muss, der hat Sitcoms wohl nie geliebt… Isso? Isso.

Und auch wer all die Geschichten um die New Yorker Großstadtclique um Ted Mosby, Barney Stinson, Robin Scherbatsky, Marshall Eriksen und Lily Aldrin zwischen 2005 und 2014 verschlafen haben sollte (was eigentlich nur der zustande bringt, der nie ein TV-Gerät besessen oder ProSieben schon immer gemieden haben dürfte wie sonst nur der Düsseldorfer das Kölsch), bekommt den Achtziger-Evergreen anschließend für Tage nicht mehr aus den Gehörgängen… Ist ebenfalls so? Jawollja.

51rY5l534ML._SS500Sollte man den Song daher covern? Nun… lieber nicht. Sleeping At Last haben’s vor einiger Zeit trotzdem getan. Hinter dem vermeintlichen Band-Pseudonym verbirgt sich vor allem und – mittlerweile – schlussendlich Singer/Songwriter-Soundtüpftler und Multiinstrumentalist Ryan O’Neal aus dem US-amerikanischen Wheaton, Illinois, der sich unter dem Moniker in den letzten Jahren vornehmlich durch ausschweifend-verspulte Konzeptveröffentlichungen hervor getan hat. Hier jedoch obsiegt die pure, am Piano vorgetragene, heimelige Einfachheit.

Wen’s interessiert: Die Coverversion ist neben vielen anderen auf dem 2014 erschienenen ersten (EP-)Teil „Covers, Vol. 1“ zu finden. Und auch das zweite, zwei Jahre darauf veröffentlichte „Covers, Vol. 2“ (dieses Mal als vollwertiges Album) lohnt sich, da sich O’Neil dort – erneut im gefühligen Gewand der weißen und schwarzen Tasten – Stücke von Snow Patrol über Bob Dylan, Emiliana Torrini, die Backstreet Boys (!), George Michael, INXS bis hin zu Katy Perry vornimmt…

(Aufmerksam bin ich auf die Sleeping At Last’sche Neuinterpretation übrigens durch diese bewegende Geschichte und das dazugehörige Video geworden. Aber Vorsicht – wer nicht ganz aus Stein gemeißelt ist, sollte durchaus Taschentücher parat liegen haben…)

 

 

„When I wake up, well I know I’m gonna be
I’m gonna be the man who wakes up next to you
When I go out, yeah I know I’m gonna be
I’m gonna be the man who goes along with you

When I come home, yeah I know I’m gonna be
I’m gonna be the man who’s coming home to you
And when I’m dreaming, well I know I’m gonna dream
I’m gonna dream about the time when I’m with you

But I would walk 500 miles
And I would walk 500 more
Just to be the man who walks a thousand miles
To fall down at your door

When I’m working, yeah I know I’m gonna be
I’m gonna be the man who’s working hard for you
And when the money comes in for the work I do
I’ll pass along every cent of it to you

And when I’m lonely, well I know I’m gonna be
I’m gonna be the man who’s lonely without you
And if I grow old, well I know I’m gonna be
I’m gonna be the man who’s growing old with you

But I would walk 500 miles
And I would walk 500 more
Just to be the man who walked a thousand miles
To fall down at your door

But I would walk 500 miles
And I would walk 500 more
Just to be the man who walked a thousand miles
To fall down at your door

When I wake up, well I hope I’m gonna be
I’m gonna be the man who’s waking up to you
And when I’m dreaming, well I know I’m gonna dream
I’m gonna dream about the time i had with you…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Alli Neumann – „Merlot, Macht & Muse“


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Was andere schreiben:

