Archiv der Kategorie: Auf dem Radar

Song des Tages: Sean Christopher – „A Thousand Hues“


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Neues vom britischen Singer/Songwriter-Newcomer Sean Christopher, den ANEWFRIEND bereits im vergangenen Oktober kurz vorstellte.

Wie bereits im formidablen Stück „Paper Plane Pilot“ hat sich Christopher auch für den nächsten Vorboten seines am 11. Mai erscheinenden Debütalbums „Yonder“ von der großen weiten Welt da draußen inspirieren lassen und erzählt in „A Thousand Hues“ von Liebe und Tragik gleichermaßen:

“I read a story a few years ago about a Japanese man who lost his wife during the Tsunami back in 2011. He could not find her on land and decided to take diving lessons to search the sea. I was really moved by it and ‘A Thousand Hues’ was written soon after.”

Wunderschön, oder? Ob der Akustikgitarrenklampfer da, wie ich meine, ähnlich klingt wie Coldplay-Frontmann Chris Martin zu seligen „Parachutes“-Zeiten, oder, wie an anderer Stelle gemutmaßt, eher nach Peter Gabriel oder dem jungen Sting? Völlig egal.

 

(Wer möchte, der findet den Song hier bei YouTube…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Twin Oaks – „Eighteen Minutes“


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Wer den Schnellschuss im Assoziationsurteil bevorzugt, und lediglich den vorzüglichen Song „Eighteen Minutes“ als Grundlage nimmt, der könnte mutmaßen, dass es sich bei Twin Oaks um Wiedergänger von Daughter handelt. Und würde gar nicht mal so falsch liegen, denn auch die Band aus Upland, Kalifornien macht sich – zumindest in diesem Stück, welches von der im vergangenen Jahr erschienenen „Collapse EP“ stammt – typische Daughter’sche Stilmittel zueigen: die ruhige, melancholische Soundbrise zum Einstieg, bevor GitarreSchlagzeugBass Anlauf nehmen und den Song gegen Ende in einen amtlichen, urplötzlich verebbenden Shoegaze-Klangorkan verwandeln. Und auch der Stimme von Twin-Oaks-Frontfrau Lauren Brown kann man nicht ganz absprechen, wie Elena Tonras sister from another mister zu klingen…

a1013610861_10Auch andere Referenzbands wie London Grammar (der elektronischen Unterfütterung mithilfe von Beats und Loops wegen, welche vor allem das 2015 veröffentlichte Twin-Oaks-Album „White Noise“ auszeichneten) oder Lamb (auch von den Folk-meets-Indietronic-Großtaten der britischen Trip-Hop-Koryphäen sind die Kalifornier nie weit entfernt, während Louise „Lou“ Rhodes als weitere stimmliche Schwester zu Lauren Brown nur allzu nahe liegt) lassen beim Twin Oaks’schen Indie-Dreampop eher melancholische Großstadt-Nebelschwaden denn kalifornische Feelgood-Strandatmosphäre vor dem inneren Auge vorbei ziehen. Dass Twin Oaks, die einst als Duo aus Lauren Brown und Aaron Domingo (Gitarren, Keys, Programming) an den Start gingen, mittlerweile jedoch zur vierköpfigen, um Marilyn Beltran (Schlagzeug) und Aroldo Rios (Bass) erweiterten Band angewachsen sind, bei all diesen Assoziationen und – freilich hilfreichen – Referenzen genug interessante Alleinstellungsmerkmale besitzen, dürfte jedem klar sein, der auch der jüngsten „Living Rooms EP“ (welche die Band via Bandcamp zum wahlweise kostenfreien Download anbietet) eine Chance gibt.

(Leider wurde Twin Oaks – gerade im deutschsprachigen Teil des weltweiten Netzes – bislang zu wenig Beachtung geschenkt. Wer mehr zur Band und ihren Ursprüngen wissen mag, der findet hier ein interessantes Interview aus dem Jahr 2016…)

 

 

„Eighteen minutes ago, I was standing in a dark room
Eighteen minutes ago, I was searching for a face I knew
And my hands, they shake
And my mind, it quits
As I look into the sea of overbearing dreams

Eighteen minutes ago, I was searching for something real
Eighteen minutes ago, I was wanting somewhere to feel
And my hands, they shake
And my mind, it quits
As I look into me, I’ll keep searching
Even if it kills me…“

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Glaston – „Inhale / Exhale“


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„The trick is to keep breathing.“ – das wussten schon Garbage. Und gerade innerhalb einer Band ist das gemeinsame Ein-, das gemeinschaftliche Ausatmen (man dürfte an dieser Stelle auch gern Sinnbilder von Rädchen und Zahnrädern verwenden) besonders wichtig. Stichwort: Bandchemie.

