Archiv der Kategorie: Klassiker des Tages

Klassiker des Tages: Enik – „The Seasons In Between“


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Was macht eigentlich Enik mittlerweile? Zugegebenermaßen ist das weder eine Frage, die ich mir in den vergangenen Jahren tattäglich gestellt habe, noch eine, die mich spät nachts schweißgebadet aufwachen ließ…

Würde man nicht tief(er) graben, so könnte man den Eindruck bekommen, der vielseitige 39-jährige Indie-Musiker, auf dessen Münchner Klingelschild wohl eher der Name „Dominik Schäfer“ notiert sein dürfte, hätte den kreativen Künsten längst abgeschworen. Doch bereits eine kleine Netz-Recherche zeigt, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Nach ersten musikalischen Ausrufezeichen 2004 als Co-Songwriter (falls man diesen Begriff im IDM-Fach verwendet kann) für vier Stücke auf dem Funkstörung-Werk „Disconnected“, mit den 2006 beziehungsweise ein Jahr drauf erschienenen Enik-Alben „The Seasons In Between“ und „Chainsaw Buddha“ (mehr dazu gleich) sowie einer Kollabo mit Fanta4’s Esoterik-Vorsteher Thomas D für den Song „Vergiftet im Schlaf“ (welcher wiederum gar Teil des Soundtracks für den mäßig erfolgreichen Hollywood-Film „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ war) standen dem Indie-Newcomer plötzlich so einige Türen offen. Und doch entschied sich Dominik „Enik“ Schäfer dazu, zuerst sein kreatives Heil im Jazz (mit dem Chris Gall-Trio), danach im Theaterfach, in dem er über die Jahre mehr als ein Dutzend Theaterstücke als Komponist und musikalischer Leiter im deutschsprachigen Raum mit seinem Sound bereicherte, unlängst sogar als Soundtrack-Komponist („Five Years“ – der 2018 veröffentlichte Score zur Dokumentation „5 Jahre Leben“von Regisseur Stefan Schaller über den unschuldigen Guantanamo-Sträfling Murat Kurnaz) zu suchen. Beinahe logisch, dass der aufs Vorsortieren abonnierte Mainstream-Hörer von alledem kaum etwas mitbekam…

the-seasons-in-between.jpgUnd doch liegen Eniks wohl kreativste Glanzlichter bereits mehr als eine Dekade zurück: seine Alben „The Seasons In Between“ und „Chainsaw Buddha“ (das 2011er Werk „I Sold My Moon Boots To A Girl From Greece“ soll zwar nicht unerwähnt bleiben, kann jedoch in Gänze kaum mit den beiden mithalten). Eines sollte jedoch stets klar sein: Fordernd ist Eniks Kunst zu jedem Zeitpunkt, denn wer eines der erwähnten Alben hört, der könnte (vor)schnell den Eindruck bekommen, dass soeben gefühlte siebzehn Langspieler gleichzeitig abgespielt werden: derber Garagenpunk, schleppende Industrial-Beats, torkelnde Jazzstreicher, sanft säuselnder Folk, schwülwarmer Funk, Kraut- und Glamrock, nerdige Zappa-Klassik, indietroniges Elektroblubbern, feinstes Düster-Crooning – Unterforderung darf man getrost anderswo suchen. „Da meint man fast Bon Ivers Stimmwelt, Nick Caves Abgründe, Radioheads Elektronik und Bowies spätes Timbre rauszuhören.“ (Der aktuelle Presstext fasst es dankenswerterweise recht gut zusammen, vergisst eventuell sogar noch, mit Referenzen wie Tom Waits, Prince, Faith No More oder Peter Gabriel weitere Ränder abzustecken.)

Und doch ist einer der schönsten, einer der berührendsten Momente in Eniks bisherigem Schaffen gerade in der Reduktion, im Titelstück von „The Seasons In Between“ zu finden: „I’m a stranger in autumn / I was born in spring / I forgot the name / Of the seasons in between“ – eine einsame Akustikgitarre und Streicher umgarnen Schäfers so wunderbar unperfekte, windschief-raue Stimme, erst gen Ende darf das Schlagzeug dazu poltern, und schließlich alles in sich zusammen stürzen. Ich meine: Gelungener kann man seit 2006 den nahenden Herbst kaum einläuten.

