Song des Tages #2: Josh Kumra – „Stubborn Love“


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Man könnte meinen, Josh Kumra hätte alles erreicht, wovon so ziemlich jeder Singer/Songwriter träumt, nachdem er die UK-Charts anführte, bei „Later With… Jools Holland“ aufgetreten und ausgiebig durch Europa getourt ist. Als „Don’t Go„, seine Zusammenarbeit mit dem Rapper Wretch32, 2011 in Großbritannien zu einer Nummer Eins wurde, fand sich das Nachwuchs-Talent aus dem englischen Swindon, Wiltshire im Alter von zarten 19 Jahren plötzlich mit einem Plattenvertrag ausgestattet bei einem Majorlabel wieder. Die meisten würden jetzt vielleicht denken, dass das als Musiker die Definition von „es geschafft zu haben“ sei. Für Josh Kumra, dessen Name bereits seine indischen Wurzel erahnen lässt (sein Großvater stammt aus Neu-Delhi), brachte der plötzliche Erfolg den Druck mit sich, das vielbeschworene Momentum zu nutzen, anstatt ausreichend Zeit zu haben, an seinen Songs zu feilen, die seine Lebenserfahrungen widerspiegeln und schlussendlich ein „ehrliches“ Album zu erschaffen, so, wie er, der Künstler wie Tracy Chapman oder Jimi Hendrix zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt, es sich immer vorgestellt hatte.

„Auf halber Strecke, als ich mein Album fertig stellte, merkte ich, dass ich versuchte, zu vielen Leuten zu gefallen. Aber ich realisierte, dass es bereits zu spät war, etwas dagegen zu unternehmen“, sagt Kumra über sein 2013 erschienenes Debütalbum „Good Things Come To Those Who Don’t Wait“.

Nach der Veröffentlichung des Albums und einer Tournee durch Europa rang Kumra mit der Idee, der Musiker oder der Popstar zu sein, den die Leute in ihm sahen. Der ursprüngliche Wunsch, Musik aus seinem Herzen zu schreiben, ging so zunächst auf erwähnter „halber Strecke“ und aufgrund der Vielzahl an Meinungen und Erwartungen unter. Das traurige Zwischenfazit: Er zog aufs Land und veröffentlichte lange Zeit keine neue Musik.

„Ich hatte immer im Kopf, dass ich mich nach der Veröffentlichung des Albums aus der Stadt zurückziehen, mein eigenes kleines Studio gründen und ein paar Songs für mich schreiben und aufnehmen würde. Ich habe nur etwas länger gebraucht als erwartet.“

josh-kumra-stubborn-loveDie Songs seiner für April 2020 angekündigten „Pull Me Back In EP“ werden seine ersten musikalischen Lebenszeichen seit sechs Jahren sein – vier Songs, die genau das sind, was sie sind, und genau das tun, was der Titel erahnen lässt: Josh zurückzubringen.

„Mein Wunsch war es, auf die Anfänge als Autor zurückzugreifen, als Leidenschaft und Freude meine einzigen Gründe für das Musizieren waren. Es gibt Songs, die ich singen könnte und die ich nie ernst nehmen würde, aber nicht diese.“ Und so wird deutlich zu hören sein, dass diese EP einen persönlicheren, intimeren und reiferen Ansatz haben wird als sein poplastiges Debüt. Die EP aufzunehmen war Josh Kumras therapeutische (aber auch nicht eben stressfreie) Art, seinen angestauten Zweifeln zu begegnen und seine Ängste anzuerkennen. Die Musik mag voller Verletzlichkeit sein, aber genau das soll man auch hören.

„‚Stubborn Love‘ erkennt das Problem an, sich komplett für etwas aufzugeben, allerdings aus den falschen Beweggründen heraus. Es geht nicht darum, was du verfolgst, sondern warum.“, so der mittlerweile 28-jährige Musiker über seine neue Single und der ersten Hörprobe aus der kommenden EP.

 

 

Rock and Roll.

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