„Alli Neumann ist eine lebensfrohe, ziemlich ungewöhnliche, junge Sängerin, die keine Angst hat, ihre Meinung zu sagen und zu singen. Sie stammt aus einem Hamburger Hippie-Haushalt, hat schon ihr ganzes Leben lang Musik gemacht, restauriert in ihrer Freizeit gerne Antiquitäten oder schraubt an Autos herum, kauft sich nichts Neues und ist eine absolute Überlebenskünstlerin. Wäre sie die Tochter zweier deutscher Musiker, wären ihre Eltern wohl Rio Reiser und Nena.“ (hier)

„Als Alli beginnt Musik zu machen, liebt sie Blues. Während andere Mädchen mit 12 nach der Schule ins Einkaufszentrum oder den Reitstall fahren, probt sie auf dem Ton-Steine-Scherben-Hof eigene Songs, die Rio Reisers Bassist Jochen Hansen produziert. Er hatte Alli bei einem Straßenkonzert entdeckt. Wenig später trifft sie Franz Plasa. Mit ihm nimmt sie ein Album auf, das nie veröffentlicht wird.

Über Franz Plasa lernt Alli Kim Frank kennen. Der ehemalige Frontmann von Echt ist mittlerweile Autor und Regisseur. Obwohl sie noch nie zuvor geschauspielert hat, besetzt Frank sie für eine der beiden Hauptrollen in seinem ersten Spielfilm ‚Wach‘, der nur ein paar Wochen vor ihrem ersten EP-Release erscheint.“ (hier)

„Alli ist 20+. Sie ist Veganerin und kauft die nächsten 10 Jahre nur Secondhand. Darüber hinaus ist sie unglaublich lässig. Alli ist Rotzgöre und blondes Gift. Und dazu macht Alli jetzt die passende Musik. Weil Alli meint, das mit der lieblichen, friedlichen, mit allem außer dem lästigen Liebeskummer einverstandenen Popmusik war’s eine Weile ganz schön, aber jetzt ist vielleicht doch mal wieder Zeit für eine Alternative und Krawall. Diese Alternative will Alli Neumann sein.“ (hier)

Was sie selbst meint:

„Es ist mal wieder Zeit für ein bisschen Krawall. In Deutschland gibt es gerade wieder diese seltsame Nachkriegsrudiment-Idee, Musik sei nur dazu da, um sich abzulenken. In den 80ern waren wir da schon viel weiter. Ich bin bestimmt nicht mega politisch, aber ich fühle mich politisch. Ich will zum Beispiel zehn Jahre lang keine neuen Klamotten kaufen, nur Second-Hand-Sachen. Ich ernähre mich vegan. Und ich lebe so selbstbestimmt, dass man vermutlich das Label ‚Feministin‘ draufpacken könnte. Trotzdem will ich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger nerven. Ich find’s cooler, wenn man einfach eine Alternative lebt und andere dadurch vielleicht inspiriert.“

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Fakt ist: Sollte es die Wahl-Flensburgerin mit ausgeprägtem Bewusstsein fürs Nachhaltige richtig anstellen, so dürfte ihr in Zukunft ein gutes Stück vom bundesdeutschen Pop-Kuchen zustehen. Eine feine Prise Poppunk-Rotz der Duftmarke Jennifer Rostock, ein wenig vom quietschvergnügten NDW-Revival-Flair á la Mia. (allerdings – bislang – ohne das permanent Nervig-überdrehte von deren Frontdame), eine Ahnung von melancholischem Tiefgang, etwa wie bei den bereits weiter oben erwähnten Ton Steine Scherben – die Mischung, welche Alli Neumann bislang in ihren ersten beiden EP-Vorboten „Is ok“ und „Merlot, Macht & Muse“ präsentiert, scheint vielversprechend.

Und wenn es mit der Musik nicht klappen sollte? Bleibt eventuell immer noch die Schauspielerei. Oder die quirlige Blondine eröffnet ihren eigenen veganen Second-Hand-Laden in Flensburg, stellt eine Bank an den Eingang, um sich von da aus die Sonne in den Fair-Trade-Kaffee scheinen zu lassen…

Peace Out.

 

 

Rock and Roll.

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