[Übrigens meldet sich Enik in Kürze – genauer: am 8. November – tatsächlich mit (s)einem neuen Album „The Deepest Space Of Now“ zurück. Der erste Höreindruck anhand des Songs „99th DREAM“ ist ein durchaus positiver, und lässt mit (s)einer Vier-Minuten-Irrfahrt von TripHop über Indietronica bis hinein in die Siebziger (immerhin wartet der Schlussteil mit glamourösen Streichern auf!) auf einen ganz ähnlichen musikalischen Freifahrtsschein in die kreative Nervenheilanstalt wie Eniks erste Werke schließen…]

 

 

„Excuse me, I forgot your face
Was it love or just a passing through the dark?
I’m a stranger in autumn
I was born in spring

I forgot the name of seasons in between
Someone said it’s good for growing
Someone said it’s good for going
Someone said it’s good for growing

I love you, that’s why I can’t see you fail
And I swear, I won’t stand here to the essence of your heart’s fade away
I’m a stranger in autumn
I was born in spring

I forgot the name of seasons in between
Someone said it’s good for growing
Someone said it’s good for going
Someone said it’s good for growing

Someone said it’s good for growing
Someone said it’s good for going
Someone said it’s good for growing
Someone said it’s good for…..“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jeff Buckley – „Lover, You Should’ve Come Over“ (live)


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Gestern vor exakt 25 Jahren – also am 23. August 1994 – erschien mit Jeff Buckleys Debütwerk „Grace“ eines jener Alben, welche zu Zeiten ihrer Veröffentlichung weitaus weniger musikalischen Staub aufwirbelten als in den Jahren danach – was wohl einerseits an Buckleys viel zu frühem Tod 1997 zusammenhängen mag (dazu habe ich vor einigen Jahren schon mal ein paar Zeilen geschrieben), zum anderen natürlich mit dem Album selbst (auch zu diesem – anlässlich des 20-jährigen Jubiläums – gab’s seinerzeit auf ANEWFRIEND einige Worte). Denn wer, der je das Glück hatte, Jeff Buckleys meisterhafter Interpretation des Leonard-Cohen-Songs „Hallelujah“ zu lauschen, könnte diese einzigartige Stimme, dieses fulminante Gespür, diese Ahnung von unglaublichem Talent je wieder vergessen? Diese Tragik, dass Buckleys Leben – übrigens wie das seines Vaters Tim, der mit gerade einmal 28 Jahren starb – viel zu früh endete, und er der Musikwelt zwar „Grace“, jenes Meisterwerk mit all seinen Ewigkeitsstücken wie „Lilac Wine“, „So Real“, „Dream Brother“, „Last Goodbye“ oder „Eternal Life“, schenkte, jedoch alles kreativ Kommende im Nebel der unvollendeten Versprechungen hinterließ? Doch am Ende ist auch das der Stoff, aus dem Legenden gewoben werden – siehe Jimi Hendrix, siehe Janis Joplin, siehe Kurt Cobain, siehe Elliott Smith, siehe John Lennon, siehe…

Den 25. Geburtstag von „Grace“ nahm Columbia / Legacy Recordings nun zum Anlass, allen Streaming-Freunden ein um etliche Fan-Favoriten erweiterten Backkatalog digital zugänglich zu machen – wozu natürlich nicht nur „Grace“ selbst sowie den postum veröffentlichten Nachfolger „Sketches For My Sweetheart The Drunk“ zählen, sondern auch die ein oder andere Live-Show, welche nicht selten bereits jahrzehntelang als Bootlegs durch Fan-Kreise geistern – mehr Infos findet man etwa hier.

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Einen der tollsten Songs von Grace, „Lover, You Should’ve Come Over“, hat das Label nun in einer am 19. Februar 1994 im Middle East in Cambridge, MA aufgenommenen Version – und im Musikvideo versehen mit bislang unveröffentlichten Bildern – veröffentlicht:

 

„Looking out the door
I see the rain fall upon the funeral mourners
Parading in a wake of sad relations
As their shoes fill up with water
Maybe I’m too young
To keep good love from going wrong
But tonight you’re on my mind so
You’ll never know

Broken down and hungry for your love
With no way to feed it
Where are you tonight?
Child, you know how much I need it.
Too young to hold on
And too old to just break free and run
Sometimes a man gets carried away,
When he feels like he should be having his fun
Much too blind to see the damage he’s done
Sometimes a man must awake to find that, really,
He has no one

So I’ll wait for you and I’ll burn
Will I ever see your sweet return,
Or, will I ever learn?
Lover, you should’ve come over
‚Cause it’s not too late.

