Archiv der Kategorie: Der Einstieg

Song des Tages: Ages And Ages – „Divisionary (Do The Right Thing)“


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Es gibt ja diese Bands und Künstler, die nur mit der Macht ihrer Stimme(n) wahre Orkane und (innerliche) Jubelstürme entfachen können. Der abseits der Bühne eventuell leicht spinnert und versucht wirkende Einar Stray und sein vielköpfiges Einar Stray Orchestra etwa. Sufjan Stevens natürlich, der es seit beinahe zwanzig Jahren (und gefühlt ebenso vielen stilistischen Richtungswechseln) kaum weniger gut versteht, gleichsam zu verwirren und verzücken. Die (leider) auf Eis gelegten PHOX um Ausnahmestimme Monica Martin. Oder meinetwegen – wer’s poppiger, leichter und etwas zugänglicher mag – auch Lake Street Dive. Und natürlich Ages And Ages.

Klar, die vor zehn Jahren gegründete Band aus dem US-amerikanischen Portland, Oregon hat es trotz immerhin vier ebenso feiner wie unterschiedlicher Alben (zuletzt erschien im April „Me You We They„) bislang nicht zur „großen Nummer“ der Marke Mumford & Sons geschafft, und findet ihre Bühnen auch nach einer gemeinsamen Dekade noch immer eher in kleinen Indie-Clubs denn in den großen Stadien – was der Indiefolk-Band ja andererseits auch mehr künstlerische Freiheiten lässt…

71MXs6K5mCL._SS500_.jpgUnd die nehmen sich Bandleader Tim Perry (Gesang, Gitarre) und seine mal vier, mal fünf, mal sechs, mal noch mehr Mitmusiker-Ladies und Gentlemänner in der Tat. Bestes Beispiel: Der Song „Divisionary (Do The Right Thing)“ vom zweiten, 2014 erschienen Werk (fast) gleichen Titels, „Divisionary„. In diesem bietet das recht lose Band-Kollektiv aus dem Nordwesten der US of A lebendigen, pastoralen Folk-Pop, der mit seinem mehrstimmigen Gesang und seiner weihevollen Würze wahlweise als beinahe als kirchlicher Kanon oder dezent hippie’esker Choral von der himmelsstürmenden Güteklasse der Mamas & The Papas durchgehen könnte. Dass all das – gerade heutzutage – mit seinem entrückten Charme der Sechziger (oder wahlweise Siebziger) leicht aus jeglichem Zeitgeist gefallen wirkt, dürfte – übrigens ebenso wie der Fakt, dass die vornehmlich fröhlichen Melodien nicht selten in derben Kontrast mit oftmals traumatischen, ernsten Themen treten – wohl nur die verwundern, denen nicht bewusst ist, dass die Ages And Ages’sche Homebase Portland (und deren Kulturszene) ohnehin im Gros schrägere Leute als im Rest der Vereinigten Staaten beheimatet. Da passen denn auch Selbstbeschreibungen wie „Raw Choral Pop“ und „Brisk Indie Folk“ recht gut ins Gesamtbild…

Schlussendlich bleiben feine Songs mit noch feineren Melodien, die sich hier und da über Tage hinweg in den Gehörgängen festsetzen. Wieso es Ages And Ages nichtsdestotrotz noch nicht über den Status der Kritikerlieblinge und des geflüsterten Geheimtipps hinweg geschafft haben? Nun, große Bands müssen nicht „groß“ sein, um großartig zu sein. Isso.

 

Hier gibt’s das Musikvideo…

 

…sowie eine Live-Version, die zeigt, welche Kraft der Song gerade im (vergrößerten) Kollektiv und außerhalb irgendwelcher recht klinischen Studio-Türen entwickeln kann:

 

„Do the right thing
Do the right thing
Do it all the time
Do it all the time
Make yourself right
Never mind them
Don’t you know you’re not the only one suffering

I see you up again wandering so diligent
Y‘ crossing your T’s as though it weren’t irrelevant
They say formality, this is what they really meant:
They can be the walk
We can, we can be the pavement

Do the right thing
Do the right thing
Do it all the time
Do it all the time
Make yourself right
Never mind them
Don’t you know you’re not the only one suffering

So what you’re up against all the disingenuous
They wave you along and say there’s always room for us
But we know better then, than to take ‚em serious.
Still don’t let’em make you bitter in the process

And when the light is up, this is how it oughta be
We’ll make it alright, they’ll come around eventually
They say it’s nothing, but that ain’t the reality
They may take us on but they can never take us easy

They ain’t moving, they’re just moving around
So if you love yourself, you better
Get it out
Get it out
Get it out
Get it out
Now

Do the right thing
Do the right thing
Do it all the time (do the right thing)
Do it all the time (do it all the time)
Make yourself right
Never mind them (do it all the time)
Don’t you know you’re not the only one suffering

