Song des Tages: Angela Aux – „Dreamt Of The Death Of A Friend“


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Florian „Angela Aux“ Kreier ist ein Künstler der Gegensätze, ein Meister des Spiels mit der Identität, geradezu ein Shape-Shifter. Nahezu schwerelos balanciert er zwischen weißem Wu-Tang-Shirt und blonder Mädchen-Perücke, zwischen Haiku und Dostojewski.

Dabei ist Angela Aux nur einer von Florian Kreiers vielen Künstlernamen – in seiner Wahlheimat München kennt man ihn als Sänger der Indie-Band Aloa Input oder als Bassist der HipHop-meets-Jazz-Kombo Sepalot Quartet, als „Heiner Hendrix“ schreibt er Kurzgeschichten und Gedichte – aber es ist dieser Nom de Plume, diese Persona, in der er sich als Musiker am allerwohlsten fühlt. Dabei ist der umtriebige Künstler vor allem hier ein Songwriter, der den Namen noch verdient – ein Textmensch, ein übervolles Notizbuch, ein Dichter der alten Schule, aufsaugend und ausspuckend, zu sensibel für all den so oft so banalen Scheiß da draußen, zu energiegeladen, um sich ihm nicht zu stellen. „Die Texte sollen Menschen zum Denken anregen“ meint Kreier.

4015698026382Auf „In Love With The Demons“, seinem neuen, vierten Album unter dem Alias Angela Aux (der Vorgänger „Wrap Your Troubles In Dreams“ erschien 2016 und verzückte bereits damals einen Großteil der Musik-Journalie von „Musikexpress“ und Co.), erforscht der bajuwarische L’art-pour-l’art-Musiker mithilfe sanfter Indie-Folk-Klänge, die einen oft in die goldenen Sixties, viel öfter jedoch an das ganz ähnlich tönende 2017er Burkini Beach-Album „Supersadness Intl.“ zurückdenken lassen, sein Inneres. Es geht um teilweise abgründige Gedanken und Gefühle, die sich darin abspielen – seine persönlichen Dämonen eben, ohne die Angela Aux jedoch kaum der wäre, der er ist. Wenig verwunderlich also, dass die zehn Stücke ein wenig düster und furchteinflößend, gleichzeitig jedoch fantastische Blüten treibend und märchenhaft geraten. Die Welt von Angela Aux schillert eben in den unterschiedlichsten Farb- und Gefühlsschattierungen. Dass manch ein Moment etwas windschief bis verschwurbelt daher wankt, sodass man annehmen könnte, Songwriter-Legenden wie Bob Dylan oder Leonard Cohen hätten sich da zum drogengeschwängerten Sit-In mit „Beat Generation“-Größen wie Allen Ginsberg und William S. Burroughs verabredet, während ein gewisser Frank Zappa seltsam schmeckenden Tee serviert, macht das Ganze nur umso spannender, schließlich sieht man auch im Alltag manch ein Ereignis erst im Rückspiegel klarer…

 

 

Wer mehr wissen mag, der findet hier ein recht ausführliches Interview mit Florian „Angela Aux“ Kreier.

 

Rock and Roll.

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