Lonely is the room the bed is made
The open window lets the rain in
Burning in the corner is the only one
Who dreams he had you with him
My body turns and yearns for a sleep
That won’t ever come

It’s never over,
My kingdom for a kiss upon her shoulder
It’s never over, all my riches for her smiles
When I slept so soft against her
It’s never over,
All my blood for the sweetness of her laughter
It’s never over,
She is the tear that hangs inside my soul forever
But maybe I’m just too young,
To keep good love from going wrong
Oh lover, you should’ve come over, yeah yeah yes

I feel too young to hold on
I’m much too old to break free and run
Too deaf, dumb, and blind
To see the damage I’ve done
Sweet lover, you should’ve come over
Oh, love I’ve waited for you
Lover, you should’ve come over
‚Cause it’s not too late“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Elliott Smith – „Say Yes“


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Dem regelmäßigen Leser dieses bescheidenen Blogs dürfte über die Jahre ja bereits meine zeitweise manische Hingezogenheit zur Musik eines gewissen Elliott Smith unter die Augen gekommen sein. Und da ich bereits zigfach an der ein oder anderen Stelle darüber geschrieben habe, möchte ich hierüber auch gar nicht mehr allzu viele Worte verlieren, und – gerade heute, da aus aktuellem Anlass – natürlich lieber seine Songs selbst sprechen lassen, denn an diesem Tag wäre Steven Paul Smith, der wohl auf ewig immens einflussreiche, leider viel zu früh verstorbene Singer/Songwriter, 50 Jahre alt geworden.

(Aus diesem Grund erschienen just heute auch erweiterte – digitale – Deluxe Editions der Alben „XO“ und „Figure 8“ – mehr Infos hier…)

Wer denn mehr lesen mag: hier gibt es einen ausführlichen Artikel, welcher sich auf Spurensuche in alle möglichen – sowohl biografischen als auch künstlerischen – Richtungen begibt, sowie hier einen recht lesenswerten anlässlich des 2017er Re-releases von Smiths wegweisendem Werk „Either/Or„. Oder eben die ausführliche Biografie „Torment Saint: The Life of Elliott Smith“ von William Todd Schultz in Buchform.

Wer mehr schauen mag: die 2015 erschienene Dokumentation „Heaven Adores You“ ist eine gute Anlaufstelle – sowohl für Smithologen als auch für Neueinsteiger.

Happy Birthday, Elliott. Und, ja klar: Danke für deine Musik. Du wirst vermisst. Gone but not forgotten. 🖤

 

 

Rock and Roll.

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Klassiker des Tages: Emmy The Great – „First Love“


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Lang nichts mehr gehört von Emmy The Great, oder? Schließlich liegt die Veröffentlichung von „Second Love„, dem dritten Longplayer der mittlerweile 35-jährigen Musikerin, auch bereits drei Jahre zurück. Nun, untätig war Emma-Lee Moss in all der Zeit keineswegs…

EmmytheGreatFirstLoveDoch erinnern wir uns zurück ins Jahr 2009, als die Indie-Singer/Songwriterin, geboren in Hong Kong und aufgewachsen in London, mit Songs wie „We Almost Had A Baby“ oder „First Love“ von sich hören machte. Prädikat: die melancholische Schwester von Kate Nash (deren Mini-Fräuleinwunder-Karriere ja etwas eher begann und Emmy The Great somit stilistisch den Weg ebnete), mit Stücken voller Witz, Haken, Hooklines und Anspielungen. Nachzuhören auf dem auch heute noch feinen Erstling „First Love„, oder etwa dem Nachfolger „Virtue“ (dieser wiederum handelt zu großen Teilen davon, dass Moss‘ Verlobter sie kurz vor der Trauung verließ, um sich fortan ganz und gar Gott zu widmen). Dass Emmy The Great danach ganze fünf Jahre verstreichen ließ, bis sie mit „Second Love“ (sic!) Album Nummer drei in den Plattenregalen platzierte, welches, wenn man so mag, stilistisch ein elektronisch-abgekühltes Mittdreißiger-Update des Debütwerks darstellt,  dürfte wohl vor allem daran liegen, dass Emma-Lee Moss den Luxus genießt, mit Hong Kong und London zwei Heimatstädte zu haben, zwischen welchen sie immer wieder pendelt (und in ersterer mittlerweile sogar auf Kantonesisch trällert), zum anderen auch daran, dass die umtriebige Künstlerin so ganz nebenbei auch fürs Radio, Fernsehen, für Filme, Computerspiele und fürs Theater Kompositionen liefert. Chapeau!