Do the right thing
Do the right thing (I hear a higher calling)
Do it all the time (Better here than there, I guess)
Do it all the time
Make yourself right (some time)
Never mind them (some time)
Don’t you know you’re not the only one suffering…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: American Football – „I Can’t Feel You“ (feat. Rachel Goswell)


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Foto: Promo / Atiba Jefferson

Zugegeben: American Football lassen sich gern Zeit. Das mag wohl vor allem daran liegen, dass sich ihr Frontmann Mike Kinsella über die Jahre mit den Neunziger-Emo-Rock-Urgesteinen Capt’n Jazz, anderen Band-Projekten wie Joan Of Arc, Owls oder Owen sowie seinen Solo-Ambitionen so einige musikalische Nebenbaustellen aufgebaut hat(te). Dass da für American Football kaum Zeit übrig blieb, und somit zwischen 2000 und 2014 eine Brachperiode der Auszeit veranschlagt wurde, kommt wohl in den besten kreativen Familien vor. Und seien wir ehrlich: so richtig vermisst hatte die stets auf emo-lastige Schwermut getrimmten Indierocker aus dem US-amerikanischen Champaign, Illinois ja irgendwie auch niemand…

Allerdings ist es doch schön, dass Mike Kinsella (Gesang, Gitarre), sein Bruder Nate Kinsella (Bass) sowie Steve Holmes (Gitarre) und Steve Lamos (Schlagzeug, Trompete) seit nunmehr fünf Jahren wieder gemeinsam Proberäume und Bühnen teilen. Gut, auch heute ist ihr Tempo eher das einer Schnecke denn das eines Formel-1-Gefährts, aber immerhin: das zweite, simpel „American Football (LP2)“ betitelte Album erschien 2016, und im März schob das Quartett „American Football (LP3)“ nach. Hört, hört!

AmericanFootball_LP3.jpgUnd bleiben sich die mittlerweile nicht mehr ganz so jungen Herren (Mike Kinsella etwa taugt mit seinen 42 Lenzen eher zum Emo-Gran Señor) schon bei den Albumtiteln treu, so sieht beim Äußeren, dem Albumcover, kaum anders aus – obwohl sich auf „American Football (LP3)“ durchaus etwas getan hat: Schlich man beim 1999er Debüt noch unruhig vor dem Haus herum (im Übrigen eine gar nicht so spektakuläre Bude, die sich in der Nähe des ehemaligen Studienortes der Bandmitglieder befindet, und für Fans im Nachgang zu einer Art Wallfahrtsort wurde) und wurde man – nach schlappen 17 Jahren Wartezeit! – zur Veröffentlichung von „American Football (LP2)“ endlich höflichst reingebeten, zieht es das dritte Werk des Trios aus Illinois zurück nach draußen, direkt in die Natur: Eine neblige, fast schon mystische Landschaftsaufnahme eines Feldes in der Nähe des Heimatortes Urbana ziert nun das Cover, sanft fließen die Farben ineinander und sorgen für einen beruhigenden, wenngleich höchst melancholischen Gesamteindruck. You may now call it Shoegaze-Pop. Die acht Stücke des Dtittwerks lassen sich eine gute Dreiviertelstunde Zeit, während die Indierock-Band sich instrumental mal ein wenig in Richtung Post-Rock verschiebt, mal gaaaaanz sachte in Math-Rock’sche Gefilde wagt, während Kinsella von verschwindender Liebe, von Vergänglichkeit oder vom Älterwerden singt, und sicherlich nicht wenigen Fans dieses „ewigen Geheimtipps“ bei Songs wie dem Opener „Silhouettes„, „Uncomfortably Numb“ (im Duett mit Paramore-Frontfrau Hayley Williams), „Heir Apparent“ oder „Every Wave To Every Rise“ (ein weiteres Duett, diesmal mit der Franko-Kanadierin Elisabeth Powell) ein zart-wehmütiges Seufzen entlocken dürfte. Ja, so eine vertonte Midlife Crisis kann durchaus wunderschön klingen…

Der dritte Duett-Song des Album, „I Can’t Feel You“, für welchen American Football keine Geringere als Slowdive-Stimme Rachel Goswell gewinnen konnten, bekommt nun gar ein durchaus gesellschaftskritisches Musikvideo spendiert.

Regisseur David M. Helman kommentiert dieses so:

„Als ich den Song zum ersten Mal hörte, war ich sofort von Mikes Lyrics eingenommen. Ich wollte das beschriebene Gefühl der modernen Isolation unbedingt visualisieren. Wir haben uns für eine gleichzeitig echte wie surreale Darstellung entschieden. Das Ergebnis ist ein impressionistisches Portrait der wachsenden Welle an Einsamkeit, die durch die Geräte herbeigeführt wird, die uns eigentlich verbinden sollen. Eine Lichtquelle in unserer Hand.“

 

 

„The whispers unfold (I can’t hear you)
Pained and pleading (I can’t see you)
So self-defeating (I don’t need you)
I miss communication, uh-oh
A grim conversation is inevitable

The whispers unfold (I can’t hear you)
Antagonist unknown (I can’t read you)
If every quarrel’s braced alone (I don’t believe you)
Is this communication?

