Archiv der Kategorie: Auf dem Radar

Song des Tages: Ocie Elliott – „I Got You, Honey“


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Der (gar nicht mal so) Harte, die (dafür sehr, sehr) Zarte. Passt das? Hm… nein. Besser macht’s ein Reviewer wohl an anderer Stelle, als er die Songs von Ocie Elliott als „…the aural equivalent of indigo painted skies and the first summer stars“ bezeichnet.

OcieElliott-EPDenn tatsächlich sieht man bei den (unter anderem) fünf meist sparsam instrumentierten Indiefolk-Stücken, die das aus Jon Middleton und Sierra Lundy bestehende Duo aus dem kanadischen Victoria, B.C. im vergangenen Jahr auf ihrer Debüt-EP veröffentlicht hat, laue Sommernächte und ein sternenbehangenes Firmament vor dem inneren Auge vorbei ziehen, sodass Vergleiche mit Folk- und Americana-Künstlern wie Gillian Welch, Simon & Garfunkel, Angus and Julia Stone, The Civil Wars oder meinetwegen auch Mumford and Sons gar nicht mal so fehl am Platze sind…

 

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Starcrawler – „Chicken Woman“ (Live Session)


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Mein erster Gedanke: Die gruselige dürre Horror-Uschi vom Dachboden des ersten „[REC]“-Streifens (und hiermit sei bitte explizit das spanische Original gemeint!) hat’s nach draußen geschafft und im sonnigen L.A. eine tieftönende Glamrock-Band gegründet…

coverIst natürlich Quatsch. Dennoch mag einen die groß gewachsene, mit „schlaksig“ noch mild umschriebene Statur von Frontdame Arrow De Wilde gut und gern das Fürchten lehren. Und die Musik, die die Tochter von Star- und Szene-Musikfotografin Autumn De Wilde (die in der Vergangenheit unter anderem Größen von Beck, Fiona Apple, die White Stripes, Wilco, die Raconteurs bis hin zu Elliott Smith vor die Linse bekam) mit ihrer Band Starcrawler auf dem selbstbetitelten, im vergangenen Jahr erschienenen Debütwerk durch die Lautsprecherboxen jagt? Klingt, „als hätten die Cramps mit Joan Jett im Schlepptau die B-52’s im Proberaum überfallen“ (meint etwa der „Musikexpress„). Oder wie ein zwischen somnambul und Sonnenstich pendelnder Mix aus Ozzy Osbourne, den Runways, Misfits, Yeah Yeah Yeahs und Patti Smith. Klar wäre das Quartett aus dem Los-Angeles-Viertel Echo Park, wo Arrow De Wilde ihre drei milchbübigen Mitstreiter einst auf dem Schulpausenhof rekrutierte, gern so manisch, bissig und gefährlich wie einst Iggy Pop und seine Stooges, oder meinetwegen – um auch ein weibliches Role Model ins Feld zu führen – wie Brody Dalle und ihre seligen Distillers. Dafür baden die zehn Glam’n’Punk’n’Roll-Songs des Debütalbums, welches übrigens von einem gewissen Ryan Adams mit reichlich fachmännischem Retro-Chic produziert wurde, jedoch zu genüsslich im Pop. Da können de Wilde und Band-Nesthäkchen-Gitarrist Henry Cash noch so sehr ihre Liebe zu Oralsex und der Stadt der Engel besingen, pausbäckigen Hass ausspeien, juvenile Tränen vergießen und verkünden: „I don’t wanna be anything but me. I don’t wanna be cause I will do what I want.“ Da kann man noch so viele prominente Fans und Fürsprecher von Dave Grohl (Foo Fighters) über Shirley Manson (Garbage) bis hin zu Elton John vorweisen und auf der Bühne manische an das „Der Exorzist“-Mädchen (oder eben „[REC]“) gemahnende Posen und Verrenkungen aufs Parkett legen. Es bleibt düster scheppernder Pop. Der jedoch? Unterhält.

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Orchards – „Peggy“


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Der Name „Peggy“ ruft durchaus lebhafte Erinnerungen an meine DDR-Kindheit hervor.

268x0wDiese wiederum dürften Orchards wohl kaum haben. Denn zum einen ist das britische Quartett wohl ein paar Lenze jünger als der Schreiberling ebenjener Zeilen, zum anderen stammen Frontfrau Lucy Evers und ihre Jungs (Sam Rushton an der Gitarre, Dan Fane am Bass und Will Lee-Lewis am Schlagzeug) aus der englischen Küstenstadt Brighton. Trotzdem ist deren „Peggy“ ein feines, gut vierminütiges Stuck fluffig-tanzbarer Math-Pop, der zwar bereits 2016 erschien, nichtsdestotrotz auch zwei Jahre – und einige mehr via Bandcamp ins weltweite Netz gestreute Singles später – noch auf der Höhe des indie-affinen Hipster-Zeitgeistes umher schwirrt (und nur eine gefühlte Hüpfburg neben Bands wie Minus The Bear hoppelt). Quasi also die wohl bisher tanzwütigste „Peggy“ des 21. Jahrhunderts….