All jenes nimmt im dicht besiedelten Post-Rock-Genre noch einmal eine Sonderstellung ein, denn da die meisten ihrer Vertreter frei gewählt oft gänzlich auf Gesang verzichten, wird  der Kombination aus GitarreSchlagzeugBass (manchmal noch garniert mit elektronischen Experimenten) die Aufgabe zuteil, sämtliche Emotionen vom Proberaum übers Aufnahmestudio und die Konzertbühne mitten hinein ins Hörerherz und ins Publikum zu tragen.

Eventuell ist dies ja der Grund, wieso das aus Zürich und Basel stammende Schweizer Post-Rock-Quartett Glaston ihr im Oktober erschienenes Debütalbum „Inhale / Exhale“ getauft hat. Passend erscheint der Titel allemal, schließlich lebt ein Großteil der zehn Stücke von jenem instrumentalen Auf und Ab, vom stetigen Wechselspiel aus ruhigen intensiven Momenten.

Anders jedoch als bei vielen ihrer Genre-Kollegen lassen Glaston dem nicht selten mit Jazz-Variationen flirtenden Piano von Selina Maisch oft eine zentrale Rolle zukommen, welche Jake Gutzwiller (Gitarre), Timo Beeler (Bass) und David Preissel (Schlagzeug) wiederum mit ihren Instrumenten umweben – mal behutsam, mal wuchtig. So gelingt der seit 2013 gemeinsame Sache machenden Band der Spagat, sowohl ausgewiesene Post-Rock-Kenner, auf deren Playlist gewordenem Speiseplan ansonsten Genre-Größen wie Explosions In The Sky, Maybeshewill oder God Is An Astronaut stehen, zu überzeugen, als auch Quer- und Irgendwie-Alles-Hörer neu für sich zu gewinnen.

Der Rest? Ist gemeinsames Atmen…

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lonesome Animals – „Best Of You“


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Die Foo Fighters-Gang um Grinsebacke Dave Grohl dürfte im Laufe ihrer bisherigen Karriere (und die dauert ja nun auch schon über zwanzig Jahre an) bereits so einige Instant-Rock-Ohrwürmer geschaffen haben. Einer der größten – und hartnäckigsten – ist zweifelsohne „Best Of You„.

FOO_FIGHTERS_BEST+OF+YOU-493666Der Song, anno 2005 auf dem fünften Studioalbum „In Your Honor“ erschienen, gehört seit seiner Veröffentlichung zum festen Kern der Konzert-Setlists der Band und sorgt in schöner Regelmäßigkeit für lautstarke Publikumschöre und nicht selten feuchte Augen bei Dave Grohl und Co. (unvergessen etwa die Version, die die Band 2008 im Londoner Wembley Stadium zum Besten gab).

Auch Coverversionen finden sich bereits zur Genüge im weltweiten Netz – mal poppig und cheesy (Anastacia hätte gern auf ihr kreativfreies Eins-zu-eins-Nachspielen verzichten dürfen), mal als große Würdigung (Prince etwa baute einen Auszug aus dem Stück in seine Halbzeitshow zum Super Bowl XLI in Miami, Florida im Jahr 2007 ein).

Dass man die Rock-Hymne auch ruhig und sanft neu interpretieren kann, überrascht zwar kaum, trotzdem ist die Folk-Version von Lonesome Animals vor allem eines: sehr, sehr schön. Hinter Lonesome Animals (das Pseudonym geht auf ein John-Steinbeck-Zitat zurück) verbirgt sich die Musikerin Erin (einen Nachnamen bleibt auch eine intensivere Recherche im Internet schuldig) aus dem US-amerikanischen Illinois, welche in den vergangenen Jahren in Kennerkreisen bereits mit zwei EPs auf sich aufmerksam machte (die selbstbetitelte erschien 2010, die „Soft Light EP“ drei Jahre darauf).

Wer bei den sanften Akustikgitarrenklängen dezent an den singer/songwritenden Chefmelancholiker William Fitzsimmons denken muss, der liegt übrigens gar nicht mal so falsch, immerhin ist der Enddreißiger selbst einer der größten Fans der Musik von Lonsome-Animals-Erin und produzierte sowohl deren erste beiden EPs als auch die in Kürze erscheinende Cover-EP, auf der sich auch die Variante von „Best Of You“ befinden wird:

“The last month I’ve had the joy of producing another album for one of my favorite bands, Lonesome Animals. This project is particularly cool because it’s an extremely varied covers album. Erin, the lead singer, has a super haunting voice and I’m so proud of this work to say the least. They’ve just released one song off of the new EP. The rest will be out in the near future I believe. I hope you guys enjoy it as much as I did producing it.” (William Fitzsimmons via Facebook)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tiny Moving Parts – „Caution“