I’m fluent in subtlety
I can defuse most anything, but you made my head explode
(Amass clean miscommunication)

I can’t hear you
I can’t see you
I can’t feel you
I don’t know you…“

 

Rock and Roll.

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Ne „NaNaNaNa“-Debatte! Ne „NaNaNaNa“-Debatte!


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(gefunden bei Facebook)

 

NaNaNaNa, meine Herren – es sind doch genug NaNaNaNa’s für alle da!

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Hozier – „Movement“


Videoclip-Hozier-Movement

Hoziers Geschichte an die Spitze der Charts liest sich tatsächlich wie ein modernes Indie-Film-Drehbuch der Marke „Once„: Als erfolgloser Musiker nahm der Ire Andrew Hozier-Byrne 2013 im heimischen Elternhaus in der Nähe von Dublin spät in der Nacht einen Song auf, welcher – na klar! – Verarbeitung einer schmerzhaften Trennung sowie gleichsam beißender Rundumschlag ist. Ebenjener Song gelangte in die Hände (und Ohren) von Produzent Rob Kirwan, der diesen aufhübschte und kurz darauf – auch dank eines eindringlichen Musikvideos, in dem der Newcomer Kritik an Russlands Umgang mit der LGBT-Gemeinschaft übte – ein wirklich ungewöhnlicher Hit wurde. „Take Me To Church“ war eine zwar hundseingängige, jedoch gern gehörte Abwechslung im Formatradio und machte Lust auf den ersten Longplayer des Iren, das 2014 erschienene selbstbetitelte Debütwerk. Ein launiger Mix aus Gospel, Folk, Blues und Soul, der neben „Take Me To Church“ auch zahlreiche weitere starke Stücke bot. Und danach? Ganze vier Jahre ließ sich der 29-jährige Musiker Zeit, bis er 2018 mit „Nina Cried Power“ eine EP veröffentlichte, deren Songs es nun teilweise auch auf das zweite, im März erschienene Album „Wasteland, Baby!“ geschafft haben.

R-12861893-1543369072-5392Und auch, wenn es Hozier – anders als noch beim fünf Jahre jungen Debütalbum – diesmal nicht gänzlich schafft, seine verschiedenen Einflüsse in ein konsistentes Werk zu bündeln, verbindet der Ire seine musikalischen Vorlieben aus allerlei Richtungen wie Rock, Gospel, Blues, Soul oder Folk mit politischen und gesellschaftskritischen Inhalten sowie (s)einem Gespür für hochwertigen, mal treibenden, mal süffig-schwülen, meist ungewöhnlichen Indie-Pop – spontan würde sich die vergleichende Vorstellung anbieten, dass Gary Clark Jr. ein Fleetwood-Mac-Coveralbum aufgenommen habe.

Ein einmal mehr feines Beispiel dürfte die Single „Movement“ sein: Mut beweist Hozier hier schon mit dem schleppenden Rhythmus sowie Gospel-Charme mitsamt – stilecht, stilecht – Orgel und Chor. Toll auch, wie der Song gen Ende dramatisch die Zügel locker lässt und die komplette Band-Palette von der Leine anzieht…

 

Hier gibt’s Hoziers Single „Movement“ sowie das dazugehörige Musikvideo. Darin ist erneut der russische Balletttänzer Sergei Polunin zu sehen, der 2016 bereits mit David LaChapelle für das Projekt „Dancer“ zusammengearbeitet hat, einer Performance, die seinerzeit mit Hoziers überraschendem Erfolg „Take Me To Church“ unterlegt war:

 

„I still watch you when you’re grooving
As if through water from the bottom of a pool
You’re moving without moving
And when you move, I’m moved

You are a call to motion
There all of you, a verb, in perfect view
Like Jonah on the ocean
When you move, I’m moved

When you move
I’m put to mind of all that I wanna be
When you move
I could never define all that you are to me

So move me, baby
Shake like the bough of a willow tree
You do it naturally
Move me, baby

You are the right of movement
It’s reasoning made lucid and cool
And though it’s no improvement
When you move, I’ll move

You’re less Polunin leaping
Or Fred Astaire in sequins, honey you
You’re Atlas in his sleeping
And when you move, I’m moved

When you move
I can recall something that’s gone from me
When you move
Honey, I’m put in awe of something so flawed and free

So move me, baby
Shake like the bough of the willow tree
You do it naturally
Move me, baby

So move me, baby
Like you’ve nothing left to prove
And nothing to lose
Move me, baby

Ooh ooh oooh
Ah baby, oh baby
Move like grey skies
Move like a bird of paradise
Move like an odd sight come out at night

Move me, baby
Shake like the bough of a willow tree
You do it naturally
Move me, baby

So move me, baby
Like you’ve nothing left to lose
And nothing to prove
Move me, baby…“

 

Rock and Roll.

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