Und da Orchards den ersten Langspieler jedoch bislang schuldig geblieben sind (und für Juli zunächst die „Losers/Lovers EP“ angekündigt haben), darf man weiterhin gespannt sein…

 

 

„let’s take the dark road to the far side of the station
can you stop complaining about your lies yesterday?
i don’t know where you’ve been but i can see the tension
are we gonna crumble through the cracks that we share?

don’t you know, that you’re living a lie?
don’t you know, that you’re wasting my time?
make it worth it – can you stay for the night?
all i want is to be perfectly fine

i can feel it the air that you breathe
the silence, it haunts me
can’t you see that i don’t want you to leave? (so)

let’s take the long road and forget where were going
living dreams through echos, conversations in my head
i don’t know where you’ve been, always searching through this mess
are we gonna crumble through the cracks that we share?

don’t you know, that you’re living a lie? 
don’t you know, that you’re wasting my time? 
make it worth it – can you stay for the night?
all i want is to be perfectly fine

only you can hurt me
only you can help me
fly

i can feel it the air that you breathe
the silence it haunts me…

can’t you see that i don’t want you to leave?

i can feel it the air that you breathe
the silence, it haunts me
can’t you see that i don’t want you to leave? (go)“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages #2: Riley Pearce – „Elephants“


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Foto: ein Still aus diesem Video

Riley Pearce, von dem bereits Anfang des Jahres auf ANEWFRIEND die Schreibe war, hat einen neuen Song draußen. In „Elephants“, welches laut Aussage des australischen Singer/Songwriter-Newcomers von der Beziehung zu seinem Bruder handelt, zeichnet Pearce melancholische Bilder vom Alltagstrott und den kleinen Fluchtmöglichkeiten daraus… Schön.

 

268x0w„Elephants was written about my brother and I’s relationship.

He lives on the other side of the world and we always have been close so extra effort is needed now with the time difference to keep in touch. He used to collect elephants when he was a kid (little toy ones).

It got me thinking that if someone was to actually collect elephants how hard it would be but if it meant a lot to them, much like with relationships, you do what you can to make it work.“

 

Hier gibt’s das Musikvideo…

 

…und den Song in der „7 Layers“-Live-Session:

 

„I live in an old house
Down by the seaside
Work in an office
But I hate what that feels like
I collect elephants
I got nowhere to put them
But they’re important to me

And I hope you call me
When you feel alone
When you’re missing home
Send a siren out to sea
If not for you, then do it for me

Sometime I choke up on nothing but fish
Open the fridge and I know there’s nothing in there
I collect elephants
And they shit everywhere
But they’re important to me

And I hope you call me
When you feel alone
When you’re missing home
Send a siren out to sea
If not for you, then do it for me

And I hope you call me
When you feel alone
When you’re missing home
Send a siren out to sea
If not for you, then do it for me

I hope you call me
When you feel alone
When you’re missing home
Send a siren out to sea
If not for you, then do it for me“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Steve’N’Seagulls – „November Rain“


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Coverbands gibt’s ja seit eh und je wie den Sand am schwülwarmen Südseestrand. Und die meisten sind? Mäßig interessant, mittelmäßig kreativ und kaum leidlich erfolgreich.

Dass es auch anders und in der Tat ungewöhnlich geht, bewiesen bereits in den Neunzigern die Finnen von Apocalyptica, die sich schon für ihr Debütwerk „Plays Metallica by Four Cellos“ die Songs ebenjener kalifornischen Metal-Ikonen vornahmen und in Gänze sowie höchsten Konzertsaal-Ansprüchen genügend instrumental auf vier Celli darboten. Man stelle sich nur einmal das dazugehörige Publikum vor, wie es in feinster, sündhaft teuerer Abendrobe zum überschwänglichen Headbang ansetzt…

61QNOjUE0EL.jpgEine ganz ähnliche sympathische Verspultheit legen auch Apocalypticas Landmänner von Steve’N’Seagulls an den Tag. Doch anstatt von Celli bearbeiten die fünf Finnen bekannte Hardrock-Evergreens von AC/DC, Guns N’Roses, Iron Maiden, Deep Purple oder Metallica mit Akustikgitarren, Banjos, Waschbrettern und ähnlichen Instrumenten, welche man so im nordischen Hillbilly-Hinterländ finden könnte. Heraus kommen recht amüsante Bluegrass-Versionen von „Thunderstruck„, „You Shook Me All Night Long„, „Nothing Else Matters„, „Run To The Hills„, dem Foo-Fighters-Smasher „The Pretender“ oder eben dem ewig großen Guns N’Roses-Tränendrücker „November Rain“. Um nicht aus Versehen optisch mit den Originalen verwechselt zu werden, scheinen bei Steve’N’Seagulls, die das Wortspiel im Bandnamen denn mal auch bei ihren bisherigen zwei Alben „Farm Machine“ und „Brothers In Farms“ fortgesetzt haben, seltsame Hüte oder Kopfbedeckungen der Marke „überfahrenes Pelztier“ Pflicht zu sein. Die spinnen, die Polka-Finnen…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tom Lowman – „We Can’t All Be Damien Rice“


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Foto: Facebook / Gilbert Yates Photography

Den aus dem englischen Winchester stammenden jungen Singer/Songwriter Tom Lowman mag zwar – aktuell 350 Facebook-Likes sprechen da, denke ich, eine recht deutliche Sprache – kaum eine sprichwörtliche „Sau“ kennen.

Nichtsdestotrotz erzählt Lowman im feinen Song „We Can’t All Be Damien Rice“, welcher mit seinen Pointen an ebenfalls noch zu unbekannte Klampfen-Kollegen wie Will Varley erinnert und anno 2016 auf seinem Debütalbum „Tales from the Wrong Side of History“ erschien, in ehrlichen Worten vom nicht immer einfachen Schicksal eines jungen Akustikgitarren-Troubadours. Andererseits: Auch besungener Damien Rice musste sich sein heutiges Standing durch so einiges Straßen-Busking und die ein oder andere Ochsen-Tournee kreuz und quer durch Europa (und später darüber hinaus) erst redlich verdienen… Never give up singing, even though no one seems to listen.

 

 

Rock and Roll.

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