Trotz alledem wird wohl der Titelsong von Emmy The Greats Erstlingswerk, in dem die ehemalige Straßenmusikerin von einem juvenilen Techtelmechtel zu Leonard Cohens „Hallelujah“ singt, auf ewig ihre tollste Nummer bleiben…

(Ach so, bevor ich’s vergesse: Ich brauchte selbst einen kleinen Schubs, um mich mal wieder auf die großartige Emmy zu besinnen. Dieser wiederum kam durch diesen Artikel, in dem Foreignfox-Sänger Johny Watt seine drei persönlich liebsten Platten präsentiert. Und neben There Will Be Fireworks und den Antlers ist eben auch Emmy The Great auf dem Treppchen vertreten…)

 

 

 

„I remember how we met
But your name I forget
Like the door that I have kept unopened

I remember it was wet
And the swelt, and the sweat
And the shelter of the bed we cloaked in

You were stroking me like a pet
But you didn’t own me yet
And the tape in the cassette deck was choking
Spat out a broken hallelujah

But I’ve seen the way the earth
Throws its aces with a curve
You were waiting for the words
To come to yer

Just to say that you prefer to be lonely
To be cursed
And to do the very worst you can do

Yeah I remember you like a verse
That I didn’t want to learn
I just looked into your eyes
And I knew yer

Now the thought of you is burnt
On my body from the first time you did rewind that line
From ‚Hallelujah‘
The original Leonard Cohen version

Well I wish that I never met you that day
You said I have a room, I have music to play
I have a room let me show you the way
I wish that I’d never come

But now that I have, I would do it again
And I would forget that I’d piss on a grave

I would forget that I’d piss on a grave
And the words as they came to my tongue were

Hallelujah! Hallelujah!
And the sky was so much bluer
Hallelujah! Hallelujah!
And the world was so much newer

You said I have a room
At the top of the stairs
I have a room with a view
I know we all have a cross that we bear
And I’d like to show it to you

And you left me in the light
And you met me in the light
And we only had a night between the two

You were waiting for the worst
You were listening for a curse
But the only thing I heard was hallelujah

Hallelujah! Hallelujah!
And the sky was so much bluer
Hallelujah! Hallelujah!
And the world was so much newer

You said I have a room
At the top of the stairs
I have a room with a view
I know we all have a cross that we bear
And I’d like to give it to you

And I won’t forget how the sky was set
I said I have a place to go back to
La La La I will have you yet
I will carry you there if I have to

No I won’t forget no I won’t
No I won’t forget no I won’t
No I won’t forget no I won’t
No I won’t forget no

Whoa. Whoa. Whoa. W-o-o-o-ah.
First love.“

 

Rock and Roll.

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Der Vater des Bossa Nova – João Gilberto ist tot.


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Etwas Samba, etwas Jazz – aus diesen Bestandteilen schufen João Gilberto und Antônio Carlos Jobim Ende der 1950er-Jahre in Brasilien den legendären Bossa Nova. Ihr berühmtestes Lied: „The Girl From Ipanema“.

 

Seine leichte und doch melancholische Musik hat Brasiliens kulturelle Szene wie kaum eine zweite geprägt und wurde schließlich auf der ganzen Welt gespielt. Nun ist die brasilianische Bossa-Nova-Legende João Gilberto im Alter von 88 Jahren gestorben. Dies teilte sein in den USA lebender Sohn João Marcelo auf Facebook mit:

Der am 10. Juni 1931 in Juazeiro im Bundesstaat Bahia geborene João Gilberto Prado Pereira de Oliveira, dessen Markenzeichen sein nuancierter, ausgesprochen leiser Gesang war, musizierte unter anderem mit dem Saxofonisten Stan Getz und dem Sänger und Komponisten Antônio Carlos Jobim (nach welchem übrigens der internationale Flughafen von Rio de Janeiro benannt wurde). Mit den beiden nahm Gilberto mehrere Alben auf – eines der gemeinsamen Stücke ist das weltberühmte „The Girl From Ipanema“ (vom 1964er Werk „Getz/Gilberto“), zu dem seine damalige Frau Astrud Gilberto den Gesang beisteuerte. Bekannt wurde das Lied im Herbst 1964, als sie es bei einem Konzert in der renommierten New Yorker Carnegie Hall vortrug. Selbst US-Entertainer Frank Sinatra übernahm „The Girl From Ipanema“ – nebst vielen anderen Künstlern – drei Jahre später in sein Repertoire (allerdings natürlich erst, nachdem der portugiesische Text ins Englische übersetzt wurde).

