Song des Tages: Fences – „Songs About Angels“


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Immer diese Vorurteile… Wenn man sich Christopher Mansfield so anschaut, könnten einem in der Tat so einige Assoziationen durch Hirn schießen: Gehört der 35-jährige Musiker etwa – mit Vollbart sowie einem ordentlichen Plus an Gesichtstätowierungen – zur neusten Riege dieser Instagram-affinen Cloud Rapper? (Die Frage sei erlaubt, schließlich bin ich bei diesem Sub-Genre so ganz und gar nicht Teil der Zielgruppe…) Wird man ihn schon bald hinter dem Tresen einer großen US-Kaffeehauskette inmitten der aktuell freshsten Hipster-Community antreffen? Oder bahnt sich bei Blink-182  – oder einer x-beliebigen klanglich nahestehenden Kapelle – ein Besetzungswechsel am Mikrofon an? Hm… Wie bereits erwähnt: Vorurteile, Assoziationen, Hirnspinnerei.

81rz+zkVpkL._SY355_Doch weit gefehlt, vielmehr verkörpert Christopher Mansfield, dieser gesichtstätowierte Mützenträger, eine neue Generation vorgeblicher Bad Boys, die in (gefühlter) Wahrheit sonntags brav bei Schwiegermutti aus dem Blümchenporzellan schlürfen. Und ist an den anderen sechs Wochentagen schon seit gut acht Jahren Gesicht, Stimme und Hirn der aus Seattle, Washington stammenden Band Fences, hat unter diesem Alias unlängst Album Nummer drei, „Failure Sculptures„, in allen gut sortierten lokalen wie digitalen Plattenläden platziert. Darauf zu hören: zehn Stücke, die mit ihrer Mixtur aus poppigen Melodien und introspektiv-melancholischem Singer/Songwritertum in den besten Momenten an die frühen Lord Huron, (im Ansatz) Damien Rice, Elliott Smith, José González, Syd Matters oder die zurückgenommesten Lagerfeuermomente von Death Cab For Cutie (á la „I Will Follow You Into The Dark“) erinnern, in schwächeren Minuten ebenso zerfahren wirken, wie Mansfields enigmatische Begleitworte und die aus Ex-Death-Cab-Gitarrist Chris Walla, Jacquire King (Of Monsters And Men, Kings Of Leon, Norah Jones, Cold War Kids, Tom Waits…) sowie Ryan Lewis (die andere Hälfte des Macklemore-Phänomens) bestehende Produzentenliste vermuten lassen. Wäre „Failure Sculptures“ ein Film, dann wohl eine Art Road Movie über einen jungen Mann, der gern der Jack Kerouac des 21. Jahrhunderts wäre, am Ende des Streifens – und nach tausenden Kilometern, die er in (s)einer zerbeulten Schrottkiste allerlei Käffer dies- wie jenseits der US-Westküste entlang geschlichen ist – jedoch einfach von Leben und Liebe enttäuscht in Los Angeles ankommt – da hilft auch ein Gastauftritt von Mars Volta/At The Drive-In-Kopf Cedric Bixler-Zavala nicht weiter, ein wenig ratlos sind schlussendlich alle. You may sense a whole lotta indie-cred, I may call it half-baked Emo…

Und wenn’s schon etwas von Fences, zu denen noch Benjamin Greenspan (Gitarre), Lindsey Starr (Bass, Gesang) und Elliott Garm Chaffee (Schlagzeug) zählen, sein soll, darf man lieber zum 2010er selbstbetiteltem Debütalbum (dessen gefühlige, reduziert-balladeske Songs einen unweigerlich an Dallas Greens City And Colour denken lassen) sowie zum vier Jahre darauf erschienenen zweiten Werk „Lesser Oceans“ greifen, welches – nebst massig feinen Indie-Pop-Melodien – wiederum den (Zurecht-)Mini-Hit „Arrows“ enthält, bei dem ein gewisser Macklemore poppig-satte Rap-Parts beisteuerte. Oder die grandiose Eröffnungsnummer „Songs About Angels“, dessen Hooklines und Refrain man im Nachhinein tagelang kaum aus den Gehörgängen bekommen wird…

 

 

„Well, this life can be such a devil
So I wrote the songs about angels
I took my coat I went to the city
I drank and I dropped and isn’t it pretty

For you I would do anything…

I think that death is coming around
I like it, I like it…

Well, this life can be such a devil
So I wrote the songs about angels
A nightmare stuck in the catcher I’m weaving
So I sat in the car and dreamed about dreaming

For you I would do anything…

I think that death is coming around
I like it, I like it…

Chalk it up to bad luck
Just chalk it up to the lightness

I think that death is coming around

I think that death is coming around
I think that death is coming around
I like it, I like it…

Chalk it up to bad luck
Just chalk it up to the lightness…“

 

Rock and Roll.

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