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Wer’s kurz und knapp mag, der könnte behaupten, dass Tiny Moving Parts klingen, als hätten sich die juvenilen Blink-182 entschlossen, fortan die grüblerische Neunziger-Emo-Brille aufzusetzen (und dafür auch die nicht selten witzigen Musikvideos der dreiköpfigen Band als Beweismittel B ins Feld führen). Doch ganz so einfach machen es einem die Songs der Truppe aus dem US-amerikanischen Benson, Minnesota freilich nicht. Wie wäre es stattdessen mit MathPopPunkCore als Schublade?

Fakt ist, dass Dylan Mattheisen und seine Cousins William und Matthew Chevalier seit dem im vergangenen Jahr erschienenen, vielerorts gefeierten fünften Album „Celebrate“ an so einigen Schrauben des bandinternen Sounds gedreht haben und den neuen Song „Caution“ mit allerlei hymnischen Shouts, ordentlich Gitarrero-Gegniedel und weiblichem Gast-Gesang zielgerichtet in die Gehörgänge setzen. Me likes!

 

 

„The caution tape that you’ve wrapped around my brain has continued to stay as I’m The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay as I’m waiting for a break
Constantly connecting dots
Trying my best, consuming facts
All I’ve learned is what’s done is done
And you can not change the past
Helping or hurting?
I am numb
I haven’t felt anything in days
Confusion is key as I am locked inside
Or am I just really gone?

The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay
A constant strain right behind my face
I’m still waiting for a slight break
For a slight break

And I know we’re just different
I know we’re just different
Keep drinking from the same cup
It’ll fill you up
It’ll keep you numb
Simplify the motions
Counteract the movements
Don’t think twice because this is love
This is love
This is love

The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay
A constant strain right behind my face
I’m still waiting for a slight break

You are caffeine in my bloodstream
You are the energy hidden in between two muscles sleeping
Please don’t wake me up
I miss myself too much
I miss myself too much
I miss myself too much
So please don’t wake me up
Don’t wake me up

‚Cause all I have is patience
We all lose strength someday
I’ve been waiting for a slight break“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Federico Albanese – „By The Deep Sea“


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Es gibt kaum etwas Besseres als Songs mit richtig guten Texten. Isso.

Manchmal jedoch benötigt Musik kein einziges Wort, um viel zum Ausdruck zu bringen – Freunde von Postrock-Bands wie Explosions In The Sky über Mogwai bis Mono könnten – von den USA über Schottland bis nach Japan – so einige Playlists ihrer liebsten Stücke zusammenstellen, ohne dass diese auch nur eine einzige gesprochene Silbe enthielte. Und auch Soundtrack-Fans hätten wohl bei diesem Thema die ein oder andere schwärmerische Anekdote parat – Stichworte: Yann Tiersen („Die fabelhafte Welt der Amelie“). Oder Ludovico Einaudi („Ziemlich beste Freunde“).

Apropos Ludovico Einaudi: Dessen italienischer Landsmann Federico Albanese ist ein ähnlicher Virtuose an den weißen und schwarzen Tasten (und obendrein noch, rein zufällig, sein Schwiegersohn). Natürlich weiß Albanese ebenso gut, dass einem ebenjene Virtuosität allein keinesfalls die Miete bezahlt. Also verdingt sich der aus Mailand stammende 35-jährige Komponist, Pianist und Musikproduzent, wenn er nicht gerade seinen Solo-Aktivitäten nachgeht, als musikalischer Geburtenhelfer der Untermalung von Werbejingles und Filmen.

Dass Albanese jedoch auch mit seinen Solo-Alben Gehör findet, beweist etwa die Nominierung für den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ in der Kategorie „Bestes Independent Album“ (bereits 2012 war das). Und wer hören mag, wie schön, wie melancholisch, wie träumerisch Federico Albaneses Stücke klingen, der höre sein neustes: „By The Deep Sea“.

Die vierminütige instrumentale Piano-Nummer, die sich langsam, Schicht für Schicht, aufbaut, und plötzlich in akustische Nebelschwaden entschwindet, ist Teil des im Februar 2018 erscheinenden dritten Solo-Albums gleichen Titels und wurde, so der Italiener selbst, von einem Weg inspiriert, der vom Haus seiner Mutter bis zu einem Felsen am Meer führt: „Es spiegelt viel von mir wider, übersetzt in Musik.“

Ganz, ganz großes Kopfkino, das auch ohne ein einziges Wort alles andere als stumm bleibt…

 

 

Rock and Roll.

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