Aber auch für andere Hits wie „Desafinado“ und „Chega de Saudade“ war João Gilberto verantwortlich. Der Mann, der mit 14 Jahren seine erste Gitarre bekommen hatte, sich anfangs noch mit Gelegenheitsjobs durchschlug und recht schnell ein eigenes Gitarrenspiel, das Rhythmen des Batucada und Samba kreuzte, entwickelte, nahm bis zuletzt Dutzende Alben auf. Für sein Werk wurde er mit zwei Grammy-Awards ausgezeichnet, sechsmal war er nominiert.

Fast zwanzig Jahre lebte Gilberto in den USA – mit einer zweijährigen Unterbrechung in Mexiko. Ende 1979 kehrte er in seine brasilianische Heimat, nach Rio de Janeiro, zurück. Zuletzt lebte der Musiker Medienberichten zufolge dort zurückgezogen sowie schwer krank und hoch verschuldet. Einen seiner letzten Auftritte hatte er 2008 in Salvador de Bahia – die Karten für die Tour zum 50. Geburtstag des von ihm in die weite Welt getragenen Bossa Nova waren in weniger als einer Stunde ausverkauft…

Mach’s gut, João Gilberto!

 

 

Interessierten sei übrigens der 2018 veröffentlichte Dokumentarfilm „Wo bist du, João Gilberto?“ ans Herz gelegt, in dem sich der Schweizer Georges Gachot, welcher wiederum durch das Buch „Hobalala: Auf der Suche nach João Gilberto“ des deutschen Autoren Marc Fischer von 2011 auf Gilbertos Leben aufmerksam gemacht wurde, auf die Spuren des legendär-mysteriösen Vaters des Bossa Novas in dessen brasilianische Heimat begibt…

(einen informativen Artikel zum Doku-Film findet man etwa auf welt.de…)

 

Rock and Roll.

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Vor zwanzig Jahren…


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Gemälde: Chad Patterson

Californication„, das siebente Studiowerk der Red Hot Chili Peppers, erschien – auf den Tag genau – gestern vor zwanzig Jahren (also am 7. Juni 1999). Mir kommt’s wie eine gefühlte Ewigkeit vor, und trotzdem verbinde ich viel Inniges, massig Prägendes mit diesem Meisterwerk von Langspieler. Hier die Worte, welche mir spontan – und in einem fixen Facebook-Post – in die Tastatur flossen:

Alter, 20 Jahre… Zwanzig. ZWANZIG! Eine ganze Adoleszenz ist das her!
Damals an Tag 1 nach dem Schulbesuch im lokalen Expert-Elektrofachmarkt – sächsische Provinz zwar, aber den hatten wir zumindest! – käuflich erstanden, berauscht durch die Comeback-Vorabsingle „Scar Tissue“ – und seitdem ohne Umschweife immer wieder neu in John Frusciantes Gitarrenspiel verliebt. „Califonication“ bleibt auch zwei Dekaden nach Erscheinen ein formvollendetes, mit etlichen feinen Details versehenes – und doch recht pures, mit wenig Effekten versehenes – Meisterwerk mit Melodien für gleich etliche Trips ins  Nirwana. Von „Around The World“ bis „Road Trippin‘“ – all killer, (almost) no filler. Wie schade ist’s daher, dass Frusciante von Bord der MS Chili Pepper gegangen ist, die Gitarre, deren Saiten er wie kein anderer mit Seele zu füttern vermag, beiseite gestellt hat – und sich nun verqueren elektronischen Experimenten stellt. (Eine Schande! Ein Frevel! Als hätte Leonardo Da Vinci sich irgendwann als Stuhl-Designer für IKEA beworben!) Ohne ihn – und mit seinem früheren Adlatus John Klinghoffer an der Gitarre – mögen die Chili-Schoten um Anthony Kiedis, Flea und Chad Smith zwar noch ähnliche Musik zustande bringen – aber irgendwie ist’s nix Halbes, nix Ganzes mehr, denn ein Unikum wie Frusciante ersetzt nicht mal der talentierteste Saitenberserker (oder -schamane)…
*hach* Zwanzig Jahre, zwei Dekaden! Kaum zu glauben. Mit einer nostalgischen Träne im AUX-Eingang, und noch immer voll der Bewunderung, wieviel Zauber doch einer knappen Stunde Rockmusik innezuwohnen vermag (sowie wohl noch zig weiteren Anekdoten, die ich hierzu erzählen könnte) verbleibe ich…

 

 

Rock and Roll.

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